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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    nereus

    06.12.2017, 09:55
     

    Was tun, wenn andere Eltern AfD-Positionen vertreten?

    Der Nikolaus hat uns eine ganz traurige Geschichte mitgebracht. [[zwinker]]

    Mein 13-jähriger Sohn hat sich mit einem Jungen aus seiner Klasse angefreundet, den wir nett finden. Als wir aber vor kurzem bei dessen Eltern zum Abendessen eingeladen waren, sind wir erschrocken: Ihre politische Einstellung ist nahe an der AfD.
    Wir wollen mit diesen Eltern darum nichts mehr zu tun haben. Wie können wir das unserem Sohn erklären?
    Vanessa S., Starnberg


    Bei Herrn Maas melden, Frau Starnberg.
    Vielleicht geht da etwas mit Berufsverbot oder gesellschaftlicher Ächtung, wie z.B. einem Pranger. So etwas könnte es in diversen Museen noch geben.

    Unsere Familienexperten antworten.

    Quelle: http://www.sueddeutsche.de/leben/familientrio-was-tun-wenn-andere-eltern-afd-positionen-vertreten-1.3767435

    Kirsten Fuchs, Schriftstellerin:

    Ich würde es ihm erklären, er ist 13 Jahre, da kann er komplexe Sachverhalte verstehen.
    Es ist wichtig, gerade in dieser Frage klar Stellung zu beziehen.
    Intoleranz tolerieren muss man als toleranter Mensch eben nicht!

    Die Regeln der Demokratie müssen stehen, sonst fängt alles an zu wackeln.
    Vielleicht ist es auch für den anderen Jungen gut zu hören, dass es andere Meinungen gibt. Und wovor haben Sie Angst? Dass Leute Sie nicht mögen, die Sie selbst auch nicht mögen? Dass der andere Junge Sie oder Ihren Sohn nicht mag, dass gar Ihr Sohn Sie nicht mag?
    Reden Sie mit ihm über Menschlichkeit, bevor er seine Informationen von wo anders bezieht. Ich bin mir fast sicher, dass die anderen Eltern nicht zimperlich sind, ihren Sohn in ihre Weltsicht reinzuziehen. Also sagen Sie ihm genauso klar, was Sie richtig finden.
    Humanismus ist keine schwache Haltung. Dafür ist viel gekämpft worden. Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Demokratie, Toleranz, Hilfsbereitschaft - das sind so großartige Dinge.


    Jesper Juul, Familientherapeut:

    Ich gehe davon aus, dass Ihr Sohn den Erfolg der AfD bei den Wahlen mitbekommen hat und dass Sie Ihre Sorgen darüber mit ihm geteilt haben.
    Ein Vorschlag von mir wäre dann, Sie sagen: "Ich freue mich sehr, dass du einen guten Freund gefunden hast. Wie du weißt, halten wir die politischen Einstellungen seiner Eltern für falsch.
    Darum werden wir sie vielleicht bitten, nicht über Politik zu reden, wenn wir sie besuchen."
    Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sie offen und ehrlich zu den Eltern sind: "Ich kann mir nicht vorstellen, was einen bewegen kann, die AfD zu wählen, aber da ihr es nun mal getan habt - vielleicht erklärt ihr es mir?"
    Wenn die Eltern zustimmen, kritisieren Sie sie nicht für Ihre Wahl. Danken Sie ihnen einfach, dass sie bereit sind, mit Ihnen offen zu reden. Die beiden Jungen sollten bei dem Gespräch dabei sein.
    Wenn Sie dieses Risiko nicht eingehen wollen, sagen Sie das Ihrem Sohn und fragen Sie ihn, ob er Ideen hat, wie er die Freundschaft erhalten kann, ohne dass die Eltern sich mehr als nötig begegnen.


    Collien Ulmen-Fernandes, Schauspielerin und Moderatorin

    Gehen Sie hin. Versuchen Sie's.
    In der Bestsellerliste ist ja gerade ein "Leitfaden", der Ihnen, ähnlich wie ein mediterranes Kochrezept für den Abend, empfiehlt, wie Sie mit "Rechten reden" sollen.
    Sie könnten als Super-Staatsbürger-Eltern auf die Zähne beißen und weiterhin bei den Reaktionären zu Abend essen. Als Entsandter des guten Deutschlands.
    Bei Rotwein und Rouladen sich wie Lanz oder Plasberg fühlen, mit "denen" reden, diskutieren, argumentieren.

    Sie und die AfD-Eltern könnten gemeinsam in einer Vierertanzgruppe die aktuelle politische Lage tanzen: Es geht ein Riss durch Deutschland; haben wir den Kontakt zu dem und dem verloren?
    Wir müssen wieder mehr miteinander reden; nur wie geht das eigentlich? Oder Sie halten es anders und erklären Ihrem Sohn: Leute, die in einem der reichsten Länder der Erde sitzen und all ihr Engagement darauf fokussieren, über die Ärmsten herzuziehen, mit denen wollen wir nicht an einem Tisch sitzen.


    Zuckerbrot und Peitsche.
    Ja, es darf noch geredet werden mit den Abtrünnigen, aber wenn sie ihre falsche Meinung nicht revidieren, werden sie ins Abseits gestoßen.
    Es beeindruckt nicht nur die geradezu kindische Naivität der Weich-Berufler (Schriftsteller, Therapeut und Schauspieler).
    Es benötigt sogar Anleitungen den „Rechten“ entgegen zu treten.
    Da kann es mit den Argumenten nicht weit her sein.

    Leider gibt es dazu keine Kommentarfunktion.
    Man wird wissen, warum. [[freude]]

    Apropos Demokratie.
    Ich zitiere mal einen Insider der Demokratie den berühmten Graf Coudenhove-Calergie, dem die Ideen Trotzkis und Lenins sehr sympathisch waren.
    Dafür wird @Tempranillo extra eine Flasche Wein öffnen. [[lach]]

    Bei dem Tiefstand des Blut- und Geistesadels war es nicht zu verwundern, daß eine dritte Menschenklasse provisorisch die Macht an sich riß: die Plutokratie.
    Die Verfassungsform, die Feudalismus und Absolutismus ablöste, war demokratisch; die Herrschaftsform plutokratisch.


    Heute ist Demokratie Fassade der Plutokratie: weil die Völker nackte Plutokratie nicht dulden würden, wird ihnen die nominelle Macht überlassen, während die faktische Macht in den Händen der Plutokraten ruht.
    In republikanischen wie in monarchischen Demokratien sind die Staatsmänner Marionetten, die Kapitalisten Drahtzieher:
    sie diktieren die Richtlinien der Politik, sie beherrschen durch Ankauf der öffentlichen Meinung die Wähler, durch geschäftliche und gesellschaftliche Beziehungen die Minister.


    An die Stelle der feudalen Gesellschaftsstruktur ist die plutokratische getreten: nicht mehr die Geburt ist maßgebend für die soziale Stellung, sondern das Einkommen.
    Die Plutokratie von heute ist mächtiger als die Aristokratie von gestern: denn niemand steht über ihr als der Staat, der ihr Werkzeug und Helfershelfer ist.


    Als es noch wahren Blutadel gab, war das System der Geburtsaristokratie gerechter als heute das der Geldaristokratie:
    denn damals hatte die herrschende Kaste Verantwortungsgefühl, Kultur, Tradition während die Klasse, die heute herrscht, alles Verantwortungsgefühles, aller Kultur und Tradition bar ist.
    Vereinzelte Ausnahmen ändern nichts an dieser Tatsache.


    Quelle: R. N. COUDENHOVE KALERGI, PRAKTISCHER IDEALISMUS (ADEL - TECHNIK - PAZIFISMUS)
    1925 PANEUROPA - VERLAG , WIEN-LEIPZIG
    Seite 39 bis 40

    Na so was! [[zwinker]]
    Der Dümmste war er wirklich nicht.
    Ob solche "brüderlichen Einlassungen" vom Therapeut, der Schauspielerin und der Schriftstellerin schon gelesen wurden?

    Tip: Tanzt doch einmal nach dem Gesang der plutokratische Herrschaft.
    Bunt würde es allemal, denn da wäre ganz viel Rote Farbe für das Blut der Opfer erforderlich.

    mfG
    nereus

    Orlando

    Homepage E-Mail

    06.12.2017, 10:28

    @ nereus
     

    Wie ist es nur gekommen, dass der Blutadel seine Macht verloren hat?

    Oder war es mit der doch nicht weit her? Kann aber gar nicht sein.

    Da kann nur Satan dahinterstecken.

    Andudu

    06.12.2017, 10:37

    @ Orlando
     

    Ja, bestimmt, wir brauchen wieder Monarchien...

    > Oder war es mit der doch nicht weit her? Kann aber gar nicht sein.
    >
    > Da kann nur Satan dahinterstecken.

    ...die waren so schön friedlich und den Menschen ging es so gut, ich erinnere an den 30igjährigen Krieg oder den Pfälzischen Erbfolgekrieg.

    Es wird niemals Frieden geben, so lange einzelne Personenkreise über große Völker herrschen können, ganz egal ob Monarchie oder Plutokratie. Die einzigen die kein Interesse an Konflikten haben, sind die Völker selbst.

    NST

    Homepage E-Mail

    Südthailand,
    06.12.2017, 12:34
    (editiert von NST, 06.12.2017, 12:49)

    @ Andudu
     

    Da sehe ich einen Widerspruch .... das ist reines Wunschdenken

    > Die einzigen die kein Interesse an Konflikten haben, sind die Völker
    > selbst.

    Hallo,
    warum sind denn diese Völker, besonders die mit dem Staatsmodell Demokratie in der jüngeren Vergangenheit z.B. WK1 und WK2 wie die Bestien übereinander hergefallen???

    Jede technische Errungenschaft war gut genug, um die unterschiedlichen Interessen mit möglichst viel Blutzoll abzuwickeln. Die Zivilbevölkerung war dazu gerade das bevorzugte Ziel. Bombenkriege, Chemiewaffen- und Atombombeneinsatz.

    Je demokratischer der Staat, desto kompromissloser der Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Also erzähl mir nicht, die Völker hätten kein Interesse am Krieg. Diese Völker stellten die notwendigen Soldaten und produzierten die verwendeten Waffen. Während der Soldat an der Front war, arbeiteten die Frauen in der Versorgung oder in der Waffenindustrie. Also mit vereinten Kräften gingen die jeweiligen Völker in ihrem Kriegsdienst auf.

    Zu Kriegsbeginn hat denen niemand die Waffe an den Kopf gehalten und sie zum Krieg gezwungen. Das verhält sich ähnlich wie heute mit den Blockparteien, die bekommen immer ihre rund 80% egal was sie machen, sogar dann wenn sie ankündigen, das Volk auszutauschen. Auch heute wieder ist die führende Demokratie der Staat, der die grössten Investitionen in Kriegsgerät vorzuweisen hat und dafür erwartet er selbstverständlich auch eine Rendite. Die Demokratien halten mit der NATO den grössten Militärapparat weltweit vor. Die Steuerzahler finanzieren das ganze Spiel. Dazu gehören besonders jene, mit dem höheren Bewusstsein, also Umweltschützer, Veganer und sonstige Gutmenschen. Ganz einfach deshalb, weil sie über die Steuersätze das ganze Spiel überhaupt erst ermöglichen und als Mittelstand überproportional dazu beitragen.
    Gruss

    nemo

    06.12.2017, 13:13

    @ NST
     

    Feindbilder, Propaganda und Zwang führen dazu, dass Kriege geführt werden

    > Hallo,
    > warum sind denn diese Völker, besonders die mit dem Staatsmodell
    > Demokratie in der jüngeren Vergangenheit z.B. WK1 und WK2 wie die Bestien
    > übereinander hergefallen???


    Die Völker fallen nicht von sich aus wie die Bestien übereinander her, sondern
    nur dann, wenn der Staat sie dazu zwingt und sie dafür besticht (bezahlt).

    Der Staat oder besser die Regierung erklärt den Massen, dass sie nicht in Frieden
    leben können und dass an den schlechten Lebensbedingungen der Feind schuld ist.
    Das Volk kann sich dem nicht verweigern, da die Regierung die Macht besitzt,
    alle Männer zum Wehrdienst zu verpflichten und die Frauen in die Waffenfabriken
    zu schicken. Es gibt nur Wenige, die sich raushalten können und diese fliehen
    dann ins Ausland.

    Feindbilder, Propaganda und Zwang führen dazu, dass Kriege geführt werden.
    Das Volk kann gar kein Interesse daran haben, sein Leben zu riskieren. Im
    Gegenteil, die Massen würden heute auf die Straße gehen und gegen den
    Krieg demonstrieren. Deshalb werden Kriege neuerdings verdeckt geführt.
    Daniele Ganser wies in einem Interview darauf hin, dass sich kaum einer
    bewusst ist, dass Herr Obama allein im Jahr 2016 sieben arabische Länder
    bombardiert hat. Das Schweigen der Medien macht es möglich. Herr Mausfeld
    erklärt wie das funktioniert. Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert?

    Gruß
    nemo

    Andudu

    06.12.2017, 13:16

    @ nemo
     

    So ist es, Danke! k.T.

    k.T.

    Orwell

    06.12.2017, 20:23

    @ nemo
     

    Gut gesagt.

    Gut gesagt.

    Bin ein _Antikommunist, aber:

    "Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin..."

    (Soll von Brecht sein - den ich nicht mag. Aber Trotzdem, wo er Recht hat, hat er Recht.)

    ---
    "Es ist Juristen nicht zuzumuten, schreiendes Unrecht zu erkennen." (Jörg Friedrich)

    "Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um

    Andudu

    06.12.2017, 13:13

    @ NST
     

    Welche Demokratien?

    > warum sind denn diese Völker, besonders die mit dem Staatsmodell
    > Demokratie in der jüngeren Vergangenheit z.B. WK1 und WK2 wie die Bestien
    > übereinander hergefallen???

    Im ersten WK herrschte in D noch der Kaiser, in Österreich-Ungarn die k.u.k. Doppelmonarchie (Auslöser des ersten WK war der Mord an einem Thronfolger!), in Russland der Zar (bis zur Februarrevolution 1917).

    Im zweiten WK gab es eine gleichgeschaltete Diktatur bei den Deutschen. Im Rest des damaligen Westens herrschte bereits die Oligarchie (untereinander ausgespielt von der britschen Halbmonarchie) in Russland eine kommunistische Diktatur.

    Mit Volksabstimmungen hätte es (das ist meine feste Überzeugung) weder den ersten, noch den zweiten WK gegeben. Es wäre weder zum dritten Reich (hervorgegangen aus Parteiversagen), noch den Stalin-Kommunismus gegeben (Versagen der Zarenmonarchie, sowie gezielte Destabilisierung durch die Oligarchien).




    > Jede technische Errungenschaft war gut genug, um die unterschiedlichen
    > Interessen mit möglichst viel Blutzoll abzuwickeln. Die Zivilbevölkerung
    > war dazu gerade das bevorzugte Ziel. Bombenkriege, Chemiewaffen- und
    > Atombombeneinsatz.

    Genau deshalb hat sie ja keinen Grund Kriege zu befürworten. Das Volk ist immer der Körper, der die Tritte abbekommt.


    > Je demokratischer der Staat, desto kompromissloser der Einsatz von
    > Massenvernichtungswaffen.

    Wüsste jetzt gar nicht, dass die Schweiz schon Massenvernichtungswaffen eingesetzt hätte...

    Du darfst nicht dem antidemokratischem Geschwafel einiger weniger hier im Forum hinterherlaufen. Im Westen haben wir keine Demokratie. Repräsentative Demokratien sind nicht repräsentativ und damit auch nicht demokratisch. Das ist rabulistischer Bauernfang für Dumme.


    > Also erzähl mir nicht, die Völker hätten kein
    > Interesse am Krieg. Diese Völker stellten die notwendigen Soldaten und
    > produzierten die verwendeten Waffen.

    Versuch dich mal gegen eine Generalmobilmachung zu wehren. Irgendwas verwechselst du da gerade. Die Völker sind Opfer ihrer macht- und kriegsgeilen Herrscher. Das ist ein himmelweiter Unterschied.


    > Während der Soldat an der Front war,
    > arbeiteten die Frauen in der Versorgung oder in der Waffenindustrie. Also
    > mit vereinten Kräften gingen die jeweiligen Völker in ihrem Kriegsdienst
    > auf.

    Blablabla. Du meinst die Mutter hätte sich wehren und den Hungertod ihrer Familie riskieren sollen? Der Mann, indem er sich weigert und von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt wird? Der Mensch hofft bis zuletzt, darauf basieren alle Gewaltsysteme: Einschüchterung und Hoffnung und für die Willigen: Belohnung.


    > Zu Kriegsbeginn hat denen niemand die Waffe an den Kopf gehalten und sie
    > zum Krieg gezwungen.

    Natürlich hat man das und wer konnte, hat sich entzogen. Selbstverständlich gibt es immer auch Freiwilligenverbände und Kriegslüsterne.



    > Blockparteien, die bekommen immer ihre rund 80% egal was sie machen, sogar
    > dann wenn sie ankündigen, das Volk auszutauschen.

    Ach gar? Und die Medien verkünden diese Wahrheiten und verstecken sie nicht etwa vorm Wahlvolk? Glaubst du ernsthaft, es hätten sich bei einer Abstimmung Mehrheiten dafür gefunden, allen Elenden der Welt die Türen zu öffnen und sie in unser Sozialsystem zu holen? Ernsthaft?

    Zarathustra

    06.12.2017, 13:30

    @ Andudu
     

    Streng genommen herrscht überall Demokratie

    ... denn überall herrscht letztlich der Demos, seinem Charakter entsprechend. Ein unterwürfiger, obrigkeitshöriger Demos will halt mehr von Führern geführt werden, als dass er selber in der Breite führt. Es herrscht also Unterwürfigkeit und Obrigkeitshörigkeit. Andere Völker wiederum tolerieren dies, mangels dieser Eigenschaften, eher nicht.

    nemo

    06.12.2017, 13:48

    @ Zarathustra
     

    Die Geldsklaven der Scheindemokratie

    > ... denn überall herrscht letztlich der Demos, seinem Charakter
    > entsprechend. Ein unterwürfiger, obrigkeitshöriger Demos will halt mehr
    > von Führern geführt werden, als dass er selber in der Breite führt. Es
    > herrscht also Unterwürfigkeit und Obrigkeitshörigkeit. Andere
    > Völker wiederum tolerieren dies, mangels dieser Eigenschaften, eher nicht.


    Ersetze den Begriff Demokratie durch Oligarchie und Demos durch Geldsklaven,
    dann kommt es ungefähr hin.

    Gruß
    nemo

    Zarathustra

    06.12.2017, 13:57

    @ nemo
     

    Da muss gar nichts ersetzt werden

    Der Demos ist der Demos, und der herrscht seinem Charakter gemäss.

    nemo

    06.12.2017, 14:18

    @ Zarathustra
     

    Märchenstunde mit Zara...

    > Der Demos ist der Demos, und der herrscht seinem Charakter gemäss.


    Ja klar, der selbstbestimmte Schwarm will für einen Mindestlohn von 8,50 Euro
    bis 67 arbeiten und danach auf Sozialhilfe-Niveau sein Rentenalter verbringen…

    Auch möchte dieser Schwarm gerne in einer digitalisierten Überwachungs-
    architektur leben, die jede seiner Handlungen überwacht und aufzeichnet.

    Und dann liebt er es, wenn seine Meinungsfreiheit beschnitten wird und
    jeder Angst haben muss, seinen Job zu verlieren, wenn er die herrschenden
    Zustände kritisiert.

    So ist er halt, der Schwarm…. [[zwinker]]

    Zarathustra

    06.12.2017, 20:13

    @ nemo
     

    Verdientermassen

    > > Der Demos ist der Demos, und der herrscht seinem Charakter gemäss.
    >
    >
    > Ja klar, der selbstbestimmte Schwarm will für einen Mindestlohn von 8,50
    > Euro
    > bis 67 arbeiten und danach auf Sozialhilfe-Niveau sein Rentenalter
    > verbringen…
    >


    Der Schwarm will gar nichts. Der Schwarm ist ein Wettstreit widerstreitender Kräfte.


    > Auch möchte dieser Schwarm gerne in einer digitalisierten Überwachungs-
    > architektur leben, die jede seiner Handlungen überwacht und aufzeichnet.
    >

    Der Schwarm will gar nichts. Der Schwarm ist ein Wettstreit widerstreitender Kräfte. Es gibt obrigkeitsheitshörige/unterwürfige Schwärme, die überwiegend durch Obrigheitshörigkeit, Unterwürfigkeit und Masochismus beherrscht/regiert werden. Selbst im DGF herrscht ein gerüttelt Mass an Führerkult. Putin hilf! Trump, geh Du voran!


    > Und dann liebt er es, wenn seine Meinungsfreiheit beschnitten wird und
    > jeder Angst haben muss, seinen Job zu verlieren, wenn er die herrschenden
    > Zustände kritisiert.
    >
    > So ist er halt, der Schwarm….

    Ja, so sind sie, jene Schwärme, die sich lieber an Führern als an der Gesamtbevölkerung orientieren. Es gibt in Deutschland keinerlei Einsatz pro Volksabstimmungen/Direkte Demokratie. Folglich wird es das auch nicht geben.

    Mephistopheles

    Datschiburg,
    06.12.2017, 20:57

    @ Zarathustra
     

    Kann sich einer noch daran erinnern, als in der Schweiz direktdemokratisch über die Freigabe des Frankenkurses abgestimmt wurde?

    > Ja, so sind sie, jene Schwärme, die sich lieber an Führern als an der
    > Gesamtbevölkerung orientieren. Es gibt in Deutschland keinerlei Einsatz
    > pro Volksabstimmungen/Direkte Demokratie. Folglich wird es das auch nicht
    > geben.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/warum-die-schweizer-nationalbank-frankenkurs-freigibt-13371684.html
    [[euklid]]

    Über Stuttgart 21 hat man aber direktdemokratisch abgestimmt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Volksabstimmung_zu_Stuttgart_21

    [[la-ola]]

    ---
    Wer für ein buntes Deutschland ist, soll dafür bezahlen!

    Zarathustra

    07.12.2017, 05:48

    @ Mephistopheles
     

    Darüber kann jederzeit eine Initiative gestartet werden

    Es braucht vergleichsweise wenige Stimmen des Schwarms, um alles, was die Herzen begehren, einer Volksabstimmung zuzuführen.

    Andudu

    06.12.2017, 15:21
    (editiert von Andudu, 06.12.2017, 15:30)

    @ Zarathustra
     

    Das stimmt nur zum Teil...

    > ... denn überall herrscht letztlich der Demos, seinem Charakter
    > entsprechend. Ein unterwürfiger, obrigkeitshöriger Demos will halt mehr
    > von Führern geführt werden, als dass er selber in der Breite führt. Es
    > herrscht also Unterwürfigkeit und Obrigkeitshörigkeit. Andere
    > Völker wiederum tolerieren dies, mangels dieser Eigenschaften, eher nicht.


    ...klar spielt die Mentalität auch eine Rolle, aber ganz so simpel ist es dann doch nicht.


    Ich hatte ich schon dargelegt, dass eine Selbstermächtigung (bisher) nicht und nirgends funktioniert (hat), selbst in der Schweiz ging das m.W. von "Führern" (Schwur auf der Rütliwiese usw.) aus und baute sich danach erst sukzessive auf. Das liegt daran, dass man ein Volk zwar recht gut direktdemokratisch organisieren kann, mit vielen Vorteilen, es aber von selbst offenbar nicht einig und machtvoll genug ist, um so etwas gegen eine entschlossene Herrschaft durchzusetzen.

    Das ist bedauerlich und die Gründe dafür wären interessant (liegt vermutlich daran, dass eine Mehrheit immer unpolitisch ist und erst aktiv wird, wenn der Status Quo unerträglich ist, ein großer Teil ist schlicht zu erpressbar, etwa Familien). Tatsache ist aber auch, dass sich in D etwa seit Jahren Mehrheiten für mehr direkte Demokratie aussprechen und schlicht ignoriert werden...


    Andererseits ist die Situation in den Staaten unterschiedlich. Ein Volk, welches eher ein laxes Verhältnis zur Macht hat (etwa die Griechen) und sich eher entziehen kann (ala "ist uns egal, wir machen das so, wie wir wollen") wird Beteiligung weitaus seltener einfordern.

    Ein Volk welches geopolitischer Dreh- und Angelpunkt ist, wie die Deutschen, wird umso perfider unter der Fuchtel gehalten, egal wie laut die Forderungen auch sein mögen. Die AfD fordert ja z.B. Demokratie nach Schweizer Vorbild und wird als "antidemokratisch" verleumdet und mit allen Mitteln der Kunst klein gehalten. Oder anders ausgedrückt: selbst wenn aus unserer Mitte das Führungspersonal entstünde, welches uns direkte Demokratie bringen könnte, ist es erstmal ein harter Kampf David gegen Goliath, der Kampf einer (hoffentlich nicht allzu unterwanderten) Oppositionspartei gegen ein unglaublich reiches, mächtiges und skrupelloses transatlantisches Imperium.


    Es ist meine Überzeugung, dass direktdemokratische Systeme letztlich stabiler und friedlicher sind, allerdings ist die Hürde, sie zu etablieren, sehr groß. Mit Trump (transatlantisches Desinteresse) und Niedergang der autokratischen, zentralistischen EU, könnte sich ein kurzes Zeitfenster öffnen, wenn die politischen Eliten ein Bewusstsein dafür entwickeln würden (deshalb finde ich so Phrasen von Völkern, die angeblich keinen Willen haben, kontraproduktiv). Und es müsste schnell genug genutzt werden, denn mit zunehmender Islamisierung und Zersetzung unserer Kultur, schließt es sich wieder... vielleicht für immer (zumindest für unser Volk).

    Orwell

    06.12.2017, 20:26

    @ Andudu
     

    Schweiz - Kleiner Joke am Rande

    Die Schweiz setzt seit sie kein armes Land mehr ist konsequent eine psychologische auf Deutsche abzielende Massenvernichtungswaffe ein:

    Schwyzerdütsch!



    [[euklid]]

    ---
    "Es ist Juristen nicht zuzumuten, schreiendes Unrecht zu erkennen." (Jörg Friedrich)

    "Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um

    nereus

    06.12.2017, 11:14

    @ Orlando
     

    Du bist ein kluger Kopf.

    Hallo Orlando!

    Du fragst: Wie ist es nur gekommen, dass der Blutadel seine Macht verloren hat?

    Die Frage ist berechtigt, betrifft aber nur einen bestimmten Blutadel, nicht wahr? [[zwinker]]
    Ein anderer, sehr spezieller, Blutadel herrscht bislang uneingeschränkt - das hatte der Graf (absichtlich?) vergessen zu erwähnen.
    Doch dazu müßte ich wieder den genialen Mask-Changer von @Hopi bemühen.

    Da kann nur Satan dahinterstecken.

    Volltreffer!
    Alle abendländischen und morgenländischen Wirren und Irrungen können daraus abgeleitet und erklärt werden.
    Das Problem ist nur:
    Für Religion interessiert sich kein Schwein mehr und daher werden die Wurzeln des Problems auch nicht verstanden.
    Aber das ist ja Absicht. Im Nebel orientiert es sich halt schlecht.

    Der Graf hat das ganz sicher gewußt, es aber „brüderlich“ unterlassen anzusprechen, weil dann der Plot zu offensichtlich geworden wäre.
    Ziel der Sippschaft war und ist die Zerstörung von Kirche, Adel und Familie.
    Aber das weißt Du alles schon und daher ist es müßig immer wieder darauf zu verweisen.

    Nichtsdestoweniger hat er zur Plutokratie – die heute erst ihre wahre Größe entfaltet – Klartext gesprochen.
    Und ein kluger Mensch wie Du, hat das sicher auch verstanden, gell? [[zwinker]]

    mfG
    nereus

    Mephistopheles

    Datschiburg,
    06.12.2017, 11:18
    (editiert von Mephistopheles, 06.12.2017, 11:55)

    @ Orlando
     

    durch Treuebruch

    > Oder war es mit der doch nicht weit her? Kann aber gar nicht sein.
    >
    > Da kann nur Satan dahinterstecken.

    Die Edlen (=Adligen) bilden einen Männerbund, welcher die ganze Macht in seinen Händen hält. Die Aufnahme in diesen Männerbund geschieht durch bestimmte Riten, wozu auch die persönliche Tapferkeit gehört. Diese Edlen sind die einzigen Waffenträger.
    Diese Edlen wählen aus ihren Reihen einen König, der dann in einem magischen Ritual zum König gekrönt wird. Diesem gewählten König geloben die Edlen Treue und werden dafür mit einem Lehnsgut beliehen.

    Das Volk hat keinen eigenen Willen, es kann niemals an die Macht gelangen. Wenn es aber durch Treuebruch innerhalb der Edlen zum Sturz des Regenten kommt, dann kann eine Situation entstehen, bei der die Waffen unter das Volk verteilt werden. Da das Volk keinen eigenen Willen hat, wird es diese Waffen immer im Sinne derjenigen einsetzen, welche sich zu seinen Führern aufschwingen. Diese wiederum können nur so lange führen, solange sie von Finanziers im Hintergrund mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Sie werden also das Volk dahin führen, wie es ihre Finanziers ihnen befehlen. Und schon haben wir eine Demokratie - die ohne einen Treuebruch innerhalb des Adels (= die Edlen) niemals hätte sich entfalten können.


    Gruß Mephistopheles

    ---
    Wer für ein buntes Deutschland ist, soll dafür bezahlen!

    Andudu

    06.12.2017, 12:48

    @ Mephistopheles
     

    Klar hat das Volk einen Willen...

    ...wenn man es nach selbigem fragt, kann es den auch erstaunlich klar ausdrücken.

    Was es nicht kann, ist sich selbst zu ermächtigen, zumindest hat es das m.W. in der Geschichte noch nicht gegeben, dazu braucht es immer Anführer. Und DAS ist der Grund, warum es bisher nur eine direkte Demokratie auf der Welt gibt, ein historischer Glücksfall. Anführer sind fast immer egomanische Psychopathen, denn an die Macht gelangt man nur mit Skrupellosigkeit oder wenigstens Verlogenheit (höchstens noch durch Erbe, aber ohne Talent verliert man sie dann auch).

    Die Macht zu haben, erfordert natürlich, dass man sie mit Geschwurbel und Lügen für sich rechtfertigt. Machen die Parlamentarier ja auch, sie haben sogar extra einen Euphemismus erfunden, die "repräsentative Demokratie", beim Adel war es das "Gottgnadentum". Die Oligarchie rechtfertigt sich mit "Globalisierung".

    Falkenauge

    06.12.2017, 13:20

    @ Mephistopheles
     

    Adelsherrschaft

    > Die Edlen (=Adligen) bilden einen Männerbund, welcher die ganze Macht in
    > seinen Händen hält. Die Aufnahme in diesen Männerbund geschieht durch
    > bestimmte Riten, wozu auch die persönliche Tapferkeit gehört. Diese Edlen
    > sind die einzigen Waffenträger.
    > Diese Edlen wählen aus ihren Reihen einen König, der dann in einem
    > magischen Ritual zum König gekrönt wird. Diesem gewählten König geloben
    > die Edlen Treue und werden dafür mit einem Lehnsgut beliehen.
    >
    > Das Volk hat keinen eigenen Willen, es kann niemals an die Macht gelangen.
    > Wenn es aber durch Treuebruch innerhalb der Edlen zum Sturz des Regenten
    > kommt, dann kann eine Situation entstehen, bei der die Waffen unter das
    > Volk verteilt werden. Da das Volk keinen eigenen Willen hat, wird es diese
    > Waffen immer im Sinne derjenigen einsetzen, welche sich zu seinen Führern
    > aufschwingen. Diese wiederum können nur so lange führen, solange sie von
    > Finanziers im Hintergrund mit ausreichenden finanziellen Mitteln
    > ausgestattet werden. Sie werden also das Volk dahin führen, wie es ihre
    > Finanziers ihnen befehlen. Und schon haben wir eine Demokratie - die ohne
    > einen Treuebruch innerhalb des Adels (= die Edlen) niemals hätte sich
    > entfalten können.

    Da ist was dran, entält aber einige Unrichtigkeiten.
    Im Adel herrschten die Männer zwar vor, er war jedoch kein Männerbund, sondern eine Gesellschaftsklasse. In sie wurde man nicht durch ein Ritual aufgenommen, sondern hineingeboren. Der Nachwuchs wurde dann natürlich zur Tapferkeit und Herrschaft erzogen.

    Der Adel hat einen geschichtlich weit zurückliegenden Ursprung. Er kennzeichnet eigentlich die 2. Stufe des Imperialismus, neutral als Herrschaft über die Menschen genommen.
    Die 1. Stufe war die Theokratie der orientalischen Hochkulturen, in der die Menschen die Macht des Herrschers als eine göttliche Macht erlebten. Der Priesterkönig oder Pharao war ihnen ein auf Erden erschienener Gott, ein Sohn des Himmels, dessen Macht keine äußere Gewalt bedeutete, sondern in der überlegenen göttlichen Weisheit und Güte bestand, aus der heraus er das Leben der Menschen zu ihrem Heile ordnete und leitete, wozu sie selbst noch nicht imstande waren. Der Herrscher und seine Minister wurden als etwas Höheres als gewöhnliche Menschen erlebt; Götter und Untergötter sprachen und wirkten in ihnen.

    Dann trat in der 2. Stufe (in Griechenland und Rom) eine Spaltung in eine mehr weltliche und eine kirchliche Macht ein. Der Herrschende wurde nicht mehr als der Gott selbst, sondern als der von Gott Beauftragte und Inspirierte erlebt, als der Herrscher von Gottes Gnaden. Er war ein Mensch wie alle anderen, aber aus ihnen herausgehoben durch den Adel seiner Seele, der es dem Gotte ermöglichte, ihn für seine leitenden Aufgaben zu inspirieren, derer die Menschen in einer gewissen Weise noch immer bedurften.

    Mit der Neuzeit setzte wieder eine gewaltige Bewusstseinsveränderung ein, in der sich der einzelne Mensch immer mehr auf die Spitze der eigenen Persönlichkeit zu stellen begann, um aus eigener Erkenntnis sein Leben selbst zu gestalten. Der Herrscher wurde immer weniger als Gottgesandter erlebt, der durch höhere Erkenntnis andere zu lenken berechtigt wäre. Jeder fühlte sich selbst in der Lage und berechtigt, zu den benötigten Erkenntnissen zu kommen. Der Anspruch des „Gottesgnadentums“ war hohl geworden, hielt sich aber noch lange auf dem Thron. Seine Macht war jedoch vollkommen entgeistigt und veräußerlicht, sie war zur leeren Phrase geworden.
    Die Macht, die im Geistigen ihren Ursprung und ihre Legitimation hatte, war zugunsten der menschlichen Freiheit versiegt. Aber an ihre Stelle setzte sich die äußere Gewalt, die aus dem nackten Egoismus der irdischen Persönlichkeit aufstieg und sich den Staat als Instrument gestaltete.

    Mit der Demokratie machte sich die berechtigte Forderung der Individualität geltend, die Gesetze sich nicht von oben diktieren zu lassen, sondern bei der Entstehung des Rechts mitzuwirken. In dem Maße aber, wie die Rechtsorganisation, der Staat, eine Allzuständigkeit für jedes Lebensgebiet in Anspruch nahm und durch Gesetze reglementierte, wurden in das Recht, das nur die Beziehungen zwischen den einander gleichberechtigten Menschen zu regeln hat, inhaltliche Gestaltungen des Lebens aufgenommen, die Angelegenheit der sachkundig im Wirtschafts- und Kulturleben wirkenden Menschen selbst sind.

    Das führte dazu, dass der Impuls der Selbstbestimmung sich noch in der Debatte artikulieren kann, im Moment der Abstimmung aber ausgeschaltet wird, denn damit sind alle gleichermaßen an die daraus folgenden inhaltlichen Regelungen gebunden und müssen – von außen bestimmt – nach ihnen handeln. Aus dem Streben des Individuums nach Selbst- und Mitbestimmung entstanden, führt der Parlamentarismus in der Abstimmung zu ihrer Vernichtung. Er „geht hervor aus der Geltendmachung der Persönlichkeit und endet mit der Auslöschung der Persönlichkeit.“ Im Geistes- und im Wirtschaftsleben darf es, wenn die Selbstbestimmung des Menschen nicht aufgehoben werden soll, keine gesetzgebenden Körperschaften geben, die „von oben“ reglementieren, sondern nur horizontale Beratungs- und Kooperationsorgane freier und solidarisch einander zugewandter Bürger.

    Das omnipotende Parlament gibt den plutokratischen Hintergrundkräften die Möglichkeit, die Abgeordneten zu vereinnahmen und als Marionetten zu benutzen.

    Das ist die jetzige Situation. Die Freiheit des Einzelnen ist auf halbem Wege stecken geblieben. Er ist noch immer einer hierarchischen Staatsmacht in der Hand weniger untertan.
    Eine historische Analyse.

    Andudu

    06.12.2017, 13:28

    @ Falkenauge
     

    Ja, das trifft es ganz gut...

    > Menschen nicht aufgehoben werden soll, keine gesetzgebenden Körperschaften
    > geben, die „von oben“ reglementieren, sondern nur horizontale
    > Beratungs- und Kooperationsorgane freier und solidarisch einander
    > zugewandter Bürger.

    ...auch wenn ich deinen anarchischen Ansatz für zu naiv halte.

    Die freien, solidarisch einander zugewandten Bürger, müssen trotzdem die Möglichkeit haben, per Mehrheit Zwänge in ihrem Herrschaftsgebiet auszuüben. Sei es zur gemeinsamen Verteidigung oder um ein Minimum an Arbeitsteiligkeit (Vertragsrecht, Justiz, Exekutive) aufrecht zu erhalten.

    Falkenauge

    06.12.2017, 13:52

    @ Andudu
     

    Rechtsleben

    > > Menschen nicht aufgehoben werden soll, keine gesetzgebenden
    > Körperschaften
    > > geben, die „von oben“ reglementieren, sondern nur horizontale
    > > Beratungs- und Kooperationsorgane freier und solidarisch einander
    > > zugewandter Bürger.
    >
    > ...auch wenn ich deinen anarchischen Ansatz für zu naiv halte.
    >
    > Die freien, solidarisch einander zugewandten Bürger, müssen trotzdem die
    > Möglichkeit haben, per Mehrheit Zwänge in ihrem Herrschaftsgebiet
    > auszuüben. Sei es zur gemeinsamen Verteidigung oder um ein Minimum an
    > Arbeitsteiligkeit (Vertragsrecht, Justiz, Exekutive) aufrecht zu erhalten.

    Du hast nicht genau gelesen. Ich habe geschrieben: "Im Geistes- und im Wirtschaftsleben darf es, wenn die Selbstbestimmung des Menschen nicht aufgehoben werden soll, keine gesetzgebenden Körperschaften geben, die „von oben“ reglementieren, sondern nur horizontale Beratungs- und Kooperationsorgane freier und solidarisch einander zugewandter Bürger."

    Das bedeutet, dass im davon zu unterscheidenden Staat im engeren Sinne, der auf das Recht zu reduzieren ist, selbstverständlich eben durch das Recht äußere und innere Sicherheit zu gewährleisten sind. Dafür ist natürlich ein Parlament notwendig.

    Andudu

    06.12.2017, 15:56

    @ Falkenauge
     

    Ja, wobei ich mich schwer tue...

    > Du hast nicht genau gelesen. Ich habe geschrieben: "Im Geistes- und im
    > Wirtschaftsleben darf es, wenn die Selbstbestimmung des Menschen nicht
    > aufgehoben werden soll, keine gesetzgebenden Körperschaften geben, die
    > „von oben“ reglementieren, sondern nur horizontale Beratungs- und
    > Kooperationsorgane freier und solidarisch einander zugewandter Bürger."

    ..."Wirtschaftsleben" einzugrenzen. In einer hoch arbeitsteiligen, von einem funktionierenden Geld- und Steuersystem abhängigen, Gesellschaft, kann man diese Trennung m.E. gar nicht machen. Zumindest kann ich sie mir nicht vorstellen. Wie z.B. schädlicher Kapital(und damit Macht)akkumulation begegnen, ohne ins Wirtschaftsleben einzugreifen? Wie die Ausnutzung wirtschaftlicher Macht unterbinden oder etwa einen Missbrauch der Allmende, z.B. Umweltverschmutzung, usw.?



    > Das bedeutet, dass im davon zu unterscheidenden Staat im engeren Sinne,
    > der auf das Recht zu reduzieren ist, selbstverständlich eben durch das
    > Recht äußere und innere Sicherheit zu gewährleisten sind. Dafür ist
    > natürlich ein Parlament notwendig.

    Ja, oder etwas in der Art, welches sich über Volksabstimmungen demokratisch abzusichern hat.

    Falkenauge

    06.12.2017, 18:27

    @ Andudu
     

    Rechtsleben

    > ... schwer tue,
    > ..."Wirtschaftsleben" einzugrenzen. In einer hoch arbeitsteiligen, von
    > einem funktionierenden Geld- und Steuersystem abhängigen, Gesellschaft,
    > kann man diese Trennung m.E. gar nicht machen. Zumindest kann ich sie mir
    > nicht vorstellen. Wie z.B. schädlicher Kapital(und damit
    > Macht)akkumulation begegnen, ohne ins Wirtschaftsleben einzugreifen? Wie
    > die Ausnutzung wirtschaftlicher Macht unterbinden oder etwa einen
    > Missbrauch der Allmende, z.B. Umweltverschmutzung, usw.?

    Diese Dinge zu verhindern, ist Aufgabe des Rechtslebens, weil damit in den Lebensbereich anderer eingegriffen wird.

    > > Das bedeutet, dass im davon zu unterscheidenden Staat im engeren Sinne,
    > > der auf das Recht zu reduzieren ist, selbstverständlich eben durch das
    > > Recht äußere und innere Sicherheit zu gewährleisten sind. Dafür ist
    > > natürlich ein Parlament notwendig.
    >
    > Ja, oder etwas in der Art, welches sich über Volksabstimmungen
    > demokratisch abzusichern hat.

    Ja, klar.

    Mephistopheles

    Datschiburg,
    06.12.2017, 14:22

    @ Falkenauge
     

    Sehr guter Beitrag! Du vernachlässigst nur Eines

    > Die Macht, die im Geistigen ihren Ursprung und ihre Legitimation hatte,
    > war zugunsten der menschlichen Freiheit versiegt. Aber an ihre Stelle
    > setzte sich die äußere Gewalt, die aus dem nackten Egoismus der irdischen
    > Persönlichkeit aufstieg und sich den Staat als Instrument gestaltete.
    >
    > Mit der Demokratie machte sich die berechtigte Forderung der
    > Individualität geltend, die Gesetze sich nicht von oben diktieren zu
    > lassen, sondern bei der Entstehung des Rechts mitzuwirken. In dem Maße
    > aber, wie die Rechtsorganisation, der Staat, eine Allzuständigkeit für
    > jedes Lebensgebiet in Anspruch nahm und durch Gesetze reglementierte,
    > wurden in das Recht, das nur die Beziehungen zwischen den einander
    > gleichberechtigten Menschen zu regeln hat, inhaltliche Gestaltungen des
    > Lebens aufgenommen, die Angelegenheit der sachkundig im Wirtschafts- und
    > Kulturleben wirkenden Menschen selbst sind.
    >
    > Das führte dazu, dass der Impuls der Selbstbestimmung sich noch in der
    > Debatte artikulieren kann, im Moment der Abstimmung aber ausgeschaltet
    > wird, denn damit sind alle gleichermaßen an die daraus folgenden
    > inhaltlichen Regelungen gebunden und müssen – von außen bestimmt –
    > nach ihnen handeln. Aus dem Streben des Individuums nach Selbst- und
    > Mitbestimmung entstanden, führt der Parlamentarismus in der Abstimmung zu
    > ihrer Vernichtung.

    ...dass das Individuum zur Selbst- und Mitbestimmung gar nicht in der Lage und damit heillos überfordert ist.

    Vox populi, vox Rindvieh. (Das ist eine Anspielung auf die sakrale Bedeutung der Macht. Es drückte sich darin die Überzeugung aus, dass im Spruch des Herschers die Stimme Gottes erscheint, eine Überzeugung, die nur noch in der katholischen Kirche hochgehalten wird. Was der Papst ex cathedra - ein Ritual, und nur wenn er dieses Ritual befolgt - verkündet, ist unfehlbar. Das hat man später auf das Volk angewandt: Vox populi, vox dei: Aus der Stimme des Volkes spricht die Stimme Gottes).
    Und aus eben dieser heillosen Überforderung, und nicht wie du meinst, aus der durch die repräsentative Demokratie, fplgt automatisch die Einflussnahme der Geldmächte. Das wäre bei einer direkten Demokratie noch schlimmer, weil die Geldmächte kaufen sich natürlich dann das ganze Volk.


    Gruß Mephistopheles

    ---
    Wer für ein buntes Deutschland ist, soll dafür bezahlen!

    Falkenauge

    06.12.2017, 15:40

    @ Mephistopheles
     

    Selbstbestimmung

    > Du vernachlässigst nur eins,
    > ...dass das Individuum zur Selbst- und Mitbestimmung gar nicht in der Lage
    > und damit heillos überfordert ist.
    >
    > Vox populi, vox Rindvieh. (Das ist eine Anspielung auf die sakrale
    > Bedeutung der Macht. Es drückte sich darin die Überzeugung aus, dass im
    > Spruch des Herschers die Stimme Gottes erscheint, eine Überzeugung, die
    > nur noch in der katholischen Kirche hochgehalten wird. Was der Papst ex
    > cathedra - ein Ritual, und nur wenn er dieses Ritual befolgt - verkündet,
    > ist unfehlbar. Das hat man später auf das Volk angewandt: Vox populi, vox
    > dei: Aus der Stimme des Volkes spricht die Stimme Gottes).
    > Und aus eben dieser heillosen Überforderung, und nicht wie du meinst, aus
    > der durch die repräsentative Demokratie, fplgt automatisch die
    > Einflussnahme der Geldmächte. Das wäre bei einer direkten Demokratie noch
    > schlimmer, weil die Geldmächte kaufen sich natürlich dann das ganze
    > Volk.

    Dass das für viele Menschen (noch) zutrifft, darf nicht dafür blind machen, dass der europäischen Geschichte seit dem Griechentum das unbewusste und immer bewusster werdende Streben der Menschen zur freien, sich selbst erkennenden und sich selbst bestimmenden Individualität zugrunde liegt. Es ist letztlich dieser Impuls, der als gegen alle Widerstände gärende Kraft die ganze geistige und gesellschaftliche Entwicklung der europäischen Völker in der neueren Zeit verändernd bestimmt und vorangetrieben hat.

    Natürlich sind das stets Menschen der gebildeten Eliten gewesen, was ja damit zusammenhängt, dass die große Masse von einer höheren Bildung ausgeschlossen war. Das ist weitgehend insofern noch der Fall, als heute der Staat, also die Herrschenden, auch das Bildungssystem in den Händen haben und und auf diese Weise bei aller Öffnung der Bildung für alle Schichten, zum folgsamen Untertan erziehen lassen. Vgl hier.

    Andudu

    06.12.2017, 16:04

    @ Mephistopheles
     

    Das ist unlogisch...

    > Und aus eben dieser heillosen Überforderung,

    ...der Mensch ist nicht zur Selbstbestimmung unfähig, immerhin organisiert er sein Leben weitgehend selbstbestimmt (anders als in früheren Zeiten).

    Da gibt es natürlich unterschiedliche Level, die sich auch im Wunsch nach politischer Mitbestimmung ausdrücken. Heute ist es so, dass eine handvoll Leute (die m.E. selbst im Durchschnitt dümmer sind, als der Bevölkerungsdurchschnitt) den ganzen Rest bevormundet. Also auch die 30% die zufällig keine Politiker sein möchten, aber trotzdem reges politisches Interesse und jede Menge Wissen haben.





    > der durch die repräsentative Demokratie, fplgt automatisch die
    > Einflussnahme der Geldmächte. Das wäre bei einer direkten Demokratie noch
    > schlimmer, weil die Geldmächte kaufen sich natürlich dann das ganze
    > Volk.

    Das ist grob unlogisch. Wenn die Geldmächte sich das ganze Volk kaufen, dann ist das für das Volk viel lohnender, als wenn die Geldmächte sich nur eine handvoll Parlamentarier leisten müssen. Davon abgesehen, dass ein Volk sich seine vitalen Interessen nicht ganz so leicht abkaufen lässt, ein Politiker diese aber leichtfertig opfert (siehe Merkel)...

    Mephistopheles

    Datschiburg,
    06.12.2017, 18:41
    (editiert von Mephistopheles, 06.12.2017, 19:00)

    @ Andudu
     

    Der heutige Mensch ist lebensuntüchtiger als jede Generation vor ihm

    > > Und aus eben dieser heillosen Überforderung,
    >
    > ...der Mensch ist nicht zur Selbstbestimmung unfähig, immerhin
    > organisiert er sein Leben weitgehend selbstbestimmt (anders als in
    > früheren Zeiten).

    Dann mach es doch einmal!

    Als Beispiel für die Selbstbestimmung nehme ich diese paar Zeilen.
    Noch vor 1.200 Jahren, wenn du mir diese Nachricht hättest zukommen lassen wollen, dann wäre dir nichts anderes übrig geblieben, als dass du dir ein paar Bewaffnete suchst, die dich begleiten, vorher beim Kaiserhof antichambrierst wegen eines Geleitbriefes mit Siegel, dass der Kaiser dir diese Reise erlaubt (wobei, von Erlaubnis wäre nicht die Rede gewesen, der Kaiser erlaubt nicht, sondern er befiehlt), also dass der Kaiser dir befiehlt diese Reise zu unternehmen und allen Orten, durch die du kommst, aufs Strengste anbefiehlt, dich willkommen zu heißen und zu bewirten, wobei von einer Bezahlung selbstverständlich nicht die Rede gewesen wäre, man hätte diese auch als Beleidigung zurückgewiesen; trotzdem wäre es besser für dich gewesen, wenn du dich bei deinen Gastgebern mit Geschenken revanchiertest und so hättest du dich dann endlich auf den Weg machen können. Aber, jeder Tag hätte von dir selbständige Entscheidungen gefordert und mit jedem Tag, an dem du ein Etappenziel erreicht hättest, hättest du das Gefühl der Selbstbestimmtheit gehabt. Auf jeden Fall hättest du dir zu helfen gewusst.

    Vor 800 Jahren hättest du die Reise wahrscheinlich ohne bewaffnete Begleiter wagen können,es wäre trotzdem recht von Vorteil für dich gewesen, wenn du selber bewaffnet gewesen wärest - oder du machst diese Reise, um mir die paar Zeilen zukommen zu lassen, als Pilger. In jedem Fall brauchst du aber vom Pfarrer jeder Gemeinde, durch die du kommst, ebenfalls einen Geleitbrief, dass er dich als ehrenwerten Mann kennt. Auf jeden Fall hättest du dir zu helfen gewusst, und wenn du so nicht weiterkommst, hättest du dir immer noch ein paar Bewaffnete suchen können usw.

    Vor 400 Jahren hätte es bereits genügt, wenn du einen Ort kennst, durch die regelmäßig ein Postdienst der Familie Thurn & Taxis verkehrt, du dich an diesen Ort begibst, und ein paar Tage wartest, bis der Postdienst kommt - die verkehrten damals keineswegs regelmäßig - und diesem dann den Brief aufgibst mit der Adresse. Wobei du als Adresse nur das Dorf angibst. Sobald der Brief im richtigen Dorf ankam, dann erreichte er auch seinen Empfänger.
    Du hättest dir auch einen fahrenden Schüler suchen können mit dem Auftrag, wenn du ihm ein gutes Salär mitgibst, den Brief zuzustellen. Vor 400 Jahren war nämlich das Angebot einer finanziellen Belohnung bereits keine Beleidigung mehr, so viel Fortschritt muss sein. [[zwinker]] Auf jeden Fall war selbständiges Handeln von dir gefragt, und du hättest dir immer noch selber helfen können, wenn du so nicht weiterkommst.

    Vor 100 Jahren hättest du bei der nächsten Post ein Telegramm aufgeben können, und wenn das nicht funktioniert, dann hättest du dich per Eisenbahn selber auf den Weg machen können. Auf jeden Fall hättest du dir zu helfen gewusst.

    Heute dagegen gibst du einfach ein paar Zeilen in die Tastatur ein und weißt gar nichts. Wenn das Internet einmal ausfällt, natürlich zusammen mit dem Strom, das sage ich dir voraus, bist du völlig hilflos und weißt überhaupt nicht, was man da machen könnte.
    Dir bleibt nichts anderes übrig, als auf den Servicedienst zu warten - wenn denn einer kommt.

    Niemals gab es eine Generation, die weniger selbstbestimmt und lebensuntüchtiger war als die heutige.

    Gruß Mephistopheles

    ---
    Wer für ein buntes Deutschland ist, soll dafür bezahlen!

    Forever-Round

    E-Mail

    Escherode,
    06.12.2017, 18:53

    @ Mephistopheles
     

    Super, Mephisto, das kommt in meine Sammlung! (oT)

    [ kein Text ]
    Orwell

    06.12.2017, 20:32

    @ Mephistopheles
     

    Servicedienst :D

    Gut geschrieben, enthält viel wahres, aber:

    "Servicedienste"

    gibt es nicht, - oder nur im verbildeten tautologischen Deitschbuntschland :D

    Das wurde mir übrigens schon in der DDR ca. um 1980 als 11-jährigem beigebracht.

    ByeGruß (hehe)

    Orwell

    ---
    "Es ist Juristen nicht zuzumuten, schreiendes Unrecht zu erkennen." (Jörg Friedrich)

    "Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um

    trosinette

    07.12.2017, 10:54

    @ Mephistopheles
     

    Er nu wieder…

    Guten Tag,

    > Der heutige Mensch ist lebensuntüchtiger als jede Generation vor ihm

    Lebenstüchtigkeit lässt sich nur im Zusammenhang mit den Lebensumständen qualifizieren. Ein Vergleich über Generationen ist deshalb vollkommen Banane.

    In unserer Generation ist derjenige lebenstüchtig, der mit Fremdbestimmung und den dazugehörigen Techniken und Formalitäten wie Stechuhr, Finanzamt, Videoüberwachung, ständige Erreichbarkeit, PC, Smartphone, E-Mailterror usw. gut klar kommt.

    > Noch vor 1.200 Jahren, wenn du mir diese Nachricht hättest zukommen lassen wollen

    Von Deinen Nachbarn abgesehen hätte Dir vor 1200 Jahren niemand eine Nachricht zukommen lassen wollen. Das Du 99,999 + X % der Bevölkerung komplett am Arsch vorbei gehst, ist eine notwendige Grundvoraussetzung für Deine Selbstbestimmung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Schneider

    Orlando

    Homepage E-Mail

    07.12.2017, 14:42

    @ Mephistopheles
     

    Das ist ja gerade mein Einwand

    Der Adel hat seine Macht an die Repräsentanten der demokratischen Staatsbürger verloren.

    Macht lässt sich nicht fälschen, nur behaupten. Wer die Macht halten kann, ist dadurch legitimiert, Punkt.

    Man kann nun der Meinung sein, dass der aktuelle Machthalter der Macht unwürdig sei oder diese mit unerlaubten Mitteln erlangt habe oder was auch immer; solches Gejammer ist aber völlig irrelevant hinsichtlich der Machtverhältnisse.

    Übrigens zeigt schon die Tatsache, dass wir darüber Überlegungen anstellen, wem die Macht gebühre, dass wir uns zur Erörterung solcher Fragen befugt fühlen: genau das macht den demokratischen Staatsbürger aus.

    Die Edlen hätten Dir was gehustet bzw. Dir sogleich auf den Kopf geklopft, hättest Du Dir damals solches erlaubt.

    trosinette

    07.12.2017, 14:56

    @ Orlando
     

    Demokratisch oder orientierungslos oder beides?

    Guten Tag,

    > Übrigens zeigt schon die Tatsache, dass wir darüber Überlegungen anstellen,
    > wem die Macht gebühre, dass wir uns zur Erörterung solcher Fragen befugt
    > fühlen: genau das macht den demokratischen Staatsbürger aus.

    Macht es den demokratischen oder den orientierungslosen Staatsbürger aus?

    Mit freundlichen Grüßen
    Schneider

    Orlando

    Homepage E-Mail

    07.12.2017, 15:29

    @ trosinette
     

    Ist in staatsbürgerlicher Hinsicht vermutlich das Gleiche

    > Macht es den demokratischen oder den orientierungslosen Staatsbürger aus?
    >


    Fest orientiert im genauen Wortsinn ist allein der gläubige Moslem, denn er beugt sich fünf Mal am Tag nach Mekka (Orient) [[zwinker]] Ist aber nicht soo gelitten jetzt ...

    Der einzelne Staatsbürger hängt sein Mäntelchen gerne in den Wind, mal links, mal rechts, mal braun, mal grün, am liebsten wechselnd mit den Zeiten.

    Diese unorientierten Bürger bilden dann die Orientierung des Staates in eine Richtung, für die hinterher keiner was getan haben will, die es aber trotzdem gibt und der Schwarm treibt ein Stück dorthin bis zur nächsten Wende.

    trosinette

    08.12.2017, 10:11

    @ Orlando
     

    Orientierungsloser Schwarm klingt uncool

    Guten Tag,

    > Fest orientiert im genauen Wortsinn ist allein der gläubige Moslem, denn
    > er beugt sich fünf Mal am Tag nach Mekka (Orient) [[zwinker]] Ist aber
    > nicht soo gelitten jetzt ...

    Der orientierungslose Schwarm hat den Vorteil, dass sich der Einzelnen sein Dasein im Schwarm (halbwegs?!) nach Gutdünken einrichten kann. Es könnte aber sein, dass der orientierte Schwarm gegenüber dem orientierungslosen Schwarm eine wesentlich höhere Halbwertszeit hat.

    Wobei ich die Schwarmtheorie auch nicht abschließend begriffen habe. Für diejenigen, die für’s Fraktale schwärmen, schwärmt es sicherlich in jedem einzelnen Moslem und der Schwarm der Moslems ist Schwarm im Schwarm oder bilden die Moslems einen eigenen Schwarm?

    Mit freundlichen Grüßen
    Schneider

    nemo

    08.12.2017, 12:39

    @ trosinette
     

    Der orientierungslose Schwarm

    > Wobei ich die Schwarmtheorie auch nicht abschließend begriffen habe. Für
    > diejenigen, die für’s Fraktale schwärmen, schwärmt es sicherlich in
    > jedem einzelnen Moslem und der Schwarm der Moslems ist Schwarm im Schwarm
    > oder bilden die Moslems einen eigenen Schwarm?


    Guten Tag Schneider,

    wenn man das Bild auf das Wesentliche reduziert, gibt es keine Schwärme,
    sondern nur Ziele. Man kann alle verschiedenen Strömungen politischer,
    religiöser und kultureller Gesellschaften unter dem Begriff Menschheit
    zusammen fassen. Damit erhält man ein fraktales Muster.

    Die Widersprüche zwischen den verschiedenen Kulturen sind rein materieller
    Natur. Jenseits der Macht- und Geldpolitik gibt es keine Widersprüche, da
    alle Gruppen (die Menschheit) dasselbe Ziel haben (müssen),
    das Leben zu erhalten.

    Das würde auch gut funktionieren, wenn nicht Macht mit Hilfe von Geld
    und Gewalt ausgeübt wird.

    Die Blindheit der politisch Korrekten besteht darin, dass sie diese
    Tatsache nicht sehen (wollen) und die Schuld im Charakter des Menschen
    suchen ohne die wahren Ursachen zu erkennen. Die Charaktere von
    Menschen sind verschieden und können niemals gleichgeschaltet werden.
    Aber man könnte sich darauf einigen auf Eroberungs- und Unterwerfungs-
    Rituale zu verzichten, die nur das Ziel verfolgen, materiellen Wohlstand
    und Territorium zu sichern. Solange solche Gruppen die Macht ausüben,
    kann die Menschheit ihr eigentliches Ziel nicht verfolgen.

    Oder man könnte sagen, dass das Ende der Menschheit durch diese
    Gruppen besiegelt wird. Warren Buffett ist meiner Meinung nach sehr
    viel näher an der Wahrheit. Es geht nicht um widersprüchliche Interessen
    verschiedener Gruppen, sondern um den Kampf der Reichen gegen
    die Armen. Die Schwarmtheorie macht keinen Sinn, wo eine Mehrheit
    ums Überleben kämpft und eine Minderheit ihre Macht sichern will.


    Gruß
    nemo

    Centao

    08.12.2017, 14:26

    @ nemo
     

    Der biologische Schwarm dient doch aber in erster Linie einem Zweck.

    Hallo @nemo,

    der vielzitierte Fischschwarm dient dem Schutz vor Räubern. Würden die Fischlein evolutionär (Ziel = Überleben unter jeden Umständen) begreifen, dass es Fischtrawler mit gigantischen Fangschleppnetzen gibt, wäre die Vereinzelung u.Umständen für die Arterhaltung besser..

    Bei Menschengruppen, die i.d.R. überschaubar agieren (aka Dunbar) reden wir eher von zivilatorisch bedingten Schwarmverhalten, weil wir getäuscht durch den eigenen Intellekt immer ein Ziel vermuten (müssen)?

    Immer wenn es um Schwarmverhalten bei Menschen geht, sehe ich darin wenig erstrebenswerte Ziele für den Einzelnen, selbst innerhalb des Schwarmes.

    Bei den BitCoin-Jüngern der zweiten Stunde.. ist es nicht die Begeisterung für ein etwas stacheliges Produkt, sondern bei der Majorität die Gier nach (noch mehr) FIAT ohne Arbeit..
    Die Synchronität des Kaufverhaltens von Menschen als "Schwarmverhalten" zu beschreiben, ich zögere beträchtlich, weil gerade hier ein Ziel formuliert wird!

    Grüße,
    CenTao

    nemo

    08.12.2017, 15:02

    @ Centao
     

    Wir kommen der Sache näher…

    > der vielzitierte Fischschwarm dient dem Schutz vor Räubern. Würden die
    > Fischlein evolutionär (Ziel = Überleben unter jeden Umständen)
    > begreifen, dass es Fischtrawler mit gigantischen Fangschleppnetzen gibt,
    > wäre die Vereinzelung u.Umständen für die Arterhaltung besser..
    >
    > Bei Menschengruppen, die i.d.R. überschaubar agieren (aka Dunbar) reden
    > wir eher von zivilatorisch bedingten Schwarmverhalten, weil wir getäuscht
    > durch den eigenen Intellekt immer ein Ziel vermuten (müssen)?


    Hallo Centao,

    genau, das Schwarmverhalten ist eine Strategie der Organismen, um sich
    gegen Feinde zu schützen.

    Aber nun hat der Mensch keine natürlichen Feinde mehr und braucht
    daher solche Strategien auch nicht.

    Der Mensch ist sich selbst zum Feind geworden und daher entwickelt er
    Strategien gegen die eigene Art. Die Ursache für diese Feindschaft beruht
    auf dem Konkurrenzdenken des Kapitalismus und der Gewaltherrschaft
    des Geldes.

    Nimm die Gewaltherrschaft weg und es braucht keinen Konkurrenzkampf
    mehr. Dafür würden sich intelligente solidarische Systeme durchsetzen.
    Diese benötigen keine Strategien um ihren Besitzstand zu wahren,
    sondern nur noch das Ziel, die allgemeinen Lebensbedingungen zu
    verbessern. Strategien werden nur gebraucht, solange eine Minder-
    heit auf Kosten einer Mehrheit lebt und dadurch ein ständiger Mangel
    entsteht.

    Gruß
    nemo

    Sigrid

    08.12.2017, 19:11

    @ nemo
     

    Metasysteme in Emergenz und Verschränkung, nur an Erkenntnis mangelts halt

    Hallo Nemo,
    >
    > genau, das Schwarmverhalten ist eine Strategie der Organismen, um sich
    > gegen Feinde zu schützen.
    >
    Schwarmverhalten bei Menschen und Mäusen tritt bei Massen auf und hat bei diesen Spezien eben genau damit zu tun und nicht! mit äußeren Feinden.
    > Aber nun hat der Mensch keine natürlichen Feinde mehr und braucht
    > daher solche Strategien auch nicht.
    >
    > Der Mensch ist sich selbst zum Feind geworden und daher entwickelt er
    > Strategien gegen die eigene Art. Die Ursache für diese Feindschaft beruht
    >
    Nö, die Masse machts. In die sind wir dummerweise so reingerutscht, weil die Spezies Mensch recht erfolgreich ist in Strategien zur Abwehr von MANGEL und uns grad darum extrem vermehren konnten.
    > auf dem Konkurrenzdenken des Kapitalismus und der Gewaltherrschaft
    > des Geldes.
    >
    Im Grunde ist dies ein Nebengleis.

    > Nimm die Gewaltherrschaft weg und es braucht keinen Konkurrenzkampf
    > mehr. Dafür würden sich intelligente solidarische Systeme durchsetzen.
    > Diese benötigen keine Strategien um ihren Besitzstand zu wahren,
    > sondern nur noch das Ziel, die allgemeinen Lebensbedingungen zu
    > verbessern. Strategien werden nur gebraucht, solange eine Minder-
    > heit auf Kosten einer Mehrheit lebt und dadurch ein ständiger Mangel
    > entsteht.


    Ich meine ja, es ist an zu nehmen, dass das Ganze los ging, eben wegen Mangel.

    Mangel an Wasser,an Nahrung, an Versorgung, an „Sicherheit“in einer sich akut verändernden Umwelt, daraus folgend – Mangel an Glauben, Mangel an sich bewährenden Strukturen
    und weil man sich „Erkenntnis“ nur annähern kann und nicht mit einem Haps verschlucken und die Zeit reif war, entwickelte sich halt „Etwas“, dass das Ziel, Mangel zu bewältigen, versprach.

    Auch das war schon ein „Metasystem“ und die Ergebnisse fußen auf Emergenz. Aus dem Zusammenwirken der Teile des Systems taucht Neues auf. Muss nicht „gut“ sein und müssen auch gar nicht Einzelne oder irgend heraus Deutbare WOLLEN, das passiert aus zusammenwirkenden Taten.
    Und hat wohl auch was mit ach,je! Verschränkung zu tun. Ein jedes Einzelteilchen KANN nur so, wie es ihm in all und all Bedinglichkeiten möglich ist. Die „verschränkten“ Einflüsse übersteigen unser Verständnis aber m.A. nach noch bei weitem. ( Da könnt ich grad ebenso über Raketenschub
    grübeln!)

    Wenn alle Reichen und Mächtigen heute mit einem Schlag ihre Vorherrschaft aufgeben würden, wäre es noch laaaange nicht getan. Ich vermute, beim derzeitigen Gewusel des Schwarms hätten wir gleich morgen Neue. Obwohl doch der Rest vom „Schwarm“ eigentlich was anderes „will“. Woran sich die Frage anschließt, was er denn eigentlich so wirklich will. Hauptziel ist nach wie vor dasselbe: die Vermeidung von den Mängeln da oben. Und schwups kommt dasselbe dabei raus.

    Weil man halt das Tut, was man meint, tun zu müssen.

    Was nicht bedeutet, dass wir nix ändern könnten. Schließlich gibt es die Emergenz und die Verschränkung und da bewegt sich schon was, langsam halt. Aber, wenn die Zeit reif ist?

    Über den Mangel sollten wir uns Gedanken machen!
    Antrieb der Evolution - Erkenntnis oder Fallbeil und Versuchung?

    Mit freundlichen Grüßen
    Sigrid

    nemo

    08.12.2017, 20:42

    @ Sigrid
     

    Am Anfang war kein Mangel

    Hallo Sigrid,

    solange der Mensch in kleinen überschaubaren Systemen lebt, gibt es keinen Mangel.
    Der Mangel entsteht erst durch die Entropie, also den Energieverlust komplexer Systeme,
    die immer mehr Energie verbrauchen um zu funktionieren und eben durch Korruption,
    oder dem kapitalistischen Wirtschaften nur zum eigenen Vorteil.

    Als Beispiel kann man Deutschland und Russland anführen. Wenn es keinen ideologisch
    bedingten Klassenfeind gäbe, wie immer suggeriert wird, könnten Deutschland und
    Russland in perfekter Weise zum Vorteil aller kooperieren. Da aber amerikanische
    Interessen in Deutschland ganz oben auf der Agenda stehen, wird künstlicher Mangel
    auf beiden Seiten erzeugt. Der Mangel ist also nicht die Ursache, sondern die
    Wirkung. Die Ursache liegt im Machtkartell einer korrupten Elite.

    Oder noch besser, die Ursache ist Machtstreben und Gier.

    Wenn Machtstreben, Gier und Entropie zusammen kommen, dann fallen
    Zivilisationen. Die Zeugnisse davon können wir überall in den antiken Kultstätten
    bewundern.

    Daran können wir höchstwahrscheinlich nichts ändern, außer vielleicht durch das
    Freiheitsstreben einzelner Kulturgruppen, wie den Katalanen usw.

    Auch halte ich Mangel nicht für den Antrieb der Evolution, sondern eher den
    Wunsch nach Wissen und Entwicklung. Aber inzwischen sind wir dort angelangt,
    wo der Mangel bekämpft werden muss. Dieser ist jedoch systembedingt.
    Die Ironie der Geschichte ist doch, dass eine gierige Überflussgesellschaft
    nun Mangel bekämpfen muss, aber niemals das System selbst dafür verantwortlich
    macht. Auf diese Weise kann der Mangel immer weiter fortschreiten, bis
    hin zur Verarmung ganzer Länder und Kontinente.

    Gruß
    nemo

    Sigrid

    09.12.2017, 19:04

    @ nemo
     

    Mangel an Jemand

    Hallo Nemo,
    >
    > solange der Mensch in kleinen überschaubaren Systemen lebt, gibt es
    > keinen Mangel.
    > Der Mangel entsteht erst durch die Entropie, also den Energieverlust
    > komplexer Systeme,
    > die immer mehr Energie verbrauchen um zu funktionieren und eben durch
    > Korruption,
    > oder dem kapitalistischen Wirtschaften nur zum eigenen Vorteil.
    >
    Das eben bezweifle ich, darum schrieb ich ja. Auch in kleinen überschaubaren Gruppen gibt es Mangel, immer dann, wenn das Außen sich abrupt verändert. Da kommen die bewährten Erhaltungs;- Schuldsystematiken nicht so schnell hinterher. Weswegen der Mensch als Spezies ziemlich genial auf die Idee kam, der Gegenwart eben VORAUS sein zu müssen. Was er dann tat und damit die "Entropie" im Gesamtgefüge ganz übel durcheinander wirbelte. Meine Güte, was für eine Macht!
    > Als Beispiel kann man Deutschland und Russland anführen. Wenn es keinen
    > ideologisch
    > bedingten Klassenfeind gäbe, wie immer suggeriert wird, könnten
    > Deutschland und
    > Russland in perfekter Weise zum Vorteil aller kooperieren. Da aber
    > amerikanische
    > Interessen in Deutschland ganz oben auf der Agenda stehen, wird
    > künstlicher Mangel
    > auf beiden Seiten erzeugt. Der Mangel ist also nicht die Ursache, sondern
    > die
    > Wirkung. Die Ursache liegt im Machtkartell einer korrupten Elite.
    >
    > Oder noch besser, die Ursache ist Machtstreben und Gier.
    >
    Uhhh, was für ein Sprung und auch noch samt "Schuldzuweisung". Ich gestehe, da hab ich Mühe, überhaupt anzudocken.
    Du glaubst doch hoffentlich nicht, dass Deutschland und Russland geschwisterlich vereint OHNE KLASSENFEIND den aufgelaufenenen Schuldenstand so ganz wirtschaftlich und human ins NIX hinwegpusten könnten, wollten, würden!???
    > Wenn Machtstreben, Gier und Entropie zusammen kommen, dann fallen
    > Zivilisationen. Die Zeugnisse davon können wir überall in den antiken
    > Kultstätten
    > bewundern.
    >
    JA, das ist Mathematik, Physik, Psychologie u.w.und wird nicht! dadurch aufgehalten, dass man mal den Klassenlehrer wechselt.

    > Daran können wir höchstwahrscheinlich nichts ändern, außer vielleicht
    > durch das
    > Freiheitsstreben einzelner Kulturgruppen, wie den Katalanen usw.
    >
    Da geht es um vieeeeel mehr, wie Befreiungsschläge dezidierter und sehr wohl machtvoll eingegrenzter Splitterschwärmchen.

    > Auch halte ich Mangel nicht für den Antrieb der Evolution, sondern eher
    > den
    > Wunsch nach Wissen und Entwicklung. Aber inzwischen sind wir dort
    > angelangt,
    > wo der Mangel bekämpft werden muss. Dieser ist jedoch systembedingt.
    > Die Ironie der Geschichte ist doch, dass eine gierige
    > Überflussgesellschaft
    > nun Mangel bekämpfen muss, aber niemals das System selbst dafür
    > verantwortlich
    > macht. Auf diese Weise kann der Mangel immer weiter fortschreiten, bis
    > hin zur Verarmung ganzer Länder und Kontinente.
    >
    Das ist ein Paradoxon. In Deiner wie meiner Sicht.
    Was mich zu der weisen Schlußfolgerung zurück bringt, die ich im Beitrag vorher ja auch schon formulierte:

    Wir sollten uns um Mangel, unseren Umgang damit, Ursachen und Folgen Gedanken machen.

    Frage: Debitismus im weitesten Sinne ist ein System, welches Mangel in die Zukunft transportiert, mit wenigen Nutznießern in der Gegenwart und unzähligen Opfern im Jetzt und Morgen. Der "Schwarm" aber will das dennoch, weil bei Abbruch dessen, zu erst die "unteren" Ränge dran sind? Jemand oder Niemand?


    Viele Grüße
    Sigrid

    nemo

    10.12.2017, 02:30

    @ Sigrid
     

    Den Knoten entwirren

    > Frage: Debitismus im weitesten Sinne ist ein System, welches Mangel in die
    > Zukunft transportiert, mit wenigen Nutznießern in der Gegenwart und
    > unzähligen Opfern im Jetzt und Morgen. Der "Schwarm" aber will das
    > dennoch, weil bei Abbruch dessen, zu erst die "unteren" Ränge dran sind?
    > Jemand oder Niemand?


    Hallo Sigrid,

    auch bei Orwell war der Mangel ein Dauerzustand.

    Aber ich glaube ja nicht, dass das Volk das will. Ich sehe nur noch Papier-Könige in den
    Machtzentren der Republik, die allein durch ihre Netzwerke im Amt gehalten werden.
    Wenn ich dagegen Putin ansehe, dann wird der Unterschied vollkommen klar. Putin
    besitzt einen wirklichen Rückhalt im eigenen Volk. Und nicht nur das, sondern auch
    international. Und so viel ich weiß, hat Putin Russland komplett beim IWF entschuldet.
    Dasselbe gilt wohl für China. Die schlauen Chinesen halten darüber hinaus riesige
    Mengen amerikanischer Staatsanleihen.

    Irgendwie sind die schlauer als der Westen. Sie haben das System verstanden
    und ihre Potenziale genutzt. Dafür wurde Russland mit Sanktionen belegt.

    Also es geht doch. Man kann sich entschulden und damit wieder in der Realwirtschaft
    landen, wenn man denn will. Man muss auch nicht die zukünftigen Generationen
    beleihen, wie das in der EU gehandhabt wird. Das Problem sehe ich eher darin, dass
    einfach zu wenige das System durchblicken, mich eingeschlossen.

    Und so komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Mangel künstlich erzeugt
    wird. Die Deutschen gelten als fleißiges Volk, die wenn sie wollten wie sie könnten,
    sehr solide wirtschaften würden. Und da sehe ich auch den Unterschied zum Debitismus.
    Man kann voraus planen, ohne sich deswegen in eine Schuldenspirale und in
    die Abhängigkeit der Finanzmärkte zu begeben.

    Der Psycho-Trick ist der, dass dem Michel immer wieder eingeredet wird, wie toll es
    um sein Land steht. Würde man jeden Tag in der Bildzeitung veröffentlichen, wie
    lange die Deutschen arbeiten müssen um ihre Schulden zu tilgen, dann würde der
    vermeintliche Schwarm ganz schnell umdenken. Daher sind auch
    Finanzexperten wie z.B. Sinn in den staatlichen Talkshows so selten anzutreffen.

    Gruß
    nemo

    Silke

    10.12.2017, 19:09

    @ nemo
     

    Mangel war, ist und wird immer sein, wo durch eine Macht Termine gesetzt werden.

    Lieber nemo,

    fliegende gebratene Tauben und Flüsse voller Milch und Honig habe ich nie gesehen. Paradies war noch nie, ist nicht und wird nie sein sondern von Beginn an Debitismus im weiteren Sinne.

    Ein wenig Debitismus zum repetieren:
    Ich denke, das sind wir @Elli und den anderen schuldig...
    Wo Termine sind ist auch Mangel zum Termin!
    Der @dottore, @Zandow und all die anderen Debitisten meinten zwar richtig, Mangel per se gibt es nicht sondern immer nur Mangel zum Termin mit drohender Sanktion für den Betroffenen.
    Aber wir alle leben in einer Welt in der dauernd Termine gesetzt werden und Sanktionen drohen und darum dauernd Mangel besteht.

    Wir sind urschuldig = dem Mangel ausgeliefert, der uns kaum im Augenblick beseitigt schon im nächsten Moment wieder anspringt und würgt:
    Halte die Luft an, solange du kannst und du merkst was ich meine.
    Mangel...Maannggeell...Maaaaaaannnngggeeelll an Sauerstoff in deinem Gehirn.
    Der Termin wird dir gesetzt (o2-Partialdruckunterschreitung).
    Du hast dich zu entschulden!
    Tief einatmen...
    Gleiches gilt für Nahrung, Wasser, Wärme, Schlaf, Liebe.

    In einer Welt, in der die Sonne früh aufgeht und mich bei über 30 Grad austrocknet, in der die Temperatur nachts unter 0 Grad fällt und mich auskühlt, in der es heiße Sommer und kalte Winter gibt, in der Eiszeiten, Dürren und Fluten, Vulkanismus, Plattentektonik, Klimaveränderungen, Wetterphänomene und kosmische Ereignisse unsere Lebensumstände massiv verändern, in der Essen und Wasser gesucht werden müssen, in der man aufpassen muss, dass man nicht selbst gefressen oder krank wird und man schon im Mutterleib und noch lange nach der Geburt auf Liebe und Vorfinanzierung durch die Eltern, die Familie, die Gemeinschaft angewiesen ist, bis man selber einmal genügend Potential einsetzen kann, um Vermögen in die Gemeinschaft einzubringen ist Mangel unser aller ständiger Begleiter.

    Denkst du ernsthaft, bei den Jägern und Sammlern ging es paradiesisch zu?
    Schau dir die Kung! an oder die Nuer oder all die anderen noch nicht so sehr zivilisatorisch verseuchten indigenen Gemeinschaften.

    In segmentären Gemeinschaften gibt es über die Zeit in einer sich periodisch, zyklisch und singulär verändernden Welt wegen der trotzdem notwendigen ständigen Bedienbarhaltung der Urschulden auch ständig teils schrecklichen Mangel. Es gibt historisch nur kurze Momente ohne Mangel.

    Deshalb stehen die Menschen in Gemeinschaften früh auf, "arbeiten" den ganzen Tag, entfalten ihre Potenziale und verbrauchen Ressourcen (sammeln, jagen, Rast/Lagerplätze bauen, Kinder aufziehen, Alte und Kranke mitversorgen, Feinde abwehren, Wissen aneignen und weitergeben, üben, lernen, palavern, Rituale und Gemeinschaftspflege, Nachbarschaftliche Beziehungen pflegen, entdecken, sich verteidigen oder weiter ziehen, Liebe machen und künstlerisch tätig sein usw.) und schlafen nachts unter dem Schutz von eingeteilten Wachen.

    Die für den Beginn der Zivilisation nachgewiesenen Naturkatastrophen und Klimaveränderungen z.B. im fruchtbaren Halbmond und in Ägypten wie im ganzen weltweiten Wüstengürtel auch (äußere Ursachen) und die innergemeinschaftlichen Verwerfungen wie Verfälschungen der Zirkulation/ Verlust von Costum und Entstehung von Recht nach U.Wesel und Chr.Sigrist (innere Ursachen) führten früher oder später unter Mangel von irgendetwas wichtigem zur Bedienbarhaltung der Urschulden zum Termin zu der notwendigen Entscheidung:
    gemeinsames Ertragen der Sanktion (Untergang) oder Externalisierung der Schulden
    = Entsegmentarisierung der Gemeinschaft und Ausbildung machtvoller/potenter/vermögender Zentralinstanzen einerseits und gegenüberstehender ohnmächtiger Masse, die sich ihrer Potenz berauben ließ...
    Oder in anderen Worten…
    = brutale und/oder charismatische Führer die mit dem Laut, dem Symbol und der Waffe unhaltbare Versprechen abgaben (sich verschuldeten - "ich führe euch aus dem Elend") und die verführte Gefolgschaft mit unerfüllbaren Hoffnungen die ihr Potential als Kredit freiwillig, erpresst oder gezwungenermaßen hingab ("hol uns hier raus, wir folgen dir").

    Mit der Entstehung von sich gewaltsam entfaltenden Zentralmachtsystemen und ihren Abgabekonstrukten, die auf Tribut und Besteuerung abzielen (mächtige Zentralinstanzen <-> ohnmächtige Massen) nachweislich an vielen Stellen auf der Erde zu teils ähnlichen, teils unterschiedlichen Zeitpunkten -dort wo Zivilisation aufpoppte- war naheliegend, mit dem überfallen von Nachbarstämmen wie in der Überlagerungstheorie von Ibn Chaldun/Oppenheimer u.A. beschrieben, zu beginnen. Viehzüchter gegen Ackerbauern. Viehzüchter gegen andere Viehzüchter. Bauern gegen Bauern. Patriarchat gegen matrilokale, matrifokale, matrilineare Strukturen aber auch umgedreht (z.B. Irokesen).
    Treiber war und ist die nicht einholbare Vorfinanzierungsproblematik und damit notwendige systemische Aufschuldung, eine immer massivere Nachschuldnerjagd und immer größerer Ressourcenverbrauch um das System weiter zu finanzieren = die Grenzen für Insolvenz/Fallieren auf Kosten anderer in Raum und Zeit und unter Zunahme von Komplexität immer weiter in die Zukunft und Nachbarschaft zu schieben.

    Es wurde globalisiert, fusioniert, fissioniert evolviert und voilà!...
    ...nun sind wir hier:
    - nach geschätzten über 14400 Kriegen mit über 3,5 Milliarden Kriegstoten
    - in einer zerstörten ausgelaugten und irreparabel geschädigten Umwelt
    - auf abermillionen Pulverfässern sitzend
    - mitten in einem 6. Massenaussterben
    - mit beschädigten Genen, Memen und morphischen Feldern
    - überlebt zu einem sehr hohen Preis
    - wild entschlossen, weiter zu überleben zu einem noch viel höheren Preis...
    ...der Unterwerfung unter Maschinen und Algorithmen (die Blockchain wird es richten...höre dir die Visionen von Craig Stephen Wrigth z.B. hier hier und hier an, egal ob er nun zum S.Nakamoto-Team gehört(e) oder nicht, und du bekommst eine Ahnung, was kommt)
    Alles was sich die Menschheit ausgedacht hat wurde irgendwann Realität oder mehr oder weniger perfekt simuliert - wir leben in einer Welt am Draht, im 13th Floor.
    Ich weiß nicht einmal, ob du nicht auch ein Algorithmus bist...

    > solange der Mensch in kleinen überschaubaren Systemen lebt, gibt es
    > keinen Mangel.

    Doch. Lebewesen stehen unter Termindruck= Mangel zum Termin.

    > Der Mangel entsteht erst durch die Entropie, also den Energieverlust
    > komplexer Systeme,
    > die immer mehr Energie verbrauchen um zu funktionieren und eben durch
    > Korruption,
    > oder dem kapitalistischen Wirtschaften nur zum eigenen Vorteil.

    Nein. Lebewesen sind dissipative Strukturen, die Entropiereduktion mit Komplexitätszunahme unter Energieverlust im Gesamtsystem betreiben, wie @elmar richtig beschrieben hat "In der Gegenwart leben können, solange die Vergangenheit angepumpt werden und die Zukunft vernichtet werden kann" bis das ganze ZMS in formloser Gewalt untergeht, aus der es ja auch entstanden ist.
    Das nennt sich Debitismus.
    Niemand hat einen Vorteil aus dem Debitismus und aus der Wirtschafterei. Wenn ich anderen Menschen oder meiner Umwelt direkt oder indirekt Schaden zufüge, schädige ich mich selbst oder Teile von mir (Kinder, Enkel, Urenkel, Familie usw.). Die Tragik der Allmende wird irgendwann immer auch zur Tragik des Individuums.

    > Als Beispiel kann man Deutschland und Russland anführen. Wenn es keinen
    > ideologisch
    > bedingten Klassenfeind gäbe, wie immer suggeriert wird, könnten
    > Deutschland und
    > Russland in perfekter Weise zum Vorteil aller kooperieren. Da aber
    > amerikanische
    > Interessen in Deutschland ganz oben auf der Agenda stehen, wird
    > künstlicher Mangel
    > auf beiden Seiten erzeugt. Der Mangel ist also nicht die Ursache, sondern
    > die
    > Wirkung. Die Ursache liegt im Machtkartell einer korrupten Elite.

    Simulationen und VT's.
    Ich denke lieber nicht mehr über die Simulationen „Staat“ „Politik“ und „Ökonomie“ nach, sondern das dahinter stehende ZMS mit seiner Potentialität und Ohnmacht, seinen Be- und Entmächtigungen mit seinen Verbrechen und Simulationen. Das spart viel Zeit und Energie.

    > Oder noch besser, die Ursache ist Machtstreben und Gier.

    Nein, MANGEL.
    Gier entsteht aus Angst, Not und Hilflosigkeit in einem ZMS, aus nicht zu befriedigendem Schuldendruck.
    In einer Gemeinschaft macht Gier keinen Sinn, wird abgelehnt und gebannt, es wird gegeben und geschenkt. Das macht glücklich. So sind wir geschaffen. Wir wollen Kinder friedlich beim aufwachsen begleiten und mit anderen Menschen tolle Sachen machen und nicht Kriege führen, Leid zufügen, lügen, stehlen, rauben und morden.
    („Anatomie der menschlichen Destruktivität“ von Erich Fromm noch mal überfliegen.)

    Die Menschheit stand aber leider wiederholt und an verschiedenen Orten vor der Entscheidung:
    Weitermachen wie bisher in segmentären Gesellschaften, wie sie heute noch vereinzelt zu beobachten sind und damit bei Überlastung untergehen wie die amerikanischen Stämme, das alte Europa oder die anderen weitgehend friedlichen Stämme in den fruchtbaren Gebieten dieser Welt in Afrika, Eurasien und Australien oder Entsegmentarisierung und Installation von Zentralmachtsystemen die sich krebsartig globalisieren, verschmelzen und mit ihnen mehr schlecht als recht, mehr krank als gesund überleben.

    > Wenn Machtstreben, Gier und Entropie zusammen kommen, dann fallen
    > Zivilisationen. Die Zeugnisse davon können wir überall in den antiken
    > Kultstätten
    > bewundern.

    Es sind Folgen der Entstehung einer Zivilisation - der Entstehung eines Zentralmachtsystems als unglückliches Überlebensmodell.
    Das weltweite ZMS ist noch nicht gefallen. Es ist erwachsen geworden.

    > Daran können wir höchstwahrscheinlich nichts ändern, außer vielleicht
    > durch das
    > Freiheitsstreben einzelner Kulturgruppen, wie den Katalanen usw.

    Erkennen und Verstehen der Simulation, des Debitismus, seiner Unumgänglichkeit und mildern seiner Wirkung in der Gegenwart.
    Stärkung der Segmente, Gemeinschaften pflegen, mehr Liebe und weniger Hass, Kette der guten Taten, sich weniger ängstigen und manipulieren lassen, sich an die Wurzeln der Menschheit erinnern, das hier und jetzt für sich, die Nächsten und Nahen erträglich gestalten und so wenig wie möglich Ferne schädigen, sich und anderen einfaches und gutes tun, sich aus dem System herausnehmen, so gut es geht.

    > Auch halte ich Mangel nicht für den Antrieb der Evolution,

    Termindruck von Urschuldnern und dann zusätzlich von Abgabeschuldnern bei der Spezies Mensch und in Ansätzen bei einigen anderen Tierarten.

    > sondern eher
    > den
    > Wunsch nach Wissen und Entwicklung.

    Das ist die Folge von Mangel.
    Wenn ich dauernd hungrig bin überlege ich mir wie ich das ändern kann.
    Wenn ich neugierig bin mangelt es mir an Neuem.

    > Aber inzwischen sind wir dort
    > angelangt,
    > wo der Mangel bekämpft werden muss. Dieser ist jedoch systembedingt.
    > Die Ironie der Geschichte ist doch, dass eine gierige
    > Überflussgesellschaft
    > nun Mangel bekämpfen muss, aber niemals das System selbst dafür
    > verantwortlich
    > macht. Auf diese Weise kann der Mangel immer weiter fortschreiten, bis
    > hin zur Verarmung ganzer Länder und Kontinente.

    Die Menschheit ist schon vor über 6000 Jahren untergegangen.
    Entstanden ist ein inzwischen globalisiertes Zentralmachtsystem, dass sich immer mehr ausdifferenziert, entwickelt und an Komplexität zunimmt, bis es die für seinen Systemerhalt nötigen Rechts- und Handlungsräume nicht mehr verteidigen kann, die Vorfinanzierung nicht weiter simulieren kann, die ausreichenden Nachschuldner nicht mehr herein zwingen kann, die Ressourcen und das Potential nicht mehr ausreichend rauben kann und über das Stadium eines globalen Imperium's der Netzwerke in formloser Gewalt untergeht.
    Spenglers Fellachentum wird nicht eintreten sondern eine riesige verseuchte weltweite Wüste, in der ein AKW nach dem anderen hochgeht und das verrottende Waffenarsenal, die ungewartete Infrastruktur nicht mehr entschärft wird .
    Die Simulation der dauerhaften Erträglichkeit der Welt und des Überwindens von Mangel wird zu ihrem Ende kommen.
    Wir haben nur, was uns die Sonne gegeben hat, gibt und geben wird.
    Mehr nicht.

    Liebe Grüße
    Silke

    ---
    um das Unlösbare zu lösen:
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729
    gegen den inneren persönlichen Staat.

    nemo

    10.12.2017, 20:09

    @ Silke
     

    Mangel ist nur eine Vorstellung, die beseitigt werden kann.

    Hallo Silke,

    das macht alles Sinn was Du schreibst, aber ich bin in einigen Punkten
    dennoch anderer Meinung.

    Es beginnt damit, dass ich Intelligenz im Sinne von Wahrnehmung und
    deren Vermehrung durch Wahrnehmung als den Beginn der Evolution
    begreife. Alles was sich entwickelt hat, hat sich aufgrund seiner
    Wahrnehmung entwickelt. Und nicht aus Not oder Mangel heraus.

    Wenn Not und Mangel die vorherrschenden Umstände des Lebens wären,
    dann hätte sich Leben nicht entwickeln können. Im Gegenteil sehe ich
    ein unerschöpfliches Reservoir an Wissen und Intelligenz. Im Hier und
    Jetzt könnten alle Menschen ohne jeden Mangel leben, wenn wir unsere
    Intelligenz für die Lösung der menschlichen Probleme einsetzen würden.
    Nur sind Kapitalismus bzw. Debitismus und Intelligenz nicht vereinbar.
    Es sind vollkommen verschiedene Realitätsauffassungen und haben
    unterschiedliche Ziele.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass wir pünktlich morgen früh um 8 Uhr
    das gesamte System ändern könnten, so dass überall Überfluss herrschen
    würde. Allein das System lässt es nicht zu.

    Der Fehler liegt nicht in der Natur, wie wir an der Tierwelt sehen können,
    sondern im menschlichen Denken. Es liegt am Mangel von Intelligenz
    oder anders gesagt an der Dummheit. Wir haben die alten Lehren,
    die Religionen und den Menschen bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
    Was im Inneren an Wissen, Schönheit und Sein fehlt wird durch
    äußerliche Symbolik sublimiert. Auch Fromm (Haben und Sein).

    Der Niedergang einer Kultur geschieht automatisch, aber die Erhaltung
    einer Kultur braucht Bemühung. Dazu wäre Intelligenz notwendig.
    Die ist zwar potenziell vorhanden, nur eben nicht in Zentralmacht-
    systemen. Denn hier ist der zentrale Faktor Macht. Und daraus
    resultierend, andere Mächte, die um Macht konkurrieren.

    Gruß
    nemo

    Ostfriese

    10.12.2017, 22:55

    @ nemo
     

    Das Duell: Subjekt versus Objekt

    Hallo nemo,

    das

    > Ich bin fest davon überzeugt, dass wir pünktlich morgen früh um 8 Uhr
    > das gesamte System ändern könnten, so dass überall Überfluss
    > herrschen
    > würde.

    ist unmöglich und das

    > Allein das System lässt es nicht zu.

    ist sehr richtig – das System vermag es aus grundsätzlichen Gründen nicht zuzulassen. Im Rahmen meiner Antwort möchte ich einen etwas größeren Bogen schlagen.

    Die bei üblichem Verständnis – scheinbar widersprüchlichen – Gedanken von Sojemand, "dass man nicht erschossen werden kann, selbst wenn der Schütze nur einen Meter vor mir steht." führen m. E. auf das grundsätzlich zu betrachtende Verhältnis von Subjekt und Objekt.

    Der Ausweg aus dieser Paradoxie gelingt mittels der Erweiterung eines mathematischen Zeichensystems – er hebt die Widersprüchlichkeit auf. Es geht dabei um die für viele Menschen nicht verständliche Schwierigkeit der Schlüsse vom Endlichen über das Unendliche und wieder zurück auf das Endliche. Die Problematik der Erweiterung der Zeichen ist jedenfalls umfassend. Mit dem Sinus, dem Cosinus oder Tangens können Berechnungen an einem gegebenen rechtwinkligen Dreieck durchgeführt und formelmäßige Beziehungen aufgeführt werden. Ganz heikel wird für viele Schüler dann die Erweiterung zu funktionalen Zusammenhängen – zur Sinusfunktion: Die Abhängigkeit des Sinus von seinem Winkel und ihre graphischen Darstellung. Die Einführung des Bogenmaßes eines Winkels verschärft nochmals die Komplexität mit der intellektuellen Durchdringung des Ganzen. In einer nächsthöheren Stufe der universitären Mathematik werden dann geeignete Funktionenmengen zu Funktionenräumen zusammengefasst, ihre inneren Gesetzmäßigkeiten und ihr Verhältnis zu anderen Funktionsräumen untersucht. Die Studenten scheitern dann oftmals an der Tücke der Themen.

    Das Subjekt meint, mithilfe der Zeichen (Sprache, Text, 'Erweiterte Realität') die Objekte erklären und beherrschen zu können. Die Heisenbergsche Unschärferelation, die von Baudrillard neben seiner Konsumtheorie angeführt wird, zeigt das Gegenteil – zwei komplementäre Eigenschaften z. B. Ort und Impuls – eines Teilchens sind nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmbar. Das Objekt weicht den Versuchen des Subjektes, es mittels eines rationalen Zeichensystems zu deuten und zu verstehen, aus. Das besagen auch die Theoreme von Kurt Gödel, die die Grenzen formaler Systeme ab einer bestimmten Leistungsfähigkeit und damit die Unmöglichkeit des Beweises der Widerspruchsfreiheit der Mathematik aufzeigen – das Programm von David Hilbert ist nicht durchführbar.

    Kann jemand in wenigen inhaltlich gültigen Sätzen das Target2-System oder die Kryptowährungen mit allen Konsequenzen vollständig erklären? Die systembedingte Unsicherheit der Suche von Nachschuldnern, damit die Kreditketten nicht reißen, bedeutet, dass der Debitismus als Objekt dem untersuchenden Subjekt ausweicht und sich ihm den letztendlichen Deutungsversuchen mittels eines Zeichensystems entzieht. Einige Beiträge über das Objekt Kryptowährungen zeigen mir, dass es durch das Subjekt nicht vollständig erklärt und gedeutet werden will, es weicht den Versuchen der User aus. Der Satz: „Und über allem schwebt der Debitismus, der seine Zyklen abspult, egal welche Tricks die Politik anwendet.“ von Phoenix5 zeigt eben auch, dass sich die ZMO den Deutungsversuchen durch die Zeichen des Subjektes entziehen will. Wir sollten uns sehr sicher sein, dass der ZMO immer etwas Neues zwecks Sicherung ihrer Existenz einfällt. Vielleicht bin ich an diesen Stellen zu ungenau.

    Baudrillard ist der Theoretiker, der den Paradigmenwechsels vom Subjekt zum Objekt in aller Konsequenz in seinem Werk unternommen hat. Indem er sich vom problematischen Subjekt distanziert, hat er den Gegenstand – in der Simulationstheorie das Modell (das Simulakrum) – in Philosophie eingeführt. Baudrillard sagt in späteren Jahren (2002): "[Das] 'Objekt' wird für mich das 'Paßwort' par excellence gewesen sein." Das Simulationsprinzip hat das Realitätsprinzip abgelöst und damit das Subjekt in seiner tragenden Position erschüttert und verdrängt. Das tritt auf den entschiedenen Widerstand zeitgenössischer subjektzentrierter Philosophen – und vieler User und Leser des Forums –, die von den Ideen der Aufklärung – Humanismus, Freiheit, Transparenz, Menschenrechte, souveränes Individuum, Demokratie, Fortschrittes – beseelt und von ihrer Durchsetzbarkeit überzeugt sind. Alle Bestrebungen des Subjektes, die Deutungshoheit und die Macht über das Objekt zurückzugewinnen, sind zum Scheitern verurteilt – das Objekt verteidigt sich – wie der 'Sprinter' von Berlin nach München. Gut so – er hat's den Subjekten gezeigt. Chapeau. Die Antwort des Subjektes ist immer willkürlich – bis zur Vernichtung. Siehe 'Wilhelmine'. Das Subjekt kann die Probleme, die das Objekt zum eigenen Widerstand erzeugt, im Voraus nicht erkennen, da es die Zeichen noch nicht besitzt, um sie zu benennen und zu beschreiben – geschweige denn, sie vorab "lösen". Es kann nicht davon lassen – wir erleben die Exzesse der Kommunikation, der Sucht nach Transparenz, des Politischen, der Wissenschaft, des karzinogenen Wachstums des Realen als Spiegelung des gemäß dem Debitismus systembedingten Zwanges zur Aufschuldung. Dem entspricht spiegelbildlich eine Zunahme und eine karzinogene Wucherung in der Welt der Zeichen, die damit selbst zur Welt der Objekte werden – und umgekehrt. Keine Zeichenordnung kann das Objekt vollständig erfassen – es lässt sich nicht vollständig imitieren, produzieren und mithilfe von Modellen simulieren. In den Diskussionen einiger User des Forums geht es oftmals auch nicht mehr um deren Inhalt, sondern nur um ein referenzloses Modell – ein Simulakrum – der Kommunikation.

    Das Subjekt begehrt und das Objekt verführt – genauer: Das Subjekt ist ohnmächtig gegenüber dem Objekt, das die Macht hat. Das Subjekt ist der Tücke – der Rache – des Objektes ausgeliefert. Die Gegenreaktion des Subjektes ist dann seine Willkür – kann es sie überwinden?

    Gruß – Ostfriese

    Silke

    11.12.2017, 02:13
    (editiert von Silke, 11.12.2017, 02:41)

    @ nemo
     

    Potential=Vermögen=Macht=kein Mangel - Ohnmacht=Mangel

    Lieber nemo,

    > Mangel ist nur eine Vorstellung, die beseitigt werden kann.

    Mangel bedeutet das Fehlen eines Tilgungsmittels bei bestehender Schuld zum Termin (nicht davor, nicht danach, sondern genau zum Termin).
    Da die Schuld nicht getilgt werden kann, greift die mit ihrer Nichterfüllung verbundene Sanktion.

    Beispiel Urschuld:
    Gerate ich in eine Wüste und kann ich dort kein Wasser trinken kurz bevor ich wegen Dehydratation bewusstlos und damit handlungsunfähig werde, nutzt mir weder Wasser vor (eine dreckige Pfütze an der ich vor ein paar km angeekelt vorbeigelaufen bin) noch nach diesem Zeitpunkt (ich habe per Satellitentelefon Hilfe erbeten, die eine halbe Stunde zu spät eintrifft) etwas.
    Ich habe meine Urschuld nicht bedienbar gehalten. Die Sanktion tritt irreversibel ein. Ich sterbe.
    Ich hätte mir also das Schuldentilgungsmittel genau zum Termin verschaffen müssen, oder mich bevorraten sollen.
    Dazu reicht kein wünschen, hoffen, möchten und wollen sondern nur können.
    Ich muss die Macht, das Vermögen, das Potential haben, mir Wasser zum Termin zu verschaffen.
    Entweder habe ich in meinem Leben von jemandem gelernt, wo ich in einer Wüste bzw. in genau dieser Wüste im Bereich meines Standortes Wasser finden kann, oder ich treffe jemandem mit gutem Wasservorrat, der mir im Tausch gegen eine Ware/Dienstleistung oder ein Zahlungsmittel oder einfach nur weil ich hilfebedürftig bin Wasser abgibt oder er gibt nicht ab und ich habe eine bessere Waffe als er...
    Unsere Welt ist oft genug genau diese Wüste, nemo.
    Ich muss eine Entscheidung treffen.
    Der Gegenüber ist kein Familienmitglied...

    Beispiel Abgabeschuld:
    Steuerbescheid wird zugestellt. Frist und Sanktion sind festgelegt.
    Ich habe einen Mangel an Steuerzahlungsmittel.
    Keiner gibt mir Kredit. Ich habe keine marktfähigen Wertsachen, Bürgen oder Spender. Ich habe keine Fähigkeiten, um am Markt gegen die Konkurrenz der anderen Steuerzahlungsmittel jagenden Bürger bis zum Termin ausreichend StZM zu erwirtschaften.
    Ich muss eine Entscheidung treffen.
    Jemand gegenüber ist kein Familienmitglied...

    Meinst du, dass ich gierig bin, wenn ich ihm so viel StZM wegnehme, dass ich meinen Mangel beseitigen kann?

    Diese Bescheide werden allen Bürgern ununterbrochen zugestellt.
    Wenn ich ein Brot oder eine Packung Äpfel kaufen will hängen auch da immer kleine Steuerbescheide dran (eingepreiste Steuern aus der Wertschöpfungskette plus Mehrwertsteuer). Wer die nicht tilgen kann, kann die Ware nicht kaufen, obwohl er Zahlungsmittel für den reinen Warenwert hätte.

    Meinst du, dass ich gierig bin, wenn ich StZM horte?

    > das macht alles Sinn was Du schreibst, aber ich bin in einigen Punkten
    > dennoch anderer Meinung.

    Du schaust anders auf die Welt.

    > Es beginnt damit, dass ich Intelligenz im Sinne von Wahrnehmung und
    > deren Vermehrung durch Wahrnehmung als den Beginn der Evolution
    > begreife. Alles was sich entwickelt hat, hat sich aufgrund seiner
    > Wahrnehmung entwickelt. Und nicht aus Not oder Mangel heraus.

    Vielleicht hat das Universum einen Mangel an Selbsterkenntnis und versucht, diesen Mangel zu beseitigen...

    > Wenn Not und Mangel die vorherrschenden Umstände des Lebens wären,
    > dann hätte sich Leben nicht entwickeln können.

    Die Welt hat keine Kontinuität sondern bietet abwechselnd Überfluss und Mangel.
    Nur dadurch konnte Leben entstehen und evolvieren - durch Pulsieren, Flexibilität, Variabilität und Selektion.
    Ohne Mangel keine Selektion.

    > Im Gegenteil sehe ich
    > ein unerschöpfliches Reservoir an Wissen und Intelligenz.

    Ich auch. Aber uns fehlt zumeist der Zugriff. Wir wissen alles, was die Menschheit bisher an Wissen angehäuft hat (so wie wir auch das genetische Rüstzeug unserer Entwicklung in uns tragen), wir können uns nur oft genug nicht erinnern.
    Wenn eine Menschenmasse ein bestimmtes Niveau erreicht hat entstehen bestimmte Meme und setzen sich durch.
    Wenn nicht, wird z.B. ein Alan Turing eben in den Selbstmord getrieben oder ein Riemann stirbt mit 39 Jahren an Tuberkulose.

    > Im Hier und
    > Jetzt könnten alle Menschen ohne jeden Mangel leben, wenn wir unsere
    > Intelligenz für die Lösung der menschlichen Probleme einsetzen würden.

    Ohne Mangel keine Selektion und Variabilität.
    Wir würden bei nächster Gelegenheit aussterben wie die Neandertaler.

    > Nur sind Kapitalismus bzw. Debitismus und Intelligenz nicht vereinbar.

    Der Debitismus erzwingt kluges Agieren weil immer zuviele um zuwenig kämpfen müssen so wie bei "Reise nach Jerusalem".

    > Es sind vollkommen verschiedene Realitätsauffassungen und haben
    > unterschiedliche Ziele.
    > Ich bin fest davon überzeugt, dass wir pünktlich morgen früh um 8 Uhr
    > das gesamte System ändern könnten, so dass überall Überfluss
    > herrschen
    > würde. Allein das System lässt es nicht zu.

    Wir können morgen früh pünktlich um 8 Uhr jeder in seinem Lebensumfeld anfangen, uns gegen das System zu stellen. Jeder so gut er kann.
    Man kann sich sogar Erfolge simulieren. Es kümmert niemanden.

    > Der Fehler liegt nicht in der Natur, wie wir an der Tierwelt sehen
    > können,
    > sondern im menschlichen Denken.

    Das menschliche Denken hat geschafft, dass die Menschen dort überlebt haben, wo sie als Tiere nicht hätten überleben können.
    Der Preis war die Schaffung von Zentralmachtsystemen, die das menschliche Leben für die meisten Menschen sehr erschweren, aber dafür unglaubliches Potential anhäufen, das bisher trotz unsagbarem Leid immer wieder zur weiteren Finanzierung und Aufschuldung auf Kosten von Umwelt, Biosphäre und folgenden Generationen geführt hat.

    > Es liegt am Mangel von Intelligenz
    > oder anders gesagt an der Dummheit. Wir haben die alten Lehren,
    > die Religionen und den Menschen bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
    > Was im Inneren an Wissen, Schönheit und Sein fehlt wird durch
    > äußerliche Symbolik sublimiert. Auch Fromm (Haben und Sein).

    Ein Prozess, der scheinbar nicht aufhaltbar ist außer durch den Untergang der ganzen Spezies. Ein Zentralmachtsystem kann man nicht einfach so stoppen, so wie im Zuge der effektiveren Verwaltung der Steuerzahler Internet und die Blockchaintechnologie nicht mehr gestoppt werden können. Steuererklärungen müssen von Selbständigen heute schon mit Elster elektronisch per Internet gemacht werden. Mit der Blockchaintechnologie kann man alle, alle Datenbanken zu einer einzigen unabänderbaren, unbestechlichen und unglaublich mächtigen Datenbank zusammenfügen und sie mit jeder beliebigen Input- und Output-option (vor allem der automatisierten Steuerberechnung und Sanktionsvollstreckung) verknüpfen. Machtblöcke wie Developer, Miner, Adoper, Spekulanten werden die einzelnen zermürben und Benutzen. Updaten, Fixen, Fortschreiten und unglaubliches Investment in Wissen um das ganze Ökosystem machen einem das Leben schwer. @Zara, QCalbaer, @Fabio, @Ötzi u.a. haben früh begonnen in dieses Wissen zu investieren und die ganzen Risiken und ungewissheiten zu tragen. Für BRD-Brürger heißt es Vorsicht Steuerfallen an allen Ecken und Enden (Haltefristen, Auswirkung von Umtausch, Kauf von Waren/Diensten, Besonderheiten bei Forks und Mining - nachträgliche rückwirkende Gesetzesänderungen im Sinne von mehr Steuergerechtigkeit, Geldwäscheproblematik) Der Umgang ist für Nichtinformatiker ein Alptraum.
    Das System entwickelt seine eigene Dynamik, da nicht die Akteure nach ihrem Willen agieren sondern ihnen vom System Potential zediert wird um zu agieren. Dieses Potential kann man nutzen oder vergeuden.

    > Der Niedergang einer Kultur geschieht automatisch, aber die Erhaltung
    > einer Kultur braucht Bemühung. Dazu wäre Intelligenz notwendig.
    > Die ist zwar potenziell vorhanden, nur eben nicht in Zentralmacht-
    > systemen. Denn hier ist der zentrale Faktor Macht. Und daraus
    > resultierend, andere Mächte, die um Macht konkurrieren.

    Jedes Lebewesen wird alt und krank oder unangepasst bevor es stirbt und von jungen kräftigen oder an die Umstände besser angepassteren abgelöst wird – so auch ein vergreisender Kulturkreis, der sich nicht artgerecht um seinen Nachwuchs gekümmert hat (das Wichtigste was wir haben) sondern um seine Objektzentrierten Vorteile aus dem System, sein Überleben auf Kosten von Nachschuldnern (so funktioniert das nun einmal in einer ohnmächtigen Masse von vereinsamten Individuen, in zerstörten Segmenten im Gegensatz zu großen, über Macht=Geld=Vermögen verfügende Familienclans oder ganze Regionen).

    Der Debitismus erzwingt die Roadmap - Gewaltsame Abgabeerhebung zum Erhalt einer vorzufinanzierenden Macht per Machtkreislauf, die sich und das Zwangsabgabesystem und die Handlungsräume aller Systembeteiligten eröffnet und verteidigt.
    Ohne dieses System ist weder die Zentralinstanz (Potential/Vermögen/Macht -> Gewalt, Lüge, Betrug und Raub) noch die ohnmächtige Masse (Ohnmacht, falsche Hoffnungen, Illusionen und Simulationen) überlebensfähig.
    Die Eigentumsökonomik bindet die Gewalt in einen eben erträglichen Rahmen (Recht, Verträge usw.) und hilft bei der Verschleierung des systemischen Problems - alle starren auf die jonglierten Bälle anstatt auf den Jongleur.
    Die Simulationstheorie erklärt, warum das jahrtausendelang durchgehalten werden kann und sich dabei immer mehr wandelt, dass es sogar uns komisch vorkommt.
    Sie stellt den Jongleur mit seinen Bällen in ein knallbuntes Zirkuszelt, Schaltet die Scheinwerfer an und macht die Musik laut, drückt die Zuschauer in die Sitze und lässt sie Eintrit bezahlen, heftig klatschen und blinzeln bis selbst der Jongleur verschwunden ist und nur noch die Bälle kreisen...
    …ein perfektes Verbrechen.

    Liebe Grüße
    Silke

    ---
    um das Unlösbare zu lösen:
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729
    gegen den inneren persönlichen Staat.

    Zarathustra

    08.12.2017, 12:58

    @ trosinette
     

    So ist es, Schneider, Alles schwärmt, fraktal verschachtelt, und Grenzen sind fliessend

    Mal schwärme ich mit Dir, mal gegen Dich. Und auch innerhalb deines Organismus, der seinerseits ein Schwarm ist, findet ein Wettstreit widerstreitender und kollaborierender Kräfte statt.

    [image]

    Lechbrucknersepp

    08.12.2017, 13:07

    @ Zarathustra
     

    Du leitest aus Zellbiologie Aussagen über Staatswesen und Gesellschaft ab und vergleichst damit Äpfel mit Parkettböden. (oT)

    [ kein Text ]
    Zarathustra

    08.12.2017, 15:50

    @ Lechbrucknersepp
     

    Falsche Analogie

    Ich vergleiche Organismen mit Organismen und nicht Aepfel mit anorganischen Parkettböden.

    Lechbrucknersepp

    08.12.2017, 17:19

    @ Zarathustra
     

    Aus Zellbiologie lässt sich nichts über Staatswesen / Gesellschaft ableiten. S.g. "kategoriale Grenzüberschreitung"... (oT)

    [ kein Text ]
    Zarathustra

    08.12.2017, 20:29

    @ Lechbrucknersepp
     

    Du kannst nicht; Experten können (oT)

    >

    Lechbrucknersepp

    08.12.2017, 21:00

    @ Zarathustra
     

    Experten können aus Zellbiologie Schlüsse zu Staatswesen ziehen. Ja, wenn sie ohne innere Logik "rumlabern". (oT)

    [ kein Text ]
    Orlando

    Homepage E-Mail

    08.12.2017, 13:56

    @ trosinette
     

    Orientiert sein allein heisst noch nicht, dass die Richtung stimmt

    Gerade bei den Moslems zuhaus scheint da manches im Argen zu liegen.

    Schließlich zieht es sie z.Zt. in großer Zahl in die Arme der Ungläubigen.

    Sylvia

    E-Mail

    06.12.2017, 11:15

    @ nereus
     

    Ich lach mich tot!

    > Intoleranz tolerieren muss man als toleranter Mensch eben nicht!

    [[lach]] Komisch, in einem anderen Zusammenhang hört man das nie. Z.B. wenn es darum geht die südländische Bereicherung willenlos zu tolerieren.


    > Die Regeln der Demokratie müssen stehen, sonst fängt alles an zu wackeln.

    [[lach]]

    Es fängt an zu wackeln? So wie hier vielleicht: "Ein Richter am Rande des Nervenzusammenbruchs: ... Ich glaube, Ihnen geht es zu gut. Sie zeigen ja nicht das geringste Benehmen und haben überhaupt keinen Anstand. Reißen Sie sich zusammen. ..."

    Quelle: https://rheinneckarblog.de/05/ein-richter-am-rande-des-nervenzusammenbruchs/134692.html

    Die Seite ist z.Z. schwer ereichbar. Google Cache geht aber:
    https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:4vKsuUMzeAMJ:https://rheinneckarblog.de/05/ein-richter-am-rande-des-nervenzusammenbruchs/134692.html+&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de

    ---
    "Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral." (John Osborne)
    "Der Gutmensch ist die logische Rückentwicklung des Menschen: Moral ohne Intelligenz." (unbekannt)

    Orwell

    06.12.2017, 20:36

    @ Sylvia
     

    Hehehe :D

    Ich hab lieber geschwiegen.

    [[euklid]]

    Aber, ist sowas wie "Serviedienst", nur auf anderem Level :)

    Gruß,
    Orwell

    ---
    "Es ist Juristen nicht zuzumuten, schreiendes Unrecht zu erkennen." (Jörg Friedrich)

    "Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um

    Hopi

    06.12.2017, 15:12

    @ nereus
     

    ... und ihr Ehemann gerade im neuen Tesla auf Betrugsfahrt unterwegs ist.

    Guten Sankt Nikolaus-Nach-Mittag am 06 DEZ 17 > @nereus [[top]].


    > Der Nikolaus hat uns eine ganz traurige Geschichte mitgebracht. [[zwinker]]

    Besten Dank für die vermutlich traurigste Lebensgeschichte über einen
    13-jährigen Bengel aus Starnberg am Würmsee(*) bei München, welche die Hopi
    jemals gelesen haben. Noch mehr fühlen sie mit der wunderbaren Mutter namens
    Vanessa S. mit, die eben keine Rabenmutter ist, sondern eine für-sorgliche
    *)Parade-Milch-Kuh(* aus Bayern.

    (*) Starnberger See
    >> https://de.wikipedia.org/wiki/Starnberger_See


    Es gibt jetzt genau drei Möglichkeiten. Erstens, Vanessa S. aus S. ist eine
    bezahlte "Agenda 21 > Trollschreiberin", oder zweitens, V.SS. ist wirklich
    so blöd und merkt es nicht, weil gerade wie ihr Sohn auf Ritalin oder anderen
    grenz-debilen Pharmaka unterwegs & ihr Ehemann gerade mit seinem neuen TESLA
    auf *NEU-Kunden-FANG* (Fachwort: Aquisition) für seine eben neu gegründete
    Immobilienfirma "TRAUM-Villen rund um den Lago di Starnberg" unterwegs. Und
    drittens, Vanessa S. ist ein Mann oder Zwitter [[hae]].

    Langsam, aber sicher gewinnen die damaligen "Mad Max->Filme" an exponentiell
    zunehmender Lebensbedeutung, in denen die von den Hopi geschätzte Tina Turner
    fulminant mitspielte.

    Tina Turner * We Don't Need Another Hero * Prädikat: Meisterwerk!
    >> https://www.youtube.com/watch?v=57lnRz3lwpE



    Hopistische ... A n m e r k u n g e n ... [[la-ola]] ... ... ...

    Absolut faszinierend ist, daß ausgerechnet die heute (noch!) angeblich
    REICHEN & SCHÖNEN am allerwenigsten verstehen, was gerade um sie herum
    sich geo-strategisch zusammen-braut. Wenn sie allerdings etwas mehr lesen
    würden, und nicht ständig auf ihren neuesten iPhones wie Generation X ...
    sinnentleert mit ihren Fingern herum-wischen und zappen würden, dann hätten
    sie tatsächlich noch eine Chance ihren meist betrügerisch ergaunerten
    PSEUDO-Reichtum zu behalten, zumindest einigermaßen durch die vor ihnen
    und uns allen stehende fundamentalste > ZEITEN-Wende zu bringen.


    Das Rakowskij-Protokoll
    >> http://www.luebeck-kunterbunt.de/Geschi/Rakowski-Protokoll.htm

    Starnberg, die reichst Stadt/Gemeinde Deutschlands
    >> http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-12/konsum-starnberg-kaufkraft-nettoeinkommen-bundesdurchschnitt-muenchen-gfk


    Wem heute (noch) nicht klar ist, das die sogenannte > ALTERNATIVE für
    DEUTSCHLAND (Afd) > eine "Chupze" ist, dem ist nicht mehr weiter zu helfen.
    Man könnte auch schreiben die "AfD" ist eine geradezu > perfekte & perfide
    "Fang-FALLE" für alle (noch) > Widerspänstigen in Teutonien. Wer sich mit
    Logi auskennt, wird sich sofort mit Grausen angesichts des "primitiv-
    offensichtlichen" Logos der A.F.D. von dieser > geschickt ein-geschädelten
    "Pseudo-Partei" abwenden. Der fantastische um die AFD herum aufgebaute und
    sukzessive intensivierte POPANZ um sie herum spricht eine deutliche Sprache,
    die bedauerlicherweise nur noch sehr wenige Menschen sehen & verstehen.

    Ein verdammt weites "SPRENG-Feld" mit auf den neuesten Stand bespickten und
    gebrachten Minen im Bereich > Mind-Controlling von Massen (Schafen)! Es gibt
    KEINE Alternative für Teutonien, denn Teutonien hat fertig, es wird gerade
    vor allen "Eyes WIDE Shut" präzise historisch ab-ge-wickelt. Wenn Germanien
    VIEL GLÜCK hat, dann darf es das gleiche Schicksal wie die Hopi in ihren
    HEUTE festgelegten "Reservaten I, II und III auf Mesa Verde" teilen, nur
    eben halt etwas "um-trans-formiert & an-gepaßter" mitten im HERZEN Euorpas.


    MESA VERDE
    >> https://www.crowcanyon.org/EducationProducts/peoples_mesa_verde/images/ka_hopi_man_woman.asp


    Historisch betrachtet, bleibt aufgewachten Germanen nur noch ein kleines
    *(ZEIT-Fenster)*, um aus der nächsten großen + bereits vor der Eingangstüre
    stehenden > TRAGÖDIE > hinaus-zu-springen > in andere "Welten, Visionen &
    Regionen".

    Wer meint, das wäre alles viel zu pessimistisch oder gar totaler Quatsch,
    kann sich gerne mit den Hopi darüber nochmals in drei Jahren austauschen,
    sofern er dann noch überhaupt in der Lage ist. Ein Blick in seine eigene
    Wohnung oder Mietwohnung, bzw. Haus genügt bereits > HEUTE ... das Kommende
    einwandfrei geistig erfassen zu können. Möge folgendes kleines Beispiel
    dazu vollumfänglich genügen. @Hannes DANK an Dich dazu - exzellente Vorarbeit!


    George Orwells Überwachungsstaat, die nächste Stufe: Die "TECHEM > Funk
    Rauch-Melder Big Brother Boje" (Spionage-Schüssel) der geisteskranken
    "Daten-, und Kontroll-FREAKS.

    >> https://mainstreamsmasher.wordpress.com/2015/07/31/george-orwells-ueberwachungsstaat-die-naechste-stufe-die-techem-funk-rauchmelder-big-brother-bojespionage-schuessel/


    Tja, @nereus, Santa(n) Claus + sein Rentier "Rudy RED-Nose" (nomen est immer
    omen -> wie hieß nochmals der newyorkische damalige Bürgermeister als der
    Stadt beide Türme über Nacht plötzlich weg-brachen? Richtig: Rudolph (Rudi)
    Giulani)). Eine > ROTE Nase ist das Zeichen (Code) von Clowns, Alkoholikern
    und Lügnern ... ad infinitum.

    Rudolph (Rudi/Rudy) Giuliani
    >> https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolph_Giuliani

    Rudolph, Rudi/Rudy * The Red-Nosed Reindeer
    >> https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolph,_the_Red-Nosed_Reindeer

    Red Nose Day Organisation
    >> https://rednoseday.org/


    Noch einen schönen Nikolaustag,
    H;-)pi



    N a c h m u s i k a l i s i e r t ... zur Lebensfreude ... :-).


    Fleetwood Mac * Station Man * Prädikat: Meisterwerk [[herz]]
    >> https://www.youtube.com/watch?v=wONRlMK8C6A

    Fleetwood Mac * Child of Mine * Prädikat: Meisterwerk [[herz]]
    >> https://www.youtube.com/watch?v=rLyn_GCxihY

    Fleetwood Mac * Tell Me All the Things You Do * Meisterwerk [[herz]]
    >> https://www.youtube.com/watch?v=4slv_ZR2hI0


    [[herz]] [[euklid]] [[herz]]

    DT

    06.12.2017, 21:05

    @ nereus
     

    Diese Indoktrinations-Propaganda gibt es auch bei bento: Hilfe mein Bruder (Vater) wählt AfD (wird immer rechter). (mT)

    http://www.bento.de/today/mein-bruder-waehlt-die-afd-wir-muessen-dringend-miteinander-reden-1719551/

    http://www.bento.de/gefuehle/afd-meine-familie-wird-immer-rechter-eine-psychologin-sagt-was-zu-tun-ist-1809998/

    So kann ich mir das in der Zone vorstellen: Hilfe, mein Vater schaut Westfernsehen, wo kann ich das melden.

    So werden kleine Denunzianten herangezogen.

    FUCK YOU BESATZERPROPAGANDA!

    Ulli Kersten

    E-Mail

    06.12.2017, 21:40

    @ DT
     

    Wo kann ich Hilfe bekommen?

    > http://www.bento.de/today/mein-bruder-waehlt-die-afd-wir-muessen-dringend-miteinander-reden-1719551/
    >
    > http://www.bento.de/gefuehle/afd-meine-familie-wird-immer-rechter-eine-psychologin-sagt-was-zu-tun-ist-1809998/
    >
    Ich kenne Leute und gute Freunde, die immer linker werden und sogar Grüne wählen. Welche Psychologen können mir helfen und sagen, was zu tun ist?

    Es ist in meinem Fall noch härter, weil die immer linker werdenden mit aller Gewalt verkünden, dass sie die Guten seien.

    Hasso

    E-Mail

    06.12.2017, 22:22
    (editiert von Hasso, 06.12.2017, 22:32)

    @ Ulli Kersten
     

    Komplett triviale Antwort... ich machte es immer so:

    > >
    > http://www.bento.de/today/mein-bruder-waehlt-die-afd-wir-muessen-dringend-miteinander-reden-1719551/
    > >
    > >
    > http://www.bento.de/gefuehle/afd-meine-familie-wird-immer-rechter-eine-psychologin-sagt-was-zu-tun-ist-1809998/
    > >
    > Ich kenne Leute und gute Freunde, die immer linker werden und sogar Grüne
    > wählen. Welche Psychologen können mir helfen und sagen, was zu tun ist?
    >
    > Es ist in meinem Fall noch härter, weil die immer linker werdenden mit
    > aller Gewalt verkünden, dass sie die Guten seien.

    Hallo Ulli,
    mal ein ganz feiner Spezial-Tipp für alle Lebenslagen aus dem Gelben Ältestenrat:
    Wenn irgendwelche engen Kontakte/Freunde/Verwandte für mich unerträglich wurden, dann habe ich diese Kontakt entweder streng abgebrochen oder meistens ganz sanft entschlummern lassen... geht es noch einfacher?
    Ich muss doch nicht für jeden Hansel ans Telefon gehen, das Telefon gehört bis dato doch noch mir, oder?

    Das war für mich auch niemals ein "Minus-Geschäft", denn auf der anderen Seite ergaben sich plötzlich ganz neue Real-Kontakte, die viel besser zu mir passten.
    Dazu musste ich nicht mal einer komischen Partei beitreten, dafür habe ich ohnehin keine Zeit und schon gar kein Geld[[freude]]
    Jetzt spreche ich nur noch zu meinen gleichgesinnten Real-Jüngern (m/w), die alle ganz freiwillig (quasi deterministisch) zu mir kamen... wird manchmal fast langweilig...[[sauer]]

    Auffi geht´s
    Hasso

    Lechbrucknersepp

    06.12.2017, 23:48

    @ Hasso
     

    Stimmt schon. Aber es macht auch Spaß, die "Gutmenschen" im Umfeld argumentativ oder ironisch herauszufordern... (oT)

    [ kein Text ]
    Odysseus

    06.12.2017, 22:40

    @ DT
     

    Noch was von Bento

    Paßt dazu, hier möchte Bento unter dem TAG "Gerechtigkeit" die Sensibilität der Youngster auf Nazi-Sprech in der Umgangssprache schärfen.
    Ein Erklärbär in Form eines Sprachwissentschaftlers der FU Berlin und ein anschließender Test zu Ermittlung, wie arg man davon "betroffen" ist, runden den Erguß ab.

    http://www.bento.de/politik/nazi-sprech-benutzt-du-diese-saetze-im-alltag-1827666/


    Gruß Odysseus

    Rybezahl

    06.12.2017, 23:04

    @ Odysseus
     

    Vielvölkerstaat geht noch

    Hallo,

    habe 5 von 8 Punkten, weil ich alles mit OK angeklickt habe. Übrigens geht Vielvölkerstaat noch. Habe kurz die Suchmaschine bemüht und keine warnenden Treffer gehabt. Hier habe ich sogar einen Artikel von Berthold Kohler (FAZ) aus 2015:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/kommentar-der-verspaetete-vielvoelkerstaat-13782350.html

    Da müssen die Sprachexperten sich jetzt aber noch eine große Brücke ausdenken, weil "Volk" ist ja nur im Sinne von Staatsangehörigkeit zulässig (von mir aus). Vielvölkerstaaten kann es dann ja aber eigentlich gar nicht geben.

    Also was denn nun? [[euklid]]


    Gruß vom
    Rybezahl.

    ---
    "Existenz... setzt keine Ernsthaftigkeit voraus."

    Rotti

    E-Mail

    Pampa,
    06.12.2017, 22:55

    @ DT
     

    Selbstzweifel

    > So kann ich mir das in der Zone vorstellen: Hilfe, mein Vater schaut
    > Westfernsehen, wo kann ich das melden.
    >
    > So werden kleine Denunzianten herangezogen.
    >
    > FUCK YOU BESATZERPROPAGANDA!

    Servus DT!

    Ein Problem habe ich damit, selbst diesen rechten Tendenzen zu erliegen. Ich merke, dass ich die Argumentation der AfD immer stärker akzeptiere. Immer weiter entferne ich mich von Menschen, die ich ohnehin nie gemocht habe. Ich gestehe bereits mein Kreuzchen an die falsche Stelle gesetzt zu haben. Es wird noch soweit kommen, dass ich in die Therapiestunde zu Sandra Maischberger muss, um wieder die rechte ( oder soll ich besser sagen die richtige?) Gesinnung zu verinnerlichen.
    Mein Gemütszustand verbessert sich von Tag zu Tag, ich denke Gedanken, die eigentlich verboten sind...................... [[zwinker]]
    Wie soll ich damit nur leben?

    M.f.G.
    Rotti

    Ps wer traut sich so einen Leserbrief an Bento zu schreiben? [[freude]]

    ---
    Ich esse und trinke, also bin ich.

    DT

    07.12.2017, 09:29

    @ Rotti
     

    Orwell - 1984. Alles drin. Gedankenverbrechen. Neusprech. etc. (mL)

    http://www.kulturwerkstatt.de/krieg-ist-frieden-freiheit-ist-sklaverei-unwissenheit-ist-starke-2/

    Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!

    Die drei Parolen der inneren Partei prangen am Ministerium für Wahrheit. Ozeanien wird mit harter Hand regiert. Die Bevölkerung unterdrückt und kontrolliert. Die Gedankenpolizei überwacht jeden Schritt der Bevölkerung. Neusprache, die von der Partei eingeführte Amtssprache, ersetzt oder streicht schädliche Begriffe wie “Gerechtigkeit”, “Moral”, “Demokratie”. Fernsehgeräte, die den ganzen Tag den Staatssender zeigen, können sämtliche Wohnzimmer akustisch und visuell überwachen – zur Erinnerung steht “Big Brother is watching you” auf Plakaten überall in Ozeanien. Kunst wird zensiert oder verboten. Die Geschichte neu geschrieben. Freie Meinungsäußerung und Bürgerrechte gibt es schon lange nicht mehr. Das bloße Denken an Widerstand gegen die Partei und den Staat wird als “Gedankenverbrechen” mit dem Tode bestraft.

    [image]

    SevenSamurai

    07.12.2017, 21:22

    @ nereus
     

    Gibt es Primärquellen zu Graf Coudenhove-Calergie? Oder handelt es sich um Hörensagen (hearsay)? (oT)

    [ kein Text ]

    ---
    It’s a big club, and you ain’t in it.

    nereus

    08.12.2017, 08:02

    @ SevenSamurai
     

    Lesen bildet.

    Hallo SevenSamurai!

    Du fragst: Gibt es Primärquellen zu Graf Coudenhove-Calergie? Oder handelt es sich um Hörensagen (hearsay)?

    Die Primärquelle hatte ich doch angegeben.
    Da ist sie: Quelle: R. N. COUDENHOVE KALERGI, PRAKTISCHER IDEALISMUS (ADEL - TECHNIK - PAZIFISMUS) 1925 PANEUROPA - VERLAG, WIEN-LEIPZIG
    Seite 39 bis 40


    In Zeiten der virtuellen Vielfalt hättest Du das Werk in Sekundenschnelle gefunden, aber gut, ich will mal nicht so sein. [[zwinker]]
    Bitte hier entlang: https://archive.org/stream/Coudenhove-Kalergi-Praktischer-Idealismus/Coudenhove-kalergiRichard-PraktischerIdealismus-Adel-Technik-Pazifismus1925191S._djvu.txt
    Das gibt es dort auch als PDF.

    Allerdings muß einschränkend dazu gesagt werden, daß Coudenhove-Kalergie aufgrund seiner familiären Abkunft (japanische Mutter, österreichischer Vater (vielsprachig)) sehr überzeugt von seiner Version gewesen sein dürfte und nach der Schlächterei von WK 1 durchaus im Sinne des Friedens argumentierte.
    Andererseits wurde er dadurch zum nützlichen Werkzeug (er war 1921 Freimaurer geworden) und das „Geschmeiß“ konnte seine heimtückischen Absichten hinter der Naivität eines Bruders verbergen, siehe seine Vorstellungen von der Mischrasse.
    Was er sich noch gedanklich vorstellte, erklärt uns inzwischen Frau Lerner-Spectre zur Pflicht!
    Mich kotzen diese fanatischen Welt-Verschlimmbesserer nur noch an.[[kotz]]

    Lies das Buch – es dauert nicht lang – und Du wirst sehen, wie scharfsinnig einerseits der Graf argumentiert und andererseits wie trivial er mitunter denkt.
    Er war ein Kind seiner Zeit – das muß man immer berücksichtigen bei der Analyse einer Person – und hatte eben noch die bunten Flausen des Kommunismus im Schädel, obwohl er wußte aus welcher trüben Quelle der neue Saft sprudelte.

    Es ist mitunter regelrecht bedrückend zu lesen, wie große Geister manchmal die Hand nach dem Bonbon ausstrecken, welches ihnen der „gute Onkel“ anbietet.
    Deswegen sehe ich hinter seinem verschrifteten „Praktischen Idealismus“ ein Auftragswerk der Logen.

    mfG
    nereus

    p.s. Ist Deine Muttersprache nicht die deutsche Sprache?
    Hörensagen habe ich auch ohne den Hinweis "hearsay" verstanden oder ist es eher eine Marotte von Dir, dem deutschen Begriff noch eine englisches Anhängsel zu verpassen?

Wandere aus, solange es noch geht.


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