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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Immo und Infla oder Defla, wie seht Ihr diese Gedanken?

    verfasst von Rudi, 11.02.2009, 20:29

    Zuerst möchte ich mich kurz vorstellen:
    Bin neu im Forum (aus Bayern), lese aber schon länger täglich mit!
    Finde dieses Forum wirklich super, bin sehr begeistert die
    vielen Themen und Meinungen aufzunehmen. An alle (vorallem Chef)
    herzlichen Dank für die Inhalte, Hilfe Dinge anders zu sehen !

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    dieses Thema Immo und Abwertung war vor kurzem hier
    behandelt worden. heute erhielt ich ein E-Mail mit folgenden Inhalt.
    Da mich das Thema sehr beschäftitgt würde ich euch gerne um
    Geistigen Input bitten!

    aus: Der Staatsbankrott, Neuerscheinung 2006


    Immobilien - ein „absoluter Schutz“ gegen eine Währungsreform?

    Weithin werden auch Immobilien als „sichere“ Investition gegen eine Währungsreform gesehen. Wenn man von einer reinen Hyperinflation ausgeht, dann könnte dies zutreffen. Doch sogar 1923 nutzen einem Immobilien wenig, da auch diese durch den Kaufkraftverlust der Bevölkerung nur unter Wert verkauft werden konnten. Geht man davon aus, daß sich ein ähnlicher Ablauf wie vor der Währungsreform 1948 wiederholen sollte, dann sieht es noch bedenklicher aus: Damals gab es erst eine längere Deflationsperiode mit der großen Weltwirtschaftskrise. In dieser Zeit verfielen Immobilien bis zu 90 Prozent im Wert. Nach dem Krieg nutzten Wohnungen und Häuser auch wenig, da sie mit einer Zwangshypothek im Lastenausgleich belegt wurden. Erst mit dem Einsetzen des „Wirtschaftswunders“ und damit verbundenen schnell steigenden Preisen konnte man von Immobilien profitieren.

    Wie sieht es heute aus?

    Immobilienwerte stiegen bis 1995 sehr stark. Seit dieser Zeit stagniert die Entwicklung, bzw. die Werte verfallen, wie wir gesehen haben. Da nun, wenn die Entwicklung ähnlich verläuft wie vor 1948, erst eine Deflationsphase ansteht, dann ist dieser Preisverfall erst der Anfang. Vergessen werden sollte auch nicht die internationale Spekulationsblase. Wenn diese erst einmal platzt, dann wird dies überall auf der Welt den Wert von „Betongold“ nach unten drücken. Dazu kommt: Die Arbeitslosigkeit steigt immer schneller an, die Kaufkraft der Bevölkerung schwindet - das muß zwangsläufig auf den
    Wohnungs- und Häusermarkt drücken. Je mehr Arbeitslose ihre Immobilie zwangsversteigern müssen, um so tiefer wird der Preis sinken. Nicht zu vergessen ist eine in Krisenzeiten steigende Kriminalität. Schnell werden da heute „attraktive Lagen“ vor allem in Großstädten sehr unattraktiv. Denken Sie an die Unruhen in Frankreich im Jahr 2005 - wenn da in einem Stadtteil einmal die Autos brennen und marodierende Banden durch die Stadt ziehen, könnte es lange dauern, bis dort eine Wohnung überhaupt wieder verkäuflich wird.

    Was auch vergessen wird ist das Wörtchen „immobil“ in der Immobilie. Während man Geld, Gold oder andere Wertgegenstände relativ schnell von einem zum anderen Fleck transportieren kann, ist man mit einer Wohnung oder einem Haus unbeweglich. Oft vergehen Jahre, bis das Objekt veräußert werden kann, der Verkauf ist relativ kompliziert und mit zahlreichen Vorschriften und Steuern verbunden. Doch gerade in Krisenzeiten, wenn Sie dringend auf einen Verkauf angewiesen wären, lassen sich Immobilien überhaupt nicht veräußern, da niemand mehr Geld dafür übrig hat.

    Nicht zu vergessen ist auch die Gefahr, daß der Staat in seiner Geldnot Immobiliensteuern erläßt oder gar den Hausbesitzern eine Zwangshypothek aufzwingt. Wer heute eine Immobilie besitzt (erst recht eine nicht selbst bewohnte Zweitimmobilie) der gilt beim Staat als „vermögend“. Diese Personengruppe wurde in der Vergangenheit bei Steuererhöhungen relativ glimpflich behandelt. Um so mehr könnte es sein, daß für die kommende Krise genau hier abgeschöpft wird.

    Nicht vergessen werden sollte, daß in einer Krise vielen überschuldeten Hausbesitzern der Bankrott droht. Diese müssen dann zu einem niedrigen Preis verkaufen, was die Immobilienpreise massiv drücken wird. Auch in einer hyperinflationären Phase sieht es nicht gut aus: Auch in der Hyperinflation
    1923 konnten wegen der zurückgehenden Kaufkraft Immobilien oftmals gar nicht mehr verkauft werden.

    Bei vermieteten Immobilien kommt dazu, daß gerade in schlechten Zeiten die Zahlungsmoral der Mieter stark sinkt. Schon heute gibt es immer mehr „Mietnomaden“, welche Wohnungen anmieten, keine Miete bezahlen und nach einer langwierigen rechtlichen Auseinandersetzung wieder in eine neue Wohnung einziehen und das Ganze von vorne beginnen. Je schlechter die wirtschaftliche Lage sich entwickelt, um so schwieriger wird es, zuverlässige Mieter zu bekommen. Im Zweifel ist bei den heutigen hohen Mieterrechten immer der Vermieter in der schlechteren Position. Es könnte sogar passieren, daß in einer Unruhezeit es verboten wird, Mietern zu kündigen, um eine noch höhere Obdachlosenrate und damit einhergehende steigende Kriminalitätsrate zu ve5rhindern.

    Einen richtigen Vorteil bietet in solchen Zeiten eigentlich nur die selbst bewohnte Immobilie, da sie hier nicht so sehr von äußeren Umständen und der Situation des Vermieters abhängig sind, wie in einer Mietwohnung.

    Zusammenfassend läßt sich damit sagen, daß vermietete Immobilien nur in „guten Zeiten“ Gewinne versprechen. Eine selbstbewohnte Immobilie ist durchaus erstrebenswert. Bedenklich sind die vermieteten Objekte, da in allen Krisensituationen, egal ob Inflation, Deflation oder zunehmende soziale Probleme damit oftmals mehr Nachteile als Vorteile verbunden sind.

    

    gesamter Thread:

  • Immo und Infla oder Defla, wie seht Ihr diese Gedanken? - Rudi, 11.02.2009, 20:29

Wandere aus, solange es noch geht.


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