Ein wegweisendes Werk

nemo, Samstag, 16.02.2019, 12:03 (vor 466 Tagen) @ NST3863 Views
bearbeitet von nemo, Samstag, 16.02.2019, 12:08

Bin gerade auf der Suche nach Hyperion - hab eine Hörbuchreihe gefunden.
Würde einen Trip nach BKK die Zeit vertreiben ....


Hallo NST,

Dan Simmons hat in Hyperion einige wirklich wegweisende Ideen verarbeitet. Alle
unsere Schwierigkeiten beginnen mit der Sprache. Die Worte und ihre Bedeutungen
ändern sich innerhalb weniger Jahre und ihr Sinn geht mit der Zeit verloren.
Unterschiedliche Wissensgebiete verwenden jeweils ihre eigene Sprache, die von
anderen nicht mehr verstanden wird. So entwickeln die höchsten Instanzen der KI
ebenfalls eine Sprache, die ihrem Wissen entspricht.

Im Fortsetzungsroman Endymion erscheint eine Lehrerin, die eine neue Sprache
lehrt. Sie lehrt die Sprache der Toten, die Sprache der Lebenden und die bindende
Leere. Die Sprache der Toten ist vergleichbar mit buddhistischer Meditation. Im
Zustand der reinen Wahrnehmung existieren keine Gedanken mehr. Es ist das
Wissen ohne Worte oder die Erfahrung des vollkommenen Seins.

Die Sprache der Lebenden ist die Empfindung des Lebendigseins und der damit
verbundenen Empathie zu anderen Wesen.

Die bindende Leere ist der Raum, der durch das Bewusstsein erfahren und genutzt
werden kann.

Die Grundidee ist, dass wir in einem Zustand der Verwirrung leben, in dem wir
Bewusstsein nicht erfahren, sondern lediglich an Glaubenssätzen festhalten,
bei denen es keine gemeinsame Sprache und daher auch kein gemeinsames
Verständnis geben kann.

Es geht um eine hoch entwickelte Lehre der Bewusstseinsentwicklung, die notwendig
wurde, da die höchsten Instanzen der KI die Menschheit nach belieben manipulieren
konnte. Die Macht der KI – des Techno Core – bestand darin, dass sie der Menschheit
ihre Sprache aufgezwungen hat und damit ihre eigene Technik und Logik.

Gruß
nemo


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