"Ausgerottet" in diesem Zusammenhang evtl. der falsche Begriff? Ansonsten völlig d'accord.

neptun, Montag, 05.11.2018, 18:19 (vor 692 Tagen) @ Tempranillo4309 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 05.11.2018, 18:29

Lieber Tempranillo,

für diesen anscheinend von Dir gern verwendeten Begriff "ausgerottet" finde ich im "DUDEN - Deutsches Universal Wörterbuch" folgendes:

["zu veraltet rotten = völlig vernichten]: (in blindem Haß, sinnloser Wut o.ä.) vollständig, bis zum letzten Exemplar vernichten, vertilgen [ ... ]"

Abgesehen davon, daß es sich hier nicht um blinden Haß, sondern um skrupelloses und menschenverachtendes Kalkül handelt, steht es demnach zu diesem Begriff im Widerspruch, ihn zusammen mit einer Zahl zu verwenden, es sei denn, daß mit dieser Zahl dann niemand der "Zielgruppe" überlebt hätte.

Du verwendest den Begriff hier ähnlich wie z.B. schon hier (Sogar die Juden hat Hitler nicht "ausgerottet", sonst hätte es nach ihm keine mehr geben dürfen.) oder hier, alles in Verbindung mit Zahlen, obwohl es offensichtlich (sehr, sehr viele) Überlebende gegeben hat.

In vielen anderen Zusammenhängen verwendest Du ihn (wie ich das sehe) durchaus "korrekt". :-)

Ansonsten:

Es war klar, sie werden es auf diese Tour versuchen. Eine andere Möglichkeit haben sie ja nicht. Viel schlimmer ist, daß sie damit durchkommen.

Ja, sie tun es (=sie lügen) gehirnwäschemäßig immer wieder, und daß sie damit durchkommen, liegt möglicherweise vornehmlich daran, daß diese Lügen bei genügend Wiederholungen (das müssen leider oft gar nicht mal so viele sein!) in den meisten Köpfen eben doch zu "Wahrheiten" werden. :-(

Deshalb halte ich es durchaus für sinnvoll, oft dagegen zu halten, indem man, wie Du, aufzeigt, wie es sich tatsächlich verhält. Das ist auch der Hauptgrund für meine Antwort, die "Meckerei" wegen des Begriffs ist eher nebensächlich, und überhaupt nicht böse oder zurechtweisend gemeint. Ich bin halt ein Sprach-Pingel. <img src=" /> *)

Nichts für Ungut.

LG neptun

*) OT:
Das ist übrigens auch ein Grund dafür, daß ich als Erwachsener nach einem für mich weitgehend vergeblichen Jahr Schulfranzösisch mich nicht mehr intensiv um diese Sprache bemüht habe: Mit meinen eigenen Ansprüchen fühle ich mich hierbei überfordert. Dennoch habe ich es dieses Jahr mal wieder anläßlich einer Radtour für einige Tage geschafft, mich in F. auf "französisch" durchzuschlagen (u.a. habe ich bei einem fahrenden Pizza-Verkäufer, der nicht ein Wort Deutsch oder Englisch konnte, die von mir gewünschte Pizza einschl. Getränk erstanden); man darf den Franzosen ja höchstens in der Weise mit Deutsch oder Englisch kommen, daß man sie nach einem "Pardon, je ne parle pas français, mais un très petit peu." fragt: "Parlez vous Anglaise ou Allemande?". (Du kannst mir sicher sagen, wie viele Sprach- und Rechtschreibfehler da drin stecken, von der Aussprache mal abgesehen.) Den abgrundtief schlechtesten Versuch, sie in ihrer Muttersprache anzusprechen, quittieren sie damit, daß sie mit wohlwollender Begeisterung auf einen eingehen; anderenfalls hat man bei ihnen sofort verschissen. Der Pizza-Verkäufer hat mir das nach viel Lob über meine Versuche anhand von zitierten (Gegen-)Beispielen ("Du sprechen deutsch?") auch wortreich ausgeschmückt, wobei ich natürlich höchstens die Hälfte verstehen konnte.

Ich würde gern mehr davon können (es ist wirklich kaum mehr als das o.E.), allein um die oft von Dir verlinkten frz. Videos verstehen zu können, aber obwohl mir wie Dir auch (im Gegensatz zu Dir aber schon in der Schule) das reine Vokabel-Pauken (bei mir Latein) Spaß gemacht hat, bringe ich "auf meine alten Tage" die Energie nicht mehr auf.

--
Weil es permanent besonders aktuell ist:
"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)


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