Ekliptik, Akkretionsscheiben, Impulserhaltungs- und Energieerhaltungssatz, Drehimpuls, Astrophysik ...

Literaturhinweis, Donnerstag, 15.06.2017, 23:53 (vor 1201 Tagen) @ Orwell7067 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 16.06.2017, 00:03

Vgl. auch: Das Sonnensystem: Planeten und ihre Entstehung

Wieso bewegen sich eigentlich alle Planeten im System in der Ekliptik, und nicht auf wilden Bahnen um die Sonne?

Weil das ungefähr die Ebene des Sonnenäquators (Seite 49) ist:

"... der Sonnenäquator um 7° 15’ gegen die Ekliptik geneigt ..."

Wenn nun sich eine anfänglich -angenommen- gleich verteilte Staubhülle/kugel um einen Stern bildete ...

Frage: Warum bildet sich noch eine Hülle um einen Stern, wenn der doch wegen seiner großen Gravitation alles in sich hineinsaugen müßte?

... dann beginnt der Stern irgendwann, nachdem sich genügend (Wasserstoff-) Gas in ihm versammelt hat, zu "leuchten". Ab dieser Zeit beginnt der Strahlungsdruck der Photonen, weiteren Staub daran zu hindern, in den jungen Stern hineinzufallen.

Es wird also im Inneren dieser Staubhülle eine Sphäre "freigeblasen".

Noch ist sie eine "Kugelhülle". Aber, wie es eben so ist, auch sie hat Dichteschwankungen, die sich aufgrund der diesen eignenden größeren Anziehungskraft dazu neigen, sich immer weiter zusammenzuballen. Und weiter, und weiter. Der Rest ist konventionelle Physik.

Irgendwann bildet sich dann eine Scheibe in einer bestimmten Ebene.

Frage: Diese Ebene könnte ja auch um die Pole des Sterns verlaufen?

Eher nicht, denn die Rotation des Sterns bildet am Äquator ein Feld, das die umgebende Materie "mitreißt"; zudem bildeten ja Hülle und Stern urspr. eine Einheit, d.h. mit gleicher Drehrichtung!

Jedenfalls ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese Akkretionsscheibe sich ungefähr in der Äquatorebene des rotierenden Sterns bildet und in dessen Drehrichtung verläuft, weitaus größer, als jede andere Konstellation. Wenn es aber weitere massereiche Körper in der Nähe gibt, dann wird das u.U. anders "ausgewürfelt", etwa bei Doppelsternsystemen usw. Aber auch diese werden dazu tendieren, in einer Ebene ihrer beiden Äquatoren umeinander zu laufen.

Die Exoplaneten, die bisher entdeckt wurden, laufen ebenfalls meist in einer Ebene um ihren jeweiligen Heimatstern.

Ob diese auch in der Äquatorebene der jeweiligen 'Sonne' verläuft, kann man erst dann genauer bestimmen, wenn man

- entweder, wie bei der Sonne, Flecken erkennen kann (anhand derer kennt man die Sonnenrotation, auch wenn diese Flecken geringfügige Eigenbewegungen aufweisen)

- oder man auf die Entfernung die Pol-Abplattung erkennen kann. Ich weiß nicht, ob das mit den bisherigen Teleskopen schon möglich ist. Kann mal jemand anders recherchieren ...

So ist es also kein "Wunder", wenn diese Planeten so umlaufen, sondern es wäre ein Wunder, täten sie es gerade nicht.

Ausnahmen von der ekliptischen Umlaufbahn lassen sich zwanglos durch spätere Kollisionen im Sonnensystem sowie durch Einfang außer-solarer Objekte erklären.

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