Letzter Versuch von meiner Seite :-)

Silke, Montag, 18.02.2019, 19:38 (vor 512 Tagen) @ nereus3427 Views

Lieber nereus,

Der @Naclador hat ja auch schon ein paar richtige Stichwörter verbaut aber Wert hat für Debitisten nichts mit:
Nützlichkeit,
Knappheit und
Subjektivität zu tun sondern nur mit
Entschuldungsfähigkeit zum Termin zur Vermeidung einer negativen Sanktion - also in neudeutsch vom schon drölfzillionen mal geschriebenem "haben müssen zum Termin".

Sich entschulden zu können wird allerdings von viele Menschen als eine sehr nützliche Angelegenheit erlebt, die für viele ziemlich knapp sein kann und deshalb auch subjektiv als sehr wertvoll erlebt wird obwohl das "nicht haben des Gesolltem zum Termin" nicht viel mit subjektivem Erleben zu tun hat, weil ja die Sanktion dann ziemlich objektiv erlitten werden muss.

Die Preisfindung ist der Versuch, von potentiellen Vertragsparteien,
Bewertungen zusammen zu bringen.

Aha, zwei (oder mehr) Vertragspartner stellen ihre Vorstellungen vom Wert
einer Sache/Leistung zusammen.

Vom Wert des haben einer Sache/Leistung im Vergleich zum nicht haben zum Termin in Abhängigkeit zur zu erwartenden Sanktion - also ein Verhältnis (ein Wert ist immer ein Verhältnis).
Haben bei schlimmer drohender Sanktion = doll wertvoll,
Haben bei geringer drohender Sanktion = mässig wertvoll,
Nicht haben bei geringer drohender Sanktion = mässig negativ wertvoll,
Nicht haben bei schlimmer drohender Sanktion = doll negativ wertvoll

Also messen sie dem "Gut" bereits einen Wert bei auch wenn dieser
Wert/Preis unterschiedlich hoch sein mag.

Dem haben des "Gutes" im Vergleich zum nicht haben in Abhängigkeit von Termin und Sanktion im bestehenden System.

Mit dem ausgehandelten Preis bringt man seine Vorstellungen vom Wert des zu habenden zu einem Zeitpunkt in einem System ausgedrückt in Geldeinheiten zusammen - beziffert ihn in Einheiten.

Die Preisfindung ergibt dann nur noch einen Wert auf den sich ggf. alle
einige können (Basar), was aber nicht immer funktioniert bzw. funktonieren
muß.
DAS ist der Punkt um den es geht.

Ein Clearing der Werte von zu Terminen gemussten Dingen oder Diensten.
Werden die gemusst dann wird man sich -wie auch immer- seeehr wohl einigen.
Wenn ich nichts muss, also keinem Zeitablauf und Termin unterliege gibt es diesbezüglich weder Wert noch Preis und keinen Einigungsbedarf.

Und wenn potentielle Vertragspartner ihre Wertvorstellungen zusammen
bringen
, dann existiert dieser Wert bereits - denn nichts kann ich
nicht zusammenbringen - nur ist noch kein Niveau erreicht, wo sich die
Parteien einig zum Geschäft werden.

Diese Wertvorstellungen (Verhältnisbildung haben<->nicht haben) existieren in Bezug auf alles um uns herum in einer Welt in der Zeit abläuft - wir bewerten automatisch im Hinblick auf Termine und Sanktionen in Systemen.
Die Werte haften aber nicht den Dingen und Leistungen an, sondern hängen nur davon ab, wie sehr ich sie zum Termin haben muss um die Sanktion zu vermeiden (= Verhältnis zwischen haben und nicht haben, nicht vor dem Termin, nicht nach dem Termin, sondern genau zum Termin).

Der Preis setzt also nicht den Wert an sich in die Welt, sondern der Preis
ermöglicht erst einen theoretischen und eventuell auch praktischen
Vertragsabschluß, denn wenn Menge und Preis nicht definiert sind, wird das
ganze Geschäft sinnlos.

Die unterschiedlichen Wertvorstellungen müssen zusammenkommen, wenn die Partner beide damit zusammenhängende Termine haben - also beide müssen.

Daher bleibe ich meiner Annahme, Wert entsteht nicht durch die
Preisbildung, sondern eine Preisbildung kann nur entstehen, wenn ein Wert
exisitiert oder zumindest unterstellt wird.

Ein Preis kann aus einer Bewertung gebildet werden.
Ein Wert entsteht nicht durch eine Auspreisung.
Eine Preisbildung zwischen Vertragspartnern bildet die Summer derer Bewertungen im Hinblick auf Termin und Sanktion in Geldeinheiten ab (im Vergleich zu gerade bereits bestehender vergleichbarer Verschuldungen, gerade ablaufenden Terminen und Sanktionen.
Wieviel Geldeinheiten steckst du in eine Schnittblumenbüchse auf leerem Feld für einen Blumenstrauss, den du gerade wirklich dringend haben musst?. Das Ausgepreiste? Mehr? Weniger? Nichts?

Urban Legend der Goldbugs.
Da müsstest du schon wenigstens ein griffiges Beispiel anbieten.
Wenn du dich in nichtstaatlichem Terrain mit Goldnuggets entschulden
willst werden sie dir einfach weggenommen, wenn der andere die bessere
Waffe hat oder du musst sie gar nicht hergeben wenn du die bessere Waffe
hast – genauer braucht keiner von euch den Nugget, weil ihr ja eure Sache
mit dem zeigen und benutzen der Waffen abmacht.

Das ist die Logik mit der Brechstange.
Mit dem Argumenten - mit Waffengewalt kann ich alles niederzwingen -
brauchen wir keine Diskussion mehr über Geld, Geldersatz und
Bezahlvorgänge führen.

Das ist aber die Basis jeder Ökonomie und Geldwirtschaft und die Erklärung dieses Tatbestandes ist nach meinem Verständnis Ziel dieses Forums.

Edelmetallpreise in der Krise.

Sie gehen auf Null.
Die Verschuldungsorgie ist nicht einmal das Problem. Ohne Schulden „geht
ja bekanntlich nichts“ und den Schulden steht ja das Vermögen und die
Komplexität, also die Verteidigungsfähigkeit des verschuldeten Systems
„Menschheit“ gegenüber, das vom Beutetier zum Predator evolviert ist.

Sie muss nur gehändelt werden und das gelingt, wenn auch etwas holprig,
doch erstaunlich gut für die Größenordnungen, von denen wir heute
sprechen müssen – wir gewinnen Zeit und zahlen dafür einen hohen Preis.

So ändern sich die Zeiten
PCM beschwor in den Achtzigern den künftigen Staatsbankrott und Anfang
der 2000er prognostizierte er einen Rückfall ins finsterste Mittelalter,
eben wegen der unbezahlbaren Schulden.

Er hat sich nur im Datum geirrt.
Ansonsten hat er leider Recht.
Selbst wenn ein mehr oder weniger holpriges Hinübergleiten in ein durchglobalisiertes Zentralmachtsystem gelingt muss dieses auch letztlich am seit tausenden von Jahren mit geschleppten Vorfinanzierungsproblem verenden.

Und jetzt kommt seine "treueste Schülerin" und sagt, eigentlich ist das
alles kein Problem.

"Kein Problem" schrieb ich nicht nereus.
Wir bezahlen ja alle einen sehr hohen Preis für das Überleben dieses Systems und uns darin.
Die Stefanie Stahl hat das mit unseren Grundbedürfnissen ganz gut auf einen Punkt gebracht:
• Bindung
• Autonomie
• Lustbefriedigung
• Anerkennung

Wenn man sich ganz ehrlich überlegt, für wen von uns Erdenbürger diese Grundbedürfnisse halbwegs erfüllt werden...

Und 1986 hat der US-Präsident in einer Zukunftsschau noch seine
US-Schulden mit einer Feinunze bezahlt - während die Exzellenzen aus
Drittweltstaaten wegen Einbruch ihres Podiums oder ihrer Balustrade in die
Tiefe rauschten [[lach]] - und jetzt wird die Unze in der Krise für
wertlos erklärt.

Wenn das System nicht mehr funktioniert gehen alle Werte auf 0 weil unsere Fallhöhe zu hoch angewachsen ist und immer rasanter weiter wächst.

Nun denn.
Eines muß man dem Debitismus allerdings lassen - er er ist sehr
gestaltungsfähig. [[zwinker]]

Zumindest geht die Welt nicht wegen einer Meinungsverschiedenheit im DGF unter. [[herz]]

Liebe Grüße
Silke


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