Was ist gerecht?

Falkenauge, Donnerstag, 16.05.2019, 16:27 (vor 377 Tagen) @ tar2218 Views

Schon im Ansatz täuschst du dich gewaltig: "Geld" dient nicht primär dem
Tausch (Warencharakter, Tauschgut, Äquivalenzwert... sonstiges Gedöns),
sondern ist das Ergebnis von Umverteilung (Abgabe, Steuer!). Ohne
entsprechende Ungleichgewichte gibt es übrigens überhaupt kein
bewertbares "Geld". Der Freigeld-Idee mangelt es diesbezüglich am
Rechtsverständnis offener Forderungen im Zeitverlauf und im zugehörigen
Ursprung des "Zinses".

Das ist eben die Frage, wer sich hier täuscht. Natürlich ist die zentrale Funktion des Geldes der Tausch von Waren und Dienstleistungen, alle anderen Funktionen sind davon abgeleitete, sekundäre. Diese setzen das Tausch-Geld voraus.
Das würdest Du schon merken, wenn das Geld nur für die sekundären Funktionen verwendet werden dürfte und Du müsstest Schuhe gegen Brot etc. tauschen.

Geld darf nur in dem Maße vorhanden sein, als es (nicht durch Gold, sondern) durch Waren und Dienstleistungen gedeckt ist. Wie man beim reinen Gütertausch Waren oder sonstige Arbeitserzeugnisse (Dienstleistungen) nur erwerben könnte, wenn man eigene Waren oder Arbeitserzeugnisse dafür anbietet, setzt der Besitz des Geldes, wenn es gesund ist, voraus, dass man zuvor eine Gegenleistung in Form von Waren oder Dienstleistungen in den Wirtschaftsprozess eingebracht hat. Denn der Leistung muss eine entsprechende Gegenleistung gegenüberstehen, wenn es gerecht zugehen soll.

Geld ist also im volkswirtschaftlich-rechtlichen Sinne ein Leistungsnachweis für getane Arbeit, das dadurch gerechterweise einen Anspruch auf Gegenleistung gewährt, hinter der die Arbeit anderer steht. Wird mehr Geld geschöpft, ist der Geldbesitzer gegenüber dem Warenbesitzer im Vorteil, weil er mehr Waren erwerben kann, als in Bezug auf Leistung und Gegenleistung gerechtfertigt ist.

Deshalb ist die heutige Geldschöpfung durch Kredit ein riesiges Betrugssystem, wie hier nachgewiesen wird.

Und was ist denn bitteschön gerecht? Ist es gerecht, wenn ein
Schuldner gerettet und damit seiner Eigenverantwortung beraubt wird oder
ist es nicht gerechter, wenn ein Schuldner nach geltenden
Rechtsgrundsätzen sanktioniert wird? Was von beiden ist bzgl. einer
verlässlichen Rechtssicherheit wohl sinnvoller? Per sogenannter
"Umlaufsicherung" dann beständig Gläubiger abzustrafen bzw. Schuldner zu
belohnen, erscheint dir auch nicht dubios?

Im Wirtschaftsleben herrscht Gerechtigkeit, wenn Leistung und Gegenleistung einander entsprechen, also gleichwertig sind.
Selbstverständlich ist es nicht gerecht, wenn ein Schuldner seiner Eigenverantwortung (für die Gegenleistung) beraubt wird. Das vertrete ich auch nicht.
Der Geldwertverlust zur Umlaufsicherung bestraft nicht den Gläubiger, sondern verhindert, dass er im Vorteil gegenüber dem Wareninhaber ist, dessen Waren im Zeitverlauf schlechter werden und eine Wertminderung erfahren.
Durch die Umlaufsicherung wird das Geld in seiner Tauschfunktion erhalten, während es gehortet das Gleichgewicht zwischen Waren und Geldmenge zerstört und die Waren teurer macht.

Gruß
Falkenauge


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