Volle Zustimmung, aber auch Verständnis für @Olivia

Plancius, Sonntag, 06.01.2019, 17:41 (vor 510 Tagen) @ Taurec4641 Views

Deiner Analyse kann ich voll und ganz zustimmen. Da wir jedoch wegen des nicht unerheblichen Anteils an Ausländern in Deutschland tagtäglich Umgang mit ihnen pflegen, sei es auf der Arbeit, im Geschäft oder im Verein, kann man leicht zu solchen Schlüssen kommen, wie @Olivia sie äußert.

Im Alltag pflege auch ich lieber den Umgang mit einem zivilisierten Muslim oder einem angepassten Afrikaner als mit einem asozialen Deutschen. Bestes Beispiel ist ein in den späten 60ern hier geborener Türke, mit dem ich bis vor kurzem bei einem Kunden viel zusammen gearbeitet haben. Er sprach akzentfreies Deutsch, wenn er wollte auch mit Kölschem Akzent. Im Kölner Speckgürtel besaß er ein Haus, welches inklusive Grundstück in einem tadellosen Zustand war. Nach der Müllabfuhr hat er sogar immer seine Mülltonne ausgewaschen. Auch seine Kinder waren wohlerzogen und glänzten auf dem Gymnasium mit sehr guten schulischen Leistungen.

Ich fühlte mich mit ihm sehr verbunden, da ich mit ihm auf gleicher Wellenlänge kommunizieren konnte, d.h. wir teilten ein ähnliches Wertesystem. Das konnte ich zu meinen deutschen Kollegen überhaupt nicht behaupten. Ich fand zwar meine Kollegen sehr nett, sie waren jedoch alle voll auf Mainstream gebürstet, d.h. sie wetterten gegen Trump, sie bewunderten Merkel, wie sie Deutschland in schwerer Zeit steuert und lenkt, sie wollten lieber heute als morgen Deutschland abschaffen und in einem gemeinsamen Europa aufgehen.

Sowohl mein türkischer Kollege als auch ich blicken mit Verachtung auf das Wertesystem der meisten Deutschen. Obwohl er in Deutschland geboren und sozialisiert wurde, findet er die Mehrheit der Deutschen nur widerlich und absolut ehrlos. Für ihn ist ein Mensch in der Hierarchie ganz unten angesiedelt, der sein Land und seine Vorfahren verachtet. Daher findet er keinen Zugang zu deutschen Werten und wird sich auch nie als Deutscher bezeichnen. So wie ich mein deutsches Vaterland liebe, so liebt er sein türkisches Mutterland. Erdogan ist s e i n Präsident. Bei jedem Besuch seines Staaspräsidenten pilgerte er in die Kölnarena.

Obwohl wir ein sehr ähnliches Wertesystem vertraten, so trennten uns doch Welten, wie die Vorstellung einer künftigen Gesellschaftsordnung in Deutschland aussehen sollte. Während ich natürlich großen Wert darauf lege, dass wir wieder zu unseren deutschen Wurzeln zurückkehren, sieht er die Zukunft Deutschlands in einem islamischen Staat. Er erzählte mir viel davon, was in seiner türkischen Teestube diskutiert wird. Wenn sie - die Türken - in Deutschland erst einmal eine kritische Masse erreicht haben, dann wird wieder Ordnung in Deutschland geschaffen - natürlich unter türkischer Führung - und der verhasste jetzige gottlose Staat auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden. Dann wird Schluss sein mit Multikulti, Homoehe, Vaterlandsverrat, Genderschwachsinn, Feminismus usw.

Wie das alles vonstatten gehen soll, kann man in Hollebeques Roman "Unterwerfung" nachlesen.

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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