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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Falkenauge

    16.06.2017, 10:40
     

    Die Fesselung des Bildungslebens durch den Staat

    „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen“, schrieb einst der griechische Dichter Aristophanes. Dieses Feuer fürchten die Herrschenden wie der Teufel das Weihwasser. Daher übernahmen sie das Bildungswesen im 18. Jahrhundert von den Kirchen in die Obhut des absolutistischen Staates, um die Gefäße der Jugend Jahr für Jahr mit dem zu füllen, was sie zu gefügigen steuerzahlenden Untertanen des Staates und fleißigen Arbeitssklaven der Wirtschaft formt.

    Das staatliche Bildungssystem ist das wirksamste und am wenigsten bemerkte Herrschaftsinstrument der heutigen Parteien-Oligarchie

    Dem obrigkeitsstaatlichen Bestimmungsanspruch liegt zugrunde, dass sich die den Staat Beherrschenden über die anderen Menschen setzen, und damit behaupten, dass diese ihrer Fürsorge und Lenkung bedürften. Sie merken in ihrer Arroganz gar nicht mehr, welche jahrtausendealte Über- und Unterordnungsstruktur sie immer noch praktizieren und durch scheindemokratische Phrasen nur verdecken. Demgegenüber beruht aber die Demokratie gerade auf der Selbstbestimmung des mündigen Bürgers, die letztlich seine Würde ausmacht.

    Gedanken zu diesem unterschätzten, sehr wichtigen Thema: Allmächtiger Staat

    Andudu

    16.06.2017, 11:17
    (editiert von Andudu, 16.06.2017, 11:25)

    @ Falkenauge
     

    Ja und Nein

    > „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein
    > Feuer zu entfachen“, schrieb einst der griechische Dichter Aristophanes.

    Schöne Worte, aus einer Sklavenhaltergesellschaft, in der nur eine kleine Minderheit überhaupt höhere Bildung genießen durfte.

    Es mag ein Motivationsspruch für Lehrer sein, aber ich denke, die besseren praktizieren das längst, die schlechten Lehrer aussortieren, ist hingegen ein anderes Thema und ein politisches Tabu.

    Machen wir uns doch nichts vor: "das Feuer entfachen", also intrinsische Motivation wecken, funktioniert nicht bei allen Themen, nicht bei allen Menschen, nicht mit allen Lehrern und nicht in dem Umfang, wie es nötig wäre, in einer arbeitsteiligen Hochzivilisation, wie unserer.

    Schon gar nicht bei den professionellen Ablenkungen der Medienindustrie. Ich habe Kinder und es ist absolut nicht einfach, allgegenwärtige Computerspiele und Filme genug einzuschränken, damit die überhaupt noch was anderes machen! Egal welches Thema, gegen ein Spiel, welches darauf optimiert wurde, das Belohnungssystem von Menschen anzusprechen, wirkt alles andere grau und langweilig!


    > Dieses Feuer fürchten die Herrschenden wie der Teufel das Weihwasser.

    Wie oft ich das schon gehört habe. Das Gegenteil ist richtig. Ein Elon Musk wird nicht umsonst wie ein Heiliger herumgereicht. Erst gestern durfte ich das Innovationsranking der Länder im Radio bewundern und das Gejammere darüber, dass Deutschland nur auf Platz 9, oder so, steht.

    Auch über feurige Nachwuchspolitiker würden sich "die Herrschenden" freuen.

    Was sie nicht wollen, ist eine aktive und denkende Zivilgesellschaft, die ihnen reingrätscht. Aber das Bildungssystem ist viel zu schwerfällig und plump, um so etwas zu verhindern oder es gar zu schaffen.



    > Daher übernahmen sie das Bildungswesen im 18. Jahrhundert von den Kirchen

    Ja, weil die ja unabhängig und neutral waren ;-)


    > in die Obhut des absolutistischen Staates, um die Gefäße der Jugend Jahr
    > für Jahr mit dem zu füllen, was sie zu gefügigen steuerzahlenden
    > Untertanen des Staates und fleißigen Arbeitssklaven der Wirtschaft formt.

    Im 18 Jhdt.?

    Natürlich bildet ein Bildungssystem immer überwiegend die Meinung der Herrschenden ab (wie willst du das wegbekommen?). Gesellschaftliche Änderungen hat das letztlich nicht verhindert, denn viel gravierender sind die Einflussnahme des Elternhauses und gesellschaftliche Fehlentwicklungen.

    Im Übrigen: irgendjemand muss die Arbeit machen. Die Überflussgesellschaft, in der man die eigene Arbeitsleistung als verzichtbar bis sinnlos empfindet, gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten und auch nur bei uns (und sicherlich nicht mehr lange).


    > Dem obrigkeitsstaatlichen Bestimmungsanspruch liegt zugrunde, dass sich
    > die den Staat Beherrschenden über die anderen Menschen setzen, und damit
    > behaupten, dass diese ihrer Fürsorge und Lenkung bedürften. Sie merken in
    > ihrer Arroganz gar nicht mehr, welche jahrtausendealte Über- und
    > Unterordnungsstruktur sie immer noch praktizieren und durch
    > scheindemokratische Phrasen nur verdecken.

    Die Pseudodemokratie ist das eigentliche Problem, nicht das Bildungssystem. Du kannst das Bildungssystem nicht ändern, ohne vorher die Pseudodemokratie zu entmachten.

    Oder falls du es kannst, bitte hier Vorschläge rein :-)

    Ansonsten bleibt das eine Strohmann-Diskussion. Auf die Bildung einzuprügeln, wenn man das System meint, ist nicht zielführend und führt lediglich zu Kollateralschäden.

    Falkenauge

    16.06.2017, 11:54

    @ Andudu
     

    Thema nicht erfasst

    Systemänderung oder Bildungswesen. Das ist doch die falsche Alternative. Das Bildungswesen dem Staat wegzunehmen und auf eigene freie Füße zu stellen, ist Systemänderung in der entscheidenden Stelle. Erst von da aus kann eine weitere Systemänderung erfolgen.

    Es geht um die grundsätzliche Frage: Weiterhin Fremdbestimmung oder Selbstbestimmung der jeweils Betroffenen.
    Vielleicht liest Du den verlinkten Artikel mal, bevor Du weiter drauflos argumentierst. Siehe auch: Das staatliche Schulsystem als Relikt des Obrigkeitsstaates

    Gruß
    Falkenauge

    Andudu

    16.06.2017, 13:05
    (editiert von Andudu, 16.06.2017, 13:10)

    @ Falkenauge
     

    Sehr wohl erfasst

    > Systemänderung oder Bildungswesen. Das ist doch die falsche Alternative.
    > Das Bildungswesen dem Staat wegzunehmen und auf eigene freie Füße zu
    > stellen, ist Systemänderung in der entscheidenden Stelle. Erst von da aus
    > kann eine weitere Systemänderung erfolgen.

    Dann lass mal hören, wie du unsere Herrschaftsstruktur austricksen/überrumpeln willst und ihnen das Bildungswesen abjagen. Ich zittere vor Spannung.

    Wie die "freien Füße" aussehen sollen, auf die du es stellen möchtest, interessiert mich ebenfalls. Welche freien Träger wären denn geeignet? Etwa Genossenschaften aus Eltern, die selbst das doktrinäre Bildungssystem durchlaufen haben, mithin nicht vom Feuer der Erkenntnis verzehrt werden, wenn deine Theorie stimmt? Oder die freie Wirtschaft? Die sklavisch ans Kapital und Verwertung gefesselt ist, ach nein, das wahrscheinlich nicht. Dann die Kirchen? Gefangen in Glauben, statt brennend vor Wissensdurst, und mittlerweile ekelerregend umgeprägt auf den universalistischen Humanismus?

    Du willst das Haus vom Dach her bauen. Das Bildungssystem zieht aber zwangsläufig nach, wenn wir die Parteien entmachtet haben und direkte Demokratie eingeführt. Es vorher zu kippen, halte ich hingegen für fast unmöglich.

    Auch überschätzt du die Wirkung. In der DDR wurde man von früh bis abends mit Propaganda beschallt, egal ob Kindergarten, Schule, Radio oder TV, genutzt hat es letztlich kaum was, sonst gäbe es die DDR noch.



    > Es geht um die grundsätzliche Frage: Weiterhin Fremdbestimmung oder
    > Selbstbestimmung der jeweils Betroffenen.
    > Vielleicht liest Du den verlinkten Artikel mal, bevor Du weiter drauflos
    > argumentierst. Siehe auch:
    > Das
    > staatliche Schulsystem als Relikt des Obrigkeitsstaates

    Er hat in weiten Teilen recht mit seiner Kritik, nur eine Lösung hat er ebensowenig.

    Außerdem ist er Steiner-Jünger. Nun sind Waldorfschulen (Steiner-Pädagogik) ja in Deutschland zugelassen, so dass seine Kritik in diesem Punkt ein bisschen danebengeht.

    Und was man aus Waldorfschulen so hört, sind da auch nicht alle überlegene Denker, sondern da soll zuweilen heftig um die korrekte Interpretation der Steiner-Messias-Hinterlassenschaften gerungen werden, das hat schon wieder sowas sektenartiges.

    Ich sehe das als Nebenkriegsschauplatz, an dem man unter den aktuellen Bedingungen wenig ändern kann. Am ehesten noch alternative Schulen aufbauen, in der Hoffnung, dass das was bringt. Da die Schüler aber auch dort, nach der Schulzeit, zu "Sklaven der Wirtschaft" werden müssen, da auch sie irgendwie ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, wird die absolute Freiwilligkeit auch dort Utopie bleiben. Wie halt in jeder Gesellschaft, die keine Sklaven hat, von denen sie sich bedienen lassen kann...

    Falkenauge

    16.06.2017, 16:51

    @ Andudu
     

    Gründung alternativer Schulen

    > Dann lass mal hören, wie du unsere Herrschaftsstruktur
    > austricksen/überrumpeln willst und ihnen das Bildungswesen abjagen. Ich
    > zittere vor Spannung.

    Du schreibst unten selbst, dass am ehesten noch eine Veränderung des Bildungssystems durch den Aufbau alternativer Schulen erfolgen könne. Das ist genau der Punkt. Diese Möglichkeit räumt das System ein. Durch immer mehr Gründungen freier Schulen könnten die staatlichen Schulen allmählich ausgetrocknet werden. Zugleich bildeten deren Eltern und Lehrer eine wachsende kritische Wählerschaft, die Druck ausüben kann.

    > Er hat in weiten Teilen recht mit seiner Kritik, nur eine Lösung hat er
    > ebensowenig.
    >
    > Außerdem ist er Steiner-Jünger. Nun sind Waldorfschulen
    > (Steiner-Pädagogik) ja in Deutschland zugelassen, so dass seine Kritik in
    > diesem Punkt ein bisschen danebengeht.
    >
    > Und was man aus Waldorfschulen so hört, sind da auch nicht alle
    > überlegene Denker, sondern da soll zuweilen heftig um die korrekte
    > Interpretation der Steiner-Messias-Hinterlassenschaften gerungen werden,
    > das hat schon wieder sowas sektenartiges.

    Es geht hier um das gesellschaftliche System und nicht um die Waldorfpädagogik. Das wäre doch ein eigenes Thema. Was sollen also dann diese Ausfälle aus dem hohlen Bauch, auf die man hier nicht fundiert eingehen kann? Es fällt wohl sehr schwer, stringend beim Thema zu bleiben.

    Aus einem freien Bildungswesen, das natürlich auch die Hochschulen umfassen muss, wachsen erst Menschen und Ideen hervor, die mit einem ganz anderen Potential die Gesellschaft verändern können.

    Literaturhinweis

    16.06.2017, 16:58

    @ Falkenauge
     

    Nein

    > Veränderung des Bildungssystems durch den Aufbau alternativer Schulen erfolgen könne. Das ist genau der Punkt. Diese Möglichkeit räumt das System ein.

    Nein, in Deutschland nicht. Das sind aufgrund zwingender rechtlicher Vorgaben fade Kopien der Staatsschulen.

    > Durch immer mehr Gründungen freier Schulen könnten die staatlichen Schulen allmählich ausgetrocknet werden.

    Nein, weil sie unterfinanziert sind, weil der Staat gerne die Steuergelder der Privatschuleltern in die Finanzierung seiner Staatsschulen steckt, den Privatschulen aber nur Bruchteile zuschießt.

    In Deutschland nicht.

    ---
    Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

    Falkenauge

    16.06.2017, 17:08

    @ Literaturhinweis
     

    Hindernisse

    > Nein, in Deutschland nicht. Das sind aufgrund zwingender
    > rechtlicher Vorgaben fade Kopien der Staatsschulen.

    Das stimmt zum Teil. Der Staat legt viele Hindernisse in den Weg. Aber das Grundgesetz bietet die Möglichkeit, Schulen mit eigener pädagogischer Konzeption zu gründen, in die der Staat nicht hineinreden kann, wie das Beispiel der Waldorfschulen und anderer reformpädagogischer Schulen beweist.

    Ein gewisser Anpassungsdruck erfolgt dann über das Prüfungssystem. Auch die Unterfinanzierung ist ein Problem. Man braucht sicher viel Pioniergeist, Ausdauer und den Mut zu materieller Bescheidenheit.

    Literaturhinweis

    16.06.2017, 17:20
    (editiert von Literaturhinweis, 16.06.2017, 17:26)

    @ Falkenauge
     

    Nein

    > Das stimmt zum Teil. Der Staat legt viele Hindernisse in den Weg. Aber das Grundgesetz bietet die Möglichkeit, Schulen mit eigener pädagogischer Konzeption zu gründen, in die der Staat nicht hineinreden kann, wie das Beispiel der Waldorfschulen und anderer reformpädagogischer Schulen beweist.

    Das Beispiel der Waldorfschulen beweist da gar nichts. Die haben aus zwei Gründen Sonderprivilegien, wie die historisch gewachsenen Heilpraktiker:

    a) weil sie vor dem Dritten Reich schon deutschlandweit gut vertreten und organisiert waren ("Bestandschutz"/"Restitution")

    und

    b) weil sie an vielen Stellen gut getarnte Vertreter sitzen haben, wie die Gülen-Bewegung einst in der Türkei. Entweder Du weißt das heimlich, weil Du zu den höheren Kreisen in der Anthroposophie gehörst (aber gerade darum dichthältst, auch was die Dreiteilung der Gesellschaft und andere Ideen betrifft), oder Du bist tatsächlich ahnungslos.

    Dieses Privileg gilt nur für die Waldorf-Pädagogik. Das sind auch die einzigen Ersatz-Schulen, die Klassen von Nicht-Akademikern unterrichten lassen dürfen.

    > Ein gewisser Anpassungsdruck erfolgt dann über das Prüfungssystem.

    Wenn es nur das wäre, würden manche Reformkonzepte mit fliegenden Fahnen bestehen, siehe USA.

    > Auch die Unterfinanzierung ist ein Problem.

    Das größte. Die ersten drei Jahre gar nicht. Danach nur einen Bruchteil. Und auch nur dann, wenn der Schulrat gnädig ist.

    > Man braucht sicher viel Pioniergeist, Ausdauer und den Mut zu materieller Bescheidenheit.

    Du bist/warst Waldorflehrer. Dieselbe Diskussion führe ich schon seit Jahrzehnten mit den Anthroposophen - sie wollen einfach nicht wahrhaben, daß sie privilegiert sind (auch ihre Lehrerseminare würde kein anderer so genehmigt bekommen!!!).

    Reformpädagogik kann man ja machen, aber man muß den staatlichen Lehrplan sklavisch kopieren (Definition von Ersatz-Schule!). Das wäre etwas so, wie wenn man Vegetarier-Restaurants staatlich lizenzierte, aber einen Mindestanteil Fleisch in der Sauce zur Voraussetzung macht.

    In Deutschland ist der Zug abgefahren.

    Glaub mir einfach (oder halt nicht), Du warst nur Lehrer, ich war etwas weiter 'oben' angesiedelt ...

    ---
    Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

    Sigrid

    17.06.2017, 20:58

    @ Literaturhinweis
     

    Bildung in "Hellsicht"

    Hallo,
    da hat doch irgend Jemand vor kurzem in dieser schnelllebigen Zeit „ Die Unterwerfung“ eingeworfen. Das Buch von Michel Houllebecq hab ich mir für den Urlaub besorgt, mit Dank für den Hinweis!
    Da liest man sehr hübsch, wie so gar manches angelegt ist und die „Systempresse“ belobigt in den höchsten Tönen für diese Weitsicht, was mich tatsächlich am meisten beunruhigt hat.

    Neben der Bildung werden in diesem Buch noch ganz andere sehr ähmm „fundamentale Bedürfnisse“ angesprochen, insbesondere der ver---westlichten Männer, so dass ich die Belobigung der „Richtungsweiser“ zur Weitsicht des Autors erschreckender weise teile.

    Ein Buch, das man lesen sollte, sofern man nicht seine Hoffnung in Abbruch und Wende der Kultur und Zivilisation setzt.

    Mit freundlichen Grüßen, Sigrid
    Fazit: Bildung weiträumig ist aber unabdingbar von „schwärmerischer“ Regierung und debitistischer Geldschöpfung abhängig.

    Bildung kleinräumig ist unabdingbar aus Notwendigkeiten abhängig und gelingt nur in Kleinparzellierung.

    Auch da ist die Unterscheidung zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft in Anzahl, WIRKUNG und Potentialität das Entscheidende.

    Immer und immer hängt man an der Dunbarzahl, welche keineswegs aus sich heraus Segen bringt, sondern lediglich wegen der „Kleinsicht“ !!!! sichtbarere Ergebnisse zeitigt?

    Andudu

    18.06.2017, 22:51
    (editiert von Andudu, 18.06.2017, 22:52)

    @ Falkenauge
     

    Eben...

    > Aus einem freien Bildungswesen, das natürlich auch die Hochschulen
    > umfassen muss, wachsen erst Menschen und Ideen hervor, die mit einem ganz
    > anderen Potential die Gesellschaft verändern können.

    ...mir ist der Ansatz zu utopisch und weltfremd. Sowie Ursache und Wirkung vertauscht.

    "Literaturhinweis" mag ja recht haben, dass Waldorfschulen privilegiert sind, das kann ich nicht einschätzen. Tatsache ist hingegen:

    1) es gibt nicht genug davon

    2) auch deren Abgänger müssen mit der Gesellschaft klar kommen, in die sie abgehen

    3) es ist nicht der Lehrplan, der die Menschen prägt, sondern erstens Elternhaus und zweitens gute Lehrer (die den Lehrplan durchaus ironisch kommentieren können, habe ich selbst mehrfach erlebt)

    4) selbst wenn alle Menschen anders denken, ändert sich nicht zwangsläufig das System, dazu braucht es einen konkreten Anlass, entsprechende Organisation etc.

    Der ganze Ansatz, an den Schulen herumzuexperimentieren, weil einem irgendwas in der Gesellschaft nicht passt, stößt mich ab. Zumal meist unkonkret bleibt, was man eigentlich wie erreichen möchte und keine Aktion im Bildungssystem ohne Nebenwirkungen bleibt. Zuvorderst Nebenwirkungen für die Personen, die dem Experiment ausgesetzt waren...

    Monterone

    16.06.2017, 17:25

    @ Falkenauge
     

    Die Aasgeier warten schon

    > Systemänderung oder Bildungswesen. Das ist doch die falsche Alternative.
    > Das Bildungswesen dem Staat wegzunehmen und auf eigene freie Füße zu
    > stellen, ist Systemänderung in der entscheidenden Stelle. Erst von da aus
    > kann eine weitere Systemänderung erfolgen.

    Wenn der Rückzug des Staates von Bertelsmann, Springer oder sonstigen privaten Finanziers kompensiert wird, kommst Du vom Regen in die Traufe.

    Darauf warten die Aasgeier doch nur, daß ihnen ein privatisiertes Bildungssystem neue Möglichkeiten für Abzocke und Systempropaganda liefert.

    Wenn Du mich fragst, hängen praktisch alle Probleme damit zusammen, daß wir es mit einem Verbrecherstaat zu tun haben, dessen Regierende kriminell sind und wo immer sie können, zum Schaden von Land und Volk handeln, meist dergestalt, indem sie uns an private Kapitalinteressen ausliefern, wie etwa bei den diversen transatlantischen Freihandelsabkommen.

    In dieser Situation das Heil in Privatisierungsmaßnahmen zu suchen, hieße, in's offene Messer zu laufen.

    Die regierenden Verbrecher gehören weg, daran führt kein Weg vorbei. Das wäre die Conditio sine qua non für jede weitere Verbesserung.

    Monterone

    Oblomow

    E-Mail

    Leipzig,
    16.06.2017, 13:16

    @ Andudu
     

    Fünf Verbesserungsvorschläge

    1. Schule sollte erst um 9.00 - 10.00 beginnen. Das hätte gesellschaftlich, ökonomische Sprengkraft. Und so könnte ich endlich wieder länger schlafen.[[top]]

    2. Angehende Lehrer sollten sofort mit Studienbeginn ab in die Produktion, äh, in die Schule.

    3. Seperation ab 4 Klasse abschaffen. Die juute alte Tättertätä.

    4. Jeder Lehrer müsste verpflichtend das Gelbe Forum lesen, besonders die Vorschläge von mir. Alle Artikel zur Pädagogik von @Literaturhinweis müssten die Lehrer und Eltern gemeinsam in Wochenendseminaren bimsen.

    5. Wenn Vorschlag 1-4 nicht funktioniert, die Schule ganz abschaffen. Auf Klassentreffen kann ich sowieso verzichten. Müsste mir nur überlegen, was meine nervenden Söhne so treiben, wenn ich noch schlafe.

    Oblomow, schon etwas im Ferienmodus, grüßt

    ---
    "In Wirklichkeit erkennen wir nichts; denn die Wahrheit liegt in der Tiefe." - Fragment 117

    (griechisch: "ἐτεῆι δὲ οὐδὲν ἴδμεν· ἐν βυθῶι γὰρ ἡ ἀλήθεια")

    Demokrit

    Holder

    16.06.2017, 17:24

    @ Falkenauge
     

    "Das Feuer nicht zu löschen", das ist die Losung!

    Menschen werden geboren mit einem lodernden Feuer in sich und es gilt, dieses nicht zu löschen! Insofern stimmt die Aussage des Dichters Aristophanes nicht.

    Das Feuer in den Kindern kann man gut beobachten, wenn sie spielen! Das Spielen ist überhaupt das Allerbeste, das Sinnvollste und einzig Notwendige, um das angelegte Potenzial eines jeden neugeborenen Menschen zur Entfaltung zu bringen.

    Leider kommt den allermeisten Menschen die Schule dazwischen, aber vor allem die Erziehung und nur allzu schnell erlischt das Feuer...

    In Frankreich gibt es keine Schulpflicht.

    Und einer, der nie zur Schule ging und auch zuhause keinen Unterricht bekam, sondern alles durch spielen lernte, ist André Stern, aufgewachsen in Paris.

    Auf "du Röhre" gibt es viele Interviews und Vorträge von ihm. Er reist seit Jahren durch viele Ländern und spricht zu den Leuten über eine neue Haltung gegenüber dem Kind.

Wandere aus, solange es noch geht.


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