Es gibt keine ökonomische Wirklichkeit, sondern nur eine ökonomische Simulation

Ashitaka, Freitag, 31.03.2017, 20:13 (vor 1269 Tagen) @ BillHicks9797 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 31.03.2017, 20:23

Hallo BillHicks,

nur kurz, hab die letzte Zeit viel (schönes) um die Ohren und werde mich im weiteren Jahresverlauf wieder mehr beteiligen.

"Geld = Machtderivat."
Ja, schon.
Aber Macht gibt es auch ganz ohne Geld.

Ein solches Machtverhältnis, das uns allen Lebzeitfunktionen zuschreibt und zum Wirtschaften und zur Aufschuldung zwingt, das gibt es über die Zeit nicht ohne "Geld". An der kurranten Machteinheit (mit ihrer Funktion = Zeit verschaffenden Option) führt kein Weg vorbei.

Die durch Zentralmacht (Machtakt) bestimmte Eigenschaft "Geld" sichert die Machtverhältnisse (Passiva = Kapital) aller Funktionseinheiten des Systems und des Zentralmachtsystems als Ganzes. Sie ist der Grund, weshalb die Besicherung der Passiva (=Abgabeneinheiten) aller heute existenten Zentralmachtbereiche (heute Staatsschulden) überhaupt noch möglich ist, weshalb die Forderungen derjenigen, die als Funktionseinheiten dem Zentralmachtsystem dienen, überhaupt noch werthaltig sind und nicht abgeschrieben werden müssen.

"Geld" ist im Grunde genommen nichts anderes als eine Machteinheit, ein übertragbares Potential (=Machtposition), welches die Zentralmacht unter klar geregelten bzw. veröffentlichten Voraussetzungen (heute geldpolitische Operationen) an die Funktionseinheiten des Systems, vorrangig zwecks Abgabenerhebung (=Besicherung ihrer Passiva) zediert.

Im von Dir verlinkten Beitrag heißt es
G e l d = Machtderivat
Und man erinnere sich oben, wir die Zeichenfolge verwendet als:
G e l d = Eigenschaft
G e l d = Zahlungsmittel

Geld ist eine Eigenschaft, eine Systemeigenschaft (Zentralmachtderivat).

Die Eigenschaft Geld ist kein Zahlungsmittel, sondern sie bietet die Funktion als Zahlungsmittel (primär: Steuerzahlungsmittel).

Wozu diese Trennung? Weil jede beliebige Einheit Zahlungsmittel sein kann (zwecks Parität), aber eben nur diejenige Einheit "Geld" ist, der die Zentralmacht Geldcharakter zuschreibt (Akt). Geld produziert niemand, Geld entsteht per Machtakt. Produziert wird einzig und allein die Urkunde (der Träger, die Wahrung = Währung) des Geldes. Diese ist nicht das Geld, sondern sie beziffert das Geld. Mit den digitalen Sicherungssystemen verhält es sich nicht anders, nur dass die Trennung zwischen einem Geldguthaben (=kein Geld) und Geld zu verschwinden "scheint".

@Ashitaka vertritt mEn Sichtweisen, die dem naiven Mainstream der
Sachentauschtheoretiker meilenweit voraus sind. Aber es fehlen elementare
Unterscheidungen aus der juristischen und buchhalterischen Praxis, die
nötig sind um möglichst genau diese Wirtschaftswirklichkeit wahrnehmen zu
können.

Keine Wirtschaftswirklichkeit. Die Wirtschafts- und Rechtswissenschaft sind Hoffnung schenken sollende Kinder des Debitismus. Sie täuschen uns. Der auf Zentralmachtsystemen bzw. anfänglich auf Zentralinstanzen beruhende Ast des Debitismus (hier: Schuldverhältnisse kraft Untedrückung durch zentrale Macht-/Gewaltmonopole, keine Urschulden) kann durch keinen Juristen, geschweige denn einen Wirtschaftswissenschaftler beschrieben bzw. beeinflusst werden. Am Anfang steht die Vorfinanzierung der Gewalt, am Ende steht ihre schonungslose Widerkehr (Paul C. Martin: Militärdiktatur im Wartezustand).

Eine theoretische Aufleitung bzw Beschreibung durch die Rechts- und Wirtschaftswissenschaft gelingt nicht, da die tatsächliche Vergewaltigung und Androhung zentraler Gewalten jedem Theoretiker, der von der Öffentlichkeit etwas Aufmerksamkeit für seine Systembeschreibung zu erlangen versucht, ein Dorn im Auge ist. Wer will schon für Entsetzen sorgen und den mit Vorurteilen überladenen Zuhörern und Lesern erklären, dass es kein Problem mit dem System gibt, dass die bevorstehende Gewalt Teil des Systems ist, welches die Rückkehr der formlosen Gewalt nur durch Aufschuldung geschoben hat? Die bevorstehende und zunehmend sichtbare Dysfunktionalität des Systems ist eine dem Zeitablauf (Vorfinanzierungslücke vergrößert sich, Nachschuldnersuche bricht ab, Ende des Machtreislaufes) zu verdankende Systemgrundlage.

Das betrifft aus meiner Sicht sämtliche "naive" Debitisten.

Kein Debitist ist naiv. Debisten kennen nur weniger Grenzen im Denken, werden nicht dazu genötigt, sich an den Wahn der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft (Ihrer Kinder) zu orientieren. Dadurch entsteht doch erst die ganze Verwirrung, die Hoffnung auf einen schöneren Morgen, die Passivität. Uwe Wesel lesen!

Gerade jetzt braucht es möglichst gute Wahrnehmungsinstrumente für die
politische und ökonomische Wirklichkeit in Europa. Aus
mehreren Gründen. Sich im "naiven" Debitismus einzuigeln reicht nicht
aus.

Aus welchen Gründen? Um einem System, das funktioniert, eine verlogene und selbstbetrügerische, sozialistische Heilwerdung zu versprechen?

Nein, solche den klaren Verstand einfangende Simulationen sollte man verhindern!

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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