Gold- statt Devisenkaeufe haben interessante spekulative Fernwirkungen ...

CrisisMaven ⌂, Freitag, 16.01.2015, 18:24 (vor 2512 Tagen) @ KK5886 Views

Die Schweiz hat seit Jahren ihre Währung gegen eine nötige Aufwertung verteidigt, indem sie Fremdwährungen aufgekauft hat.
Wäre das jetzige Szenario anders, wenn sie komplett Gold gekauft hätte? Wenn ja, wie sähe es aus?

Genau laesst sich das alles nicht beantworten, so wie in der Klima"wissenschaft" eine Erwaermung zu einem Abschmelzen von Eisschilden fuehrt, dieses wiederum die Albedo verringert, was zu weiterem Abschmelzen fuehrt, was aber irgendwann zu hoeherer Luftfeuchtigkeit und mehr Wolkenbildung fuehrt, was zwar zu geringerer terrestrischer Abstrahlung fuehrt, aber eben auch zu geringerer Einstrahlung.

Wer uns dieses Raetsel loesen kann, indem er ein verlaessliches (!) Modell des Klimawandels vorlegt, der koennte obige Frage mit Leichtigkeit loesen, denn sie hat vermutlich deutlich weniger (und noch dazu z.T. besser messbare!) Variablen.

Dies vorausgeschickt: Wer Gold statt Devisen kauft, kauft -ceteris paribus- etwas, das vermutlich eher steigt, als faellt. Denn: das Goldaufkommen ist (kurz- und mittelfristig jedenfalls) nicht beliebig steigerbar, das fiat-Geld-Aufkommen der aufgekauften Fremdwaehrungen hingegen schon.

Beispiel: Die Schweizer Nationalbank moechte den Franken abwerten und kauft dafuer Euro. Diese stellt sie einfach per Knopfdruck her - wie je gerade geschehen. Die SNB verkauft also CHF gegen EUR.

Zur "Verteidigung" macht zur selben Zeit die EZB dasselbe - sie "druckt" Euro, um ebendiese Aufwertung zu verhindern. Sie verkauft also EUR gegen CHF.

WENN dies im gleichen Umfange symmetrisch geschehen waere, waere das Ergebnis, ceteris paribus, NULL gewesen, nicht wahr? (Ein weiterer Grund, weshalb Wahrungsmarkt-Interventionen Unsinn sind.)

Beim Gold sieht das aber anders aus. Das Gold KANN NUR - ceteris paribus- im Verhaeltnis zum CHF oder EUR oder USD oder Yen etc. steigen, WENN in diesen Waehrungen Gold massiv aufgekauft wuerde. Denn es ist ja ein Gut - und Gueter sind knapp - fiat-Geld eben gerade nicht ...

Das Gold wird zwar zum Einkaufspreis gebucht (Niederstwertprinzip - wenn sich da mal einer dran haelt!). Das Gold stiege aber weiter im Preis bzw. durch "Verduennung" der Waehrungen fielen diese (gegen Gold). Da dann aber in diesen Zentralbankbilanzen "stille Reserven" (nicht realisierte Gold-Aufwertungen) entstuenden, wuerde es vermutlich, ceteris paribus, dazu kommen, dass man diese "gold-teil-gedeckten" Waehrungen fuer hoeherwertig hielte, als dem zum Einstandspreis gebuchten Gold entspraeche. Mit andern Worten: fuer eine fiat-Zentralbank duerfte es deutlich schwerer sein, gegen Gold "abzuwerten", auch wenn sie keine Einloeseverpflichtung hat, wie ja leider auch die Schweiz seit langerem.

Wie sieht das bei einem Land aus, welches eine nötige Abwertung hinauszögert (Bsp. China)?

Es kommt irgendwann zur "Explosion"/"Implosion" wie bei der sog. Siedeverzoegung im Reagenzglas. Es sei denn, zufaellig "renkt" sich alles vor dem Knall wieder ein, was ich aber bei China arg bezweifle.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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