Kann man so nicht pauschalieren

der_Chris, Nördl. Ruhrgebiet, Freitag, 11.01.2019, 11:29 (vor 505 Tagen) @ Dieter3371 Views

Hallo,

zuallererst: persönlich kenne ich derartige Strukturen nicht, höchstens
aus der Ferne.

Sehr gut! Es geht nämlich an die Substanz

Aber ich denke, falsche Autoritäten können sich auch in Kleinbetrieben
etablieren, zumindest für wenige Jahre. Die Kleinbetriebe sind dann
allerdings aufgrund dessen existenzgefährdet, was große Firmen mit ihrer
Marktmacht besser kompensieren können. Insofern können sich negative
Leitungs-Strukturen in Großbetrieben weit aus besser etablieren und
halten. Aber es gehören immer zwei Seiten dazu:

Aus kleineren Unternehmen kenne ich eher den patriachischen Chef mit tlw. cholerischen Zügen. Auch unangenehm, aber sehr schnell durchschaubar - dann kann auch schnell gehandelt werden.

Und so frage ich mich allen Ernstes: Wieso arbeitet man jahrelang als
Arbeitnehmer in einem Umfeld, bei dem der Vorgesetzte keine natürliche
Autorität hat und das soz. Umfeld nicht paßt?
- nur des Geldes wegen, oder der Bequemlichkeit wegen, der
Arbeitsplatzsicherheit wegen ?

Zum Einen dauert es häufig mehrere Monate, bis die Strukturen ersichtlich werden. Das Abchecken ist ein Prozess und bis offen aufbricht, das man einem Idioten gegenüber sitzt kann eine Weile Zeit ins Land gehen. Zum anderen sind Gründe für den Fortgang vielschichtig abzuwägen
- pers. Lebensumstände (z.Bsp. Eigenheim anne Hacken)
- Kinder, damit Gebunden an ortsnahen Job
- Wieviele Wechsel will man im Lebenslauf haben?
- Natürlich spielt Geld, Schmerztoleranz und Sicherheit auch bei vielen eine Rolle
- adäquater Ersatz
- Das Märchen vom Fachkräftemangel relativiert sich sehr schnell, wenn man Spezialist ist (enge Branche) oder gerade was bietet, was wenig nachgefragt wird, oder, oder...

Aus meiner Sicht sind das alles keine nachvollziehbaren Gründe. Normal
wäre doch, wenn man ein paar Monate, nachdem man negative
Strukturen/Fähigkeiten durchschaut hat, abzuhauen und das Risiko einer
Alternative eingeht.

Der Mensch hofft auf Besserung und gerade eingesetzte Manager diskreditieren sich regelmäßig - wie oft haben wir als Kollegenkreis damit gerechnet, dass es der letzte Hammer war, den A.R.Schloch sich gerissen hat. Manchmal löste sich das Problem aber auch dahingehend, dass der Abteilungsleiter plötzlich zum Deutschlandchef wurde.
Im konkreten Fall haben sich von 30 Büroleuten (300 Gesamtpersonal) innerhalb von 12 Monaten 15 verabschiedet.
Getreu dem Motto: Schick deinen besten Mann - geh selbst![[zigarre]]

Gruß Dieter

--
Gruß
Der_Chris
Die falschen Ehrlichen sind die wahren Gefährlichen


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