Sicherheiten fuer Staatsschulden oder Unsicherheiten in der Argumentation???

CrisisMaven ⌂, Samstag, 31.01.2015, 19:14 (vor 1984 Tagen) @ politicaleconomy7156 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 31.01.2015, 19:19

Dann definiere, was Du mit "Sicherheiten" meinst: haftende Vermögenstitel (Vertragsrecht)?

Sicherheit im "normalen" Sprachgebrauch der Kreditbesicherung (nicht im Wortgebrauch wie "Organisation fuer Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" oder "Versorgungssicherheit" etc.). Das sind in der Regel entweder belegene Sachen (Grundstuecke, Schiffe, Moebel, KFZ etc.), die ich pfaenden und dann zwangsversteigern lassen kann oder laufende Einkuenfte (Mieten, Loehne).

Oder eine rechtliche Konstruktion, die dem Gläubiger das Gefühl der Sicherheit gibt, daß seine Forderung erfüllt werden wird (allgemeiner Begriff).

Das scheint wohl mit "Steuern sind 'die' Sicherheiten" gemeint zu sein. Und das bezeichne ich als intellektuell unredliche Begriffs-Unterschiebung. Daher mein Vorschlag, das als Lacherheiten zu bezeichnen, damit klar ist, dass es sich um etwas (ganz!) anderes handelt.

Womit wir beim "Gefuehl" waeren: Banken halten Sicherheiten nicht nach "Gefuehl" - sie bestellen z.B. einen Gutachter, um festzustellen, ob das zu beleihende Haus "werthaltig" ist.

Frag Deinen Banker, warum Staatsanleihen kaum Ertrag bringen. Er wird dir obiges sagen.

Genau. Aber das will ich ja nicht wissen. Vielleicht bin ich auf manchen Gebieten (noch) nur ein- und nicht zweiaeugig, aber Blinde frage ich bestimmt nicht.

Ich habe allerdings den Eindruck, daß Fakten bei Dir wenig fruchten - Deine Agenda ist offensichtlich (und wenig verwunderlich) eine andere.

Nein, ich stelle Fragen, und dann kommen mir Keynesianer, wenn sie sie nicht beantworten koennen mit z.B. der Frage, ob auch "andere" so daechten wie ich. Was soll das? Koenntest Du dann diese 'meine' "Agenda" bitte benennen???

Fremdwährungsschulden sind ein anderes Problem. In seiner eigenen Währung kann ein Staat nicht zahlungsunfähig werden,

Das ist doch keine Antwort! Sagst Du jetzt:

A) in Fremdwaehrungsstaaten - ja, daaa ist die Steuer halt doch keine Sicherheit? Oder ist sie es da auch???

ebensowenig wie die ZB. Daß beide die Wirtschaft inflationieren können, ebenso wie in eine deflationäre Depression schicken, ist dabei unbenommen. Staatsmacht läßt sich in beide Richtungen für Partialinteressen funktionalisieren.

Das ist unerheblich: wo sind die Sicherheiten?

Die ultimative "Sicherheit" ist sein Gewaltmonopol.

Aha - ich kann also "in das Gewaltmonopol" vollstrecken?

Nein, das Gewaltmonopol kann seine Steuerforderungen gegen Dich nicht nur vollstrecken, sondern beliebig per Herrschaftsakt (und nicht per Vertrag) erheben.

Ich fragte: was habe ich als Anleihen-Glaeubiger davon? Dass der Staat mich zum Schuldner machen kann, ist bekannt. Bitte nicht ausweichen!

Oder soll das heissen: der Staat gibt Dir als Glaeubiger Sicherheiten, die er Dir dann zu Deiner Bezahlung erst mal wegnimmt? Das waere ein Stueck aus dem Tollhaus!

Diesen Aktivposten hat kein Privater in seiner Bilanz (und der Staat bilanziert ihn natürlich auch nicht, wie sollte auch eine Forderung beliebig festlegbarer Höhe bilanziert werden?)

Wo war jetzt das mit der Sicherheit?

Mit welcher Gewalt, wo er ... doch das ... Monpol schon hat? Das ist Begriffs-Unterschiebung. Ich sagte: in Sicherheiten
kann man vollstrecken und darum sind Steuern (fuer Glaeubiger!!!) keine Sicherheiten.

Das ist richtig, prinzipiell könnte ein Staat seine von Privaten gehaltenen Anleihen einfach nicht bedienen

Also: keine Sicherheiten?

und sich zukünftig direkt über ie ZB finanzieren.

Also: Sicherheit ist nicht die Steuer - sondern das Zentralbank-Geld. Auch in Fremdwaehrungs-Szenarien (s.o.)??? WO ist meine Sicherheit???

Das müssen private Halter von Staatstiteln natürlich wissen

Eben - aber "sicher" fuehlen soll'n se sech ...

und entsprechende Propaganda machen, was ja auch geschieht (u.a. durch Dich).

Nein, ich frage ja nur: wo ist bitteschoen die Sicherheit?

Aber ich beginne, Schlimmes zu ahnen ...

Sicherheit bieten die Steuerforderung insofern, als ein Staat in seiner eigenen Währung

Wie war das mit der Sicherheit in Fremdwaehrungs-Staaten? Und: warum verschulden die sich ueberhaupt so bloede? Weil sie anders nix geliehen kriegen, mit dem sie was kaufen koennen ... also: die Waehrung taugt schon nix, aber die darin begebenen Anleihen waeren "sicher"? Tut mir leid ...

nicht insolvent werden kann, also für den Gläubiger kein einem Privaten vergleichbares Verlustrisiko darstellt, was im niedrigen Ertrag von Staatspapieren zum Ausdruck kommt.

Aha, die Waehrung kann man beliebig verduennen durch Nachdrucken - und dann wird er nicht insolvent und der Glaeubiger wollte ja nur einen Nominalwert zurueck, keinen realen?

Aber: wo war da jetzt nochmal die Sicherheit? Hattest Du da jetzt Steuern gemeint oder genau das Gegenteil - wenn die nicht mehr genuegend fliessen, kann er trotzdem zahlen? Wo bitte ist dann die Steuer die "Sicherheit"?

Du siehst, ich stelle nur Fragen.

Ich denke, Du weißt das auch sehr genau.

Ich weiss bisher nur eines: fuer staatliche Schulden gibt es keine Sicherheiten - nicht in eigener und nicht in fremder Waehrung. Und Du kannst es mir auch nicht anders erklaeren. Wozu dann es erst behaupten? Warum nicht einfach zugeben, was ist - fuer Staatschulden gibt es keine Sicherheiten?

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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