Die Qualität und Quantität des Mordens

Oblomow, Leipzig, Freitag, 10.11.2017, 08:15 (vor 968 Tagen) @ neptun4465 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 10.11.2017, 08:25

*) Durch die Hungerkatastrophe werden möglicherweise mehr Menschen
umgebracht werden als Juden im dritten Reich. Aber das kann ja nicht sein,
denn der Holocaust ist an Schlechtigkeit unerreichbar und absolut
unvergleichlich, so das Gesetz! [[kotz]]

Da fallen mir fünf Gedanken und Fragen und ein desillusionierender Schluss ein.

1. Es wird immer von der Masse der Morde unter den Nazis gesprochen. Es gibt Zahlen aus China unter Mao, aus Südamerika unter den Spaniern, aus Russland Kulakenmorde, aus Afrika unter den Belgiern im Kongo usw, die die Morde durch die Nazis steigern.

2. Es wird vom einzigartigen industriell geplanten Morden gesprochen. Wie kann man möglichst viele Menschen möglichst schnell morden? Die Forschungen des Manhattan Projekts folgten genau diesem Ziel und innerhalb von Sekundenbruchteilen Menschen ins Jenseits zu befördern, ist in Hiroshima 'gelungen'. Ich vermute, überall wird gerade geforscht, wie man das industrielle, wissenschaftliche Morden effektiver gestaltet?

3. Es wird immer von Unschuldigen Kindern u.s.w. gesprochen: aber siehez.B. Hiroshima, wo man meines Wissens nicht vorher die Kinder aus der Stadt evakuiert hat. Auch in Vietnam nahm man in Kauf, wie das berühmte nackte Mädchen, dass vor dem Napalm flieht, dass gleichsam kollateral Kinder gemordet werden. Auch in Belgrad nahm es die Wertegemeinschaft hier nicht so genau.

4. Es wird von einem Zivilisationsbruch fantasiert und die zeitliche Nähe der Morde, die immer in Erinnrung bleiben müsse. Wo soll der denn liegen, wenn ich mir die Vernichtungsmaschinerien anschaue, die in Jemen, bei Hutus und Tutsis, Vietnam, in Algerien usw. zu Massenmorden geführt hat.

5. Warum lernen die Kinder nichts darüber in der Schule: gleichsam die Geschichte der menschlichen Widerwärtigkeit, sondern nur die Geschichte der deutschen Widerwärtigkeit. Warum lernen die Kinder nicht die Geschichte der gegenwärtigen politischen Widerwärtigkeit und dem Geschäftlhubern , sondern eher die der vergangenen Widerwärtigkeit der Deutschen?

Schluss: Der Mensch ist unter herrschaftlichen Bedingungen, wie wir sie seit tausenden Jahren zelebrieren, wenn es drauf ankommt und wenn's gestattet bis erwünscht ist, überall und jederzeit ein widerwärtiges , verheucheltes, blutdrünstiges, selbstsüchtiges, feiges, brutales Schwein. Keine Ausnahme. Nix Aufklärung. Nix Entwicklung. Selbstbetrug. Tut mir leid.

Traurig und mitunter feige bis verheuchelt grüßt
Oblomow

--
"Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu sein."


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