Schwierig, hier darauf zu antworten

helmut-1, Siebenbürgen, Freitag, 01.11.2019, 05:43 (vor 278 Tagen) @ stokk574 Views

Old Man (Love): https://www.youtube.com/watch?v=I91tC_o7FS4

Musste mir das mehrmals anhören, - ich kannte den Song nicht. Der Titel (allerdings nur vom Titel her) verleitet zum Rückschluss auf Neil Young, trifft aber nicht zu, weil ganz andere Melodie und ganz anderer Text. Hab mir die Version davor auch angehört
(https://www.youtube.com/watch?v=qDn5kBn3iaU)
kann aber zu der "remastered version" keinen eklatanten Unterschied feststellen, - lediglich ein paar Effekte sind verändert, die aber in meinen Ohren nebensächlich sind.

Der Text ist etwas anspruchsvoll, nimmt Bezug auf eine Art von Prophezeiung eines alten Mannes, die sich dann - aus der Sicht des Vortragenden - in der Realität in Form einer bestimmten Liebesbeziehung wiederfindet. Man kann mit dem Text zufrieden sein, weil man sich seine eigenen Gedanken dazu machen kann, gewissermaßen als Rest zum Kompletten. Man kann aber auch unzufrieden sein, weil das Meiste, was angesprochen wurde, zu vage im Raum stehen geblieben ist.

Die Musik selbst ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Klar ist es was anderes als Humpa täteree, aber ich erinnere mich an meine Versuche in früherer Zeit, selbst was zu komponieren. Da entwickelt man eine Ambition, eine Kombination von Harmonien aneinander zu reihen, die eine völlig neue Melodienfolge ermöglichen. Bei Schüttelreimen haben wir als Kinder den Spruch gehabt: "Reim dich, oder ich fress dich". Hier ist es so ähnlich, zumindest für meine Ohren.

Es gibt einen Mix von Harmonien, der in der verwendeten Reihenfolge kaum eine musikalische Verbindung erkennen lässt, - beim Anhören nisten sich dann Fragezeichen in den Ohren ein, bildlich gesagt. Ich weiß nicht, ob so etwas mit PC-Programmen möglich ist (aber was ist denn heute digital nicht möglich), und ich bin bei Mastering und Remix sowie überhaupt bei PC-Kompositionen nicht versiert. Aber ich stelle mir bildlich vor, ich gebe in eine Tüte 15 unterschiedliche Harmonien sowie Formen der Akkorde (-7, -9) hinein, schütte das in den PC und sag dem PC, "mach was draus".

Könnte mir dann gut vorstellen, dass so eine Melodienfolge dann dabei herauskommt. Ums klar zu stellen, ich will das nicht negativieren, - es kann für manche Ohren durchaus interessant klingen, wenn man etwas hört, dessen Melodie man auch nach mehrmaligen Anhören nicht nachsingen oder nachpfeifen kann. Aber es ist äußerst eigenwillig und auch gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall war ich nicht in der Lage, das mit drei Sätzen zu kommentieren.

Space Oddity von Bowie:
https://www.youtube.com/watch?v=KaOC9danxNo

Noch schwieriger, hier was dazu zu sagen. Sozialkritisch betrachtet, macht das Thema durchaus einen Sinn. Wer Bowie kennt, kennt auch seine Affinität zu Drogen. Auch die Assoziation zu den Kosmonauten und Astronauten, die bei Flügen im All ihr Leben verloren haben, ist im Originaltext erkennbar. Die Beschreibung resp. Begründung für diesen Titel sagts ja auch klar:

‘Major Tom’ is a fictional character created by David Bowie for this song in 1969. That same year marked the first moon landing, so space was “in”; this was a year after Stanley Kubrick’s film 2001: A Space Odyssey, co-written with Arthur C. Clarke.

Many believe that the song describes a drug (heroin) trip, from “lift-off” to “floating” to being “still” with “circuit’s dead” ending in “nothing I can do”.

The space capsule is like a tin can – metallic and small, particularly when compared to the vastness of space surrounding him.

1967 saw the tragic death of one cosmonaut (Vladimir Komarov) and three astronauts (White, Grissom, and Chaffee). All died in their tin cans.

The song has a sense of fatalism that capitalises on the heady glory and deep tragedy of the early space programme as an allegory to the private experience of a junky.

And it’s no lie that the can is really high over Earth, given how far out orbital distances are.

Wenn man die Originalversion mit David Bowie im Vergleich zu der Version mit Chris Hadfield hört, dann fällt natürlich auf, dass der Text verändert wurde, außerdem kommt es mir etwas unnatürlich vor, dass ein Mann wie dieser Kommandant mit dieser Physiognomie eine derart hohe Stimme hat, - aber es kommt auch schon mal vor, wenn man z.B. an Demis Roussos denkt, da wars ja noch extremer.

Die Originalversion mit Gitarrensolos sowie mehrere Teile zweistimmig gesungen, das kommt bei mir besser an. Sagen wir mal so, - es ist eine ausgefallene Idee, diesem Kommandanten das in den Mund zu legen, - man suggeriert dadurch das Motiv für den Song in den Orbit, - obwohl man den Originaltext auch anders verstehen kann.

Gruß
stokk

Gruß zurück - Helmut


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