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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Mein Eindruck nach den Rückmeldungen der Debitisten in diesem Faden sowie ...

    verfasst von neptun, 18.05.2019, 01:16

    ... in diesem von @Naclador begonnenen.

    Liebe Silke,

    von allen antwortenden Debitisten hast Du jedenfalls noch mit Abstand "am menschlichsten" geantwortet, danke dafür. :-)

    Ich werde auch auf viele (nicht alle) Einzelheiten Deiner Antwort eingehen, aber erst weiter unten.


    Zunächst hier mein Gesamteindruck der Debitisten-Rückmeldungen auf einen Punkt gebracht:

    Gemäß einem alten Spruch (ich weiß nicht mehr genau, woher der stammt, glaube aber, aus dem Indianischen) bekomme ich das Gefühl, daß die längere intensive Beschäftigung mit dem Debitismus dazu führt, daß man zwar "von allem den Preis, aber von nichts den Wert kennt".

    @Mephistopheles hat (was bei mir zwar absolut nicht nötig gewesen wäre, aber dennoch richtigerweise) darauf hingewiesen, daß der Debitismus eine Theorie ist. Eine Theorie ist ein Denkmodell, um die Welt nach einem einheitlichen Konsens zu sehen, sofern man sich eben einig ist (Konsens).

    Nun mal vorausgesetzt, daß das alles so richtig ist und wir uns auf die Theorie des Debitismus geeinigt hätten, dann läßt sich dennoch nicht leugnen, daß Erwin Thoma mit seiner Botschaft vom Wald und vor allem vom Baustoff Holz eine ganz grandiose Sache in die menschliche Gemeinschaft einbringt / einbringen könnte. Ich halte es für denkbar, daß sich sogar im Rahmen des Debitismus Wege dafür finden ließen.


    Es betrübt mich aber wirklich sehr (und dies ganz besonders bei Dir, nach dem, wie ich Dich auch durch unseren spärlichen privaten Gedankenaustausch kennenlernen durfte und einschätze), daß alle Antwortenden gewissermaßen im "debitistischen Eifer" überhaupt nicht (mehr?) in der Lage zu sein scheinen, etwas so Großartiges auch nur im Ansatz zu erfassen. Du bringst es hier klar zum Ausdruck:

    > > Wie verträgt sich das alles mit dem von @dottore herausgefundenen Debitismus?
    > Nicht gut. Ich konnte den Vortrag nicht lange durchhalten.

    Mir ging es hingegen so, daß es mir schwer fiel, den Vortrag zu unterbrechen, und ja, ich führe das darauf zurück, daß ich nicht so, pardon, "debitistisch vergiftet" bin, wie auch Du es leider zu sein scheinst:

    Ich habe tatsächlich nach Deiner und den vielen anderen Rückmeldungen den Eindruck, daß man, wenn man sich zu intensiv mit dem Debitismus befaßt, gleichzeitig mit dem Erwerb von sehr viel Wissen auch eine gewisse Herzensblindheit "erwirbt". Ein I-Tüpfelchen bekommt das noch, wenn dann z.B. @tar an dieser sowie auch an dieser Stelle den Eindruck vermittelt, als wenn für "langeingesessene" Debitisten hier die Forumsregeln nicht mehr gälten. :-(

    Darüberhinaus scheint man als Debitist (wie das auch sonst den meisten Wissenschaftlern immer wieder passiert) zu vergessen, daß man "nur" mit einer Theorie arbeitet, also einer Art, wie man meint, die Welt am besten beschreiben zu können. Diese Beschreibung ist aber nicht die Welt, auch wenn sie als Beschreibung noch so gut und praktisch noch so brauchbar sein mag.


    Und nun hier zu einigen Punkten aus Deiner Antwort:

    > Für Pflanzen gelten die gleichen debitistischen Gesetzmäßigkeiten wie für Tiere und andere lebende Systeme
    > Es sind Urschuldner, die ihre Existenz gegen andere verteidigen müssen. Da bilden Bäume keine Ausnahme. Auch sie müssen verschuldet wegen ihrer blossen Existenz ununterbrochen Schulden tilgen.

    Immer nur vorausgesetzt, die Theorie wäre die Wirklichkeit.


    > Auch im Wald herrscht Krieg, Konkurrenz und Kooperation, Symbiose und Parasitismus.

    Das ist lediglich eine ganz bestimmte Art, wie man die Welt und den Wald sehen kann.


    > > 02. Aber plötzlich habe ich mich in einer Rolle gesehen, daß du in der Wirtschaft genau das Gegenteil lernst von dem, was du im Wald lernst.
    > Das hängt davon ab wo und wie ich lerne. Man kann hier und da falsch lernen, wie der Herr selbst beweist.

    Hier habe ich nicht verstanden, was Du meinst.


    > > 05. In dem Augenblick, wo der Baum seine Existenz abgesichert hat, verwendet der nicht das geringste Quentchen Energie, um seine Nachbarn zu bekämpfen.
    > Das ist nicht richtig.

    Hoppla: Der Mann hat mehr als ein halbes Leben im Wald verbracht und kennt diesen wie kaum jemand sonst, und Du willst ihm erzählen, daß diese seine Aussage nicht richtig ist? Tut mir leid, aber ich muß Dich hier wirklich fragen, ob Du schon mal was von Anmaßung gehört hast.

    Ich fände es aber auch sehr interessant, herauszufinden, was passieren würde, wenn Du ihm so etwas von Angesicht zu Angesicht selbst sagen könntest / würdest.

    Jedenfalls bin ich nach dem Ansehen dieses Vortrages fest davon überzeugt, daß jeder Börsianer um Größenordnungen besser lügen kann als dieser Mann.


    > > 08. Lassen Sie sich niemals, niemals, niemals, niemals erklären, daß wir einen Mangel haben! Die Welt ist kein Ort des Mangels.
    > Mangel kann sehr wohl und häufig zum Termin herrschen, trotz unbeschreiblichem Überfluss vor und nach dem Termin.

    Schön, daß Du wenigstens an dieser Stelle das Wort kann verwendest.


    > Wenn ein lebendes System aber zum Termin nur ein Einziges von vielen dauernd notwendigen Schuldentilgungsmitteln nicht in ausreichender Menge hat, das es aber haben muss, dann falliert es trotz Überfluss vor und nach dem Termin und von allem nur erdenklichen anderem.

    Das sagt die Theorie des Debitismus. Wie nun, wenn diese Theorie abgelöst werden könnte von einer anderen, besseren? Könnte das dann nicht auch falsch oder nur mehr oder weniger eingeschränkt richtig sein? Was ist dann mit der Angst und dem Leidensdruck in jeglicher Form, welche (u.a. auch) diese "falsche" Theorie erzeugt hat?


    So zu tun, als wenn diese Theorie die Wirklichkeit wäre, das bringt mich zu der Behauptung, daß die Debitisten dieses Forums Esoteriker sind.


    > > 09. Das Wichtigste ist, daß wir die Angst verlieren!

    > Da ist was dran.
    > Aber nicht indem wir zu Utopisten werden und unhaltbaren Optimismus versprühen sondern indem wir die drei Grundbedingungen von Gesundheit erfüllen:
    > - sicher werden, dass wir unsere Welt verstehen können,
    > - sicher werden, dass wir unsere Welt gestalten können,
    > - sicher werden, dass unser Leben einen Sinn hat.

    Auch hier: Religion!

    Wer hätte je die Welt verstanden?
    Wer hätte je die Welt "gestaltet", ohne sie zu verschlimmbessern?
    Wer hätte je gewußt, ob unser Leben einen Sinn hat, geschweige denn welchen?


    Wer solche Dinge glaubt, ist also kein Utopist? Da komme ich nicht mit.


    Nein, nein, ich denke vielmehr, daß es heilsamer sein könnte, das hier ...

    > > 09. Das Wichtigste ist, daß wir die Angst verlieren!

    ... einfach so, völlig ohne Zusatz, stehen zu lassen und zu verinnerlichen.


    > Wer aufmerksam im EWF/DGF/D_F liest kann das.

    Das glaubst Du!
    Und das darfst Du auch gerne, aber verkaufe mir das bitte nicht als Wahrheit.


    Zum "Wissen"-Können hier noch zwei Zitate aus den Signaturen dieses Forums ...

    1. "In Wirklichkeit erkennen wir nichts; denn die Wahrheit liegt in der Tiefe." - Fragment 117, Demokrit
    2. Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß. -Werner Heisenberg#

    ... sowie frei zitiert von Sokrates "Ich bin mir bewußt, nichts zu wissen."


    Meinst Du nicht auch, daß gerade im Austausch von "Wissen" wesentlich mehr Bescheidenheit angebracht wäre? ;-)


    LG neptun

    ---
    Weil es gerade wieder besonders aktuell ist:
    "Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
    kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

    

    gesamter Thread:

  • Erwin Thoma: Häuser wie der Baum, Städte wie der Wald - lotte, 14.05.2019, 22:52

Wandere aus, solange es noch geht.


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