Drei weitere banale Überlegungen

Oblomow, Leipzig, Sonntag, 06.10.2019, 21:25 (vor 304 Tagen) @ Rain1769 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 06.10.2019, 21:29

Lieber Helmut,

wenn Dein Sohn Deinen Rat und Deine Nähe sucht, Dich als Ratgeber
schätzt, die Dinge genau so sieht, wie Du, hast Du alles richtig gemacht.

Ich möchte dezidiert nicht, dass mein Sohn die Dinge genau so sieht wie ich. Da ich selber Schwachsinn veranstalte, wäre das ja lächerlich. Er hat das Recht seinen eigen Schwachsinn zu machen und die Pflicht, mir meinen Schwachsinn vor Augen zu halten.

Ich schätze, man hat alles falsch gemacht, wenn die Söhne alles anders
machen wollen als ihre Väter, sich in Totalopposition stellen, im Ergebnis
aber genau so denken und leben wie die Väter, sich das aber nicht
eingestehen, weil sie dann sich dann ihrer Kindheit und ihren Verletzungen
stellen müssen.

Es hängt vom Alter ab. In einem gewissen Alter müssen die Söhne alles anders machen. Das gehört zur seelischen Gesundheit sowohl des Vaters wie des Sohnes. Das darf man niemanden vorenthalten.


Wir schieben es immer gerne beseite, aber: Unsere Eltern waren schwerst
traumatisiert vom Krieg. Konnten nicht darüber reden, sondern mussten
funktionieren. Und gaben ihre Traumata, ohne das zu wollen, an ihre Kinder
weiter. Und die wiederum an ihre Kinder.

Nicht umsonst sind die radikalsten Linken die, deren Eltern Nazis waren.

Wenn die ganze Situation einen positiven Nutzen hat, dann den, daß dieser
ganze Nazimist-Eiter aus der Wunde schwärt und die Heilung beginnen kann.

Das stimmt nur zum Teil, denn der brainwash führt selbst bei denen, deren Eltern/Großeltern normale Oppurtunisten waren, zu Schuldgefühlen.

Herzlich
Oblomow

--
"Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu sein."


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