Ein Roboter zahlt keine Steuern. Das kann kaum nachhaltig sein.

heller, Donnerstag, 05.01.2017, 14:26 (vor 1284 Tagen) @ Oblomow12801 Views

Im Moment machen Roboter noch Sinn, da sie - für das einzelnene Unternehmen wohlgemerkt! - weniger kosten als menschliche Arbeitskraft. Die "freigesetzten" Arbeiter werden von den steuerzahlenden "Nocharbeitenden" via Sozialsystem mitgetragen. Privatisierung von Gewinnen, Sozialisierung von Kollateralschäden nennt man das wohl.

Das hätte in Deutschland evtl auch längerfristig funktioniert, da die Bevölkerung schrumpft und Deutschland als Exportnation unterm Strich eventuell in der Welt konkurrenzfähig sein könnte. Wenn man sehr effizient wirtschaftet, die Arbeitenden entsprechend bei Laune hält ("Arbeit muss sich lohnen", soziales Ansehen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gute Klima in der Firma etc.), und das Erwirtschaftete "im Land bleibt", dann kann das gehen.
ABER 1: "Effizientes Wirtschaften" und "gutes Klima in der Firma" sehe ich noch, "Familie und Beruf" vielleicht auch noch. Beim Rest ist meines Erachtens Essig angesagt.
Wenn also die Sozialsysteme nicht mehr von den Nocharbeitenden gestemmt werden können und die Roboter sich nicht beteiligen, dann folgt: asozialer Zusammenbruch.

ABER 2: Das obige war jetzt immer noch auf die günstigen Bedigungen in Deutschland gegenüber dem Rest der Welt abgestellt. Wenn aber weltweit die Roboterquote zunimmt, und "wir" unseren Konkurrenzländern auch noch den Roboterbau verkaufen (siehe Kuka), dann bedeuten Roboter keinen Konkurrenzvorteil mehr, sondern sind notwendiger Standard.
Weltweite Besteuerung von Automatisierung oder von Gewinnen halte ich für illusorisch (außer es gäbe eine 180 Grad Wendung im Bewusstsein der Menschheit). Wer will dann noch ein Unternehmen führen, wenn es sich selbt mit massivem Robotereinsatz kaum lohnt?

Die bunten Zettel, die wir Geld nehmen, sind ein Anrecht auf künftige Steuerzahlungen, wenn ich Debitismus recht verstanden habe.
Wer also soll die ganzen Steuern bezahlen für
a) das Sozialsystem mit einer explodierenden Zahl von Nettoempfängern,
b) Polizei und Rechtswesen bei steigender "Asozialität" (zunehmende Aufwendungen für "Grenzschutz" nicht zu vergessen) und
c) die Zinsen für die Staatsanleihen.
Auch wenn die Aldi-Brüder reich sind: Ihr gesamtes Vermögen würde nur ein paar Tage den Riesensozialtanker BRD über Wasser halten.

Selbst wenn man die Absurditäten einer globalen Umstellung gedanklich mal einfach überspringen würde: Was für ein Szenario mit einem nennenswerten Anteil an Robotertätigkeit wäre denn vorstellbar, das gleichzeitig für Menschen auch noch erstrebenswert wäre und keinen "neuen Menschen" voraussetzte?

Selbst wenn die Maschinen irgendwann tatsächlich "Bewusstsein" entwickelten und die Welt berherrschten: Wofür sollten sie sich dann noch Menschen halten außer in Resevaten oder Zoos?

Bin ich Pessimist oder naiv oder was habe ich grundsätzlich übersehen?


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