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    Kostenlos Lebensmittel. Geschäftmodell? Sinnvoll? (Zum Verweis von Literaturhinweis)

    verfasst von Ankawor E-Mail, Pirmasens, 12.04.2017, 19:40

    Literaturhinweis hatte zu einem anderen Thema
    ( http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=432721 )
    einen alten Verweis von mir hervorgekramt (Vielen Dank,
    ich hatte das schon vergessen):

    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=285909

    Wer sich den Film nicht angucken will, ganz kurz der Inhalt:

    Der oder die Initiatoren bauen Gemüse an und verschenken es.
    Jeder kann sich was holen, es gibt keine Fragen.

    Die Gewächshäuser werden mithilfe von Spenden errichtet
    (Sachspenden?)

    Die Arbeit wird von freiwilligen Helfern durchgeführt.
    Ca. 500 haben bereits teilgenommen, und viele sind dadurch
    Freunde geworden, Wohlfühlaspekt. Die freiwilligen Helfer sind nicht
    notwendigerweise diejenigen, die sich die Nahrungsmittel
    kostenlos abholen.


    Soweit der Film.

    Ich kenne einen, der Interesse hätte, sowas aufzuziehen
    und seinen Hitech-Job an den Nagel zu hängen. (Ich kenne sogar
    noch mehr, die aus der Tretmühle rausmöchten, aber nicht wissen wie.)

    Ich habe ihm den Film gezeigt und es ergaben sich entscheidende
    Fragen, die ich nicht beantworten kann.

    1. Welches Geschäftsmodell ist das? Die freiwilligen Helfer kommen
    ein paar Stunden oder ein Wochenende, um was Gutes zu tun, aber was
    ist mit den Initiatoren oder Geschäftsführern. Die können nicht auf
    Dauer ihre Arbeitszeit spenden, vermuten wir. Und die Organisation
    dürfte Vollzeiteinsatz bedeuten. Wie finanzieren die Initiatoren
    ihren Lebensunterhalt bei solchen Projekten?

    2. Welche Auswirkungen hat sowas auf die lokalen Anbauer? Würde ich
    meinem Bekannten Flächen zur Verfügung stellen, wo er so ein Projekt
    aufziehen kann, könnte ich mich beim lokalen Gärtner um die Ecke
    beim Grillen und Biertrinken nicht mehr blicken lassen. Er hätte
    erhebliche Einbußen. Ähnliches ist ja aus Afrika zu hören, wo Kleiderspenden
    oder das Entsorgen von Hähnchenkeulen aus Europa viele kleine Händler
    zum Aufgeben zwingt.

    3. Welche Auswirkungen hat sowas auf die Empfänger der kostenlosen
    Lebensmittel? Lebenserfahrung zeigt, dass kostenlose Sachen nicht wertgeschätzt
    werden. Bestimmte Personengruppen werden durch kostenlose Versorgung
    ihrer letzten verbliebenen Initiativkräfte beraubt.

    4. Wo ist sowas überhaupt sinnvoll? Hier auf dem Dorf gibt es noch eine
    Menge (nur ältere) Leute, die sich teilweise selbst mit Gemüse versorgen.
    Ist das nur ein Großstadtkonzept?


    Die im Film vorgestellte Organisation gibt auf diese Fragen keine Antworten.
    Es sind einige Jahre vergangen und auf deren Website ist zu sehen,
    dass sie sich zu einer riesigen Organisation entwickelt haben, die auch
    auf zahlreichen anderen Gebieten wohltätig ist.

    ---
    Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen. ~ Michael Klonovsky

    

    gesamter Thread:

  • Kostenlos Lebensmittel. Geschäftmodell? Sinnvoll? (Zum Verweis von Literaturhinweis) - Ankawor, 12.04.2017, 19:40

Wandere aus, solange es noch geht.


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