Allerdings hat das Dokument schwerwiegende Fehler. (mT)

DT, Dienstag, 14.05.2019, 22:15 (vor 384 Tagen) @ DT1497 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.05.2019, 22:26

Schon auf Seite 4 steht, daß die Potsdamer Konferenz, bei der D in 4 Besatzungszonen aufgeteilt worden sei, 1953 geendet hätte. So ein Quatsch. Jeder weiß, daß die Potsdamer Konferenz im Juli und August 1945 war, denn natürlich war D schon ab '45 in Besatzungszonen aufgeteilt und nicht erst 1953.

https://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Konferenz#Neuordnung_Deutschlands

Stalin war ja in Potsdam dabei, und der war ja 1953 schon tot.

[image]

Natürlich konnte ich wieder nicht den Autor des Dokuments finden. Ich befürchte, daß das ein unterbezahlter 8 EUR Hiwi war, der das 2017 zusammengeschnuddelt hat. Wahrscheinlich ein linksgrüner Geschichtsstudent. Und dem überläßt man dann so ein wichtiges Dokument. Aber unterzeichnen und mit seinem Namen dafür geradestehen möchte er auch nicht. Einem gestandenen Historiker wäre so ein elementarer Lapsus nicht unterlaufen.

Der Reparationsverzicht der UdSSR und Polens fand tatsächlich im August 1953 statt (wird im Dokument als "Im gleichen Jahr" wie die Potsdamer Konferenz, wo die Aufteilung in Besatzungszonen beschlossen wird, bezeichnet).

http://www.silesia-schlesien.com/index.php?option=com_content&view=article&id=3...


Interessant noch die Aussage auf Seite 5:

"Eine Analyse der Akten der nationalen Regie-rungen konnte im Rahmen dieser Ausarbeitung nicht durchgeführt werden. Dies wäre jedocherforderlich, um den tatsächlichen Stand der bilateralen Rechtsbeziehungen wissenschaftlichumfassend aufarbeiten zu können."

Ist dies ein Hinweis, daß es nicht öffentlich zugängliche "Akten der nationalen Regierungen" gibt, in denen etwas über Reparationen geregelt ist, was NICHT in den veröffentlichten und öffentlich zugänglichen Noten und Verträgen steht???

Ich habe ja Egon Bahr persönlich vor seinem Tod nach der Kanzlerakte gefragt und das auch hier geschildert. Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen, Genscher in Bonn zu besuchen, bevor er gestorben ist. Ob er mir dazu Auskunft gegeben hätte, was damals bei den 2+4 Verträgen hinter verschlossenen Türen abging, ist fraglich. Der Ex BP Köhler war bei den Verhandlungen dabei, ebenfalls ein paar Staatssekretäre, die noch in Bonn im Ruhestand leben. Dort müßte man eigentlich fündig werden.


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