Zusammenbruch des Systems von oben oder unten oder aus der Mitte

Silke, Samstag, 22.09.2018, 16:26 (vor 618 Tagen) @ aprilzi3059 Views
bearbeitet von Silke, Samstag, 22.09.2018, 16:31

Liebe Grüße in den tiefsten Balkan,

- von oben weil die Besicherung (Besteuerung) der Finanzierung (Aufschuldung) misslingt, oder
- von unten weil die Substanz verbraten wurde (nicht weil die Leute in der Planwirtschaft alle faul waren, sondern weil Kommandowirtschaft sehr uneffektiv ist - erst in Kombinaten irgendetwas herstellen und dann nach Käufern suchen ist nicht klug, egal wie fleißig man ist)
- oder aus der Mitte die schwarzen Schwäne mit ihrem Systemsimplifizierungsdruck

Im Sozialismus waren die Zinsen wie jetzt, nahe Null.

Die Privaten konnten sich nicht verschulden (und zum Lohn bei Erfolg Eigentum anhäufen) um Nachschuldner zu jagen - keine new credits.
Die steigenden Rohstoffpreise und "In der Mikroelektronik sind wir ganz groß" gaben der DDR mit mindestens 3 Mrd. in den Sand gesetzten Investitionen, über dunkle Kanäle am Embargo vorbei verschafft den Rest in einer sich digitalisierenden Welt. Mind. 10 Jahren Nachhängen hinter der westlichen Technologie (die berühmten 1 MB-Chips wurden mit Toshiba-Technologie gebaut)war unaufholbar.
Außer auf Braunkohle und Salz hate das Kand keinen Zugriff auf wichtige Rohstoffe. Die Uranproduktion der Wismut ging nach Russland wie übrigens aberwitzig viel Reparation nach Osten und das Ausbluten nach Westen (etwa drei Mio. sollen bis zum Mauerbau geflüchtet sein) kompensiert werden mussten.

Der Sozialismus vertrieb die Menschen aus den Dörfern in die Städte
durch Fabriken, Kombinate.

Der Kapitalismus auch. Ganze Dörfer und Regionen sterben aus.

Die Dörfer existierten und auch der Sozialismus, solange die alten noch
lebten und arbeiteten.

Große Regionen voller Rentner.

Im Sozialismus konntest du keine Fabrik klauen. Es gab auch kein Anreiz,
die Fabrik zu Schrott zu machen, da kein uebermaessiges Eigentum erlaubt
war.

Volkseigentum hatte keine Verteidiger und die Allmende gleich gar nicht.

Im Kapitalismus wurde alles zu Schrott gemacht.

Die Ressourcenvernichtung klappt halt um den Faktor 10 effektiver.

Und jetzt ist die Natur wieder Herr im Hause.

In Tschernobyl.

Kapitalismus bedeutet eigentlich Rückschritt. Denn das was aufgebaut
wurde, wurde billigst verschrottet.

"Also: wenn schon leben müssen (vor der Geburt wird keiner gefragt), dann nur Subsistenz. Wenn schon Staat, der automatisch kommt (und geht und in immer neuen Formen wiederaufersteht, derzeitiger Stehburger ="Demokratie", wie wie x-fach nachzuweisen, untergehen MUSS), dann Kapitalismus."
@dottore

Im Sozialismus feierten die Ingenieur-Berufe ihren Höhepunkt. Im
Kapitalismus sind an erster Stelle Juristen und Betriebswirte König.

Ingenieure sind immer gefragt haben im Sozialismus sehr viel geleistet und leisten heute auch – es sind Problemlöser. In Machtsystemen sind aber Juristen (Vertragsgestaltungen) näher an der Macht.

Das eine baut etwas auf, das andere sind Schnorrer, die von der Arbeit der
Ingenieure leben wollen.

Die Arbeiter müssen fleißig umsetzen, die Unternehmer gut verteidigen, das Managment richtig managen sonst geht das Unternehmen in die Pleite.

Der Kapitalismus fördert Parasiten. Im Sozialismus ist es verboten
Parasit zu sein.

Wer überall Hängematten aufstellt darf sich nicht wundern, wenn sich Leute reinlegen.
SED-Witze waren auch verboten, trotzdem wurden sie erzählt.
Westgeld war ab 1979 auch verboten und musste gegen Forumschecks umgetauscht werden - wurde aber nicht von allen getauscht.
Die ganzen Parteiniks und Schnüffler waren unproduktiv.
Der nichtproduktive Sektor explodierte über die Jahre.

Der Schuldendruck wurde im Sozialismus dadurch gelöst, dass die Gehälter
sehr niedrig waren.

Die Staatsverschuldung wuchs schnell ohne ausreichende Besicherung (Besteuerung). In den letzten Jahren schuldete die DDR so schnell auf, dass alle wussten "das wird nichts mehr".

Im Sozialismus war man bestrebt den Westen zu kopieren.

Klauen, kopieren, kriminell sein - aber nicht nur.
Kühlanlagen, Malimo, Vorgänger der Ikeamöbel, Krananlagen Eberswalde, Werkzeugmaschinen, Optik uva. waren weltmarkttauglich. Das wurde dann mit jedem Jahrzehnt schlechter.

Also ohne den
Westen war der Osten nicht innovativ genug.

Ohne den Schuldendruck der Privaten und Kombinate.

Das Resultat in beiden Systemen ist die niedrige Geburtenrate und das
Aussterben der Bevölkerung.

Gastarbeiter aus Mosambik, Vietnam, Kuba und Algerien hier - Türkei dort.

So das war es, was ich dazu schreiben kann.

Sehr gut zusammengetragen.

Liebe Grüße
Silke


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