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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    25 T€ Strafe - Verkauf von Nüssen am Straßenrand

    verfasst von modesto E-Mail, 15.03.2012, 09:54
    (editiert von modesto, 15.03.2012, 10:02)

    Guten Morgen an Alle,

    ein kurzer Zwischenbericht aus dem Leben - Italiens Süden und die Geißel Gottes - Monti.

    Herr Monti macht Kasse und geht über Leichen, unverhältnismäßige Strafen werden zur Zeit verteilt und stürzen die Menschen von heute auf morgen in den Ruin, ohne eine Möglichkeit, sich jemals wieder aufzurappeln.

    Wie immer trifft es die Kleinen.

    Monti hat eine Truppe von Finanzbeamten aus Rom ausgesandt, in diversen Regionen zu kontrollieren und vor allem zu kassieren.
    Deren Vorgehen erinnert an alte Zeiten in Deutschland..

    Zwei Beispiele aus den letzten Tagen und aus der Gegend hier unten:

    Ein alter Mann, Minirentner mit einer Pension unter 600 Euro, hat am Straßenrand Nüsse aus seinem Garten ohne Lizenz verkauft.
    Da diese inzwischen Tausende kostet und einen mehrmonatigen Lehrgang mit viel Schriftkram erfordert, schaffen es die wenigsten, sich noch eine ambulante Lizenz zuzulegen.

    Der Mann wurde bei einer der sogenannten "Teppichkontrollen" erwischt, wie er gerade ein halbes Kilo Nüsse für 2 Euro verkaufte, ohne einen Kassebon auszustellen.

    Man stellte ihn vor die Wahl: Entweder am gleichen Tag 8.000 Euro Strafe zahlen oder nach erfolgter Anzeige und der ganzen Prozedur 25.000 € Strafe zahlen.


    Ein anderer Mann hat seine beschädigte Gartenmauer erneuert, da hier besonders viel gestohlen wird mit wachsender Krise.
    Er verwendete dafür Tufostein, es handelte sich um eine Länge von 3 Metern.

    Die Baupolizei lud ihn vor. Das neue Gesetz besagt, dass Mauern nur noch aus
    Bruchsteinen errichtet werden dürfen.
    Er erhielt eine Strafe von 9.000 € und muss nun die gesamte Mauer mit Bruchsteinen verkleiden, da der Bestandschutz durch die Maßnahme weggefallen ist. Geschätzte Kosten 26.000 € - die der Bauer nicht hat.

    Solche Aktionen werden übringens innerhalb weniger Tage zu einem Ende gebracht. Man wartet zwar Jahre auf Strom, aber beim Kassieren und Bestrafen legen die italienischen Ordnungskräfte ein Tempo vor - unglaublich.


    Beide Personen sind am Ende, finanziell und mental.
    Es werden ihre Bauernhäuschen beschlagnahmt werden, da keiner zahlen kann. Mit viel Glück können sie mit einer geschätzten Wartezeit von 10 Jahren in die "casapopulare" - Sozialwohnungen der Komune - einziehen. Oder eben auch nicht.

    So geht das hier jeden Tag, es sind nur 2 aktuelle Beispiele, die uns gestern abend zugetragen wurden, da man auch unseren Besitz vor einigen Tagen komplett beschlagnahmt hat wegen geringfügiger Abweichung vom genehmigten Bauplan. Das war dem von der Kommune selbst eingesetzten Bauleiter nicht aufgefallen, da wir ihn seit Monaten nicht mehr auf dem Bau gesehen haben. Er hat nur im Voraus sein Geld bekommen und ward nimmer mehr gesehen..

    Nun haben wir 2 Wohnmobile bestellt und sind gezwungen, unser Haus zu betrachten, aber nicht zu betreten. Durch die Abweichungen ist die Baugenehmigung verfallen.
    Ein Prozess, der entscheiden wird, ob wir Zigtausende Strafe zahlen und/ oder das Ganze abreißen müssen, dauert hier in Bella Italia zwischen 10 und 15 Jahren. Man hat uns aber getröstet, dass man auch Glück haben kann und es nur 5 Jahre werden.

    Wir denken heute an den Mann, der für 3 Meter Mauer 9000 € Strafe gezahlt hat - wir haben 400 laufende Meter.

    Wäre ich nicht ein großer Anhänger des Zen - ich bräuchte bestimmt wieder Blutdrucksenker [[freude]] - aber den Gefallen tu ich ihnen nicht!

    Wünsche allen einen fruchtbaren Tag und sende Grüße aus der Montidiktatur

    modesto

    edit wg. Schreibfehler

    ---
    „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“

    Heiliger Augustinus

    

    gesamter Thread:

  • 25 T€ Strafe - Verkauf von Nüssen am Straßenrand - modesto, 15.03.2012, 09:54

Wandere aus, solange es noch geht.


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