Vorfinanzierung

Rybezahl, Mittwoch, 09.08.2017, 13:03 (vor 1146 Tagen) @ Otto Lidenbrock3786 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 09.08.2017, 13:33

Hallo,

ich versuche es mal in einfachen Worten. Hoffe, es hilft.

Nehmen wir doch mal exemplarisch die Gründung der BRD. Wie wurde die BRD gegründet? Mit Schulden. Mit dem daraus resultierenden Geld hat sich die BRD vorfinanziert: die Sachbearbeiter, die Soldaten, die Lehrer, alles nötige, um den Staat ins Rollen zu bringen.
Die BRD wurde also nicht durch eine geheimnisvolle Schatzkiste im Keller vorfinanziert.

Es gibt auch sonst keinen Staat, der sich irgendwie mit einer Schatzkiste vorfinanziert hätte. Früher waren es Gewalttäter (physisch) oder Verführer (psychisch), denen es gelang, andere zu unterwerfen und von denen eine Abgabe zu fordern. Der Bauer musste also nicht mehr nur für sich arbeiten (Hunger stillen = Urschuld tilgen), sondern auch noch zusätzlich für den Unterwerfer. Diese zusätzliche Arbeit ist das sog. Surplus. Das kassiert der Unterwerfer ein, um selbst satt zu werden und gibt es seinen Anhängern, damit sie ihm treu bleiben und auch weiterhin helfen, andere zu unterdrücken.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese ganze Unterwerfungs-Maschine durch schiere Notwendigkeit in Gang kam (z.B. gigantische Naturkatastrophen).

Zurück zur BRD. Die Schulden, die aufgenommen wurden, die haben Zins und Laufzeit, das heißt, sie müssen getilgt werden. Und das geht ja nur durch Steuereinnahmen. Aber woher die Steuereinnahmen? Noch dazu, dass ja jetzt mehr Steuern eingetrieben werden müssen, als vorher ausgegeben wurden (Sachbearbeiter, Soldaten, Lehrer), da die Staatsschulden wie gesagt mit Zins belegt sind. Ich will nicht die ganze Wirtschaft neu aufrollen und erlaube mir einen Verweis auf die Sammlung, dort wird es von verschiedenen Schreibern in verschiedenen Worten erklärt.

Dieses mehr an Steuereinnahmen muss also irgendwie aufgetrieben werden. Das kann geschehen, indem ein Bürger einen Kredit aufnimmt und anfängt mit wirtschaften. Dann ist zusätzliches Geld vorhanden, dass der Staat via Steuer eintreiben kann, seine Schulden zu tilgen. Andernfalls muss der Staat weitere Schulden aufnehmen (sonst Staatsbankrott). Aber auch damit begibt sich der Staat in die Schuldenspirale und verschiebt den Staatsbankrott nur in die Zukunft.

Aber nicht nur das. Auch wenn ein Bürger einen Kredit nimmt und der Staat seine Schulden tilgen kann, gibt es ein Problem, nämlich beim Bürger. Dem fehlt jetzt nämlich das Geld, seinerseits seine Schulden zu tilgen, das heißt, er muss selbst verhungern (Nicht in der BRD, das übernimmt der Staat und der finanziert es wie? Mit Schulden!). Geht es nun irgendwann genug Menschen schlimm genug, gibt es Revolte und der Staatsbankrott tritt ein, die Herrscher werden ausgewechselt und eine neue Runde Nationalstaats-Simulation beginnt.

Wie man es auch dreht und wendet, es geht immer darum, den Staatsbankrott zu verhindern. Und das gelingt eben nur via innerer Ausbeutung (Staatsschulden) oder äußerer Ausbeutung (Raubzüge, die wichtige Rohstoffe aus anderen Ländern stehlen). Da die Erde begrenzt ist, hat das mit der äußeren Ausbeutung ein natürliches Ende und das mit der inneren Ausbeutung, wie gezeigt, sowieso.

Darum gibt es keine souveränen Staaten, weil im gegenwärtigen Spannungsgefüge alle von allen abhängig sind. Natürlich arbeiten alle zu ihrem eigenen Vorteil, um auch weiterhin den Staat finanzieren zu können.


Bitte meine Unsauberkeit zu verzeihen.


Es grüßt der
Rybezahl.

--
Für die totale Diktatur der Kunst!


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