Ganz starke Leistung, aber

Silke, Mittwoch, 12.09.2018, 11:26 (vor 631 Tagen) @ Phoenix54744 Views
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 12.09.2018, 12:17

Lieber Phoenix5,

es gibt zu viel Klärungsbedarf, der den Faden zerfleddern würde.
Kannst du nicht Mythos für Mythos anbieten, sonst wird das alles so unübersichtlich, dass niemand mehr Gewinn daraus ziehen kann.

Trotzdem, eine ganz starke Leistung, dass du dich zäh und freundlich wie immer auf den Weg zur Machttheorie machst und damit dein eigenes großes Werk ohne Not in Frage stellst - Respekt.[[top]]

Nachdem mir über die letzten Jahre immer klarer wurde, dass der Debitismus
für Außenstehende nur schwer mit dem Forumsjargon vermittelt werden kann,
habe ich mir überlegt, wie ich mir anno dazumal gewünscht hätte, dass
man mir diese Wirtschaftstheorie (besser: Wirtschaftspraxis) erklärt.

Klasse!

Welche Worte und welche Szenarien hätte man wählen müssen, damit ich mir
einige Jahre an eigener Recherche erspart hätte? Ich habe deshalb das
letzte halbe Jahr damit verbracht, die Kapitel zum Kapitalismus fast von
Grund auf neu zu schreiben (ab dem Kapitel »Der Kapitalismus«).

Das ist einsam. Das hat nur der @dottore gebracht (Gold, Sachwert, Cash, Staatsbankrott, Debitismus, Krisenschaukel, Machttheorie - die Unvollendete).
Die meisten hier und in Parallelwelten versuchen eher, ihre Sicht der Dinge zu optimieren (@MM/PE, @BillHicks, @tar, @weissgarnix und dieser und jener).

Für´s Gelbe gibt es hier eine Kurzfassung. Zur
Langfassung
führt der link in der Signatur.

Vielen Dank.

Um das Grundprinzip des Debitismus nicht allein anhand abstrakter
historischer und ökonomischer Abläufe zu erahnen, sondern wirklich
verstehen zu können, bin ich von der Beschreibung der komplexen
Verflechtungen zwischen Staat, Zentralbank, Geschäftsbank und Publikum
großteils abgerückt und erkläre die realen wirtschaftlichen Abläufe, so
wie sie also tatsächlich stattfinden, anhand von geschäftlichen
Beziehungen zwischen Privatpersonen und hoffe, dass daraus ersichtlich
wird, wie Paul C. Martin den Faden zur Machttheorie logisch weitergesponnen
hat.

Von den Privaten zum System?
Ob das gut geht...
Kernelemente des Systems sind, wie du richtig ableitest, Vorfinanzierungslücke des Systems, Steuererhebung, systemische Aufschuldung und Redistribution sowie Neuverschuldungsdruck um Altschulden bedienbar zu halten.
Start ist bei Uckmuckdu I + II und nicht bei den Uckmuckbenutzern.

Dein Versuch, das Pferd von hinten aufzuzäumen ist spannend um am Debitismus Interessierte für die Arbeit im alten Forumsgeist zu gewinnen. Das hätte @Elli gefallen.

Die Gründe für das zwingende Scheitern des kapitalistischen Systems
kann man nur in der Langfassung nachlesen, um hier nicht den Rahmen zu
sprengen.
Nachdem sogar die Deutsche Bundesbank ihre Homepage mittlerweile von all
dem neoklassischen Mist bereinigt hat, wird es langsam höchste Zeit, dass
der debitistische Konsens auch den Mainstream erreicht.

Da ist noch sehr viel zu berichtigen.
"Notenbanken vergeben niemals Kredite" - sondern räumen Guthaben auf Geld ein (ZB-Guthaben/Scheine/Münzen), wenn akzeptable Titel hereingenommen werden können.

Mir persönlich
blutet nämlich das Herz, wenn selbst Plattformen, die von Lesern des
Gelben frequentiert werden (z.B. das Goldseiten-Forum), noch immer den
Unsinn von »Geld aus dem Nichts«, »Multipler Geldschöpfung«,
»Schuldgeldsystem vs. schuldfreier Goldstandard« etc. vorbeten, als
hätte es die Erkenntnisse des Gelben Forums der letzten zwei Jahrzehnte
nie gegeben, und es gleichzeitig im Gelben selbst relativ still um den
Debitismus geworden ist und die alte neoklassische Leier langsam wieder
Einzug hält.

Das ist die Simulationstheorie in der Praxis...frei flottierende Zeichengruppen.

Mythos I: Banken erfinden einfach Geld und verleihen es

Nein, das tun sie nicht. Sie schaffen Zahlungsmittel, die ein Anspruch auf
Geld sind, so wie das prinzipiell auch jede Privatperson tun kann.

Privatpersonen können untereinander keine Guthaben auf Geld generieren sondern nur gegenseitig Kredit vergeben ("z.B. anschreiben lassen in der Kneipe" @dottore) und Zahlungsmittel erzeugen (die berühmte Serviette zur Dokumentation einer Schuld - "Das ist Geld" @Johann Phillip von Bethmann).

Hierbei kommt es nicht zur Entstehung zusätzlicher Geldsummen, die einer Beurkundung und Bezifferung via ZB-Guthaben und Noten/Münzen per Hereinnahme von Schuldtiteln im WPPG oder bei Ankauf von Titeln bedürfen.
Guthaben auf Geld können nur erzeugt werden wenn die Einbindung in das GB-ZB-System besteht.

Deine Privatperson B(ank) unterscheidet sich von anderen Privatpersonen in einem wesentlichen Detail und nicht in den Vermögenswerten - sie kann und muss ihre vergebenen Kredite bei der ZB refinanzieren (andere Refinanzierungsquellen führen fertig gedacht auch immer nur zur ZB oder wo haben diese geheimnisvollen Quellen ihr Guthaben auf Geld her? - nur von der ZB).
"52. Banken können niemals Geld, aber jederzeit Kredit schaffen.
53. Schaffen sie Kredit, müssen sie diesen refinanzieren (Goldene Bankregel)."
@dottore

Die B, also die GB bzw. das MFI ist vom Machthalter (Gesetzgebende und durchsetzende Instanzen mit den dahinter stehenden Beraternetzwerken) ermächtigt (Banklizenz) die Kredite zu vergeben, deren Verbriefung dann auch systemisch bei der Geldsummenbeurkundung akzeptiert werden (notenbankfähige Titel).

Deine C, also die Notenbank ist vom Machthalter per Gesetz ermächtigt, die Titel gegen Herausgabe der bezifferten Beurkundungen ZB-Guthaben/Scheine/Münzen hereinzunehmen und sich dabei im WPPG per Vertrag zu verpflichten, sie gegen Rücknahme ihrer Beurkundungen wieder herzugeben bzw. die Ankäufe von "was auch immer" gegen Herausgabe der Beurkundungen zu tätigen.

Vielleicht lässt sich mit diesen Gedanken weiterdiskutieren.
Du beschreibst imho. eine Zettelbank.

Danach kommt dann erst die Sache mit den Einlagen (Mythos 2)...
"54. Geld, das jemand verleihen könnte, gibt es in einem Kreditgeldsystem nicht. Niemals. Einen Kredit kann man nicht verleihen. Er kann nur dazu dienen, auf diesen Kredit, der dann als Sicherheit dient, weitere Kredite zu türmen."
@dottore

Das ist der Kapitalismus – ein System, das (nicht) funktioniert.

Doch, doch - es funktioniert.[[zwinker]]

Danke und
Liebe hochachtungsvolle Grüße
Silke


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