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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Verachtung der Welt

    verfasst von Ostfriese, 04.01.2019, 20:52

    Hallo mabraton,

    die Quantenrevolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwang die Physik, den Beobachter zu respektieren und ihn in die Experimente mit deren Deutungen einzubeziehen. Die Wirklichkeit sollte völlig anders interpretiert werden – weg vom Materiellen und vom Determinismus, also: viel offener. Analog zur Schrödinger-Gleichung, die sich in Silvia Arroyo Camejos Worten genauso wenig,

    "wie die elementaren Gleichungen der klassischen Newton’schen Mechanik, nicht aus irgendetwas dahinter Liegendem physikalisch herleiten lässt, denn diese selbst ist ja die fundamentale Grundgleichung der Quantenmechanik. Woher haben wir diese Gleichung? Nirgendwoher. Es ist unmöglich, sie aus irgendwas Bekanntem herzuleiten."

    oder in R. Feynmans Worten:

    "… Sie ist Schrödingers Kopf entsprungen."

    ist der Begriff des 'Potenzialität' in den neueren Betrachtungsweisen von zentraler Bedeutung. In der klassischen Vorstellung wurde das Lebendige vom Materiellen und Dinglichen gedacht und aufgebaut – von den Gesetzen der Physik, Chemie und Biologie. Das Prozesshafte, die Relationen, das Kreative, das sich dauernd Verändernde ist aber viel wichtiger als das Stationäre, das sich nicht ändert. "Leben ist viel fundamentaler als Materie."

    Die moderne Physik zeigt, dass es keinen Plan gibt, der ein Ziel vorträgt, auf das wir ausgerichtet sind. Es gibt keine transzendente Größe, die man mit der Kraft des Göttlichen verbindet, denn die Kraft hat eine Richtung. Die Transzendenz besteht darin, dass sie die Möglichkeit der konkreten Gestaltung in jedem Moment zulässt – sie ist offen.

    Die moderne Physik zeigt, dass es gar kein unabhängiges Miteinander gibt, sondern dass alles von Anfang an miteinander verknüpft ist. Es liegt kein spezielles Ziel vor – das Leben spielt sich nur in einem gewissen Kontext ab.
    Die moderne Physik sagt, dass die Grundlage der Physik eben nicht die Materie ist – also Wirklichkeit ist nicht Realität –, sondern dass im Hintergrund etwas ist: Potenzialität = Möglichkeit – sich in jedem Augenblick realisieren zu können. Auch der Begriff 'Potenzialität' lässt sich letztendlich – wie die Schrödinger-Gleichung – nicht herleiten.

    Im Gegensatz zu einem konkreten Gedanken, an dem wir im Gehirn herumdoktern, beginnt alles mit einer Ahnung im Kopf. Ahnung ist eine ganzheitliche Gestalt und lässt vieles offen – bis wir rufen: Heureka! Wir sehen die Materie als etwas Wesentliches an. Sie beteiligt sich aber nicht mehr an der Evolution, die sie nur als Gerüst trägt. Die Pyramiden sind toter Geist – das Wissen um ihre Konstruktionen und ihre Deutungen ist heute weitgehend verloren gegangen.

    Aus der belegbaren quantenmechanischer Sicht existiert Materie überhaupt nicht – sie ist sklerotischer und toter Geist.

    Das Leben ist offen, es ist keine Entfaltung, sondern eine Neuschöpfung in jedem Augenblick. Das Wort 'Evolution' ist eigentlich auch falsch – es gehört einer vergangenen Art des Denkens an.

    Genauso
    >
    > Wir müssen neue geistige Gewohnheiten entwickeln.
    >
    ist es. Ich denke, dass das bisherige philosophische Wirklichkeitsverständnis durch die Quantenmechanik herausgefordert wird und revidiert werden muss. Die angelsächsisch geprägte Wissenschaftsphilosophie wird wohl sehr getragen von Philosophen und Philosophinnen mit einem sehr guten naturwissenschaftlichen Wissen.
    >
    > Es gibt eine ganze
    > Reihe von Methoden den Geist zu zähmen, aber eine der kraftvollsten ist
    > die Meditation der Geistesruhe (tib.: Shine).
    >
    @Ashitaka: "Meditation hilft niemandem. Wir müssen die Erfahrungen im alltäglichen Leben machen, in uns selbst aufwachen, statt die Welt als gegeben zu verachten und uns vor ihr durch Meditation zu verschließen. Wir sind nie woanders gewesen, ob bei einem Spaziergang durch die Stadt, ob beim Diskutieren im Gelben Forum oder der innigsten Unterhaltung mit lieb gewonnenen Menschen."
    >
    > Man sollte sich bemühen sehr
    > viel Geistesruhe zu praktizieren, denn es ist das beste Werkzeug um den
    > Geist zu befrieden.
    >
    Warum muss der Geist befriedet werden? Befriedete Geister nehmen nicht an der Evolution teil – sie sind Langweiler. Wir sollten die Menschen wichtig nehmen, denen in jedem Augenblick etwas Neues einfällt.

    Gruß – Ostfriese

    

    gesamter Thread:

  • Wie kommt die Weisheit der Welt in unser Denken? - Falkenauge, 04.01.2019, 09:29

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