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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Und was willst du mit diesem Posting aussagen?

    verfasst von Phoenix5 E-Mail, 11.08.2019, 19:55

    > Subsistenzwirtschaft

    Dass die Indianer bei ihrem Nachbarstamm mit netto-Geld als Tauschmittel auf Einkaufstour gingen?

    Zu deinem anderen Posting:

    > Nun ist dottores Debitismus zuvor aber sehr gut ohne diese Machttheorie
    > ausgekommen, und für meine Begriffe wirft diese alles Vorherige auch erst
    > wieder über den Haufen.

    Im Gegenteil - es macht die Sache erst vollständig.

    > Schon richtig, nur wundere ich mich immer wieder darüber, dass nun aber
    > ausgerechnet die (Neo-) Debitisten selbst das Konzept der
    > „Sicherheiten“ als angeblich essenziell für das Geld beschreiben.

    Die erste Sicherheit, die man vor der Abtretung von Eigentum hinterlegt, um an Geld zu kommen, ist der eigene Körper (Schuldknechtschaft).

    > Die Entstehung eines Goldstandards mag eine notwendige Vorstufe in der
    > Genese eines heutigen Fiat-Money bedeutet haben. Zweifelsohne ein wichtiger
    > Fortschritt.

    Die Golddeckung bremst das Kreditwachstum und läutet deshalb Krisen in kürzeren Intervallen ein. Papier gibt es so lange, wie es Nachschuldner gibt. Mehr Unterschied gibt es da nicht.


    > > Kommt es denn keinen Ökonomen seltsam vor, dass es in Stämmen so gut
    > wie
    > > keine Innovation und kein "Wirtschaftswachstum" über 300.000 Jahre
    > lang
    > > gab und es plötzlich, just mit der Geburt des Staates, zu einer
    > Explosion
    > > der Innovationskraft kam?
    >
    > Weil Innovation und die s.g. „Geburt des Staates“ ohnehin eine
    > Tautologie bedeuten, und sich NICHT gegenseitig als Ursache und Wirkung
    > dienen.

    Also ist der Staat eine freiwillige Übereinkunft von Menschen für Menschen oder wie? Wie nannte Uwe Wesel die Oppenheimersche Unterwerfungstheorie: "Eine der ethnologisch am besten gesicherten Erkenntnisse". Und selbst, wenn der Staat "freiwillig" entstanden wäre - an ein Abgabensystem kommst du nicht herum, also an eine Kaste, die nicht arbeitete, sondern sich bedienen ließ.

    > > Kommt es keinen Ökonomen seltsam vor, dass Stämme angeblich Geld
    > benutzt
    > > haben sollen, obwohl es dort keine Überschussproduktion gibt, die man
    > > damit kaufen kann?
    >
    > Siehe oben. Von „Überschüssen“ kann so wie so nur aus einem
    > bestimmten Blickwinkel überhaupt gesprochen werden. In einem absoluten
    > Sinne würden Überschüsse aber Erzeugnisse bedeuten, die nicht
    > nachgefragt werden und liegenbleiben. Solche Überschüsse werden aber
    > allgemein nach Kräften vermieden.

    Das ist ja der Clou im Kapitalismus: Bedürfnisse wecken, die zuvor noch nicht existiert haben. Wie sonst sollen Nachschuldner gefunden werden?

    > Der ursprüngliche Debitismus beschrieb das Wirtschaften noch aus den
    > Prinzipien des Lebens heraus – Urschuld, Schuld, Kontraktschuld. Es ist
    > der Neo-Debitismus, der in genau die selbe infantile Micky Maus-Ökonomie
    > zurückfällt, welche vom Debitismus seiner Zeit noch belächelt wurde. So
    > wie die Tauschökonomen das Geld in die Tauschwirtschaft erst einführen,
    > so führen die Neo-Debitisten nun den Staat in eine angebliche
    > „Subsistenzwirtschaft“ ein.

    Angeblich? Wo gab es denn Geld in Stämmen? PCM, der Mickey Maus-Ökonom? Wenn Stämme Forderungen und Verbindlichkeiten im Form von Geld Ausdruck verliehen hätten (Forderung: Stamm A schuldet B ein Schwein, Verbindlichkeit: B greift nicht an, wenn das Schwein zeitgerecht zurückgegeben wird), was hätte Stamm B mit diesem ausgestellten Schuldschein tun können? Zum Stamm C laufen, denen den Schuldschein geben und dafür etwas eintauschen, das dem Schwein fast gleichwertig ist (natürlich nicht ganz, denn Diskont muss ja sein). Und Stamm B bürgt als Indossant für den Schuldschein, indem er Stamm A angreift, wenn dieser Stamm C nicht das Schwein gibt? So in etwa? Ernsthaft: Wie stellst du dir das vor? Ohne Recht, ohne Haftung,...

    Und all diese Stämme haben Überschüsse erwirtschaftet, damit sie für den Fall, dass Käufer kommen, auch etwas anzubieten haben? So in etwa? Oder bist du gedanklich doch wieder in der Tauschmittel-Fraktion?

    Was es gab, war Buchführung in Form von Muscheln (wenn ich mich recht erinnere): A schuldet B ein Schwein...statt es aufzuschreiben (Schrift gab´s ja nicht), hat man sich daran erinnert, indem der Gläubigerstamm ein paar Muscheln weglegte. Die wurden aber nicht wiederverausgabt und man konnte damit auch nichts kaufen. Es war ein Abakus - mehr nicht.
    Alles andere ist Mickey Mouse.

    Gruß
    Phoenix5

    ---
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    gesamter Thread:

  • Wenn sich Mainstream-Ökonomen, die von Geld keinen blassen Dunst haben, in historischen Erklärungen versuchen... - Phoenix5, 10.08.2019, 12:30

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