Offener Brief an die Katholische Frauenbewegung in der ED Wien

helmut-1, Siebenbürgen, Freitag, 28.12.2018, 11:03 (vor 523 Tagen) @ helmut-15361 Views

An die Katholische Frauenbewegung ED Wien

-Ihre heurige Weihnachtsbotschaft „Fürchtet Euch nicht“ 28.12.2018

Sehr geehrte Frau Christine Saliger
Sehr geehrte Frau Franziska Berdich
Sehr geehrte Frau Cristina Lanmüller-Romero

Aufmerksam habe ich die Weihnachtsbotschaft der KFB im Internet gelesen. Wenn es einen Grund gibt, den Inhalt dieser Botschaft zu akzeptieren, dann liegt er für mich in meiner grundsätzlichen Einstellung zur Meinungsfreiheit. Als Anhänger von Voltaire vertrete ich die Meinung, die man ihm nachsagt (von Beatrice Hall publiziert):

"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."

Ich bin mir nicht sicher, ob das von den Leuten, die in unserer Gesellschaft sozialpolitische Aufgaben übernehmen, auch so gehandhabt wird.

Natürlich wird in Ihrer Botschaft die Situation in Schwarz-Weiß-Mentialität dargestellt und in der Rhetorik überzeichnet. Das mag Mittel zum Zweck sein, damit Ihre Botschaft auch beachtet wird. Trotzdem fällt mir bei der Beurteilung Ihrer Aussage neben einem Bibelwort (Lukas 23,34) spontan ein Sprichwort ein:

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.

Warum das ein Weg in eine Richtung ist, die niemand befürworten kann, der sich in der Verantwortung für die zukünftigen Generationen sieht, ergibt sich schon aus der Bevölkerungsstatistik.

Statistik für Österreich:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/293102/umfrage/auslaenderanteil-in-oeste...

Statistik für Wien:

https://www.wien.gv.at/statistik/pdf/jb-2018-0512-menschen.pdf

Daraus ergibt sich eine vorhersehbare Entwicklung in der Gesamtbetrachtung, wie es z.B. hier dargestellt wird:

http://www.heimatforum.de/index_statistik.htm

Es ist unschwer vorauszusehen, dass diese Einstellung zum weiteren Abbau der Kirchenmitglieder führen wird. Wie aus der Statistik zu ersehen ist, schrumpfte die Zugehörigkeit bei der Katholischen Kirche in Österreich von 45,8% (1950) auf 28,6% (2016). Es kann keine Beruhigung sein, dass es bei der Evangelischen Kirche ähnlich ist.

https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Mitgliederentwicklung_in_den_Religionsgemeinsc...

Die grundsätzlichen Einstellungen sowie Interessenslagen bei den christlichen Kirchen sind der Grund dafür. Dabei gäbe es genügend Ansätze im sozialen Bereich, wo man sich ernsthaft engagieren könnte, auch finanziell. Ich möchte nur ein paar Beispiele aufzählen.

- Ich erinnere mich an die Diskussionen, als meine mittlerweile erwachsenen Kinder im Kindergarten waren, als es darum ging, Verbesserungen in der Einrichtung, im Personalwesen oder auch nur in der Aussattung des Spielzeugs zu erreichen. Da war nach Aussage der Kirche meist kein Geld dafür da.

- Ich erinnere mich an die hauptberufliche Tätigkeit meiner verstorbenen Frau in einer katholischen Behinderteneinrichtung sowie an die oftmals für mich erschreckenden Zustände. Mit Rücksicht auf die verbleibenden Kollegen in dieser Einrichtung möchte ich da auf keine Einzelheiten eingehen.

- Ich erinnere mich an meine ersten Schuljahre, als ich mich in einer von Nonnen geführten Einrichtung befand. Dasselbe Los war meiner damaligen und auch meiner jetzigen Frau beschieden. Es hatte zum „Erfolg“, dass wir uns alle einig darüber waren, unseren Kindern das niemals zuzumuten.

- Ich verweise auf die bekannte Tatsache, dass die Altenpflege im häuslichen Umfeld ohne die fragwürdige Beschäftigung der vielen osteuropäischen Frauen als Scheinselbständige völlig zum Erliegen kommen würde. Die Pflegebedingungen der christlichen Einrichtungen sind ein Teil dessen, was zu dieser Situation geführt hat.

- Ich habe im Internet unter dem Begriff : „Katholische Frauenbewegung Österreich zu Kindesmißbrauch in der Katholischen Kirche“ gegoogelt. Ich habe keinen einzigen Eintrag dazu gefunden. Aber wahrscheinlich habe ich da etwas Falsches eingegeben.....

Damit will ich klarstellen, dass die christlichen Kirchen, allen voran die katholische, genügend Betätigungsfeld im sozialen Bereich hätten, wo sie unter Beweis stellen könnten, sich um gewisse Bevölkerungsschichten ernsthaft und mit Erfolg zu bemühen. Ich erwähne das hauptsächlich im Zusammenhang mit den von Ihnen in der Botschaft verwendeten Worten „soziale Verantwortung“ und „Ausgegrenzten“. Das, was wir täglich beobachten, führt letztlich dazu, dass bestimmte österreichische Bevölkerungsgruppen langfristig ausgegrenzt werden, weil die vorhandenen finanziellen Mittel für andere Zwecke benötigt werden.

Von den Urinteressen der christlichen Weltanschauung will ich gar nicht sprechen. Ich gehöre zu den überzeugten Verfechtern einer gemeinsamen christlichen Kirche, - insbesonders angesichts des zunehmenden Einflusses des Islam. Natürlich unter Beibehaltung der sekundären liturgischen Details für jede Glaubensrichtung, aber unter Festlegung der gemeinsamen Prioritäten. Meine Anfrage, wie es um die Einigung der christlichen Kirchen (kath.,evang.,orth.) betreffend eines gemeinsamen Weihnachts- und Osterfestes steht, blieb unbeantwortet. Letztere erfolgte vor einigen Jahren an Kardinal Müller von der Glaubenskongregation im Vatikan. Aber anscheinend sind derartige Überlegungen beim Vatikan nicht so wichtig.

Dafür engagiert sich der Papst vermehrt bei der Annäherung zum Islam. Dabei hätte der Vatikan mit seiner enormen Finanzkraft sicher Möglichkeiten, diese Einstellung gegenüber den Immigranten, die Sie in Ihrer Botschaft angesprochen haben, unter Beweis zu stellen. Meines Wissens aber beherbergt der Vatikanstaat derzeit lediglich 14 Familien aus dem Immigrantenbereich. Hier aber zeigt sich wieder die Gemeinsamkeit mit anderen Liturgien. Beispiel: In der rumänischen Orthodoxie kennt man das Sprichwort:

Du sollst das tun, was der Pfarrer sagt, nicht das, was der Pfarrer tut.

Das kann man auch auf die „Gutmenschenphilosophie“ übertragen. Diese Philosophie besteht darin, dass man sich sozial engagieren will, und das nach Möglichkeit auch für sich oder seine Organisation öffentlich propagiert. Aber nur solange, wie es nicht an den eigenen Geldbeutel geht. Für die Unterbringung sowie die medizinische und finanzielle Versorgung der Immigranten soll gefälligst die Allgemeinheit aufkommen, auf keinen Fall will man da selbst finanzielle Verantwortung übernehmen.

Ich persönlich sehe vieles mit gemischten Gefühlen, was Sie in Ihrer Weihnachtsbotschaft angesprochen haben. Gerade Ihre Einstellung zur Immigrantenfrage sehe ich von einer anderen Seite. Ich habe das vor einem Jahr anläßlich der Neujahrsansprache der deutschen Bundeskanzlerin in Form eines Offenen Briefes zum Ausdruck gebracht, der nach den mir zugegangenen Informationen mehr als 3,5 Mio mal angeklickt wurde.

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/offener-brief-an-dr-angela-merkel-bundesk...

Die Empfehlung aus der Bibel (Matthäus 5:39) kann ich beim besten Willen nicht für die heutige Situation verwenden, zumal es sich bei den Opfern dieser unüberlegten Politik überwiegend um Frauen und Minderjährige handelt. Um ehrlich zu sein, - es missfällt mir, mit den Folgen dieser Immigrantenpolitik konfrontiert zu werden, - z. B. zu Weihnachten auf den Christkindlmärkten. In Österreich ist es ja noch etwas ruhiger, wie man hier sehen kann:

https://www.vienna.at/sicherheitsmassnahmen-rund-um-die-wiener-weihnachtsmaerkte-2017/5...

Aber in Deutschland sieht das ganz anders aus:

https://ibb.co/McZrVYJ

https://www.bz-berlin.de/berlin/charlottenburg-wilmersdorf/der-weihnachtsmarkt-am-breit...

Da bin ich doch froh darüber, dass wir dieses Problem in Siebenbürgen nicht haben, - da ist der Weihnachtsmarkt in Hermannstadt immer noch ohne Poller geblieben:

https://ibb.co/hZrktts

Bei uns können die Frauen auch in der Dunkelheit durch die Straßen der Stadt noch ohne Angst gehen. Und man muss ihnen nicht zurufen, - um mit Ihrer Überschrift in der Botschaft mein Schreiben zu beenden- „Fürchtet Euch nicht!“ Denn die „Kultur der Angst“, so wie Sie es benannt haben, wurde durch die vorangegangene falsche Politik verursacht, - eine Politik, die Sie offensichtlich unterstützen.

Vielleicht denken Sie darüber nach, - die letzte Stunde im Alten Jahr bietet sich dafür an. Trotzdem, - und gerade deshalb – entbiete ich Ihnen die besten Neujahrsgrüße und wünsche Ihnen vor allem Gesundheit im Neuen Jahr!

Mit freundlichen Grüßen
Helmut N.
Siebenbürgen


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