Unterschied Kreditgeschäft / Anleihengeschäft, Einräumung Privatrecht als Machtzession der Zenrtalinstanz

Ashitaka, Sonntag, 20.03.2016, 12:20 (vor 1807 Tagen) @ BerndBorchert3792 Views

Hallo BerndBorchert,

zum Verständnis: Du meinst "Zahlung der Geldeinheiten", nicht "Erhalt",
oder?

Richtig, Sie erhalten natürlich eine andere Einheit (Papier, Metall, Uckmuck), auf der die Geldeinheiten dann beziffert sind. Demnächst gibt es dann nur noch digitale Einheiten, wodurch das "Guthaben auf Geld" und die Geldeinheit "funktionell" (nicht rechtlich / systematisch) weiter zusammenwachsen.

Ok. So war das mal. Aber wie ist es heute? Die meisten Schuldtitel bei der
ZB sind ja Staatskredite. Der Staat ist bei der Kreditaufnahme ein
Kreditnehmer wie jeder andere, oder?

Nein, ich hatte die rechtlichen Unterschiede hier schon voneinander getrennt dargestellt. Es sind Anleihengeschäfte, bei denen immer bereits vorhandene Geldeinheiten an den Staat gezahlt werden. Eine Leihe für den Staat, eine Anlage der Geldeinheiten von milliarden Gläubigern, die mittelbar über Pensionskassen, Versicherungen, Treuhandgesellschaften oder Fonds dem Staat ihre bereits vorhandenen Geldeinheiten zwecks Rendite (Verzinsung) überlassen.

Ein rechtlicher Kredit (KWG) hingegen ist die Basis, damit heutzutage Geldeinheiten über geldpolitische Operationen geschaffen werden können. Kredite bedingen immer ein bereits vorhandenes bzw. in dem Zuge bzw. kurz danach entstehendes Schuldverhältnis (z.B. Kaufvertrag über ein Gewerbegrundstück). Niemand nimmt Kredit auf, wenn er nicht einen Fälligkeitstermin von Geldeinheiten im Nacken oder unmittelbar vor Augen hat.

Mittels des Kredits wird ein Vertrauen in den Kreditnehmer zum Ausdruck gebracht. Und Vertrauen (Kredit) gibt es nur innerhalb eines Systems, in welchem der Kreditnehmer auch werthaltige Sicherheiten anzubieten hat, die, im Augenblick der Kreditantragstellung bewertet, im Falle eines späteren Zahlungsausfalls die Verluste des Kreditgebers weitestgehend kompensieren können.

Bereits aus diesem Grunde (der Staat hat keine Sicherheiten, sondern nur ein leeres Versprechen anzubieten) handelt es sich bei den Staatsschulden (stark begrenzte Kassenkredite ausgenommen), um keine Kreditkontrakte, sondern um milliardenfache Ausleihungen der den Staat finanzierenden Gläubigerseite ("mittelbar" über Pensionskassen, Versicherer etc.).

Es hat sich zu den Anfängen (d.h. der Vorfinanzierung der Zentralinstanz durch die Untertanen) systematisch nichts verändert, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die Geldeinheiten, in denen heute alle Schuldverhältnisse zwingend zu bewerten sind (die Ursächlichkeit dieser Bewertungsnotwendigkeit liegt immer noch in der Abgabenforderungen) heute durch geldpolitische Operationen entstehen, während sie in den Anfängen direkt an die Söldner etc. bezahlt wurden.

Der Wechsel auf das gegenwärtige operative System ist zum einen der vorherigen starken und schnellen Inflationen geschuldet, auf der anderen Seite aber auch der Notwendigkeit, dass die Zentralinstanz den ohnmächtigen Untertanen (deshalb Aufstände, Rechtsstaatwille) zum Zwecke der Besicherung ihrer Finanzierung deutlich mehr Macht zedieren musste (Privatrecht, dadurch auch Eigentum).

Das Privatrecht (Machtzession) ist systematisch nachvollzogen ein Kind der Zentralmacht. Denn Privatrecht kann ohne eine sanktionsfähige und sich damit beständig vorfinanzierende Zentralinstanz (diese Machtposition) nicht eingeräumt, garantiert und verteidigt werden.

Herzlichst,

Ashitaka

--
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