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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Gedanken über die Verschuldung der einzelnen Teilnehmer des BIP

    verfasst von katzama, 26.08.2008, 23:40

    Hallo,

    ich hoffe, dass es nicht zu vermessen von mir ist, euch folgendes, vereinfachtes Beispiel darzustellen.

    Mehrere Geschwister wollen, jeder für sich, ein Unternehmen gründen und leihen sich zur Zahlung ihrer Investitionen, Steuern und Löhne/Gehälter Geld bei der Bank. Als Sicherheit dient der Bank das jeweilige Grundstück. Jeder der Geschwister produziert nun Güter, die er zu seinem Selbstkostenpreis (Abschreibungen, Steuern u. Löhne/Gehälter) plus eines Gewinns und der Mehrwertsteuer verkaufen möchte. Die Arbeiter erhalten ihre Löhne und der Staat die Lohn-, Produkt- und Unternehmenssteuern. Doch das Entsetzen ist groß, als die Arbeiter und der Staat feststellen müssen, dass das erhaltene Geld nicht langt um all die hergestellten Produkte kaufen zu können. Sie gehen zu den Geschwistern und fragen, wie dies nur möglich wäre. Es dauert nicht lange, bis als "Übeltäter" die in den Preisen liegenden Gewinne und die Umsatzsteuer erkannt werden. Doch die Geschwister sagen: "Wenn wir keinen Gewinn erhalten, bräuchten wir kein Unternehmen führen und ihr hättet keine Arbeit." Dies leuchtet den Arbeitern und dem Staat ein. So beschließt der Staat° sich selbst zu verschulden und dieses Geld an die Menschen weiter zu geben, damit diese vollständig* die produzierten Waren auch bezahlen können. Die Hoffnung des Staates ist allerdings, dass er das an die Bevölkerung ausgegebenen Geld durch Steuereinnahmen wieder zurück erhält, um damit seine Schulden tilgen zu können.

    Unter obigen Gesichtspunkten muss der Staat die Mehrwertsteuer vorfinanzieren und an die Bevölkerung auszahlen, damit das Volk die Produkte vollständig kaufen kann. Erst dann erhält der Staat diese Steuer von den Unternehmen wieder zurück. Diese Steuer ist keine zusätzliche Einnahme des Staates, sondern dient zur Umverteilung und belastet den Staat durch Zahlung zusätzlicher Zinsen.

    Obiges Beispiel könnte man weiter spinnen oder abändern, z.B.
    - was passiert bei verstärkter Nachfrage aus dem Ausland
    - was passiert, wenn die Löhne gedrückt werden um im Ausland konkurrenzfähig zu bleiben
    - wenn die Preise für die eingeführten Rohstoffe sich stark verteuern
    - einseitig mit Steuern belastete Teilnehmer am BIP
    - u.u.

    Es bietet sich auch an, ein wenig die Begriffe Inflation, Geldmenge, Staatsverschuldung, etc. unter obigem Aspekt näher zu beleuchten. Auch die Bedeutung der Bundesbank für die Wirtschaft, welche in meinen Augen die hereingegebenen Pfänder lediglich in kleinere Einheiten, den Banknoten, zerstückelt, wäre interessant.

    mfg

    katzama

    * (den Selbstkostenpreis zuzüglich der Gewinne und der Mehrwertsteuer)
    ° Ich habe in diesem Beispiel den Staat als Schuldner genannt, da sich dieser fast unbegrenzt verschulden kann. Auch die Bürger können sich bis zu einem gewissen Grade verschulden.

    

    gesamter Thread:

  • Gedanken über die Verschuldung der einzelnen Teilnehmer des BIP - katzama, 26.08.2008, 23:40

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