Anmerkungen zu Deinem Börsenkommentar

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 10.11.2019, 22:18 (vor 248 Tagen) @ Echo1392 Views

Hallo Echo,

So werde ich gezwungen, mehrere Depots zu unterhalten.

Deswegen geht man ja auch in verschiedene Supermärkte, bis man alles hat
was man braucht. Das ist Marktwirtschaft und nicht weiter schlecht. Wenn
genügend Bedarf da wäre, gäbs sicherlich auch "Vollsortimenter", aber

"Vollsortimenter" ist genau das richtige Stichwort.
In Deutschland wären das die Deutsche Bank, die Commerzbank, die DZ-Bank, die Landesbanken und viele mehr, die mehr als nur einen Bauchladen führen.
Allerdings müsste Plancius dann vielleicht auch mal zum Telefonhörer greifen.[[hüpf]]

die Bürokratie ausländischer Werte ist nicht nur komplizierter, sondern

Welche Bürokratie bitte?
Vielleicht auf dem Parkett der Börse in Kabul?

manche haben auch noch ziemlich wenig Volumen, das rentiert sich dann
sicher nicht mehr (IT-Infrastruktur, Kurslieferanten, ...)

Wieder zwei wesentliche Stichworte. Die IT-Infrastruktur muss sich auch lohnen.
Börsen verdienen viel Geld mit dem Verkauf von Kursinformationen.
Auch diese Investition muss sich rentieren, wenn das kontoführende Institut, bzw. der Broker Preise zeigen will.

in Fremdwährung kaufen

Ja, ist schwierig aber gelegentlich möglich. Etwa mit ausländischen
Brokern.

Ja, aber nicht nur. Siehe oben!

Wenn ich bestimmte Aktien kaufen möchte, werden diese nur als ADR
angeboten. Und das ist ja im eigentlichen Sinne nur ein Zertifikat und
keine Aktie.

Siehe "Vollsortimenter" oben! Der von Dir beschriebene Mangel ist eine natürliche Folge der Beschränkung der handelbaren Börsenplätze.

Schlimmer noch, Aktien werden generell immer auf irgendwelchen
undurchsichtigen fremden Verwahrstellen gelagert, die kriegt man gar nie zu
sehen.

Also Plancius wollte alles digital, Du aber willst effektive Stücke sehen?
Frag' Deinen Broker mal!
Ich kann mich entsinnen, wie sich vor Jahren jemand einen Posten "Beate Uhse"-Aktien effektiv ausliefern ließ und dann die Stücke mit der Blonden und der Schwarzhaarigen drauf vertickerte. [[top]]

Digital, aber zum Anfassen, das ist der neue Konsens aus den Vorstellungen von Plancius und Echo. [[lach]]

Manche werden gar an Shortseller weiterverliehen.

Ohne Dein Einverständnis?

Die Zwischenhändler verdienen auch gut mit - etwa Fondsmanager für
schwer zugängliche Märkte.

Seit wann verdient ein Fondsmanager an der Orderausführung für "schwer zugängliche Märkte"?
Der ist gar nicht Bestandteil der Handels- und Abwicklungskette.

Und es gibt auch Mauscheleien mit Orders an
Fremdbörsen. Wenn's runter geht, wird die Order fix ausgeführt; wenn's
hoch geht, simuliert der Broker "Verzögerungen".

Marktorder oder Limitorder?
Alles ziemlich unspezifisch formuliert.
Bei Verkaufsordern ist die obige Konstellation doch ideal! [[freude]]

Digitalisierung
Eine solche Technik (zentrales Buchungssystem) müsste es doch längst

geben.

Für Depotverwahrung gibt es das schon, für den Handel nicht.

("DEX"). Nur die klassichen Börsen und Unternehmen müssen sich halt an
Compliance halten, und es gibt allgemein noch einige rechtlichen

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, korrekt.

Immer mehr Unternehmen werden künftig die Listinggebühren traditioneller
Börsen scheuen (habe z.B. gehört ein Fonds müsse mindestens 60000 im
Jahr an die Depotbank abdrücken) und sich neue Wege der Finanzierung

"Depotbank" ist hier der falsche Begriff.
Eine Listinggebühr wird übrigens an die Börse gezahlt und nicht an die Depotbank.
Für ein börsennotiertes Unternehmen gibt es keine "Depotbank" im herkömmlichen Sinne. Depotbanken erbringen Verwahrleistungen für Anleger.
Die Dienstleistung für das Unternehmen erbringt ein zentraler Verwahrer, in Deutschland zum Beispiel "Clearstream Banking Frankfurt".
Dort sind alle Wertpapiere des Unternehmen verbucht.

suchen. Das wird derzeit sogar in der Politik besprochen. Es könnte also
bald noch einfacher werden für Unternehmer, diesen Weg zu gehen.
Kryptographie ermöglicht auch recht easy das Abzeichnen von Abstimmungen.
Und Dividendenausschüttungen könnten direkt aufs Kryptowallet fließen.
Findet der Staat aber auch nicht so toll, denn die Abgeltungssteuer wird
seitens der Bank bislang automatisch abgezogen.

Das Kryptogedöns ist für Börsenhandel untauglich.
Die Begründung findet sich in meinen Altbeiträgen vor vielen Jahren, als es um die Anwendung von Blockchain-Technologien ging.

Kann mir mal jemand erklären, weshalb es heute noch Präsenzbörsen mit

Kursmaklern, Börsenhändlern usw. geben muss.

Hier hilft das Stichwort "amtlich" weiter, was den Makler angeht.
Physische, menschliche Börsenhändler sind eine aussterbende Spezies.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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