Die Spaltkeile liegen bereits heute an - selbstgemacht

Julius Corrino, Sur l'escalier des aveugles., Mittwoch, 04.02.2015, 16:02 (vor 2288 Tagen) @ Mephistopheles4154 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 04.02.2015, 16:20

Am Untergang USraels führt kein Weg vorbei, der hoffentlich friedlich
vonstatten geht wie damals bei der UdSSR.


Global gesehen befinden sich die USA in der Defensive, nicht Russland.
Die Zeit arbeitet gegen sie.
Sie MÜSSEN Russland jetzt erledigen, oder es ist vorbei mit ihrer
Weltmachtrolle.
Und ein Ende ihrer Weltmachtrolle ist gleichbedeutend mit einem Ende der
USA als Staat.

Mögliche Sollbruchstellen in diesem zunehmend spannungsgeladenen Gebilde: Einmal die rassische, vor allem der sich immer weiter auftuende Graben zwischen weißen, angelsächsischen Ureinwohnern und neuen Hispano-Einwanderern - Schwarz/Weiß und Schwarz/Hispanic sind da zwar wohl künftig auch Schauplätze, aber mangels Volumen wird der black caucus (nur noch 12% der Gesamtbevölkerung und weiter sinkend) mittelfristig marginalisiert sein. Asiaten spielen zahlenmäßig hingegen gar keine Rolle, fallen zudem in Armuts- und Kriminalitätsstatistik noch weniger auf als das weiße Stammvolk.

Der andere bedeutende Schwachpunkt ist meines Erachtens politischer Natur, nämlich ein sich schon heute andeutender Bruch zwischen einer wachsenden Anzahl von Widergängern des Remnant (auch: Paläokonservative), die im Gewand eines "Verfassungspatriotismus" (Constitutionalism) daherkommen, und dem gegenwärtigen Establishment des Eineinhalb-Parteiensystems, das die Pfründe der Neuen Welt unter sich verteilt hat. Ob und wie die progressiv-altgewordene Elite in D.C. (und zu diesen Fossilien eines politischen Hypermodernismus à l'Américaine zählt auch und gerade die GOP) damit zurechtkommen wird, ist derzeit nicht zu sagen. Die geographische Demarkationslinie dieses potentiellen Spaltes verläuft übrigens ganz grob (wie dereinst zwischen Federalists und Anti-Federalists) zwischen "Stadt" und "Land", sprich: eher progressive, urbane Zentren mit hoher Bevölkerungsdichte in den Küstenregionen (Ost wie West) einerseits und die spärlich besiedelten Regionen des mittleren Westens und der Mountain States "mit mächtig viel Gegend" auf der anderen Seite. Der Süden als ehemaliger und (bei manchen Leuten auch aktueller) Hort des Sezessionismus darf dabei natürlich nicht vergessen werden, auch wenn der den Themenschwerpunkt heute klarerweise nicht mehr vorgibt.

Ob und wie diese beiden Bruchstellen tatsächlich aufgehen, wird höchst interessant zu verfolgen sein.

Für uns bedeutet das, dass wir uns beim Verlust der Weltmachtrolle der
USA bestendfalls mit einem Lebensstandard wiederfinden werden wie heute in
den BRICs.
Dann muss es aber schon sehr gut laufen.

Halte ich ehrlich gesagt nicht für plausibel. Der schon sehr hohe deutsche Lebensstandard vor dem Einfall des "amerikanischen Jahrhunderts" auf europäischem Boden hatte mit den USA auch wenig bis nichts zu tun. Endogene Faktoren (IQ, angeborene Leistungsbereitschaft & Erfindungsreichtum) spielen hier die erste Geige - selbst im ausgebombten Hamburg waren unter sehr viel widrigeren Bedingungen als denen, die unser noch harren, elektrisch Licht und Straßenbahnfahrten nach einer Woche wiederhergestellt. Auf dem Gebiet hätten m.E. die USA mittelfristig eher Probleme als wir, wenn die nicht sehr bald was gegen den unbeschränkten Zuzug minderbegabten Drittweltlumpenproletariats unternehmen. Ein Freund von mir hat kürzlich Nevada und Kalifornien besucht und meinte, dort sähe es abschnittsweise schon so aus wie in den Elendsvierteln Bogotas u.ä.

--
Ainsi continue la nuit dans ma tète multiple... elle est complètement dechiré... ma tète.
- Luc Ferrari


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