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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Wie links war die NSDAP? Wie links ist die NPD?

    verfasst von Phoenix5 E-Mail, 17.09.2009, 10:18
    (editiert von Phoenix5, 17.09.2009, 10:36)

    Da ich vor Kurzem in einem anderen Forum einen Disput mit einem Linksextremen auszutragen hatte, der in seiner ideologischen Verblendung die NPD als neoliberale* Raubtierkapitalisten sah, welche dem Unternehmertum dienen, hier einmal die Fakten.

    * Im linken Spektrum Bezeichnung für "kapitalistisch", was natürlich grundfalsch ist, da der Neoliberalismus an Keynes angelehnt ist, Vorläufer der sozialen Marktwirtschaft ist und das sozialistische Geldmonopol "Zentralbank" befürwortet.




    Zuerst einmal zu den historischen Fakten. Die Begriffe links und rechts leiten sich aus der parlamentarischen Sitzordnung nach der französischen Julirevolution ab. Damals stand links für anti-monarchistisch, liberal (Spektrum leicht linksliberal bis klassisch liberal) und republikanisch. Die Rechte stand für Autoritätsgläubigkeit und Erhaltung des Status quo (Monarchie).
    Langsam erst kristallisierten sich dann jene Charakteristika heraus, die man bis 1945 unter links und rechts verstand. Links stand für sozialistisch/kommunistisch-starker Staat, antibürgerlich, progressiv, antitraditionell, eher agnostisch/antireligiös, international während rechts für Klassischen Liberalismus-wenig Staat, bürgerlich, konservativ, traditionell, religiös (christliche Werte), nationalistisch stand.

    Wie also ist der Nationalsozialismus in dieses Schema einzuordnen?
    Zuerst zum Sozialismus-der ja bereits im Namen der Ideologie steckt:
    Der Nationalsozialismus vergriff sich zwar nicht am Eigentum der "arischen Rasse", doch die Wirtschaft selbst war führergelenkt, d.h. die Kapitalisten durften zwar ihren Gewinn einstreichen, mussten aber stets im Sinne der Führer-Bedürfnisse produzieren.
    Ein Hitler-Zitat dazu:
    "Es kommt einzig und allein darauf an, dass der Grundgedanke im Wirtschaftsprogramm meiner Partei klar herausgestellt wird, und das ist der Autoritätsgedanke. Ich will die Autorität, ich will die Persönlichkeit, ich will, dass jeder den Besitz, den er sich erworben hat, behalten soll, nach dem Grundsatz: Gemeinnnutz geht vor Eigennutz. Nur soll der Staat die Kontrolle behalten, und jeder Besitzende soll sich als vom Staat Beauftragter fühlen. Er hat die Pflicht, seinen Besitz nicht zum Missbrauch gegen die Interessen seiner Volksgenossen zu verwenden ..." "

    Oder hier auch einige Punkte aus dem Parteienprogramm der NSDAP:


    -Die Industrie unterliegt einer strengen zentralistischen, staatlichen Regulierung.

    -Die Nazis schreiben der Wirtschaft vor, was und wie zu produzieren (siehe Sowjetunion)

    -Loehne und Preise wurden von Hitlers Arbeiterpartei festgelegt.

    -Verstaatlichung bzw. Gewinnbeteiligung an Grossbetrieben

    -Schaffung eines staatlichen Volksbildungswesens



    Zum Verhältnis von Nationalsozialismus und Marxismus lassen wir Hitler selbst sprechen:

    "Ich bin nicht bloß der Überwinder, ich bin auch der Vollstrecker des Marxismus, wenn man das was er wollte und was berechtigt an ihm ist, der jüdisch-talmudischen Dogmatik entkleidet...Ich habe vom Marxismus viel gelernt. Ich gestehe das ohne weiteres ein. Nicht etwa von dieser langweiligen Gesellschaftslehre und materialistischen Geschichtsauffassung.

    Aber von ihren Methoden habe ich gelernt. Nur, ich habe damit ernst gemacht, womit die kleinen Krämer-und Sekretärseelen zaghaft angefangen haben. Der ganze Nationalsozialismus steckt da drin. Sehen sie nur genauer zu. Arbeiterturnvereine, Betriebszellen, Massenaufmärsche, Propagandaschriften eigens für das Verständnis der Maße verfaßt; alle diese neuen Mittel des politischen Kampfes gehen ja im wesentlichen auf die Marxisten zurück. Ich brauche nur das konsequent fortzuführen, was bei den Sozialdemokraten zehnmal gebrochen war, nämlich infolge des Umstandes, daß sie ihr Revolution im Rahmen einer Demokratie verwirklichen wollten. Der Nationalsozialismus ist das, was der Marxismus hätte sein können, wenn er sich aus der absurden, künstlichen Bindung mit einer demokratischen Ordnung losgelöst hätte.
    Übrigens gibt es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen uns und dem Bolschewismus. Vor allem die echte, revolutionäre Gesinnung, die auch in Russland überall dort lebt, wo keine jüdischen Marxisten ihr Wesen treiben. Ich habe diesem Umstand immer Rechnung getragen und Anweisung gegeben, daß man ehemalige Kommunisten sofort in die Partei aufnimmt.


    Und hier was Hitler unter Sozialismus verstand:
    „Die Partei übernimmt die Funktion der bisherigen Gesellschaft, das ist es, was ich ihnen klar machen wollte. Die Partei ist allumfassend. Sie regelt das Dasein in seiner ganzen Breite und Tiefe...Das heißt Sozialismus, aber nicht solche Detailfragen, wie die nach der Möglichkeit des privaten Besitzes von Produktionsmitteln...Mögen sie doch Grund und Boden oder Fabriken besitzen soviel sie wollen. Das entscheidende ist, daß der Staat durch die Partei über sie bestimmt, gleich ob sie Besitzer sind oder Arbeiter. Verstehen Sie, all das bedeutet nichts mehr. Unser Sozialismus greift viel tiefer. Er ändert nicht die äußere Ordnung der Dinge, sondern er ordnet allein das Verhältnis des Menschen zum Staat, zur Volksgemeinschaft.
    Er ordnet es mit Hilfe der einen Partei.“



    Zum Thema Bürgertum: Nichts war den Nazis so sehr verhasst wie das Bürgertum - auch das teilten sie mit den Sozialisten:
    Aus den weiten des www geklaut:
    Als zum Beispiel Richard Breiting, der Chefredakteur der „Leipziger Nachrichten“, ihn im Mai 1931 zu einer Unterredung aufsuchte, begann Hitler das Gespräch mit der Bemerkung:

    „sie sind ein Repräsentant des Bürgertums, das wir bekämpfen“ und versicherte, er sei bestimmt nicht ausgezogen, um das sterbende Bürgertum zu retten. Er werde es im Gegenteil ausschalten und viel eher mit ihm fertig werden als mit dem Marxismus.

    Weitere Zitate von Hitler „Ich bin niemals unter dem Aspekt des Bürgerlichen zu verstehen.“

    Oder: „das Geheimnis des national-sozialistischen Erfolges ist die Erkenntnis vom unwiderruflichen Ende des Bürgertums und seiner bürgerlichen politischen Begriffswelt.“

    Ein letztes Beispiel, nach der Machtergreifung:

    „Die Rolle des Bürgertums ist ausgespielt...Aber auch dieser Kalender Adel, diese degenerierten Abkömmlinge alter Adelsgeschlechter haben nur noch eine Aufgabe, „in Schönheit zu sterben.“ Mit den lächerlichen Mitteln ihrer Clubs und ihrer Cliquen werden diese Herrenklubleute den Ablauf der Geschichte nicht aufzuhalten vermögen.“



    Nun wie konservativ waren die Nazis? Sie waren nicht einmal ansatzweise konservativ. Nacktheit wurde zur Kunst erhoben. Die Sexualität wurde in den Vordergrund gerückt wie später erst wieder in der Hippie-Revolte (dazu gabs mal einen sehr interessanten und objektiven Spiegel-Artikel). Die Monogamie wurde in den elitären SS-Zirkel in Frage gestellt. Die Aufzucht von arischen Kindern in Lebensborn und Co wurde gefördert. Polygamie wurde als nationalsozialistische Ideal in SS-Zirkeln auserkoren. Die Ideenwelt war heidnisch und antichristlich. Die Ideologie nicht reaktionär, sondern progressiv, da, wie ich später zeigen werde, aus dem Sozialismus abgeleitet. Abgesehen davon: Wie konservativ kann eine 33er-Studentenrevolte sein, die später unter dem Banner eines okkulten, indischen Symbols die Gesellschaftsstrukturen aufzubrechen trachtete.

    Wie religiös waren die Nazis? Sie warne gar nicht religiös. Der innere Kern der Ideologie war heidnisch, antijüdisch und antichristlich...in gewisser Hinsicht lebensbejahend (was fast zynisch wirkt in Relation zur Judenvernichtung), das Diesseits verherrlichend. Himmler, der Organisator der Judenvernichtung war gar sehr am Buddhismus interessiert und versuchte durch Expetitionen (Himalaja-Expetition) durch Ausmessung der Schädelstruktur der dortigen Bewohner nachzuweisen, dass diese Ahnen der Arier wären. Er selbst glaubte fest an Widergeburt und war "berührt", wie buddhistische Mönche die ganze Erde umgruben um Regenwürmern das Leben zu retten, bevor sie auf diese Erde ein Kloster bauten. Im Buch "Hitlers Religion" von Michael Hesemann versucht dieser anhand von Indizien und Aussagen nachzuweisen, dass nach der Judenvernichtung und nach dem gewonnen Krieg, die Vernichtung der christlichen Würdenträger bzw. die Vernichtung der christlichen Religion an sich am Plan gestanden hätte

    Wie nationalistisch und rassistisch waren die Nazis?

    Hier wirds interessant. Ich bin zu faul zum Zitate suchen, aber es gibt mehrer Zitate von Hitler, die aussagen, dass man den Nationalismus der Nazis niemals im bürgerlichen Sinne verstehen dürfte, weil man sonst gar nichts verstanden hätte. Im Grunde geht es darum: Während die Linke heute durch multikulturelle Vermischung, Sozialismus, gender-Ideologie, "Anti"faschismus, Antirassismus, Zerstörung der tradionellen Familie (Kindergrippen,etc.) den Einheitsmenschen zu kreieren versucht (ohne Rasse, Klasse und Geschlecht), so haben das damals auch die Nazis versucht...allerdings nicht durch Vermischung, sondern eben durch Reinhaltung der Rasse. Die Ideologie dahinter ist immer die Gleiche: Gleichmachung und Uniformierung.
    Wenig bekannt ist dabei, dass die "Judenfrage" damals ganz besonders in sozialistischen (roten) Zirkeln diskutiert wurde, da man den Juden schon damals als Fleisch gewordenen Kapitalisten identifizierte (genetisch bedingt - Darwin bekam im Sozialismus damals einen großen Stellenwert). Die Diskussion reichten damals von Enteignung der Juden um mit ihnen den Sozialismus zu verwirklichen oder Verwirklichung der Sozialismus und die Juden würden sich schon automatisch assimilieren bis hin zur Aussiedelung der Juden (alles VOR dem NS!). Die Nazis wählten zuerst die letzte Variante, als das nicht klappte (keiner in der internationalen Staatengemeinschaft wollte eine so große Masse an Menschen aufnehmen und sogar die Zionisten selbst packelten lieber mit den Nazis um mit deren Hilfe ihren Staat Israel zu bekommen. Empfehlenswert: "Zionismus und Faschismus" von Lenni Brenner), organisierte man den Holocaust. Um es ganz klar zu sagen: Der Antisemitismus der Nazis leitete sich aus dem sozialistischen Spektrum ab. Äußerst empfehlenswert ist in Zusammenhang mit all dem hier Geschriebenen das Buch "Roter, brauner und grüner Sozialismus" von Josef Schüßlburner.
    Und was den Nationalismus betrifft. Es gab keinen Nationalismus im bürgerlichen Sinne, sondern einen rassisch definierten Nationalismus, dem die Grenzen des Landes vollkommen wurscht waren. Während der Sozialismus/Kommunismus die Weltrevolution anstrebte um den Einheitsmenschen zu schaffen, sah der Nationalsozialismus den arischen Einheitsmenschen die gesamte Erde kolonisieren und alles Andersartige auszumerzen (wie man auch im Sozialismus alle Feinde (kranke Zellen) des Sozialismus ausmerzt um den sozialistischen Volkskörper gesund zu erhalten).

    Soviel zum Nationalsozialismus, der mit "rechtsradikal" ungefähr soviel zu tun hat wie Marx mit freien Märkten. Der Nationalsozialismus war ganz klar links!

    Nun noch kurz nur Nachfolgepartei der NSDAP, der NPD. Ebenso wie die NSDAP ist auch die NPD im linken Spektrum anzufinden...wie auch die Vergleiche mit linken Parteien anhand des Wahl-o-Mat widerspiegeln:

    Vergleich NPD und "Die Linke"

    Von 38 Thesen gibt es 20 Übereinstimmungen
    Zählt man die Neutralen dazu (=keine grundsätzliche Diskripanz) gibt es von 38 Thesen 26 Übereinstimmungen. Nimmt man bloß die wirtschaftlichen Themen heraus (freie Märkte-Staatseingriff, Subventionen oder freies Spiel der Kräfte), gibt es von 15 Thesen 12(!) Übereinstimmungen, wobei die 3 Nicht-Übereinstimmungen sich auf folgende Bereiche beschränken:

    Arbeitslosengeld massiv aufstocken:
    Linke dafür, NPD neutral (Was seltsam oder undurchdacht ist: Ist doch das größte Stammwählerpotential unter den Hartz4-Leuten zu finden)

    Soll es Betreuungsgeld geben für Leute die ihre Kinder nicht vom Staat züchten lassen wollen:
    Linke dagenen (wen wunderts), NPD dafür (hier sind die NPD eindeutig weiter nach rechts gerückt, im Gegensatz zur NSDAP)
    Soll das Rentengeld gekürzt werden, wenn die Löhne sinken:
    Linke dagegen, NPD neutral.

    Daher, zählt man die neutralen hinzu (=keine grundsätzliche Diskripanz), gibt es im wirtschaftlichen Bereich zwischen NPD und "Die Linke" von 15 Thesen 14(!) Übereinstimmungen.



    Soviel zum Thema "Wie links sind NSDAP/NPD". Ich würde sagen, es sind Linksextreme - braune Linksextreme. Ob hier das internationale Judentum oder da das internationale Kapital. Hier die Rasse oder dort die Klasse. Es ist ein und dasselbe Programm.

    mfG
    Phoenix5


    PS: Da ich vom Nachtdienst komme und mich schon aufs Bett freue, wurde der Text in Windeseile geschrieben. Ich hoffe er ist halbwegs fehlerfrei und qualitativ annehmbar.

    ---
    Leseprobe - Ein Buch für Keinen
    Was ist Geld?

    

    gesamter Thread:

  • Wie links war die NSDAP? Wie links ist die NPD? - Phoenix5, 17.09.2009, 10:18

Wandere aus, solange es noch geht.


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