Das klingt für mich sehr stimmig.

Silke, Montag, 10.06.2019, 13:23 (vor 399 Tagen) @ Dieter2172 Views

Lieber Dieter,

Hallo,
stolz auf etwas eigenes zu sein ist für den Menschen existenziell.

Stolz und Selbstbewußtsein bedingen einander. Ohne Selbstbewußtsein
keine Eigenliebe und ohne Eigenliebe keine Nächstenliebe. Alles andere ist
pathologisch. Und ohne selbstlose Liebe der Eltern kein Selbstvertrauen und
ohne Selbstvertrauen entsteht wenig auf das man stolz sein kann. So
schließt sich der Kreis.

Da kann ich nicht widersprechen. Das klingt sehr nachvollziehbar.
Genau darum geht es mir.
Allerdings werden wir irgendwann erwachsen und haben die Chance, uns aus der Position des wehrlosen Kindes heraus zu begeben.
Siehe dazu ausführlich Stefanie Stahl in ihren Büchern wie z.B. "Das Kind in dir muss Heimat finden".
Wir können unsere Eltern nicht besser machen, als sie sind.
Wir können uns aber irgendwann bessere Eltern suchen (Mentoren, zugewandte Mitmenschen, gute Lehrer, Vorbilder usw.).
Und wir können unsere inneren Erwachsenen aufbauen und beanspruchen, um unsere inneren Kinder zu heilen und zu stärken.

Und woran krankt Deutschland, die BRD???

Da ist kein Stolz und keine Eigenliebe und die Hilfsaktionen,
Migrantenaufnahmen, Rettet das Weltklima usw. hat wenig mit Fürsorge für
andere zu tun, sondern ist vielmehr der Versuch einer egozentrischen
Selbstheilung, dessen Ursachen in mangelnder Eigenliebe zu suchen sind.

Das ist jetzt aber deine Projektion in eine juristische Person und eine unzulässige Verallgemeinerung.
Ich kenne genug Deutsche die völlig zu Recht stolz auf sich sind. Und ich bin auch stolz auf sie.
Deutschland ist nun einmal wegen seiner zentralen Lage historisch schon immer ein Brennpunkt und darum auch so mächtig aber eben auch verletzbar.
Wenn ich zwei solche Kriege verloren hätte und das immer wieder von allen um mich herum vorgehalten bekommen würde, hätte ich auch eine Selbstwertproblematik.
Und trotzdem lassen sich die Deutschen nicht unterkriegen, angefangen wieder von den Trümmerfrauen 1945 bis zum heutigen starken deutschen Mittelstand und zu den Weltmarktführern "made in Germany".

Der Erfolg der Grünen, gerade in der West-BRD hat mit dem Krankheitsbild
zu tun, welches uns die westl. Siegermächte durch Bildungssystem und
Presse eingeimpft haben und das weiterhin gepflegt wird.

Es ist eine Sehnsucht der Menschen, gegen die debitistischen Zwänge.
Wir kommen:
- weder aus Vorfinanzierungs- noch aus Nachschuldnerzwang,
- weder aus Potentialraub noch aus Ressourcenvernichtung,
- weder aus Komplexitätszunahme noch aus Hyperrealität und immer höherer Vulnerabilität heraus - no way!
Ein Surfer muss die Wellen reiten, egal wie gross sie sind.
Wird er aus der Not heraus zum Training gezwungen kann er es irgendwann besser.

Die Menschen werden von den systemischen Zwängen überrollt, getrieben, zerquetscht und suchen teils auch ihr Heil in irrigen Hoffnungen (Ökowahn, medialem Unfug, Sekten, Gurus, Religionen, Imperatoren, Charismatikern und realitätsfremden Träumereien) - wer könnte es ihnen verdenken.

Es sind gerade die
"Gebildeten", die hier besonders betroffen sind, da sie aufgrund der
Bildungsprozesse in die Krankheit hineingeführt wurden, sofern sie nicht
ausreichend eigene Abwehrkräfte von zuhause mitbekommen haben.

Die "Gebildeten" haben viel mehr Möglichkeiten zu viel komplexeren Simulationen, die der Realität viel stabiler widerstehen.

Als Beamter, Söldner und Systemprofiteur fällt es doch naturgemäss schwerer, diesen existenziellen Vorteil sausen zu lassen, egal ob das letztlich auf Kosten der eigenen Kinder und folgenden Generationen oder der Menschen in "weit weit weg" geht.
Also muss in diesem Fall mein Denken, Handeln und Fühlen sich darum flechten, so lange wie ich es ertragen kann.
Erst richtig heftige Krisen wie ein Burnout ein Bankrott oder ähnliches eröffnen Chancen für neue Denkansätze und Hinterfragen des bisherigen Lebenskonzeptes.
Das ist erfahrungsgemäss sehr schmerzhaft weil ich faulendes Fleisch aus dem Wundbereich entfernen muss, wie bei einem Wundbrand und das ohne Betäubung und Narkose und ohne die Gewissheit, es zu überstehen.
Es verwundert nicht, dass die Menschen sich solcher Radikalität lieber entziehen wollen und eher den Gestank der abfaulenden Gliedmassen und die dauerhaften aber eben irgendwie erträglichen Schmerzen hinnehmen.

Mit Schimpfen auf die dummen, faulen, bösen, gemeinen anderen Leute komme ich aber nicht weiter, auch wenn es mir vorübergehend Erleichterung verschaffen mag.
Ich kann die Gesamtsituation ändern, indem ich mich ändere.

Das ist doch spannend...

Liebe Grüße
Silke


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