Der Ton macht die Musik!

Olivia, Freitag, 07.06.2019, 14:24 (vor 359 Tagen) @ Habakuk2925 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 07.06.2019, 14:28

Ich gehöre auch zu den Personen, die der Ansicht sind, dass die ursprüngliche Funktion der "Ehe" dazu gedacht war, Kindern (die bisher immer noch durch Samen und Eizelle - Mann und Frau zustande kommen) einen emotional und finanziell sicheren Rahmen zur "Aufzucht" und "Sozialisation" zu geben. Zudem hat sie den schwangeren Frauen einen "sicheren" Rahmen oder Raum geben sollen und den Männern die Sicherheit, dass sie "ihren eigenen" Nachwuchs aufziehen. Soweit zur Geschichte.... "Kuckuckskinder" oder "böse" Ehemänner/Ehefrauen gab es trotzdem schon immer. Doch das ist unwichtig. Die Ehe, samt Familie/Großfamilie wurde als Lebens- und WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT gesehen. Daher war die Eheschließung immer ein sehr wichtiger Lebensabschnitt, der nicht nur für die Eheschließenden, sondern auch für die dadurch verbundenen Familien von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist es auch verständlich, dass die Eltern erheblichen Einfluß auf die Partnerwahl der Kinder hatten. Und... ich vermute.... dass das gar nicht mal so schlecht war.

Heute hat sich das alles geändert. Im Zeitalter von Handy-Bums-Bekanntschaften (ohne die Konsequenz einer Schwangerschaft befürchten zu müssen) und unter der Prämisse, dass "Jeder mit Jedem" ... mal "Körperflüssigkeiten" austauschen kann.... und die Allgemeinheit dann für "Altersvorsorge, Krankenfürsorge, Rente u.ä." zuständig ist, haben die oben genannten Gründe für eine Ehe im Prinzip sehr viel Bedeutung verloren.

Warum also heiraten die Leute trotzdem noch?
Und vor allen Dingen: Warum wollen gleichgeschlechtliche Paare UNBEDINGT heiraten?

Ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen könnten sie ja auch durch eine eingetragene Partnerschaft erreichen.
Man hat ein bißchen den Eindruck, als ob der Druck umso stärker ist, je mehr die Beteiligten innerlich davon angetrieben werden, für sich klarzustellen, dass "das" alles "völlig normal" ist.

Ich habe zwei tüchtige, lesbische Nichten, die ihr Leben meistern, aber "leider" nicht in einer "normalen" Lebensgemeinschaft leben können. Die beiden leiden selbst genug darunter. Man sollte es ihnen nicht noch schwerer machen. Eine ist eine gute Mutter (dank Samenspende) und mir ist es nicht ersichtlich, warum die jetzt eine schlechtere Mutter sein sollte, als eine meiner Schwestern, die ebenfalls durch eine Invitro-Fertilisation zwei Kinder bekommen hat.

Natürlich ist es für die Kinder der Nichte schade, dass sie keinen Vater zu Gesicht bekommen. Aber ehrlich gesagt: Das geht auch vielen Kindern von Frauen so, die sich sehr schnell scheiden lassen und wo die Kinder froh sein können, dass sie nicht ständig die zankenden Eltern um sich haben müssen.

Was die Adoption von Kindern betrifft: Es gibt so viele Kinder auf der Welt, deren Leben nicht den allergeringsten "Wert" hat. So muss man es jedenfalls auslegen, wenn man sieht, unter welchen Bedingungen diese Kinder vegetieren müssen. Warum sollen gleichgeschlechtliche Paare oder einzelne Personen nicht berechtigt sein, solchen Kindern eine Heimat und ein Zuhause zu geben?

Die Überzeugungen des Professors sollte er auf gar keinen Fall dazu nutzen, über Personen, die anders leben "müssen", in einer sehr unangenehmen Art und Weise "herzufallen". Seine Überzeugungen oder wissenschaftliche Erkenntnisse kann man auch völlig anders darlegen. Und zwar mit Respekt vor den Lebensentwürfen anderer, auch wenn man sie selber nicht für richtig oder natürlich hält.

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