Die Realität, Kafka und der tägliche Wahnsinn

nemo, Mittwoch, 07.11.2018, 16:22 (vor 565 Tagen) @ Kosh2710 Views

Auch das Ding mit der Simulation scheint eine fast religiöse
Anziehungskraft zu besitzen.

Wenn die Simulation real ist, welchen Wert hat dann die Aussage, dass sie

“zur Realität wurde”?


Der Wert dieser Aussage liegt in der Beobachtung, dass Werte, Ideale und Ziele
wie Freiheit, Humanität, lebenswerte Bedingungen, Familie, Identität, Solidarität,
Vernunft, Umweltbewusstsein, Arbeit und Nächstenliebe nicht wirklich,
sondern nur noch als Simulation existieren.

So wie die eigentliche Aufgabe einer Demokratie, die Herrschaft und Souveränität
des Volkes bedeutet, aber de facto eine Herrschaft des Kapitals ist.

Das führt zu einer Form der Wahrnehmungsverzerrung bzw. Realitätsverzerrung
bei der Dinge für wahr und real gehalten werden, die es nicht sind.

Nun haben einige Menschen erkannt, dass eine wirkliche Entwicklung nicht
stattfindet und nicht stattfinden kann, wenn wir in einer unwirklichen Welt
existieren. Evolution ist aber Entwicklung. Deshalb findet auch keine statt.

Um das zu verstehen ist es von Vorteil, sich etwas mit spirituellen Lehren zu
beschäftigen und dafür Vorurteile, sofern vorhanden, zurück zu stellen. Dann
wird klar, dass sich unwirkliche Dinge nicht entwickeln können, sondern
degenerieren. Man nennt es Involution. Oder umgangssprachlich ausgedrückt:
Wir werden immer dümmer, unfähiger und gestörter.

Evolution geschieht nicht von selbst, sondern ist ein Akt der Bewusstheit,
der eine reale Welt und Wahrnehmung als Grundlage voraussetzt. Ist diese
Bedingung nicht vorhanden, wird jede Entwicklung zu etwas anderem.
Das ist so, als würde man morgens aufstehen und zum Bäcker gehen
wollen um Brötchen zu kaufen, aber nie beim Bäcker ankommen, weil
auf dem Weg dorthin alle möglichen anderen Dinge geschehen und man
den Bäcker schließlich vergisst.

Das ist tatsächlich eine Form der Geisteskrankheit. Menschen die in
psychiatrischen Stationen landen, finden sich oft dort wieder, ohne zu
wissen, was sie vorher eigentlich getan haben. Sie können es nicht mehr
rekonstruieren, weil die Wirklichkeit nicht mehr real ist.

Dieses Beispiel trifft auch auf die Gesellschaft insgesamt zu, die nicht
mehr weiß, wie es dazu kommen konnte, dass sie die Fähigkeit verlor
sinnvolle Schlüsse zu ziehen und Zustände erschafft, die an die
Erzählungen von Kafka erinnern. Man kann auch sagen, der Wahnsinn
ist zur Realität geworden.

Vielleicht erkennst Du die Radikalität des Gedankens der Simulation.
Man versteht ihn, wenn man erkennt, dass alles auf Bewusstheit und
Wahrnehmung beruht. Das trifft tatsächlich auf jedes Lesewesen zu.
Jedes beliebige Tier in freier Wildbahn, würde innerhalb von ein paar
Tagen sterben, wenn es aufhören würde in der Wirklichkeit zu leben.
Beim Kollektivismus dauert es nur länger. Schließlich bringt einen
Glyphosat und Mikroplasik nicht sofort um. Aber vielleicht in zehn
oder zwanzig Jahren. Die Mediziner werden dann lange herum rätseln,
warum die meisten Menschen an Krebs sterben. Und wahrscheinlich
werden sie Autoabgase und den Verzehr von Fleisch dafür
verantwortlich machen.

Gruß
nemo


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