Die Erklärung der Zauberer

Hinterbänkler, Schweiz - tief im Emmental, Dienstag, 28.04.2015, 00:32 (vor 2100 Tagen) @ Positiv4284 Views

Die Hypothese des morpischen Feldes macht soetwas fuer mich begreiflich
und erspart es mir, ueber die Seele als Informationstraeger nachzudenken.
Ich betrachte sie als Schuessel, als Passwort. Gibt es eine Erstaustattung
an Kognitionen? Keine Ahnung, ich stelle es mir so vor, dass es eine
Datenbank gibt, wo alles je Vorgestellte, Erlebte, Getane, Gefuehlte
drinsteht.

Darauf zuzugreifen braucht keine Kraefte, sondern nur ein bisschen
Offenheit. Ist natuerlich alles nur eine Vorstellung von mir und wird sich
ggf. als Mindfuck herausstellen. Aber bis jetzt funktioniert er.
Zu Deinem letzte Absatz kann ich nichts sagen, es liegt komplett
ausserhalb meines Vorstellungsvermoegens.

Hallo Positiv,
hallo Ashitaka,

ich helfe mir bei all solchen Fragen mit dem Bewusstseinsmodell von Carlos Castaneda, das ich mal wie folgt aus seinen Büchern extrahiert habe. Ich wollte es schon immer mal hier im Gelben Forum vorstellen. Jetzt verstecke ich es halt hinten in einen Thread. Es ist ein extrem kurzer Abriss mit vielen Definitionen und man könnte zu jedem Satz noch Vieles hinzufügen. Ich habe keine Ahnung, ob es für Euch hilfreich oder nur wirres Zeug ist. Für mich ist es die beste und in vielen persönlichen Fragen funktionierende Weltformel (Nebenbei: Es 'erklärt' auch Deja Vus oder morphogenetische Felder).

----- Die Erklärung der Zauberer -----

Ein Versuch das Bewusstsein nach den Ideen von Carlos Castaneda zu beschreiben.

Die Neuen Seher
Die Neuen Seher stehen in einer alten Tradition von Wissenden oder Bewusstseinsnavigatoren, die ein einzigartiges Wissenssystem gesucht, weiterentwickelt und weitergegeben haben.
Die Neuen Seher können beispielsweise den Menschen und alle Lebewesen nicht nur körperlich sehen, sondern sie auch als 'leuchtende Wesen' in ihrer Energie- oder Wahrnehmungsrealität wahrnehmen.

Emanationen
Das Allumfassende, das Universum wird als 'Nagual' [sprich: nawahl] bezeichnet.
Das Nagual besteht aus einer unendlichen Anzahl von 'Emanationen' (von lat: ausfließen, hervorgehen) aus einer nicht erfahrbaren Urquelle, die von den Neuen Sehern als 'Der Adler' benannt und überliefert wurde. Sie hat aber nichts mit einem Adler gemein.
Emanationen sind Fasern, die unendlich lang sind.
Jede Emanation kann man als eine Art 'leuchtende' oder bewusste Faser oder Bewusstseinsfaser wahrnehmen.
Ein Lebewesen (Tier, Pflanze, nicht-organische Wesen...) ist ein 'Gefäß' für eine endlose aber bestimmte Menge der leuchtenden Emanationen.
Das führt zum Begriff der 'leuchtenden Wesen'.
Es gibt auch Emanationen, die nicht im Gefäß bestimmter Lebewesens vorhanden sind.

Bewusstheit
Bewusstheit entsteht, wenn innerhalb des Gefäßes eine Auswahl von Emanationen gebündelt und aktiviert wird.
An der Stelle der Bündelung entsteht ein verstärktes Leuchten.
Diese Bündelung erzeugt die Wahrnehmung einer Welt.
Diese Bündelung geschieht ohne eigenes Zutun durch einen 'Montagepunkt', der an einer Stelle im Gefäß die Emanationen bündelt - heute würde man sagen: aktiviert.
Jedes Lebewesen einer Art hat einen Montagepunkt, der die Emanationen arttypisch bündeln muss - vielleicht könnte man auch sagen: ...das Lebewesen zu einer arttypischen Wahrnehmung zwingt.
Ein Lebewesen kann nicht nicht-bündeln.
Jedes Individuum einer Art bündelt die Emanationen also in einer grob vergleichbaren Weise (Montagepunktposition).
Bei neugeborenen Kindern gibt es noch keine spezifisch fixierte Stelle des Montagepunkts.
Er mäandert sozusagen unkoordiniert durch alle möglichen Montagepunktpositionen.
Die Sozialisation fixiert im Laufe der Zeit den Montagepunkt an eine individuelle Stelle, die aber bei allen Lebewesen einer Art ungefähr die selben Emanationen bündelt, also grob dieselbe Montagepunktposition bedeutet.
Auch während eines Traums löst sich der Montagepunkt aus seiner Fixierung, bewegt sich ungezielt umher und bündelt graduell oder total andere Welten bzw. Wahrnehmungen.
Alle Lebewesen sind wahrnehmende Wesen - vielleicht kann man sagen: Bewusstheit ist Wahrnehmung.
Beim Sterben verliert der Montagepunkt seine bündelnde Kraft.

Nagual und Tonal
Das 'Tonal' [sprich: tonahl] ist der uns bekannte Teil der wahrgenommenen Welt.
Alles, was benannt werden kann, ist Teil des Tonals (physische Objekte, geistige Objekte, Gott, Teufel, das Gute...).
Das Tonal ist wie eine Insel im unendlichen Chaos des Naguals.
Das Tonal ist also eine Art Ordnung innerhalb des Naguals, die der Mensch 'geschaffen' hat.
Somit ist der Mensch selbst der Schöpfer seines Tonals. Ohne Tonal gibt es keine Wahrnehmung irgendeiner Ordnung im Universum (siehe das Neugeborene).
Das Nagual kann in 3 Bereiche eingeteilt werden: Das Bekannte (Tonal), das Erkennbare (theoretisch zugänglich durch eine andere Montagepunktposition) und das Unerkennbare (kann nicht vom Menschen gebündelt werden, weil außerhalb des Gefäßes).
Es gibt ein 'Tonal der Zeit' (entspricht ungefähr dem Zeitgeist einer Kultur), dem viele Menschen unterliegen, und darin ein persönliches, individuell präzisiertes Tonal.
Unterschiedliche Kulturen haben also unterschiedliche Tonale der Zeit.
Jedes Tonal der Zeit verändert sich dauernd und hat sich im Lauf der Menschheitsentwicklung auch grundlegend verändert.
Begonnen hat die Menschheit in der Montagepunktposition des 'stillen Wissens'- alles wurde unmittelbar wahrgenommen und verstanden, ohne es ausdrücken zu können.
Mittlerweile sind die Menschen vorwiegend in der Montagepunktposition der 'Vernunft'.
Aus der Montagepunktposition des 'stillen Wissens' war die Montagepunktposition 'Vernunft' ein besonderes, attraktives und anzustrebendes Ziel.
Je näher man an der Montagepunktposition 'Vernunft' ist, wird wiederum das 'stille Wissen' attraktiv.
Man kann sagen, dass dies mehrheitlich unsere heutige Situation ist. Noch im 19. oder 20. Jahrhundert war die Position der Vernunft äußerst attraktiv.

Montagepunkt und Implikationen
Der Mensch ist an sich nicht gezwungen eine ganz bestimmte Montagepunktposition einzunehmen.
Er ist nur gezwungen mit Hilfe des Montagepunkts überhaupt eine Position einzunehmen (er kann nicht nicht-bündeln).
Das bewusste Verändern oder Bewegen des Montagepunktes nennt man Zauberei.
Wir alle sind magische Wesen, allein durch die Tatsache, dass wir in dem uns umgebenden Chaos des Naguals eine Ordnung, eine gemeinsame Welt 'erschaffen' (dies ist eine magische und nicht erklärbare Handlung).
Wenige Menschen können den Montagepunkt bewusst verschieben und an anderer Stelle fixieren.
Diese nennt man die Neuen Seher oder die Neuen Zauberer.
Um Seher oder Zauberer zu werden ist es wichtig, dass man lernt, mindestens eine zweite Montagepunktposition willentlich zu fixieren.
Ist dies geschafft, hat man einen idealen Ausgangspunkt, um laufend weitere Montagepunktpositionen kennenzulernen und zu fixieren.
Es sind zudem verschiedene Welten montierbar.
Eine montierbare Welt ist unsere Welt.
Große Verschiebungen des Montagepunktes führen zur Montage von komplett neuen Welten.
Stimmungsschwankungen sind sehr kleine Montagepunktverschiebungen. d. h. es werden nur bestimmte leuchtende Fasern zusätzlich aktiviert oder deaktiviert. Die sonstige Ordnung (z. B. das Tonal der Zeit) bleibt im Großen und Ganzen erhalten.
Erinnerungen und Gefühle sind in den jeweilig erlebten Montagepunktpositionen gespeichert. Um sich gut zu erinnern oder Situationen nachzufühlen muss man sich in die damalige Montagepunktposition begeben.

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Danke und Gruß
Hinterbänkler

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...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'


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