Ohne religiöse Motivation keine Zivilisation

trosinette, Montag, 13.01.2020, 10:40 (vor 213 Tagen) @ Oblomow1001 Views

Guten Tag,

Bist Du von irgendeiner ideologisch religiösen Motivation angetrieben?

Ich hänge mich hier einfach mal ran:

Da ich mich zurzeit leicht genötigt sehe, meine Haltung zur zivilisierten Welt etwas zu optimieren, lese ich Baumeister, Roy: Die Macht der Disziplin.

(Selbst)Disziplin ist eine totale Notwendigkeit, um in unserer zivilisierten Welt halbwegs klar zu kommen. Religiöse bzw. quasireligiöse Motivation hilft bei der Selbstdisziplinierung.

Ich zitiere:

„McCullough gelangte zu dem Schluss, dass die Selbstdisziplin der Gläubigen weniger von einer Furcht vor dem Zorn Gottes herrührt als von einem Wertesystem, das sie übernommen haben und das ihren persönlichen Zielen eine Aura der Heiligkeit verleiht. Agnostikern rät er, ihre eigenen heiligen Werte zu formulieren. Das könnte ein Bekenntnis sein, anderen zu helfen, wie Henry Morton Stanley seine »heilige Aufgabe« darin fand, den Sklavenhandel in Afrika zu beseitigen. Es könnte ein Bekenntnis zur Fürsorge für andere Menschen, zur Verbreitung humanistischer Werte oder zum Erhalt der Umwelt für kommende Generationen sein.

Vermutlich ist es kein Zufall, dass die Umweltbewegung in den Industrienationen besonders stark ist, wo die traditionellen Religionen im Rückzug begriffen sind. An die Stelle des Glaubens an Gott tritt eine Verehrung der Schönheit und Transzendenz der Natur. Die Forderung der Umweltschützer, Konsum und Umweltverschmutzung einzuschränken, vermittelt Kindern ähnliche Lektionen der Selbstdisziplin wie Katechismen und Predigten.

Die Bewegung der Grünen scheint instinktiv eine Form der Selbstdisziplin durch eine andere zu ersetzen und eigene Regeln aufzustellen: An die Stelle der koscheren Speisen treten solche aus biologischem Anbau, an die Stelle der Erlösung tritt die Nachhaltigkeit.

Es ist kein Zufall, dass Menschen, die die Bibel beiseitegelegt haben, nun Bücher mit neuen Lebensregeln kaufen. Sie ersetzen die Zehn Gebote durch die Zwölf Schritte, den Achtfachen Pfad oder die Sieben Wege. Selbst wenn sie nicht mehr an den Gott der Bibel glauben, gefällt ihnen die Vorstellung von in Stein gemeißelten Geboten. Aber auch wenn Sie diese göttlichen Regeln und Dogmen kaltlassen oder nervös machen, sollten Sie sie nicht als leeren Aberglauben abtun. Diese Regeln lassen sich auch ganz anders sehen, und diese Sicht lässt sich so gut im Jargon der Statistiken, Spieltheorien und Wirtschaftswissenschaften darstellen, dass selbst die diesseitigen Wissenschaftler ihre Freude daran haben.“

Aus der Nummer kommt letztendlich niemand raus. Man variiert nur und erklärt statt Klima die Nation, den eigenen Körper oder sonst was für heilig. Oder man treibt unmotiviert bzw. undiszipliniert in der Gegend rum. Das hält man aber nach meiner Ansicht leider nicht Ewig aus ohne an Körper und Geist Schaden zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider


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