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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Demokratie in der Schweiz und in Großstaaten (insbesondere Deutschland)

    verfasst von Taurec Homepage E-Mail, München, 04.12.2018, 14:50

    Hallo!

    Das Totschlagargument "Schweiz" wird stets bemüht, unter völlig ahistorischer Verallgemeinerung und wohl auch einem gehörigen Schuß idealisierender und entstellender Verehrung.

    BBouvier:
    > In der Schweizer Eidgenossenschaft hatten das Patriziat und die Stadträte das Land fest in der Hand ... es herrschte eine erbliche (!) und sozial abgeschlossene Oberschicht aus Land- und Militäradel:
    > =>
    > "Demokratie"??
    >
    > Insofern verläuft auch der Zyklus der Schweiz analog zum übrigen Europa: Die Helvetische Republik wurde erst 1798 ausgerufen. Und ein allgemeines Wahlrecht gab es da auch noch nicht.

    Das Frauenwahlrecht wurde in der Schweiz gar erst 1971 eingeführt. Durch die Einführung dieser wohl schädlichsten aller demokratischen Einrichtungen vollzieht die Schweiz analog zum restlichen Europa dieselben Verfallsprozesse.

    Daß Demokratie funktionieren würde, habe ich gar nicht bestritten. Sie funktioniert sogar sehr gut. Sie ist aber in Wirklichkeit und im Grunde nicht das, was der Deckmantel ideologischer Verblendung und das Wort "Demokratie" (ein abstraktes, abgehobenes Postulat, keine historische Realität wie z. B. die Monarchie) glauben machen.

    Die Einführung demokratischer Institutionen geht einher mit der Entwicklung des Presse- bzw. Medienwesens und somit eines ausgefeilten Instrumentariums der Massenlenkung. Die Demokratie funktioniert u. a. deswegen so "gut", weil der Wähler als Element einer (qua natura) willenlosen und entscheidungsunfähigen Masse (der Zustand, in dem allein das System die Menschen handhaben kann – nur als Gruppen, nicht als Einzelwesen) der Illusion unterliegt, mit einer vermeintlich eigenständigen Entscheidung (die tatsächlich durch Auflösung in eine Gruppe nihiliert wird) die Politik zu beeinflussen. Das Spektrum der treffbaren Entscheidungen (der angebotenen und geduldeten Gruppenwillen) wird von oben, von den Machthabern, Geldgebern und damit verbundenen gedanklichen Impulsgebern, eingehegt. Das Ergebnis demokratischer Entscheidungsprozesse ist beeinflußbar und berechenbar. Sie sind also nicht, wie die demokratische Theorie behauptet, ergebnisoffen. Zugleich zeigt sich daran, daß unter dem Deckmantel demokratieideologischer Verblendung dieselben Machtgesetzmäßigkeiten wirksam sind, die seit jeher jegliche menschliche Staats- und Regierungsform bestimmt haben: Strukturen, die von oben nach unten wirken. Von unten nach oben wirkende Strukturen sind in der Theorie postuliert, formal institutionalisiert, in der Praxis aber (jenseits der Lokal-/Regionalebene) wirkungslos. Ich halte von unten wirkende Regierungsformen für mit der menschlichen Natur unvereinbar, weswegen der Eindruck ihrer Umsetzung stets auf Selbsttäuschung beruht.
    Auch die Bevölkerung der Schweiz ist vor Propaganda und Diskurshoheiten, die das Spektrum des Denkbaren bestimmen, nicht gefeit. Sie lebt in derselben weltweiten ätherischen Dunstglocke der Alternativlosigkeit des Globalismus, weswegen man den Schweizern getrost Elemente direkter Demokratie zugestehen kann. Daß sie auf lange Sicht die Entscheidungen ak­kla­mie­ren, die in der Zielrichtung der permanenten Weltrevolution liegen, steht außer Frage.

    Selbst eine (zumindest abstrakt vorstellbare) entgegengesetzte ideologische Ausrichtung unserer Gesellschaft, die auf geschlossenen Grenzen und Erhalt der Völker zielt, wäre darauf angewiesen, eine entsprechende intellektuelle Atmosphäre zu schaffen mit einer Art "Gegenaufklärung", deren Argumente in den Medien kolportiert werden. Auch dann wäre die Richtung von oben nach unten (oder von wenigen zu vielen) zu dem Zwecke, die passenden Entscheidungen von unten nach oben (oder von der Mehrheit) zurückzugeben.

    > Nur in einem gebe ich Dir recht, Demokratie wird und kann nicht für Imperien funktionieren. Demokratie ist immer lokal, d.h. demokratische Institutionen funktionieren nur bis zu einer gewissen Größenordnung.

    Insbesondere ist Demokratie (die Praxis der Massenlenkung einmal ausgeklammert) grundsätzlich ungeeignet, die wirklich wichtigen Entscheidungen zu treffen. Z. B. in Krisensituationen oder in der Frage der sinnvollen Bündnisausrichtung oder des Führens eines Krieges gibt es in der Regel, pragmatisch betrachtet, stets nur sehr wenige Handlungsoptionen, die vernünftig sind. Die Expertise, diese zu erkennen und zu bewerten, ist bei demokratischen Politikern, die aus ganz anderen Gründen gewählt werden, bestenfalls zufällig gegeben, in der Regel aber nicht.
    Es ist nicht zielführend, das Handeln des Staates zur Debatte zu stellen, wenn die Lage ein bestimmtes Vorgehen erfordert, um den Staat äußerlich oder innerlich nicht zu schwächen und zum Wohle der Bevölkerung zu sein. Daran ändert auch nichts, wenn man der Bevölkerung theoretisch vollumfängliche Information angedeihen ließe in der Erwartung, daß sie (eine Art homo oeconomicus unterstellend) dann basisdemokratisch die richtige Entscheidung träfe. "Demokratische Legitimation" ist kein Wert an sich. Sie ist überhaupt kein Wert. Es kommt nicht darauf an, daß die Entscheidung von vielen getragen wird, sondern daß es die richtige Entscheidung ist. In diesem Sinne wäre es eine Schwächung des Gemeinwesens, wichtige Entscheidungen demokratisch zu treffen und damit prinzipiell die Möglichkeit zu eröffnen, daß die falsche Entscheidung getroffen werden kann.
    Sobald aber mehrere Optionen zur Wahl stehen, bei denen nicht manche schädlicher sind als der Rest, so daß sie zur Abstimmung freizugeben nicht unvernünftig ist, kann es sich nicht um richtungsweisende und wichtige Rahmenentscheidungen handeln, sondern bestenfalls um Detailfragen und Nebensächlichkeiten.

    In einem Lande wie Deutschland, das eine geistige und (latente) politische Großmacht in einer Mittellage ist, wo seit jeher die Gegensätze aller in Europa wirksamen geistigen und politischen Mächte aufeinanderprallen, verbietet sich ein demokratisches System eigentlich grundsätzlich. Entsprechend ist der deutsche Volkscharakter eigentlich auf ein stringentes, hierarchisch-funktional organisiertes Staatswesen ausgerichtet, in dem jeder einen festen Platz und eine bestimmte Aufgabe hat, in dem befohlen und gehorcht wird, weil nur so, durch das sinnvolle Zusammenwirken aller die innere Stärke und Widerstandskraft gegeben ist, um den äußeren Zugriffen widerstehen zu können (der heute verschriene Obrigkeitsstaat, dessen seelische Erforderlichkeit sich natürlich auch in der irrationalen Stützung BRD durch das Volk widerspiegelt). Demokratie und damit die Institutionalisierung einer inneren Spaltung des Volkes ist eine fundamentale Schwächung der deutschen Souveränität. Sie ist – ich wiederhole mich – ein Einfallstor für Spaltungsbestrebungen durch ausländische, internationale und den deutschen Interessen widersprechende Mächte. Wann immer die deutsche Politik demokratisch bestimmt wird, ist das Resultat für Deutschland schädlich. Wir werden zerstückelt, zerrissen und fremden Interessen dienstbar gemacht.

    Gruß
    Taurec

    ---
    „Es lebe unser heiliges Deutschland!“

    „Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


    Weltenwende

    

    gesamter Thread:

  • Leben wir noch in einer Demokratie? - Rain, 03.12.2018, 16:50

Wandere aus, solange es noch geht.


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