Apropos schöne deutsche Sprache ...

Hinterbänkler, Schweiz - tief im Emmental, Donnerstag, 19.09.2019, 00:15 (vor 330 Tagen) @ Oblomow3764 Views

... es hingerbyggeligs bärndütsches Gschichtli

Totemügerli
von Franz Hohler

Gäuit, wemer da grad eso schön binanger
sitze, hani däicht, chönntech vilicht es
bärndütsches Gschichtli erzelle. Es isch zwar es
bsungers uganteligs Gschichtli, wo aber no gar
nid eso lang im Mittlere Schättegibeleggtäli
passiert isch.

Der Schöppelimunggi u der Houderebäseler si
einischt schpät am Abe, wo scho der Schibützu
durs Gochlimoos pfoderet het, über s
Batzmättere Heigisch im Erpfetli zueglüffe u hei
nang na gschtigelet u gschigöggelet, das me z
Gotts Bäri hätt chönne meine, si sige nanger
scheich.

«Na ei so schlöözige Blotzbänggu am Fläre, u
i verminggle der s Bätzi, dass d Oschterpföteler
ghörsch zawanggle!»

«Drby wärsch froh, hättsch en einzige nuesige
Schiggeler uf em Lugipfupf!»

U so isch das hin u härgange wie nes
Färegschäderli amene Milchgröözi, da seit
plötzlech Houderebäseler zu Schöppelimunggi:

«Schtill! Was ziberlet dert näbem Tobelöhli z
grachtige n uuf u aab?»

Schöppelirnunggi het gschläfzet wie ne
Gitzeler u hets du o gseh. Es Totemügerli! U nid
numen eis, nei, zwöi, drü, vier, füüf, es ganzes
Schoossinjong voll si da desumegschläberlet u
hei zängpinggerlet u globofzgerlet u
gschanghangizigerlifisionööggelet, das es eim
richtig agschnäggelet het.

Schöppelimunggi u Houderebäseler hei nang
nume zuegmutzet u hei ganz hingerbyggelig
wöllen abschöberle. Aber chuum hei si der
Awang ytröölet, gröözet es Totemügerli:
« Heee, dir zweee! »

U denen ischs i d Chnöde glöötet wie
bschüttigs Chrüzimääl dure Chätschäbertrog.
Düpfelig u gnütelig si si blybe schtah wie zwöi
gripseti Mischtschwibeli, u scho isch das
Totemügerli was tschigerlisch was pfigerlisch
binene zueche gsi. Äs het se zersch es Rüngli
chyblig u gschiferlig aagnöttelet u het se de
möögglige gfraget:

«Chöit dir is hälfe, ds Blindeli der
Schtotzgrotzen ueche z graagge?»

Wo der Schöppelimunggi das Wort «Blindeli»
ghört het, het em fasch wölle ds Härzgätterli zum
Hosegschingg uspföderle, aber der
Houderebäseler het em zueggaschplet:

«Du weisch doch, das men imene Totemügerli
nid darf nei säge!»
U du si si halt mitgschnarpflet.

«Sooo, dir zweee!» het ds Totemügerli gseit,
wo si zum Blindeli cho si, u die angere
Totemügerli si ganz rüeiig daaggalzlet u hei
numen ugschynig ychegschwärzelet.

Da hei die beide gwüsst, was es Scheieli
Gschlychets ds Gloubige choschtet u hei das
Blindeli aagroupet, der eint am Schörpfu, der
anger a de Gängeretalpli.

Uuuh, isch das e botterepfloorigi Schtrüpfete
gsi! Die zwee hei gschwouderet u ghetzpacheret,
das si z näbis meh gwüsst hei, wo se der Gürchu
zwurglet.

Daa, z eis Dapf, wo si scho halber der
Schtotzgrotzen uecheghaschpaaperet si, faht sech
das Blindeli afah ziirgge u bäärgglet mit
schychem Schtimmli:
« Ooh, wie buuchet mi der Glutz! »

Jetz hets aber im Schöppelimunggi böös im
Schyssächerli gguugget. Är het das Blindeli la
glootsche u isch der Schtotzgrotz abdotzeret, wie
wenn em der Hurligwaagg mit ein Flarzyse der
Schtirps vermöcklet hätt.

«Häb dure, Münggu!» het ein der
Houderebäseler na naagräätschet, u de het er nüt
meh gwüsst.

Am angere Morge het ne ds Schtötzgrötzeler
Eisi gfunge, chäfu u tunggig wien en Öiu, u es
isch meh weder e Monet gange, bis er wider het
chönne s Gräppli im Hotschmägeli bleike.

Totemügerli u Blindeli het er keis meh gseh
sis Läbe lang, aber o der Schöppelimunggi isch
vo da a verschwunde gsi.

S git Lüt, wo säge, dass sider am
Schtotzgrotzen es Totemügerli meh
desumeschirggelet.

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Das „Totemügerli“ von Franz Hohler ist ein berndeutsches Gromolo (auch Gibberisch oder Kauderwelsch genannt). Er erzählt eine Geschichte mit vielen völlig frei erfundenen Wörtern, die jedoch im Zusammenhang einen Sinn ergeben und die wie Berndeutsch klingen.

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...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'


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