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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    froschgrafik: Armutslöhne in Deutschland 2011

    verfasst von frosch, 08.01.2012, 12:12

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    An einem normalen Arbeitsmonat muss man auf einer Vollzeitstelle rund 160 Stunden arbeiten. Bei einem Stundenlohn von 6,00 Euro (Fleischer in Sachsen, Friseurinnen in Schleswig-Holstein) kommt man auf einen Bruttomonatslohn von 960 Euro. Bei einem Stundenlohn von 7,00 Euro (Zeitarbeit Ost) kommt man auf 1.120 Euro brutto.
    Drei Viertel der Betriebe, die solche Elendslöhne zahlen (wollen), sind kleine Krauter. Soviel zu dem angeblich menschlichen Antlitz der kleinen Kapitalisten.

    Was die Gewerkschaften angeht, so fordern sie lautstark seit Jahr und Tag einen gesetzlichen Mindestlohn. Das ist ein Ablenkungsmanöver von ihrem mehrfachen Versagen.
    Zum einen haben Gewerkschaftsgremien all diesen Armutslöhnen zugestimmt. Jeder dieser Hungerlöhne ist tariflich vereinbart und trägt die Unterschrift eines Gewerkschaftsvorstands.
    Zum zweiten ist die gewerkschaftliche Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn ein Ablenken davon, dass die deutschen Gewerkschaften in jeder Lohntarifrunde niedrige Prozenterhöhungen von 2-3 Prozent durchsetzen, die allenfalls für die oberen Lohneinkommen Verbesserungen bringen, aber für die unteren Lohngruppen nicht einmal einen Ausgleich der Inflationsrate. Die oberen Lohngruppen bekommen bei 2-3 Prozent vielleicht 150 Euro mehr, die untersten Lohngruppen nur 40 Euro – und das in Brutto.
    So eine Gewerkschaftspolitik kümmert sich um die besser gestellten Lohnarbeiter und überlässt die „Unteren“ der staatlichen Fürsorge.

    Von staatlicher Fürsorge kann man kaum mehr erwarten als von staatstreuen Gewerkschaften. Niemand sonst kommt auf die Idee, einen Stundenlohn von 6,53 (Sicherheitsdienste in Ostdeutschland) offiziell als „Mindestlohn“ zu vereinbaren.
    Würden die Gewerkschaften - statt nach staatlicher Hilfe zu rufen - in jeder Lohnrunde feste Beträge durchsetzen, zum Beispiel 160 Euro mehr für alle, dann wären das für alle Lohngruppen 1 Euro mehr die Stunde. Davon hätten die untersten Lohngruppen den größten Vorteil, und schon nach zwei, drei Jahren gäbe es keinen Lohngruppe mehr, die unter 9 oder unter 10 Euro verdiente.

    Gruß von frosch

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    井底之蛙

    

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  • froschgrafik: Armutslöhne in Deutschland 2011 - frosch, 08.01.2012, 12:12

Wandere aus, solange es noch geht.


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