Ist natürlich nicht meine Spielwiese, deshalb frage ich so penetrant

helmut-1, Siebenbürgen, Montag, 04.11.2019, 16:42 (vor 204 Tagen) @ Otto Lidenbrock1330 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 04.11.2019, 17:13

Bezieht sich natürlich nicht nur auf Deine Antwort, sondern auch auf die von Kaladhor.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da ist die Windkraftanlage buchtechnisch
abgeschrieben

O.k., dann steht sie mit 1 € in den Büchern. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was bei mir alles mit 1 € in den Büchern steht und richtig Geld bringt.

und die Instandhaltungskosten steigen aufgrund zunehmenden Verschleißes der Komponenten stark an.

Da lese ich immer wieder den Begriff "Repowering". Da wird propagiert, die Anlage komplett zu überholen und dadurch energieeffizienter zu machen.

Darüberhinaus gibt es keine garantierte Einspeisevergütung mehr, d.h. für
den erzeugten Strom werden Marktpreise bezahlt. Dann lohnt es sich weder
wirtschaftlich noch technisch, den Apparat weiter zu betreiben.

Das bedeutet, dass die Anlage nicht mehr die geplante Lebensdauer von 20 Jahren stehen bleibt, sondern bereits nach 13 Jahren abgebaut wird? Dann fällt nämlich die Einspeisevergütung weg.

Aus: http://www.diplomarbeitsboerse.info/wp-content/uploads/Der-Einfluss-der-Raumplanung-auf...

Es ist der Einspeisetarif gültig, der zum Zeitpunkt der Genehmigung gerade aktuell ist, bei der Projektidee kann dieser noch anders sein. Der Tarif gilt für den Windpark dann 13 Jahre, für die restliche Nutzungsdauer gilt der Marktpreis (Parrer 2013: mündliche Mitteilung).

Die Tabelle für die Einspeisevergütung ist ziemlich kompliziert, - sicher gibt es da auch Unterschiede im Vergleich zu Österreich.

https://www.swe-windenergie.de/unternehmen/vergutungssatze-windkraftanlagen.html

Soll der hässliche Spargel dann so lange in der Landschaft rumstehen, bis
irgendwann der Rotor abfällt?

Da hab ich was aus diesem link herausgenommen:

https://wind-turbine.com/magazin/ratgeber/weiterbetrieb/47254/richtlinien-fuer-den-weit...

Allerdings haben diese Anlagen der alten Schule, die im Windkraft-Fachjargon liebevoll als „Eisenschweine“ tituliert werden, andere Qualitäten: Ihre aus heutiger Sicht überdimensionierte Bauweise sowie ihr hoher Materialeinsatz. Aufgrund mangelnder Erfahrung über die möglichen Einwirkungen auf eine Windkraftanlage im Laufe der Betriebszeit, wurde mit Verstärkungsblechen & Co. nicht gespart – Sicherheitsaufschläge, die den tragenden Strukturen zugute kommen. Sind die Windlasten am jeweiligen Standort entsprechend gering, lassen sich bei einem Weiterbetrieb solcher Oldschool-Windräder mit relativ wenig Wartungsaufwand jahrelang zusätzliche Erträge erzielen. Ein Beispiel: Seit dem 3. Februar 1993 leistet eine Bürgerwindanlage in der Gemeinde Bärnau in der Oberpfalz noch zuverlässige Dienste – bis zum heutigen Tage, so einer der Mitgesellschafter.

Der das Gelände zur Verfügung stellende Landwirt möchte ggf. auch seine
Fläche wieder anderweitig nutzen, kann bzw. darf das aber nicht, weil der
unbeachtet vor sich hin rottende Windspargel eine Gefahr darstellt.

Stellt sich die Frage, ob der Bauer das überhaupt will. Ich entnehme da mal die Zahl aus dem erstgenannten link:

Vom Umsatz des Windparks gehen 3,5% an die Menschen vor Ort, mindestens jedoch 25.000 Euro pro Anlage und Jahr. Dieser Betrag entfällt zu 40 % an die GrundbesitzerInnen, zu 40% an die Gemeinde und zu 20% an die gesamte Region (Bezirksblätter Niederösterreich GmbH 2013c: Online).

Sei aber so nett, und stell mich jetzt nicht als jemanden hin, der an den Windrädern einen Narren gefressen hat. Ich mag die Dinger auch nicht. Kenne aber das Metier zu wenig und gehöre einfach zu den Menschen, die das, was sie nicht kennen, generell hinterfragen.

Aktuelle Ergänzung:

Hab grade was auf meinem Mail entdeckt, - danke dafür:

Das Problem ist, dass die Fundamente Mikroschwingungen ausgesetzt sind, wegen der Rotoren. Deshalb halten die Fundamente bautechnisch nur 20 Jahre - denn darauf wurden sie unter Beachtung der Schwingungen ausgelegt. Eine längere Haltbarkeit hätte wesentlich höher Herstellungskosten verursacht. Das sparen sich die Betreiber natürlich, denn die Förderdauer beträgt auch nur 20 Jahre. Nachzulesen in folgendem Artikel, leider hinter PayWall:

https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/technik/erneuerbare-energien-wie-lange-haelt-...

O.k., das erklärt Einiges. Trotzdem bleiben da immer noch Fragen für mich offen, - s.o.


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