Geldpolitik

Nico, Donnerstag, 07.02.2019, 21:41 (vor 511 Tagen) @ BerndBorchert4068 Views

Der Unterschied besteht darin, dass die normale ZB-Geldschöpfung (also die
Herausgabe von ZB-Geld) ein Kauf der Staatsanleihe mit fester
Rückkaufvereinbarung (Termin, Preis) ist - was praktisch einer
Verpfändung der Staatsanleihe gleichkommt, während der Kauf auf dem
offenen Markt ein Kauf (inklusive Herausgabe von neuem ZB-Geld) ohne
Rückkaufvereinbarung ist.

Der Unterschied dürfte bei Staatsanleihen vernachlässigbar sein, und hat auch nichts mit der Geldtheorie zu tun.

Daraus ergibt sich als weiterer Unterschied der
Preis: bei der normalen Geldschöpfung wird von der EZB der Nominalwert der
Anleihe "gezahlt", beim Kauf durch die EZB ein Marktpreis.

Dürften sich aber kaum signifikant unterscheiden, und eine Relevanz für die Geldtheorie ist nicht erkennbar.

Die ZB kauft dem Staat keine Papiere ab, um ihn im Würgegriff zu halten – das ist alles.

Das Kaufen von eigenen Staatsanleihen auf dem offenen Markt ist an sich
schon etwas zweifelhaft, denn die Frage ist: "Warum macht die ZB das?

Geldpolitik?

ist
das aus einer Notlage heraus?".

Debitisten glauben das bestimmt. Gibt es aber nicht so viele von.

Aber andererseits wird das Prinzip "ZB-Geld
gegen Schuldschein" eingehalten, und so bleibt auch beim Offen-Markt-Kauf
die Absicherung des Geldes erhalten

Hier bin ich jetzt nicht ganz mitgekommen: wie, und vor allem wem gegenüber ist das Geld nun „abgesichert“?

Wenn da also ein Investor sein ganzes Geld in – ähm – Geld investiert hat, und er nun aber für sein Geld kein Geld mehr bekommt, dann kann er nun zur ZB gehen, und bekommt für ein Papier auf dem z.B. 100 € und EZB drauf steht nun ein Papier ausgehändigt, auf dem 100 € und Staatsanleihe drauf steht? Raffiniert!

Oder ist es die ZB, die sich absichert? Für den Fall, dass sie kein Geld zurückbekommt, welches sie aber selbt druckt?

(ich würde es übrigens "Deckung"
durch den Staat und dessen Zugriff via Steuern auf dessen
Wirtschaftsleistung nennen, aber ich weiß, dass Debitisten den Ausdruck
"Deckung" nicht mögen - oder war es der Ausdruck "Wert", den sie nicht
mögen?)

Na ja, inzwischen ist der Steuerzahler ja längst froh, dass da überhaupt noch jemand sein Geld haben will. [[zwinker]]

Wenn die Bedienung der gekauften Staatsanleihen durch die eigene ZB
ausgesetzt würde, und seien es nur die Zinsen, hätte das so einen enormen
Alarmeffekt, dass es zu Eskalationen kommen sollte.

Dann haben wir ja von Beginn an Daueralarm, weil die Zentralbanken schon immer Staatsanleihen monetisiert haben. Am liebsten ja auch dann, wenn bereits Panik da ist, wie etwa 1987 oder 2008. Nur dass sich genau dann aber wieder alles normalisiert hat.

Ich glaube alle solche Versuche in der Geschichte sind mit einer
Katastrophe geendet. Aus gutem Grund: Denn die Deckung des Geldes durch den
Staat und seine Wirtschaftsleistung wird aufgelöst.

Nein, noch haben diese Versuche jede Katastrophe erst abgewendet.

An dieser Schraube "Bedienung der Staatsanleihen" sollte man nicht drehen,
es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Übrigens war das laut Welt Artikel auch nur ein Vermögensverwalter
Fuzzi, der das fordert - insofern sollte man das nicht zu ernst nehmen.

Ich habe mir diesen Artikel nicht durchgelesen, aber ich vermute mal, dass er verfasst wurde, genau damit das nicht ernst genommen wird.

Bernd Borchert

[[herz]]

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...


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