Esoterik vs. Pseudoesoterik

Weiner, Mittwoch, 19.09.2018, 10:42 (vor 619 Tagen) @ NST2147 Views

Hallo NST,

ich muss noch einen kleinen Nachtrag machen. Vielleicht klingt es abwertend, wenn ich den Begriff 'Pseudoesoterik' gebraucht habe. Ich will damit niemand treffen und bin ja froh, wenn Menschen, etwa anstelle TV zu glotzen, sich mit Meditation beschäftigen.

Echte Esoterik hat nach meiner Auffassung und Erfahrung darüber hinaus etwas Existentielles, es ist eine Art Lebensentscheidung. Um im genannten Beispiel zu bleiben: es genügen da nicht Meditationskurse an der Volkshochschule noch Erfahrungen in einem indischen Ashram unter einem berühmten Guru, sondern die Meditation muss permanenter Teil des Lebens und (hoffentlich ...) Tor zu einem neuen SEIN werden.

Diese Esoterik ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Man schließt sich dabei etappenweise von der 'Außenwelt' weitgehend ab (deswegen esoterisch, mithin 'verborgen'). Dann beginnt mit der 'Innenwelt' ein Dialog, Erfahrungsaustausch und ein Entwicklungsweg, der bei weitem anspruchsvoller ist (intellektuell, psychisch und physisch) als der Umgang der so genannten "Naturwissenschaften" mit der 'äußeren Welt'. Wenn man auf letzterem Wege, also exoterisch, eine schlechte naturwissenschaftliche Dissertation abliefert, dann hat man vielleicht verminderte Karrierechancen. Wenn man aber 'esoterisch' einen Fehler macht, landet man in der Klapsmühle - und hat dabei dann noch Glück gehabt.

Wenn Thomas Campbell vorhat, mit eingeworbenem Geld Experimente im Bereich der Esoterik zu machen (oder im Bereich PSI und Neurowissenschaften), dann hat er dieses Prinzip nicht verstanden. Der einzige Experimentiertisch zu dem wir uneingeschränkten, direkten und ethisch vertretbar Zugriff haben (könnten) - und der uns wirklich weiter bringt, sind wir, ein jeder, selbst.

MfG, Weiner


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