Zur Genese des Buzzwords "Verschwörungstheorie" als CIA-Kampfbegriff und warum "geerdetes" Denken unverzichtbar ist...

Bernadette_Lauert, Montag, 12.01.2015, 15:30 (vor 2307 Tagen) @ KK4268 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Montag, 12.01.2015, 15:43

Was Du schreibst passt auch zu meiner Sicht der Dinge.
Eine Ergänzung noch zu folgendem Part:

VT als Suche nach den dunklen Mächten ist unnötig, das Undenkbare
denken, um Sachverhalte im Detail aufzuklären ist unverzichtbar.
Nicht immer braucht es VT, oftmals reicht es schon, die Aktionen der
verschiedenen Akteure aus Finanzwirtschaft, Medien und Politik nach
Ereignissen mit G’schmäckle zu beobachten und in die Strukturen
einzuordnen.

"Verschwörungstheorie" ist ein Kampfbegriff, den die CIA eingeführt hat.
Siehe hier: http://www.realhistoryarchives.com/collections/assassinations/jfk/cia-inst.htm

Dieses Memo verschickte die Abteilung für psychologische Kriegsführung der CIA als Instruktion an alle CIA-Abteilungen. Es ging darum, die JFK-Mord-Aufklärer mundtot zu machen.

Memetische Kriegsführung, könnte man sagen.

Nach der Einführung dieses Kampfbegriffes standen investigative Journalisten, die an der offiziellen Version zweifelten in einer Wirrkopf-Ecke.

Sogar der deutsche Mainstream zweifelt nicht an dieser Begriffsgenese, die "erfahrenen Verschwörungstheoretikern" (=investigativen Journalisten/Bloggern) schon lange bekannt ist. So schrieb die TAZ bezugnehmend auf das oben verlinkte CIA-Memo:

"In diesem Schreiben wurden Hinweise gegeben, wie mit Kritikern umzugehen sei und der bis dahin gebräuchliche Beriff „Assassination-Theories“ (Attentats-Theorien) durch „Conspiracy-Theories“ ersetzt. Das bis dahin neutrale Wort „Verschwörungstheorie“ wird zu einem Kampfbegriff umgemünzt und Kritikern unterstellt, dass sie als „Verschwörungstheoretiker“ allein aus staatsfeindlichen und/oder kommerziellen Gründen unterwegs sind. Wenn man die aktuellen Veröffentlichungen des Medienmainstreams zum Kennedymord zur Kenntnis nimmt, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass dieser Betriebsanleitung für den öffentlichen Diskurs bis heute gefolgt wird."
(Quelle: http://www.taz.de/!127939/)

Neulich fiel hier im DGF der Begriff "Realitätsteorie". Gefällt mir.

Insgesamt lässt sich allgemeingültig festhalten:
Es gibt Verschwörungen -> Angefangen bei Mutti und Papi, die sich gegen uns verschwört haben, wenn der Nikolaus am 6. Dezember kam. Bis hin zu 9/11, bei dem die offizielle Theorie, die auf erfolterten Geständnissen beruht wirklich mehr als zweifelhaft, ja geradezu grotesk ist.

Die Beschäftigung mit solchen Themen dahingehend, dass Ungereimtheiten erkannt und Alternativszenarien ernsthaft und kritisch besprochen werden, ist ein Teil des Erkenntnisprozesses: Der Suche nach Mosaiksteinchen für "das große Bild".

Daher finde ich Deine Aussage...

Nicht immer braucht es VT, oftmals reicht es schon, die Aktionen der
verschiedenen Akteure aus Finanzwirtschaft, Medien und Politik nach
Ereignissen mit G’schmäckle zu beobachten und in die Strukturen
einzuordnen.

...in sich nicht ganz logisch ist.

Sowohl das Erkennen von G´schmäckles ist eine Beschäftigung mit Realitätstheorie (um das CIA-Kampfbegriff-Wording: "Verschwörungstheorie" zu umgehen). Als auch das ganze in beobachtbare Strukturen einzuordnen, geht in diese Richtung. Und das ist doch das, was die CIA der unkritischen Weltöffentlichkeit mit dem Begriff einzureden versucht, dass es "bäh" ist. Für mich ist aber die CIA "bäh" und GEDANKEN SIND FREI.

Von diesem Kampfbegrifflichkeiten braucht sich also keiner aus erkenntnistheoretischen und logischen gründen totschlagen lassen.
Statt Denkverbote zu berücksichtigen, kann jeder denkende Mensch einfach aufrecht und redlich dazu stehen, sich mit der Realität zu beschäftigen.

Die Kunst dabei ist, auf dem Teppich zu bleiben, wenn der Blick in das Loch der Welt einmal so ungetrübt war, dass dort etwas am Grund zu erkennen war.

Im Gelben funktioniert das meiner Meinung nach supi, aber beispielsweise auch hier.

Gruß, Bernadette


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