OT: Ist dieses Video ein 'Fake'? Digitale & Video-Forensik - nicht jedes Video ist gefälscht, nicht jedes Artefakt ist echt

Literaturhinweis, Freitag, 07.10.2016, 22:25 (vor 1677 Tagen)5661 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 07.10.2016, 23:20

Nach jedem Anschlag tobt im Internet wie hier im Forum ein Glaubenskrieg darum, ob eine bestimmte Szene in einem bestimmten Video gestellt sei, ob es sich nur um Artefakte aufgrund der Video-Kompression handele oder ob ein solches Video nachträglich manipuliert bzw.gefälscht/verfälscht oder gar ganz woanders aufgenommen worden sei.

Diese vielen Threads hierzu im Einzelnen nachzuzeichnen erscheint müßig (zumal sich die technischen Möglichkeiten laufend ändern), daher beschränkt sich dieser Beitrag im wesentlichen auf die Nennung entsprechender Internet-Ressourcen und Literatur.

Video-Forensik ist insofern ein unscharfer Begriff, als es um zwei verschiedene Arten der Ermittlung geht:

a) um die Sicherung/Sichtung von Beweismaterial, das auf Filmen (Videos) festgehalten wurde, etwa auf Überwachungs-/CCTV-Kameras

und/oder

b) die forensische Begutachtung von Filmmaterial daraufhin, ob es verfälscht wurde, oder ob eben, wie hier oft diskutiert, es wirklich "das zeigt", was der ungeschulte Betrachter zu sehen glaubt, oder ob diese Eindrücke durch Fehlfunktionen der Aufnahmeapparatur bzw. durch die Aufnahmetechnik oder die Weiterverarbeitung, etwa die Kompression, die Abspeicherung als, oder Umwandlung in, ein bestimmtes Video-Format erst erzeugt wurden.

Etwas weiter gedacht kann es dann noch darum gehen, ob und in welchem Umfang der ursprüngliche Bildzustand evtl. wiederhergestellt oder die Bildqualität zumindest nachträglich verbessert werden kann, ohne daß erneut Artefakte und Fehler in das Bildmaterial eingetragen werden.

Ein spektakulärer früher Fall war die Behauptung der Manipulation der Bildreihenfolge der Film-Sequenzen, die der Warren-Commission vom FBI für ihre Untersuchung des Kennedy-Mordes "zur Verfügung gestellt" wurden und die, neben anderen Ungereimtheiten, bis heute die Spekulationen über Hergang und Hintergründe des Kennedy-Attentats befeuern.

Vgl. z.B. Literatur zu Beweissicherung Photo/Video bzw. Überwachungskameras und -videos (CCTV und Auswertung und Video-Computer-Forensik allgemein.

(Daneben gibt es denselben Begriff Video-Forensik auch noch in der Bedeutung "Verwendung der Video-Dokumentation von Tatorten für Zwecke der -weiteren, späteren- Ermittlungsarbeit".)

Allgemeiner gesprochen geht es um Multimedia-Forensik und die Untersuchung von graphischen Beweismitteln.

Natürlich gibt es noch Nebengebiete, die mit unserem Thema i.e.S. weniger zu tun haben. Bei der Bewertung möglicher Urheberrechtsverstöße kann es z.B. um die Frage gehen, aus welcher Quelle ein bestimmtes Video stammt. Bekanntlich werden ja Filme oftmals im Netz angeboten, die aus der Rückverfilmung von an Labors oder Kinos vor der Premiere ausgelieferten Kopien stammen und man kann versuchen, anhand bestimmter Spuren, bis hin zu bewußt einkopierten (steganographischen) "Wasserzeichen", herauszufinden, welche der Kopien für die 'Raubkopie' verwendet wurde, um so evtl. die Täter, Auftraggeber oder Mittelsmänner zu ermitteln, z.B. die Fahrer, die diese Kopie befördert haben oder den Filmvorführer, dem diese Kopie exklusiv anvertraut worden war.


Weiter mit "Literatur zur Digitalen und Video-Forensik inkl. Imaging/Bildverarbeitung allgemein und Computer-Vision etc."

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