ob es so kommt ? - zu Gold

Dieter, Montag, 28.09.2026, 10:06 vor 12 Tagen 4999 Views

siehe ganz unten beim Posting:
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=687165

Gruß Dieter

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

Hat man das nicht bereits 1980 getan?

SevenSamurai @, Montag, 28.09.2026, 14:26 vor 12 Tagen @ Dieter 3373 Views

Hat man das nicht bereits 1980 getan? Durch Zinserhöhungen?

Den Höhenflug von Gold nachhaltig für die nächsten 35 Jahre beendet?

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"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Die 10jährigen

Dieter, Montag, 28.09.2026, 21:18 vor 11 Tagen @ SevenSamurai 3020 Views

Hallo SevenSamurai,
ja, die 10jährigen Staatsanleihen der VSA haben vor 4 Tagen ein neues langjähriges Hoch markiert und damit die alten Hochs überboten, so wie es die deutschen Staatsanleihen schon länger (seit April) vollzogen haben.
Es geht aufwärts ! (nicht mit der Wirtschaft, aber mit den Zinsen)

Gruß Dieter

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

derzeit in der iii´´ von iii´ von v von 5, danach Beginn der Deflation ?

Dieter, Dienstag, 29.09.2026, 19:06 vor 11 Tagen @ stokk' 2070 Views

also Ende des Zinsanstiegs in 2027/28 ?

Gruß Dieter

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

La vie en rouge: 5% in Sichtweite

stokk', Donnerstag, 01.10.2026, 10:04 vor 9 Tagen @ stokk' 1362 Views

bearbeitet von stokk', Donnerstag, 01.10.2026, 11:00

OAT-10y yields, gapping up:
https://tradingeconomics.com/france/government-bond-yield

CAC-40, gapping down:
https://tradingeconomics.com/france/stock-market

Zum Dollar hin:
https://tradingeconomics.com/euro-area/currency


----------------------------------------------------------------
Wirtschafts- und Finanzkrise vor der Französischen Revolution 1789
Faktoren, die zum Staatsbankrott am Vorabend der Revolution führten

[...]
Bereits 1715 betrug die Gesamtverschuldung 2.936 Mio. l.t. - alleine schon der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg kostete Frankreich 1776 ca. 2.000 Mio. l.t., die dazu addiert werden mussten.
[...]

https://www.grin.com/document/174748

Wirtschafts- und Finanzkrise vor ...

Ostfriese @, Donnerstag, 01.10.2026, 20:15 vor 9 Tagen @ stokk' 1392 Views

Hallo stokk'

... der Französischen Revolution 1789
Faktoren, die zum Staatsbankrott am Vorabend der Revolution führten

Ich möchte mich auf Niall Ferguson und seinen Aussage über die unterschiedlichen wirtschaftlichen und finanziellen Kulturen der damaligen Vereinigten Provinzen der Niederlande, der britischen und der französischen Staatsfinanzierung beziehen, um den Weg in die Französische Revolution zu verstehen.

Die Vereinigten Provinzen der Niederlande finanzierten ihren Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien durch die Entwicklung neuer Anlageprodukte und Wertpapiere, die am Markt in Amsterdam gehandelt und die vor allem von Rentiers gekauft wurden. Nach 1688 gelangten diese Neuerungen nach London. Auf der Grundlage und der Fortentwicklung des Doomsday Book ('Buch des jüngsten Tages') von 1086 unterschied sich das britische Steuersystem schon wesentlich von dem der kontinental-europäischen Monarchien.

König Wilhelm der Eroberer ließ darin ab 1086 systematisch allen Besitz der englischen Krone und die ihr zustehenden Abgaben aus dem Besitz ihrer Untertanen festhalten. Dazu wurde erfasst, wie viel jedes Grundstück des Landes seinem Eigentümer jährlich einbrachte sowie die Ressourcen an Land, Arbeitskräften und Vieh, aus denen sich sein besteuerbarer Wert ableitete. Es ist die Grundlage des angloamerikanischen Kapitalismus des über den Kredit ermöglichenden - nicht mehr an eine vorhandene Sache (Baumwolle, Roggen, Öl, Rohstoffe, Gold, Silber, Roggen usw.) gekoppelten - Zugang zum Geld.

[image]

https://de.wikipedia.org/wiki/Domesday_Book Domesday Book, Warwickshire

Dazu die Quelle am Beispiel Wiltshire

https://www.zdf.de/play/dokus/terra-x-grosse-mythen-aufgedeckt-100/grosse-mythen-aufged... Das Rätsel von König Artus 44 Min. / 12.12.2021 von 27:00 bis 29:00 /

Es gilt als das älteste Grundbuch (Basis jeder kapitalistischen Entwicklung) im 2. Jahrtausend n. Chr.: Darin aufgelistet ist alles, was zum Anglo-Normannischen Reich gehört hat. Auf knapp 900 Seiten stehen Namen und Besitztümer aus über 13000 Ortschaften? Hanging? Wiltshire? notieren Williams Abgesandten z. B. 20 Dorfbewohner, 17 Kleinbauern, 17,5 Landeinheiten, 9 Diener, 6 Schweineherden zu 60 Schweinen, 1 Mühle, Wald und einen Falkenhorst. Der gesamte Besitz geht auf den König über, ein Viertel vermacht er der Kirche, ein Fünftel behält er selbst. Über die Hälfte geht an normannische Barone, dem angelsächsischen Adel bleiben gerade einmal 3%. Dass die Besitzverhältnisse zugunsten der Normannen geregelt werden, ist nicht nur ein politischer Schachzug des Eroberers, sondern macht ihn auch zum reichen Mann, und nicht nur das. Er macht damit auch den Weg frei für eine zentralisierten Staat, denn alle Angaben, die im Doomsday Book stehen, erklärt er für rechtlich endgültig. "Die Vergabe von Ämtern und Ländereien ist auch Artus' Schlüssel zur Machterhaltung", wie Jeffrey schreibt.

Die Ausgaben der Krone standen unter der Kontrolle des Parlaments, weil die königlichen Ländereien weitgehend verkauft waren. Es bildete sich ein professioneller Staatsdienst mit bezahlten Beamten. Die Gründung der Consolidated Fund - daher consols für die neuen standardisierten britischen Staatsanleihen - half Staatsbankrotte - wie den Stop the Exchequer von 1672 - zu vermeiden. Das Parlament versuchte durch die Einführung des Goldstandards im Jahre 1717 eine zukünftige Wertminderung des Münzgeldes zu verhindern. In London existierte ein Rentenmarkt, auf dem vor allem die liquiden und damit leicht verkäuflichen consols gehandelt wurden - auch für Ausländer.

Dagegen gab es in Frankreich regelmäßig wiederkehrende Zahlungseinstellungen - Repudiationen der Staatsschulden. Zur Erlangung von Staatseinnahmen wurden Ämter verkauft. Die Staatshaushalte waren vorwiegend undurchschaubar. Die Generalstände - eine 1302 eingerichtete Versammlung der drei Stände Klerus, Adel und Dritter Stand - tagten sehr unregelmäßig. Da in Paris kein professioneller Rentenmarkt etabliert war, wurde Geld für den Staat mittels großzügiger Bedingungen durch rentes und tontines mühselig besorgt. Jacques Necker niederschmetternde Aussage: "La dette de l'Etat, déjà immense à mon avancement au trône, s'est encore accrue sous mon règne ... " führte dann geradewegs zur Französischen Revolution.

Gruß - Ostfriese

PS

https://tontinecoffeehouse.com/2023/01/16/revolution-rentes/ rentes

https://de.wikipedia.org/wiki/Tontine Tontine

Danke! Die Kleinen üben schon mal

stokk', Freitag, 02.10.2026, 14:18 vor 8 Tagen @ Ostfriese 1161 Views

bearbeitet von stokk', Freitag, 02.10.2026, 14:41

[...] landesweite Proteste [...]

Auch Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte erlitten Verletzungen bei Polizeieinsätzen. Nach der schweren Verletzung eines Jugendlichen in Saint-Ouen-l’Aumône wurden Untersuchungen eingeleitet.

Geffray nannte am Freitag 170 verletzte Schüler und 65 verletzte Beschäftigte seit Beginn der Bewegung, darunter 40 Schulleiter.
Mehr als hundert Schulen hätten schwere Beschädigungen erlitten. Viele geschlossene Einrichtungen sollen vorerst Fernunterricht anbieten.

https://www.berliner-zeitung.de/article/schulproteste-eskalieren-in-frankreich-bildungs...

[image]

Machtbasierter DEBITISMUS pur: Jetzt beginnt die Bevölkerung von ihrer Herrschafts-Clique …

Ostfriese @, Samstag, 03.10.2026, 08:15 vor 7 Tagen @ stokk' 1394 Views

Hallo stokk'

Dazu

[...] landesweite Proteste [...]

Auch Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte erlitten Verletzungen bei Polizeieinsätzen. Nach der schweren Verletzung eines Jugendlichen in Saint-Ouen-l’Aumône wurden Untersuchungen eingeleitet.

Geffray nannte am Freitag 170 verletzte Schüler und 65 verletzte Beschäftigte seit Beginn der Bewegung, darunter 40 Schulleiter.
Mehr als hundert Schulen hätten schwere Beschädigungen erlitten. Viele geschlossene Einrichtungen sollen vorerst Fernunterricht anbieten.

https://www.berliner-zeitung.de/article/schulproteste-eskalieren-in-frankreich-bildungs...

dottore abseits aller, sich in den Medien darstellenden konkreten Ereignisse (brennende Barrikaden, Prügelleien, Pöbeleien aller Art, usw. usf.), um die wahren Hintergründe des Geschehens - schließlich geht es um die Vollendung seines bekannten historischen Ablaufs über Feudalismus → Demokratie → oligarchische Plutokratie (maßlose Einkommens- und Vermögensungleichheiten) → Ochlokratie (Umsturzphase) zur Tyrannis (Willkürherrschaft) - zu dissimulieren, in

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=340826 Re: Die Phänomene "Zwang" und "Fremdzwang" verfasst von dottore, 08.12.2005, 14:30

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

→ Hi moneymind,

Dank für Dein Posting; es hilft zur Klärung der Positionen.

Vorweg: Den Ausdruck Zwang hatte ich immer als Fremd-Zwang, insonderheit Abgaben-Zwang (wobei die Abgaben an außerhalb der ursprünglichen Gesellschaft zu leisten sind) verstanden und gedeutet (dies auch des Öfteren klargestellt). Es geht also nicht eigentlich darum, den Zwang zu erklären, sondern die Fremden. Und es geht darum, womit gezwungen wird.

Familien und Stämme sind in der Regel untereinander nicht fremd, so dass dort stattfindende arbeitsteilige Produktionen nicht erzwungen sind. Der Vater fordert also die Mutter nicht mit der Waffe in der Hand auf, zu kochen. Wir hören nichts von Mütter-Aufständen und selbst in Stammesgesellschaften sind Aufstände der Stammesmitglieder gegen ihren Häuptling kaum anzutreffen.

Das ist bei Fremd-Herrschern, die sich nicht-familiäres oder Nicht-Stammes-Personal einfangen und in alle möglichen Formen der Abhängigkeit zwingen, anders. An die daraus resultierenden zahlreichen Sklavenrevolten und Abhängigen-Revolten unterjochter Untertanen sei erinnert.

Was sehr wohl auftritt, sind Herrscher-Wechsel, die von Familienmitgliedern (also innerhalb derselben, gleichrangigen kinship) durchgezogen werden, wie in oikos-Ökonomien (besonders ausgeprägt: Tyrannis mit Brudermord etc.) und überhaupt sehr vielen Herrschaftsformen, die sich daraus entwickelt haben (man denke an die griechischen Dramen, die solche Vorgänge schildern oder die zahlreichen späteren Erbfolgekriege).

Häuptlings-Wechsel kommen durchaus vor, z.B. wurden keltische Anführer ausgewechselt, schon wenn sie bloß verwundet waren. Dieses Phänomen der Abdankung (1918; selbst der Liechtensteiner stand jüngst kurz davor) ist bis in die Gegenwart bekannt, modern auch Rücktritt (nach etwelchen Skandalen usw.) genannt. Wir kennen solche Phänomene auch in aktuellen, die Bevölkerung re-präsentierenden (die Präsenz des Volkes fehlt) Demokratien (Niedersachsen-MP Glogowksi [1]) oder auch erzwungene, wie bei Nixon.

Selbst bei scheinbar homogenen Gebilden (Staatsvolk mit vermeintlich freien und gleichen Bürgern) versucht die herrschende Kaste (politische Parteien) an frühere Gesellschaftsformen zu appellieren, um wieder den schönen alten Gemeinsinn herzustellen, man spricht schließlich nicht umsonst von einer Entfremdung oder gar Kluft zwischen Politik (herrschende Kaste) und Bevölkerung, die es wieder zu überwinden gilt.

Das Ganze hat auch mit den jeweiligen Größenordnungen zu tun, wobei mit wachsender Größe automatisch Hierarchien entstehen, sich also diese Dehnung der ursprünglichen kleinen kinship immer deutlicher abzeichnet und darob die Appelle immer lauter anschwellen (DU bist Deutschland, Fragt nicht, was Euer Land für euch tun kann, sondern, was ihr für euer Land tun könnt, usw.), wobei auch noch Reziprozitäten vorgetäuscht werden (Schau mal, was ich, dein lieber Staat alles für dich tue und: Deshalb ist es doch okay, dass wir wieder mal die Steuern erhöhen).

Tatsächlich haben wir, was auch die Geschichte schon in der Antike zeigt, zunächst Fremd-Abgaben (@Popeye hatte schon auf die Sklaven verwiesen, der attische Staatshaushalt bestand zu 50 % aus Fremd-Abgaben), die vom und an den attischen Seebund unter Leitung Athens zu leisten waren (Rom, die kinship der ursprünglichen cives Romani, lebte von ausgeplünderten Provinzen, deren Einwohner Fremde waren, vgl. u.a. Demandt dazu, usw.).

Sobald diese aus Fremd-Zwang resultierenden Güter und Leistungen internalisiert werden (müssen, da keine Expansionen mehr möglich oder finanzierbar sind), zerreißt das die ursprüngliche Gesamt-kinship, die sich nunmehr aufteilt in Eigen-Herrscher und Eigen-Beherrschte, sich also in sich verfremdet.

Dadurch entsteht dann der internalisierte Zwang. Der lässt sich ebenso wenig aufrecht erhalten wie der bisherige externalisierte, bei dem eben tribut-pflichtige Gebiete abfallen oder abgefallen waren, eigene Staaten gründeten (vgl. USA, und den Rest der ursprünglichen Kolonialbestände), usw.

… (politische Klasse) abzufallen, die Politikverdrossenheit wächst, in Wahlen geht es immer mehr im Zick-Zack-Kurs (von einem Extrem ins andere, siehe als Beispiel Frankreich, Italien, Spanien). Dies umso stärker, je weniger mit Prolongationen (also vertagten Intern-Steuererhebungen) gearbeitet werden kann.

Man stelle sich nur vor, Japan oder die USA würden ihre Budgets ausgleichen. In Japan wären die mit diesem Trick noch operierenden Koizumis schlagartig weggefegt, was in den USA käme sei der Phantasie überlassen. In der Euro-Zone würde ein durchgehendes Einhalten der Maastricht-Kriterien (egal, ob auf der Einnahmen- oder Ausgabenseite operierend) die jeweils Regierenden in größte Nöte bringen. Die Bevölkerung würde solchen Kurs bei den nächstbesten Wahlen abstrafen.

dottore erklärt die Eigentumsentstehung als erzwungene Macht-Zession so:
"Da der Zwang der menschlichen Natur zuwider läuft, kann er sich ökonomisch (Waffen-, Geld-, Abgabenmonopole sind ökonomische Größen, da sie ökonomische Auswirkungen haben) nur halten, solange er in Teilen zediert werden kann, woraufhin dann Sub-Zwingherrn erscheinen, die als Grundherrn, Grundeigentümer, Kapitalisten, "Reiche" usw. breite Angriffsflächen bieten. Lassen sich keine neuen Zwingherren mehr finden oder konstruieren, die ihren Zwang mit Hilfe der Staatsmacht ausüben (siehe heute die "zivilisierte" Form der Besicherung und Exekution von Eigentum und Verträgen durch die Staatsmacht usw.), schlendert die gesamte Veranstaltung ihrem Ende entgegen." (238987) [2]
Dies ist eine logische Argumentation, keine historische.

Durchaus historisch abgeleitet, man denke an die Kette der Macht-Zessionen, die sich von William anfangend durch die englische Geschichte zieht, bis der Herrscher (Cromwell nicht vergessen) schließlich den ganzen Staat und damit auch die Besteuerungsmöglichkeiten zedierte - die berühmte Trennung von Krone und Staat zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Über die schottischen Steuern verfügte nicht mehr die Krone, sondern das Parlament.

Die noch amtierenden Könige haben keinerlei Abgabenerhebungsbefugnisse mehr, sie müssen sich mit ihren Zivillisten begnügen, die - welch Treppenwitz! - inzwischen obendrein der allgemeinen Besteuerung unterliegen. Solche Machtzessionen zum Machterhalt sind überall beobachtbar (wobei die Macht schließlich nur noch Titular-Charakter hat, gelegentlich darf auch noch ins politische Geschäft eingegriffen werden, vgl. Belgien, Holland und sogar aktuell das Vorgehen Köhlers bei der Entlassung von Staatssekretären).

Darauf, dass sich der Prozess der Privilegierungen (auf Byzanz und selbst Bayern mit seinen Freyheiten - klaren Machtzessionen – seit Gründer Otto) aus mehr oder minder tagesaktuellen Gründen war schon hingewiesen worden. Was fehlt, und ebenfalls schon diskutiert worden war: Die Zession der (Abgabenerhebungs-)Macht an die Bevölkerung selbst.

Der ökonomisch wichtigste Ausfluss der Herrschaft und ihr eigentliches Macht-Attribut, eben das Abgabenmonopol, ist bei der politischen Klasse hängen geblieben. Immerhin steht der Zugang zu dieser Klasse weit offen, was erklärt, dass wir es zuweilen mit nachgerade abenteuerlichen Besetzungen oberster Positionen darin zu tun haben und sog. reine Berufspolitiker (der erste in Deutschland war Johannes Rau) zu bestaunen sind, die - da wirtschafts- und markt-unerfahren - die Ansicht pflegen, politisches Handeln sei ex ante allem anderen überlegen und müsse demnach auch maximiert werden (Gesetzesflut).

Sie basiert auf der Prämisse, "Zwang der menschlichen Natur zuwider läuft". Diese Prämisse ist schon innerhalb der Machttheorie selbst widersprüchlich und unhaltbar, da - wie Du, @popeye, ja ganz richtig festgestellt hast, auch stammesgesellschaftliche Reziprozität auf Zwang basiert.

Bitte oben Zwang durch Fremd-Zwang (also außerhalb etwaiger kinship-Relationen [3]) ersetzen. Zur Reziprozität hatte ich bereits geschrieben: Sie setzt eine Erst-Leistung voraus, die erbracht werden kann oder nicht (Gabe usw.), die angenommen werden kann oder nicht und die erwidert werden kann oder nicht. Sie ist (in Maßen) terminfrei.

Sie ist historisch auch nicht durchgängig oder weltweit zu beobachten und ist auf jeden Fall in ihrem Zwangs-Charakter der mit Hilfe von Waffen und Termin operierenden coercive power unterlegen, weshalb sich letztere so gut wie weltflächendeckend durchgesetzt hat (Staaten haben Stämme überwunden, ausgerottet, usw., zu dem Papua-Beispiel von @Holmes sei gern auch das der Herero zugefügt, viele andere kommen dazu, der ganze amerikanische Kontinent, die Sachsenschlächterei Karls des Großen, die Unterwerfung der Tschetschenen, Sibiriaken usw. durch die Zaren und ihre Nachfolger, der Aborigenes, Hawaiis, Schwarzafrikas, usw., usw.).

Da "Zwang" so eine die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch konstante Größe darstellt, entpuppt sich dottores Prämisse über die "menschliche Natur" als empirisch nicht gestützter Glaubenssatz, als pures Wunschdenken - ein Wunschdenken, das der von dottore ja kritisierten Naturrechtsideologie sehr ähnelt.

Zwang-Meidung ist sicher ein Bestandteil der menschlichen Natur. Selbst Ludwig von Mises spricht vom Arbeitsleid. Und wer möchte schon gern leiden? Je ausgeprägter der Zwang - und am ausgeprägtesten ist der kinship-freie Fremd-Zwang - desto stärker der Wille, diesem auszuweichen oder ihn zu unterlaufen. Das kann man bei den Städten sehen, ich erinnere an die große Gründerwelle um 1200 in Deutschland (Stadtluft macht frei – wobei Freiheit eben Fremdzwangs-Befreiung bedeutet, die der Landbesitzer aufgrund seines Unter-Eigentums an bewohnbarer und nutzbarer Fläche ausübte, das Stadt-Phänomen ist eben auch eine Antwort auf Fremdzwangs-Erscheinungen).

Es führt aber auch zu all den lang und breit schon diskutierten Erscheinungen wie Handel (um von Fremden erzwungene Güter günstiger bei anderen Fremden zu beschaffen), dabei die Aufschwünge des Handels z.B. im Imperium Romanum (auf den betreffenden Aufsatz hatte @Popeye hingewiesen) sowie den Produktivitätsfortschritt (mehr Effektivität beim Gütererstellen, die direkt oder indirekt - z.B. über Monetär-Systeme - die Abgabenlast minderten).

Ich finde nicht ganz uninteressant, daß dottore solches Wunschdenken an zentraler Stelle für seine Argumentation benötigt und dafür sogar seiner eigenen Theorie widerspricht:

Hier geht es nicht um Wunschdenken, zumal ich keinerlei Ideologie oder gar Lösungsversuche anzubieten habe (Lösungen wären wünschbar), sondern um die Frage, ob ich mich von Fremden (außerhalb der von mir noch akzeptierten und auch überschaubaren, man denke an Dunbar's Number u.ä., Sphäre) zu Leistungen an diese zwingen lasse (notfalls lassen möchte) oder nicht. Völker, die Tribute freiwillig also ungezwungen zahlten, kenne ich nicht und Steuerzahler, die von sich aus freudig zum Finanzamt eilen, um möglichst im Voraus und möglichst viel zu zahlen, sind mir auch noch nicht begegnet.

Die Empirie legt doch eher die umgekehrte Annahme nahe, daß Zwang zur menschlichen Natur gehört, da kein Gesellschaftssystem ohne sie ausgekommen ist.

Das Fremde zwingen oder zu zwingen versuchen, gehört sicherlich dazu, es hätte sonst niemals entsprechende Eroberungen oder Unterwerfungen gegeben. Das mag sogar gen-bedingt sein (eine Mutmaßung, die hier schon diskutiert wurde). Auf jeden Fall ist es für den Zwingenden ökonomischer, andere jene Leistung erbringen zu lassen, die man sonst selbst erbringen müsste. Ebenso gehört - bei den Fremd-Gezwungenen - dazu, zu versuchen, diesem Zwang auszuweichen.

Bei kinship-internem Zwang darf angenommen werden, dass er in kleinen Entitäten durchaus kein Problem dargestellt hat (vielleicht Widerwillen - wer trägt schon gern den Mülleimer runter?). Auch gibt und gab es Gesellschaften, die sich jedenfalls ungezwungen oder zwanglos durchs Leben (Urschuld-Bewältigung inklusive) geschlagen haben. Bis heute beharren noch viele Stämme (@Dimi hatte einige parat), Dorfgemeinschaften, usw. darauf, so zu leben wie ihre Vorfahren auch.

Dies könnte ein interessantes Licht auf die logische Struktur der impliziten Prämissen (Glaubenssätze!) der Machttheorie werfen, die aber wohl erst noch auszuleuchten wäre.

Andere als die mitgeteilten Prämissen habe ich leider (noch?) nicht zu bieten.

Und es scheint mir wiederum meine These zu bestätigen: Freiheit ist der historische Ausnahmefall, und das eigentliche Explanandum.

Freiheit ex Machtzession (Privilegia) ist nicht schwer zu enträtseln. Auch scheint unbestritten, dass es Erst- und Frühformen der Freiheit gegeben hat, schon allein aufgrund der winzigen Besiedlungsdichte. Niemand würde einen Trapper oder Inuit im hohen Norden Kanadas als unfrei bezeichnen. Inzwischen aber sind die Menschen mehr geworden und enger zusammengerückt - Ursache und Folge des Eintritts des Fremdmacht-Phänomens in die Geschichte.

Nochmals Danke für das Posting, die Diskussion kann ich leider erst in einigen Tagen fortsetzen + Gruß!

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Gruß - Ostfriese

PS

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Glogowski Gerhard Glogowksi

Gerhard Glogowski (* 11. Februar 1943) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1990 bis 1998 niedersächsischer Innenminister und vom 28. Oktober 1998 bis zum 15. Dezember 1999 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

[2] https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=238987 Re: Klassischer Beleg FÜR die Machttheorie verfasst von dottore, 03.12.2003, 17:15

[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Kinship Kinship

In anthropology, kinship is the web of social relationships that form an important part of the lives of all humans in all societies, although its exact meanings even within this discipline are often debated.

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