Werte und Preise

Naclador, Göttingen, Montag, 18.02.2019, 16:22 (vor 587 Tagen) @ nereus3519 Views

Hallo nereus, immer ein Vergnügen :-)

Und damit ist der Wert in A und B schon drin.
Denn bevor Du überhaupt eine Überlegung zum Wert oder gar den Preis
anstellst, „musterst“ Du das Gut/die Ware auf ihre Nützlichkeit.
Auch wenn Du das subjektiv tust, besitzt die Sache damit schon ihre
Eigenschaft und Menge, die wiederum ihren Wert und späteren Preis
bestimmt.

Da hast Du mich gründlich missverstanden. Beim Wert eines Objektes geht es nicht um eine intrinsische Eigenschaft, die nur subjektiv beurteilt wird, sondern der Wert selbst ist subjektiv. Es geht um das "für wen?". Jedes Objekt hat nicht einen Wert, sondern einen Wert FÜR DICH (oder mich, oder ein beliebiges Wirtschaftssubjekt). Und ob ein Objekt einen Wert für Dich hat, hängt davon ab, ob Du Dich damit entschulden kannst (Entschuldungsmittel sind per Definiton sowohl nützlich (wegen "haben müssen") als auch knapp (sonst würde sie niemand abfordern)). Das ist zumindest die Art von Wert, die wir im Debitismus betrachten.

Es gibt auch noch einen "ideellen Wert" von Dingen, z.B. das Foto von der Oma o.ä. Dieser wird allerdings in der Regel dazu führen, dass das entsprechende Ding wortwörtlich unverkäuflich wird, da der ideelle Wert in der Regel nur individuell ist und man sich entsprechend nicht auf einen Preis wird einigen können. Ausnahme davon könnten Objekte sein, die für viele Personen eine ideellen Wert haben (z.B. weil sie einer berühmten Person gehört haben etc.).

Beim Kauf tritt dazwischen noch der Schritt der Bepreisung.

Ja, und das gilt nicht nur für den Kauf sondern auch schon für das
Angebot.
Die Begriffe Preis und Wert müssen meiner Ansicht nach getrennt werden,
auch wenn sie oft zusammengehören.

Volle Zustimmung, wie aus meinem vorigen Posting klar wird, unterscheide ich diese Begriffe.

Auf einer Speisekarte steht schon der Preis für das Mittagsgericht, z.B.
12,50 €.
Das Gericht ist aber überhaupt noch nicht zubereitet und es ist auch
nicht klar, ob schon die Zutaten dafür im Haus sind.
Der Preis existiert jedoch schon und wird sich unter entsprechenden
Voraussetzungen auch nicht ändern, egal ob die Fleischpreise gerade
gestiegen oder gefallen sind.

Der Preis ist eine Festlegung, die der Gastwirt aufgrund seiner Erfahrung oder durch Vergleich mit den Angeboten anderer Marktteilnehmer festlegt. Er weiß, dass eine bestimmte Anzahl von Kunden (plusminus) dem Mittagessen einen Wert zuweisen wird, der größer ist als der Wert von etwas anderem, das man für 12,50€ erwerben könnte. Und er weiß, dass er bei diesem Preis kostendeckend arbeiten kann (und hoffentlich auch etwas Gewinn erwirtschaftet, um seine Urschuld zu bedienen).

Viele Grüße,
Naclador

--
Hanlon's Razor: "Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity."
Naclador's Corrolary: "Recognize when stupidity is not an adequate explanation."


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