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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Zusammenhang Wirtschaftskreislauf (BIP) und Geldmenge

    verfasst von Leserzuschrift, 08.09.2013, 13:10

    Hallo Rütli und Leser des Gelben,

    ich habe noch ein wenig an der Aufstellung http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=292540 gearbeitet. Ähnlich der Grundfunktion eines Computers möchte ich gerne eine erweiterbare Aufstellung für den Wirtschaftskreislauf erstellen. Um dann ein Ergebnis zu erzielen, kann man die einzelnen Punkte addieren/subtrahieren, Beträge hinzufügen, den Stand (+,0,-) einzelner Teilnehmer (Staat, ..) abfragen, Ergebnisse vergleichen, etc.. So habe ich den ehemaligen Punkt 9 nun getrennt, da investieren zum einen zur Nachfrage (-) nach den hergestellten Erzeugnissen, zum anderen aber auch, durch den Einbezug der Abschreibungen in den Güterpreisen, zu einem steigenden BIP (+) führt. Noch möchte ich, zum besseren Verständnis, die einzelnen Posten trennen. Später könnte man dann die einzelnen Punkte zusammenfassen.

    Jetzt wird es etwas komplizierter/umfangreicher.

    1. Verschuldung Unternehmen: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)

    2. Verschuldung Staat: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    3. Verschuldung Privat: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    4. Ausbuchung eines Guthabens: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0)
    5. Unternehmen zahlen Löhne: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0)
    6. Berechnung (Verkauf) des, in den Güterpreisen enthaltene Arbeitnehmerentgelt: Geldmenge bleibt (0), BIP steigt (+)
    7. Berechnung (Verkauf) der in den Güterpreisen enthaltenen Abschreibungen: Geldmenge bleibt (0) , BIP steigt (+)
    8. Berechnung (Verkauf) der in den Güterpreisen enthaltenen Mehrwertsteuer: Geldmenge bleibt (0), BIP steigt (+)
    9. Mit bestehendem Guthaben konsumieren: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    10. Unternehmen kaufen Investitionsgüter und greifen auf den Abschreibungsanteil innerhalb der Güterpreise zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    11. Unternehmen kaufen zusätzlich zum Abschreibungsanteil Investitionsgüter: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    12. Mit dem erhaltenenen Arbeitnehmerentgelt, abzüglich Sparen, wird der in den Preisen liegende Teil der Entgelte konsumiert: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    13. Privat greift mit zusätzlichem (evtl. Verschuldung, s. 3.) Bankguthaben auf die hergestellten Güter und Leistungen zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    14. Staat greift mit zusätzlichem (evtl. Verschuldung, s. 2.) Bankguthaben auf die hergestellten Güter und Leistungen zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    15. Berechnung (Verkauf) des in den Güterpreisen liegenden Gewinn: Geldmenge bleibt (0), BIP steigt (+)
    16. Durch zusätzlichen Konsum (evtl. Verschuldung s. 2 + 3) wird die Mehrwertsteuer konsumiert: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-)
    17. Rückführung der Bankverschuldung der Unternehmen durch eingenommene Gelder: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0)
    18. Unternehmen zahlen die Mehrwertsteuer an den Staat: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0)
    19. Mit der erhaltenen Mehrwertsteuer tilgt der Staat Schulden: Geldmenge fällt (0), BIP (bleibt)
    20. Mit den erhaltenen Steuern Bankschulden tilgen: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0)
    21. Mit dem erhaltenen Lohn Bankschulden tilgen: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0)
    22. Verschuldung zum Kauf einer bestehenden Immobilie: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    23. Der erhaltene Gewinn wird gespart: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0)
    24. Ein Teil des Lohns wird gespart: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0)
    25. Banken refinanzieren sich bei der Zentralbank: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    26. Banken verkaufen Staatsanleihen: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0)
    27. Zentralbank kauft Staatsanleihen: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    28. Geld wird aus dem EU-Ausland auf ein deutsches Konto überwiesen: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    29. Geld wir auf ein Konto im EU-Ausland überwiesen: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0)
    30. Hergestellte Güter werden in das EU-Ausland verkauft: Geldmenge steigt (+), BIP fällt (-)
    31. €-Anleihen werden im EU-Ausland gekauft: Geldmenge sinkt (-), BIP bleibt (0)
    32. €-Anleihen werden im EU-Ausland verkauft: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0)
    33. Kauf von ausländischen EU-Erzeugnissen durch Unternehmen: Geldmenge sinkt (-), BIP bleibt (0), ausländische Güter steigen (+)
    34. Verkauf des in den Güterpreisen liegenden, ausländischen Anteils im Inland: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0), ausländische Güter fallen (-)

    Nun besetze ich einzelne Positionen mit Zahlen (angelehnt an das BIP) und versuche, durch einfache Ausführungen, die Entstehung eines Gutes über Verschuldung, die Verwendung des Geldes und dessen Verkauf mit obiger Aufstellung zu ergänzen. Zur Vereinfachung werde ich das Arbeitnehmerentgelt nicht in die einzelnen Bestandteile, u.a. der Lohnsteuer, trennen, sondern annehmen, dass auch der Staat mit der erhaltenen Lohnsteuer über Ausgabe der Sozialkosten und damit über die Menschen die Güter konsumiert. Da mehr investiert als an Abschreibungen in den Produktpreis eingerechnet wurde, greift ein zusätzlicher Teil der Investitionen auf die, in den Güterpreisen liegenden Arbeitnehmerentgelte zu. So wird der, in meinem Beispiel, nicht verwendete Teil der Arbeitnehmerentgelte zu Sparzwecken angelegt. Mit diesem Geld könnte allerdings auch konsumiert werden. Dies würde zu einem Gewinn für die Unternehmen führen. Zum Schluss wird der Gewinn gespart. Dies entspricht allerdings nicht der Realität, da mit einem Teil des Gewinns konsumiert wird. Doch sollte man sich hier überlegen, mit welchem Gewinn zusätzlich konsumiert wird, da dieser oftmals erst im darauffolgenden Jahr, z.B. Dividende, anfällt.


    a.) Arbeitnehmerentgelt - 1400
    b.) Abschreibungen - 400
    c.) Mehrwertsteuer - 190
    d.) Investitionen - 460
    e.) Gewinn - 720

    1. Verschuldung Unternehmen: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0) - 1860 (a+c)
    5. Unternehmen zahlen Löhne: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0) - 1400
    6. Berechnung (Verkauf) des, in den Güterpreisen enthaltene Arbeitnehmerentgelt: Geldmenge bleibt (0), BIP steigt (+) - 1400
    7. Berechnung (Verkauf) der in den Güterpreisen enthaltenen Abschreibungen: Geldmenge bleibt (0) , BIP steigt (+) - 400
    8. Berechnung (Verkauf) der in den Güterpreisen enthaltenen Mehrwertsteuer: Geldmenge bleibt (0), BIP steigt (+) - 190
    10. Unternehmen kaufen Investitionsgüter und greifen auf den Abschreibungsanteil innerhalb der Güterpreise zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-) - 400
    11. Unternehmen kaufen zusätzlich zum Abschreibungsanteil Investitionsgüter: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-) - 60 (d-b)
    12. Mit dem erhaltenenen Arbeitnehmerentgelt, abzüglich Sparen wird der in den Preisen liegende Teil der Entgelte konsumieren: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-) - 1340 (a.+b.-d.)
    24. Ein Teil des Lohns wird gespart: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0) - 60 (d.-b. -Zugriff auf Güter erfolgt durch zusätzliche Investitionen der Unternehmen)
    2. Verschuldung Staat: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0) - 190 (c.)
    14. Staat greift mit zusätzlichem (evtl. Verschuldung, s. 2.) Bankguthaben auf die hergestellten Güter und Leistungen zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-) - 190 (c.)
    2. Verschuldung Staat: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0) - 360 (1/2 e.)
    14. Staat greift mit zusätzlichem (evtl. Verschuldung, s. 2.) Bankguthaben auf die hergestellten Güter und Leistungen zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-) - 360 (1/2 e.)
    3. Verschuldung Privat: Geldmenge steigt (+), BIP bleibt (0) - 360 (1/2 e.)
    13. Privat greift mit zusätzlichem (evtl. Verschuldung, s. 3.) Bankguthaben auf die hergestellten Güter und Leistungen zu: Geldmenge bleibt (0), BIP fällt (-) - 360 (1/2 e.)
    15. Berechnung (Verkauf) des in den Güterpreisen liegenden Gewinn: Geldmenge bleibt (0), BIP steigt (+) - 720
    17. Rückführung der Bankverschuldung der Unternehmen durch eingenommene Gelder: Geldmenge fällt (-), BIP bleibt (0) - 1860 (10+11+12) + (Teil von 15 (60))
    18. Unternehmen zahlen die Mehrwertsteuer: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0) - 190 (c.)
    19. Mit der erhaltenen Mehrwertsteuer tilgt der Staat Schulden: Geldmenge fällt (0), BIP (bleibt) - 190 (c.)
    23. Der erhaltene Gewinn wird gespart: Geldmenge bleibt (0), BIP bleibt (0) - 660 (14 + 13 (360) - 11)

    Nun gehe ich für obige Positionen die Bewegungen bezüglich dem BIP durch:


    1 - 0
    5 - 0
    6 - +1400
    7 - +400
    8 - +190
    10 - -400
    11 - -60
    12 - -1340
    24 - 0
    2 - 0
    14 - -190
    2 - 0
    14 - -360
    3 - 0
    13 - -360
    15 - +720
    17 - 0
    18 - 0
    19 - 0
    23 - 0
    ______
    Saldo BIP am Ende des Jahres = 0

    Jetzt folgen für obige Positionen die Bewegung bezüglich der Geldmenge:


    1 - +1860 (Verschuldung Unternehmen)
    5 - 0
    6 - 0
    7 - 0
    8 - 0
    10 -0
    11 - 0
    12 - 0
    24 - 0 (Guthaben 60 Privat durch gesparte Löhne)
    2 - +190 (Verschuldung Staat)
    14 - 0
    2 - +360 (Verschuldung Staat)
    14 - 0
    3 - +360 (Verschuldung Privat)
    13 - 0
    15 - 0
    17 - -1860 (Entschuldung Unternehmen)
    18 - 0
    19 - -190 (Entschuldung Staat)
    23 - 0 (Gewinn 660 Unternehmen, durch Verschuldung von Staat und Privat)
    _________
    Saldo Geldmenge am Ende des Jahres = +720


    Verschuldung Staat 360, Verschuldung Privat 300 (360-60), Guthaben Unternehmen +660

    Geht man davon aus, das private Gläubiger und Schuldner verschiedene Personen sind, so hat sich die Geldmenge im obigen Beispiel um 720 erhöht. Da das produzierte bzw. geleistet BIP vollständig verkonsumiert bezw. in dieses investiert wurde, beläuft sich dessen Saldo am Ende des Jahres auf 0.


    Obige Ausführungen stellen bei weitem nicht den gesamten Wirtschaftskreislauf dar. Es fehlen die Exporte, Importe, Tranfer von Gewinn zu Privat, Konsum durch Gewinn, Verteilung der Steuern und deren genaue Verwendung, etc.. Dennoch hoffe ich ein wenig Klarheit über den Zusammenhang von BIP und Geldmenge habe geben können.

    Brigitte

    

    gesamter Thread:

  • Debitismus - die Gegenargumentation: wo? - Abronsius, 17.08.2013, 10:11

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