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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Das ist Demokratie in ihrer höchsten Vollendung

    verfasst von Taurec Homepage E-Mail, München, 03.12.2018, 19:42
    (editiert von Taurec, 03.12.2018, 19:53)

    Hallo!

    > Nein, das ist keine Demokratie, das ist DDR 2.0.

    Nein, genau das ist, wohin (Massen-)Demokratie sich zwangsläufig entwickeln muß. Wer das nicht verstanden hat und der allgemeinen Ansicht anhängt, daß wir uns im Zustande einer entarteten, „reparaturbedürftigen“ Demokratie befänden statt eines im faulen Grundgedanken der Demokratie notwendig angelegten und folgerichtigen Ergebnisses, wird niemals die Geschicke der Zukunft bestimmen, sondern ist zu einem Dasein als passives Objekt verdammt, das Geschichte erleidet.

    Der liberale Grundgedanke der Demokratie, der seit den amerikanischen und französischen Revolutionen in ihrem Genom fest verankert ist, begünstigt unweigerlich die Entstehung immer neuer revolutionärer Befreiungs- und Entgrenzungsideologien, die über eine Reihe als fortschrittlich proklamierter Tabubrüche im Laufe mittlerweile zweier Jahrhunderte die Grundlagen der menschlichen Kultur zerstören.
    Allein die Tatsache, daß progressive, liberale, sozialistische und sonstige revolutionäre und auf Gesellschaftsumbau zielende Ideologien im demokratischen System als gleichberechtigte Theorien der Gesellschaftsgestaltung prinzipiell in Erwägung gezogen werden müssen, sobald sie in der Welt sind und organisatorisch (etwa als Parteien oder über sonstige Einflußnehmer) verfaßt werden, führt dazu, daß sie irgendwann auch Macht gewinnen und umgesetzt werden. Der jeweils aktuelle Zustand wird als rückständig und zu überwinden begriffen. Das Gefühl fortwährender Umwälzung und Modernisierung gehört zum Selbstverständnis der Demokraten, deren Dasein durch einen revolutionären Akt überhaupt erst begründet wurde. Nicht die Erhaltung des Status Quo, sondern dessen ständige Umstürzung gehört zur inneren Logik der Demokratie. Dem einen Riegel vorzuschieben, etwa indem zerstörerische Ideologien durch die Konservativen verboten werden, widerspräche dem demokratischen Grundgedanken (freie Meinungsäußerung, Einbindung des Willens gesellschaftlich hinreichend wirksamer Gruppierungen) und würde den revolutionären Anspruch vielmehr bekräftigen. Sie werden sich früher oder später immer durchsetzen und letztlich dazu übergehen, den Konservatismus (in der Regel die Anhänger vorangegangener Verfallsstufen) zu bekämpfen. Dabei haben sie stets die Grundwerte der Demokratie (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) als argumentative Rückendeckung auf ihrer Seite.

    Diese Kernstruktur der Demokratie prädestiniert sie als Einfallstor für Interessensgruppen, deren Ziel eine Welt ohne Grenzen und ohne Unterschiede ist. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Zweckentfremdung, sondern um die Erfüllung des Zwecks der Demokratie.
    Die wohl stärkste dieser Interessensgruppen ist das „Geld“. Das Primat der Wirtschaft und die innere Logik des Finanzsystems verlangen Freiheit der Finanz- und Warenströme, der Dienstleistungen, der Arbeitskräfte. Sie erfordern eine fortschreitende Lockerung und Auflösung der nationalen Rechtssysteme, die ein Hindernis für das freie Wirtschaften darstellen. Der internationalen Angleichung und Deregulierung der gesetzlichen Grundlagen entspricht die Auflösung der Nationalstaaten, die ihre Unterscheidbarkeit und ihre Eigenheit verlieren. Länder werden zu Benennungen auf Landkarten ohne praktische Relevanz. Der revolutionäre Wesenskern der Demokratie und die Entgrenzungsbestrebungen der Wirtschaftsmächte wirken in die gleiche Richtung. Sie sind natürliche Verbündete. Daher wurde die Einführung der Demokratie von den Geldmächten nach Kräften unterstützt, während andererseits die progressiven Demokraten die Geldmittel für ihre revolutionären Projekte (Feminismus, Antirassismus, Antinationalismus etc.) dankbar annehmen, die wiederum den Zielen der Geldmächte entsprechen. Beide Seiten sind bei näherer Betrachtung nicht trennbar. Die Demokratie ist das politische Instrument der Geldherrschaft. Dies ist prinzipiell und entgegen den Träumereien weltfremder Phantasten in der Wirklichkeit gar nicht anders möglich. Es gibt keine „bereinigte Demokratie“, der dieser Fehler nicht innewohnt. Es ist keine demokratische Verfassung denkbar, die nicht informell umgangen, instrumentalisiert und ausgehebelt oder mit den in ihr selbst festgelegten Mitteln umgestaltet werden kann. Es sind abstrakte Konstrukte ohne Eigenleben, ohne innewohnenden Garanten der Stabilität und Unveränderlichkeit, weil sie stets von der Auslegung und Umsetzung der jeweils lebenden Menschen und deren Willen abhängig sind.

    Das Volk, zu dessen natürlichem Charakter der Konservatismus, also die Erhaltung stabiler Verhältnisse gehört, hat in der Demokratie in der Praxis und im Widerspruche zur (wirklichkeitsfremden) demokratischen Theorie letztlich keine Vertretung! Das mit dem Volksbegriff untrennbar verbundene Bedürfnis zur Abgrenzung und Unterscheidung, also zur Diskriminierung nicht Zugehöriger muß schließlich selbst in den Fokus des revolutionären Prozesses geraten. Dadurch werden Völker in den Augen der Demokraten letztendlich selbst zum Objekt der Auflösung – im Namen der Freiheit. Mit dem Ende des Demos gerät die Demokratie an ihr Ende. Es stellt sich heraus, daß das von den ursprünglichen Initiatoren der Entwicklung wohl nicht geahnte Endziel von Anfang an aufgrund der inneren Logik der Demokratie die Befreiung des Volkes von sich selbst war. Dazu gehört folgerichtig, daß der letzte Akt die offensichtliche Abschaffung oder Ignorierung der demokratischen Gepflogenheiten durch die machthabenden progressiven Demokraten beinhaltet (z. B. Ächtung der AfD, Migrations- und Flüchtlingspakt). Der Geist der Verneinung, der mit dem Geiste der Demokratie letztlich kernidentisch ist, verneint auf seinem Höhepunkte auch die Demokratie, also sich selbst. Der letzte Akt ist mit Notwendigkeit diktatorisch. Damit zeigt die Demokratie ihr eigentliches Gesicht. Das sich daraus ergebende allgemeine Chaos, das nur mit Erklärung des Dauernotstandes, massiver Gewaltanwendung und auch formaler Entmachtung bzw. Abschaffung demokratischer Institutionen bewältigt werden kann, ebnet die Arena für das Aufsteigen neuer Mächte, nämlich der Imperatoren. Wer dann ein Konzept hat und die Kraft, sich zu behaupten, wird die kommende Gestalt der Welt bestimmen.

    Gruß
    Taurec

    ---
    „Es lebe unser heiliges Deutschland!“

    „Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


    Weltenwende

    

    gesamter Thread:

  • Leben wir noch in einer Demokratie? - Rain, 03.12.2018, 16:50

Wandere aus, solange es noch geht.


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