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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    HuangJin

    E-Mail

    03.09.2012, 16:36
     

    Chart du Jour (update): Deckungsgrad der US-Geldmengen durch die US-Goldreserve

    Zwei updates von bereits gelegentlich vorgestellten Charts, mit der Frage: "In welchem Umfang sind die US-Geldmengenaggregate durch die offiziellen Goldreserven zu jeweiligen Marktpreisen gedeckt?"

    a) Offizielle US-Goldreserve (8.135 to) zu Marktpreisen im Vergleich zu verschiedenen US-Geldmengenaggregaten
    [image]
    Fazit: keine signifikante Änderung in den letzten Monaten, da sowohl Goldpreis als auch die meisten Geldmengen im Wesentlichen seitwärts gegangen sind.

    b) Deckungsgrad der Geldmenge "US Monetary Base" durch die offizielle US-Goldreserve zu Marktpreisen
    [image]
    Fazit: auch hier keine signifikante Änderung des Deckungsgrades seit dem letzten update vor ein paar Wochen. Aber: Deckungsgrad der Monetary Base mit etwa 16 % nach wie vor in der Nähe des langjährigen Tiefststandes. Wie schon oft geschrieben: sollten die USA gezwungen sein, wie im letzten Jahrhundert geschehen auch nur 25% oder 40% ihrer Monetary Base durch Gold decken zu müssen, bedeutete das per heute Preise von rund 2.500 bzw. 4.100 USD/oz. Gold schon zu teuer? Aber nicht doch...[[zwinker]]

    LG,
    HuangJin

    ---
    故福之為禍,禍之為福,化不可極,深不可測也。 Thence, good fortune turns into bad fortune, and bad fortune turns into good fortune. These changes never reach an end, their complexity can never be fathomed.

    Uwe

    E-Mail

    03.09.2012, 23:24

    @ HuangJin
     

    Danke, @HuangJin, ...

    ... für die interassante Aufbereitung der Daten, die mich sofort fragen läßt:

    Ist Gold in der Zukunft wirklich "alternativlos"?

    Immehrin gab es Kulturen - und ich denke hierbei in erster Line an die Geschichte der Inka, für die Gold und Silber nur ein schönes Metall war, eine Zierde und nicht mehr, von der Märchenfigur, dem "Hans im Glück", will ich nicht reden, da das dann philosophisch wird.

    Gruß,
    Uwe

    ---
    Since all these manifold things could have occurred, we have every right to believe they did occur.

    Mark Twain, "Is Shakespeare Dead? From My Autobiography", Chapter V, "We May Assume"

    HuangJin

    E-Mail

    04.09.2012, 12:45

    @ Uwe
     

    Alternativlosigkeit von Au...

    > ... für die interassante Aufbereitung der Daten, die mich sofort fragen
    > läßt:
    >
    > Ist Gold in der Zukunft wirklich "alternativlos"?

    Hallo Uwe,
    ich bin mir nicht ganz sicher, was genau Du mit "alternativlos" meinst?

    Meinst Du als Bestandteil der zukünftigen Währungen?
    Alternativlos sicher nicht. Gelegentlich wird ja über rohstoffkorbgebundene oder -assoziierte Währungen diskutiert. Wie das dann aussehen könnte und funktionieren würde - keine Ahnung. Wenn überhaupt, so ist das sicherlich noch viele Jahre hin. Eines scheint mir aber sicher zu sein: wenn die Fiat-Show des gesamten Westens mal vorüber ist, werden die ernüchterten Bürger des Westens ein, zwei Generationen lang die Nase gestrichen voll haben von Fiat-Währungen. Irgend einen realen Bezug bzw. reale Deckung werden also die kommenden Währungen haben müssen, sonst werden die Bürger sie nicht akzeptieren. Muss ja nicht gleich eine Roggenanleihe sein wie zu Zeiten der Weimarer Republik...

    Meinst Du als Kaufkraftspeicher?
    Da sehe ich Gold und eingeschränkt Silber tatsächlich derzeit als alternativlos an, bis auf weiteres. Bedenke: praktisch alle anderen Assetklassen bestehen entweder aus Schulden anderer Leute oder Organisationen (Anleihen, Kapital-LV, etc.), sind auf Kredit angewiesen und beinhalten zumindest teilweise Kredit (die meisten Immobilien und die meisten Unternehmensanteile = Aktien) oder sind in Bezug auf ihr Preissteigerungspotential auf stabile Kreditmärkte und stabile/fallende Kreditzinsen angewiesen.

    Wenn meine Vorhersage nun also auf Abbau der Monster-Kredit-Bugwelle lautet, die wir seit Jahrzehnten im Westen aufgebaut haben und vor uns herschieben, dann muss ich während dieser Zeit als Investor (nicht unbedingt als Trader) logisch zwingend alle Assets vermeiden, die von funktionierenden und weiter aufschuldungsfähigen Kreditmärkten abhängen.

    Und da gibt es außer physischen Edelmetallen aus meiner Sicht der Dinge derzeit kein einziges (wirklich praktikables und fungibles) Asset, das kein Gegenparteirisiko beinhaltet. Es ist ein Riesenjammer, dass wir in einer Zeit leben, in der man alle an und für sich produktiven assets meiden sollte, weil sie höchstwahrscheinlich unter der kommenden Entschuldung leiden werden. Aber so ist's nun mal, und ich für meinen Teil werde als Investor erst wieder aus der Deckung kommen, wenn die größte Schuldenblase der Menschheitsgeschichte abgebaut ist. Auf die eine oder andere Weise abgebaut, Stichwort "Financial Repression". Mein Indikator dafür wird das Verhältnis Staatsschulden zu Bruttosozialprodukt sein, und das Verhältnis von "Preis eines alternativen Assets" zum Goldpreis im Langfristvergleich.

    habe ich Deine Frage damit so ungefähr richtig verstanden...?

    LG,
    HuangJin

    ---
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    Uwe

    E-Mail

    04.09.2012, 19:36

    @ HuangJin
     

    Zugestanden, @HuangJin, ...

    ... es war ein nicht in die Tiefe durchdachter Schnellschuss, den ich da zur Frage formuliert habe und daher danke ich Dir, dass Du dennoch so ausführlich darauf eingegangen bist. Ob ich diesen argumentativ sinnvoll untermauern werde können, wage ich selbst zu bezweifeln, da überwiegend das Gefühl regierte.

    Von Deinen vorgeschlagenen Interpretationsmöglichkeiten meiner Frage kommst Du mit der ersten Annahme meiner Intuition am nächsten, denn als ich mir Deine Grafik anschaute, kam mir der Gedanke: Wer wird den ein Interesse daran habe oder gar den Anfang dazu unternehmen, diese "Monster-Kredit-Bugwelle", wie Du sie nennst, abzubauen?

    Daher scheint mir das Rechnen in Goldunzen eine "akademische" Übung, und das meine ich in keiner Weise abwertend gegenüber Deiner Arbeit.

    Irgendwo, so habe ich es in Erinnerung, habe ich gelesen, dass ca. 160.000 Tonnen Gold derzeit gefördert sind und es kommen jährlich ca. 2500 Tonnen dazu, solange die Rendite passt.

    Würde man diese Menge an Tonnen auf die derzeitige Weltbevölkerung verteilen, wobei jeder, vom Baby bis zum Greis, bedacht werden soll, dann (ent)fallen auf jeden Mensch:

    160.000.000.000 g / 7.01Mrd
    = (16*10^10)/(7.01*10^9)
    = 160/7,01 ~ 22,8 g/Prs.

    (nicht gerade die Menge, von der man erschlagen werden kann und @elli hat seinen Bezug von Weltbevölkerung zum Goldpreis [[zwinker]]), das bedeutet die Menge von ca. 73/100 einer Feinunze, also ca. eine 3/4 Ounce/Prs. (1 oz. Tr. = 31,1034768 g).

    Spielt es bei dieser theoretischen Verteilung eine Rolle, wenn der Goldpreis sich verändert und mit ihm möglicher Weise im Gleichklang die Kosten des Lebens, solange es die Verpflichtung nicht gibt, es zu konvertieren, der Goldstandard nicht hergestellt ist?

    Möglich das Gold ein Ziermetall dauerhaft bleibt, als das es wohl seine Ursprung der Begehrlichkeit entwickelt hat, doch in diesem Fall könnte es sein, dass das derzeitige und zukünftige Angebot die Nachfrage übersteigt.

    Gruß,
    Uwe

    ---
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    Mark Twain, "Is Shakespeare Dead? From My Autobiography", Chapter V, "We May Assume"

    HuangJin

    E-Mail

    05.09.2012, 16:48

    @ Uwe
     

    Du übersiehst den allerwichtigsten Grund, derzeit Gold zu erwerben

    > Möglich das Gold ein Ziermetall dauerhaft bleibt, als das es wohl seine
    > Ursprung der Begehrlichkeit entwickelt hat, doch in diesem Fall könnte es
    > sein, dass das derzeitige und zukünftige Angebot die Nachfrage
    > übersteigt.
    >

    Uwe,
    sorry wenn ich das so deutlich sage: das ist gedanklich viel viel zu kurz gesprungen! Du übersiehst offenbar den allerwichtigsten Treiber für den Goldpreis in den nächsten paar Jahren.

    Falls es die weltweite inkrementale Nachfrage nach Gold lediglich in Ehefrauen mit einem gewissen Geltungsbedürfnis in Form eines zusätzlichen Schmuckstückes bestünde, so hätten die Goldproduzenten tatsächlich sicherlich gewisse Schwierigkeiten, auch nur die 2.500 jährlich geförderten Tonnen an den (Ehe-)Mann zu kriegen.

    Nun ist es aber so, dass zwei ganz massive Nachfrage-Gruppen nach physischem Gold neu auf dem Markt sind:

    a) die weltweiten Notenbanken, die seit etwa zwei Jahren seit mehreren Jahrzehnten erstmals wieder als Netto-Käufer statt als Verkäufer auftreten;

    b) noch viel wichtiger: besorgte Bürger rund um den Globus, die ihre Papiervermögen in zunehmendem Maße durch die monetäre Inflation bzw. negative Realzinsen bedroht sehen. Und irgendwann einfach auch mal als "Momentum-Käufer" auftreten werden. Bedenke: wir reden von vielen Dutzenden von Billionen Dollar, Euro, Schweizer Franken, Britischen Pfund, Chinesischen Yuan, Indischen Rupien etc. in Form von Anleihen, Aktien, Geldvermögen, deren Eigentümer in zunehmendem Maße einen hedge gegen Kaufkraftverlust suchen werden. Ich kann Dir nahezu garantieren, dass es in den nächsten Jahren wie schon so oft in der Geschichte der Menschheit einen Run auf Edelmetalle geben wird, um wenigstens einen Teil dieser gefährdeten Papiervermögen in den klassischen Inflationsschutz Edelmetall umzuwandeln. Und wenn diese besorgten Menschen auch nur einen Bruchteil ihres Vermögens umwandeln wollen, reden wir von vielen Billionen Dollar an Kapital, das in Gold und Silber umgemünzt werden soll. "Prices are made at the margin", und diese enorme Nachfrage bei sehr begrenztem Angebot wird aus meiner Sicht zwangsläufig zu verrückt hohen Preisen führen. Erst bei physischem Edelmetall, und wenn das vom Markt verschwunden ist, wird in Minen investiert und spekuliert werden.

    Und diese panikartige Absicherung der Vermögen, Uwe, wird die wirkliche Quelle der Nachfrage nach Edelmetallen sein. Freilich nur eine temporäre Angelegenheit. Aber gegen diesen Run wird die NASDAQ-Blase der 1990er ein Kindergartenspiel sein, behaupte ich. Die Dotcom-Blase war von Gier getrieben. Die Goldblase wird von Angst (vor Vermögensverlusten) getrieben sein, und das ist eine viel stärkere Emotion, und die Überbewertung von Gold am Peak wird enorm werden. Auch in 1980 standen die Leute Schlange bis auf die Straße, um schnell noch ein Goldstück kaufen zu können. Dann war's natürlich viel zu spät.

    LG,
    HuangJin

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    Hasso

    E-Mail

    05.09.2012, 17:01
    (editiert von Hasso, 05.09.2012, 17:24)

    @ HuangJin
     

    Wir EU-Komsomolzen haben einen NOCH wichtigeren Grund für Gold

    > Die Dotcom-Blase war von Gier getrieben. Die Goldblase wird von Angst (vor
    > Vermögensverlusten) getrieben sein, und das ist eine viel stärkere
    > Emotion, und die Überbewertung von Gold am Peak wird enorm werden. Auch in
    > 1980 standen die Leute Schlange bis auf die Straße, um schnell noch ein
    > Goldstück kaufen zu können. Dann war's natürlich viel zu spät.


    ... Gold ist (neben Silber) unsere einzige Möglichkeit, ein paar Kröten vor der Enteignung durch unsere stramme Sozialisten-Blockpartei (angeführt von Merkel!) zu verstecken. Da ist sogar der weitere Kursverlauf von Gold fast egal, wenn 100%-Eigentumsverlust droht.

    Was Merkel von "Eigentum" hält, haben wir ja bei der "Energiewende" erlebt, hat Gertrud Höhler letztens beim Jauch prima erläutert.
    BtW: Warum wird Frau Prof. Dr. Höhler aktuell auf allen Kanälen (sogar bei Ober-Blödies wie Dieter Nuhr) mit schrägsten Argumenten "voll zur Sau gemacht"?

    Merkel schläft mal schlecht wegen Japan... am nächsten Tag enteignet sie RWE/EON und deren Aktionäre. Dann schläft sie nochmal schlecht und enteignet danach den kleinen Stromkunden mit größerer Familie... und so weiter.

    Insofern haben unsere mehr oder weniger großen Ersparnisse eine ganz schlechte Prognose, solange die Führerin am Ruder ist.

    Beim rechtzeitigen Umtausch in AU und AG kann ein EU-Komsomolze theoretisch wegen Mittellosigkeit sogar noch etwas "hartzen" gehen...[[sauer]]
    Spätestens kurz vor der Rente muss man hierzulande auf jeden Fall mittellos sein.
    Wer bei Renteneintritt ab 2018 noch eine nennenswerte Summe öffentliches Eigentum (Aktien, "Guthaben" oder Immos) hat, geht auf jeden Fall leer aus beim Fressen am Rententrog!
    Grüße
    Hasso

    HuangJin

    E-Mail

    05.09.2012, 17:55

    @ Hasso
     

    In der Tat... "Wieviele zusätzliche Wähler bringt mir die Enteignung der Kapitalisten?"

    > Merkel schläft mal schlecht wegen Japan... am nächsten Tag enteignet sie
    > RWE/EON und deren Aktionäre. Dann schläft sie nochmal schlecht und
    > enteignet danach den kleinen Stromkunden mit größerer Familie... und so
    > weiter.
    >
    > Insofern haben unsere mehr oder weniger großen Ersparnisse eine ganz
    > schlechte Prognose, solange die Führerin am Ruder ist.
    >

    Da gebe ich Dir völlig recht, Hasso! Unsere FDJ-Agitprop-Sekretärin hat meines Erachtens (wie so viele andere Politiker auch) ein ganz einfaches Machtkalkül... "Wieviele zusätzliche Wähler bringt mir Aktion XYZ?" Und soweit ich das überblicke, haben wir in DE mittlerweile mehr Transferempfänger als Transfergeber... also eine ganz simple Rechnung, nicht wahr...
    [image]
    Aber es wird noch Jahre dauern, bis der deutsche Schlafmichel das begreifen wird. Und noch länger, bis er sich vom Sofa aufrappeln und Selbstschutzmaßnahmen ergreifen wird...

    Schönes Zitat in diesem Zusammenhang:
    [image]

    LG,
    HJ

    ---
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    Uwe

    E-Mail

    06.09.2012, 10:32

    @ HuangJin
     

    Vielleicht auch über's Ziel hinausgesprungen, mit meinen Gedanken

    @HuangJin zitiert Uwe: «Möglich das Gold ein Ziermetall dauerhaft bleibt, als das es wohl seine Ursprung der Begehrlichkeit entwickelt hat, doch in diesem Fall könnte es sein, dass das derzeitige und zukünftige Angebot die Nachfrage übersteigt.»

    @HuangJin: «sorry wenn ich das so deutlich sage: das ist gedanklich viel viel zu kurz gesprungen! Du übersiehst offenbar den allerwichtigsten Treiber für den Goldpreis in den nächsten paar Jahren.»

    Vielleicht auch zu weit, @HuangJin,

    wenn Du auf die "nächsten paar Jahre" meine Gedanken überträgst.

    Bei meinem von Dir einleitend zitierten Satz dachte ich an Kulturen/Gesellschaftsformen, in dem Geld eben kein Zahlungsmittel war oder ist und Gold somit nicht zur Deckung des Wertes benötigt wurde bzw. wird. Wohl aber gilt es als Symbol des Standes, eben Deine "Vereinfachung" bezüglich des Schmucks für die Ehefrau, wenn ich sehr kurz springe.

    Wenn in einem Hierarchiesystem (Adel, Priester, Elite) als Zahlungsmittel z.B. Arbeitsleistung für den Schuldenden gilt und Goldbesitz reglementiert ist, dann verliert Gold den Schuldendeckungswert.

    Vielleicht sehr weit gesprungen und nicht mit heutugen Vorstellungen des Jetzt und der Zukunft vereinbar, wenn es bei der Effizienz der Möglichkeiten der Energieerzeugung bleibt.

    Ich stimme Dir also zu, dass eben mit diesen Umgebungsdaten, Deine Vorstellungen realistisch sind (dass die Notenbanken als Nettokäufer auftreten, war für mich dabei eine interessante Information, @HingJin. Wozu aber? Sind die anderen Werte nicht mehr beleihbar?).

    Doch Du schriebst auch von der Blase. Deren Ende besteht wohl auch diesmal darin, dass sie platzt und nur noch die Hülle, eben das Gold als Metall, übrig bleibt - und das in Mengen.

    Im Übrigen stimme ich auch Deinen Argumenten, die in der Psychologie begründet sind, nach den bisherig erlangten Kenntnissen zu.

    Womöglich ist ein auf "Gold" aufgebautes Wertesystem nicht umkehrbar, ist es erst einmal in der Welt.

    Weltkatastrophen, wozu vielleicht auch ein globaler Finanzgau gehören könnte, wenn er denn sich zeitlich dehnt, könnten jedoch diese Vermutung ins Wanken bringen (Arbeitskraft zum Überleben zählt).

    In einer solchen Katastrophe hat das Gold nicht mehr den Wert, den es davor in Geld hat und ob danach das System in Erlebenszeit erneut auf Gold aufgebaut wird, ist offen.

    @HuangJin: «Auch in 1980 standen die Leute Schlange bis auf die Straße, um schnell noch ein Goldstück kaufen zu können. Dann war's natürlich viel zu spät.

    Elliottwelle 5[[zwinker]], die eben auch nur mit der v der 5 endet.

    Gruß und Danke für Diene Darstellungen,
    Uwe

    ---
    Since all these manifold things could have occurred, we have every right to believe they did occur.

    Mark Twain, "Is Shakespeare Dead? From My Autobiography", Chapter V, "We May Assume"

    Hasso

    E-Mail

    04.09.2012, 20:08
    (editiert von Hasso, 04.09.2012, 20:35)

    @ HuangJin
     

    Du alter Historiker vergisst das "Gold im Meerwasser"...

    Hallo HJ,
    Deine 6000-8000 USD/oz in allen Ehren (ich wäre ja dabei[[zwinker]].. "Gefällt mir")... aber wirf mal einen Blick in Deine geliebten Geschichtsbücher, gibt es sogar auf deutsch. Das ist doch Deine Spezialdiziplin[[zwinker]]

    Schon nach dem 1.WK wurde versucht, das unendlich vorhandene "Gold aus dem Meerwasser" zu extrahieren.
    Im Dritten Reich wurde es erneut versucht.
    Deutschland war ja oft knapp bei Kasse... und durchaus kreativ.
    Technisch alles machbar, aber meines Wissens erst ab ca. 4000 USD/oz wirtschaftlich sinnvoll (gemessen in heutiger Kaufkraft).

    Deshalb würde ich etwa 3000 USD/oz mal als "natürliche AU-Grenze" ansehen.
    Beste Grüße
    Hasso
    P.S.: Links zum Thema gibt es auf den bekannten Suchmaschinen... ich möchte die nicht selber bewerten.

    HuangJin

    E-Mail

    05.09.2012, 03:49

    @ Hasso
     

    Aber, aber, Hasso....:-O

    >
    > Schon nach dem 1.WK wurde versucht, das unendlich vorhandene "Gold aus
    > dem Meerwasser" zu extrahieren.
    > Im Dritten Reich wurde es erneut versucht.
    > Deutschland war ja oft knapp bei Kasse... und durchaus kreativ.
    >
    Technisch alles machbar, aber meines Wissens erst ab ca. 4000 USD/oz
    > wirtschaftlich sinnvoll (gemessen in heutiger Kaufkraft).
    >
    > Deshalb würde ich etwa 3000 USD/oz mal als "natürliche AU-Grenze"
    > ansehen.

    Also, jetzt willst Du mich aber hoffentlich nur testen, oder, Hasso? [[zwinker]]
    Die Sache mit "Gold aus Meerwasser" ist auf so vielen Ebenen technischer und wirtschaftlicher Quark, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Die Sache mit Fritz Haber's Endlösung der WK-I-Reparationen kenne ich natürlich, und die uralten Juxinvestmentideen aus dem 19. Jahrhundert auch.

    Aber überschlagen wir doch mal spaßeshalber ingenieursmäßig , was das eigentlich in der Praxis bedeuten würde:
    * Der Goldgehalt im Meerwasser ist so ungefähr 0,002 bis 0,1 ppb (parts per billion) je nach Gegend auf der Welt. Bin nicht sicher, ob das Molanteile oder Gewichtsanteile sind. Nehmen wir mal Gewichtsanteile an, und nehmen einen Durchschnittswert von 0,05 ppb.
    * 1000 Tonnen = 1000 Kubikmeter Wasser enthielten dann 1 Mrd. Gramm Wasser, darin gelöst 0,05 Gramm Gold
    * Pro Gramm Gold müßte man also 20.000 Kubikmeter Wasser prozessieren, pro Unze Gold sind's dann schon etwa 620.000 Kubikmeter. Immerhin ein Wasserwürfelchen von 85 Metern Kantenlänge. Pro Unze Gold. Das mal so als erste Größenordnung.

    Jetzt gäbe es wohl mehrere Ansatzmöglichkeiten, diese Unze aus dem Wasser zu extrahieren:

    a) Durch Membranen pressen, die semipermeabel für Gold sind. Die sind noch nicht erfunden, vermute ich. Und selbst wenn: die dafür notwendige elektrische Leistung für die Pumpendrücke würde vermutlich auf einem halben Kontinent die Lichter ausgehen lassen. Mal kurz die Membranfläche überschlagen: wenn man eine Unze pro Stunde abtrennen wollen würde und die typische Permeationsgeschwindigkeit nicht mehr als 2 cm/s betragen darf, so brauchen wir eine Membranfläche, durch die wir 620.000 Kubikmeter je Stunde jagen können. Das sind etwa 8.600 m² Membranfläche, etwas mehr als ein Fußballfeld. Wie gesagt, für eine Unze pro Stunde.

    Ich würde dann eher in die Membranhersteller investieren. Oder noch besser: in die Biotechnologie-Experten, die verhindern können, dass das unausweichliche Biofouling diese Membranen innerhalb von zwei Tagen irreversibel zukleistert. DAS würden die wahren Profiteure sein. Merke: es werden nie die Goldschürfer reich, sondern nur die Schaufelverkäufer...[[zwinker]]

    b) Das Wasser mit goldaffinen Stoffen behandeln, die Gold präzipitieren, das Präzipitat sedimentieren lassen und/oder zentrifugieren und/oder abfiltern. Auch hier reden wir von Beckengrößen, Maschinenparks und Pumpenleistungen, die weit außerhalb jeder realistischen Größenordnung sind.

    c) Völlig blödsinnig: die Feststoffe aus dem Meerwasser abtrennen und das Gold daraus extrahieren. Na ja, wenn man das energetische Problem mal gelöst hat, sitzt man pro Unze Gold auf einem Feststoffberg von knapp 22.000 Tonnen Salz und Mineralien, geschätzt etwa 10.000 Kubikmeter und hat da ein kleines Entsorgungsproblem. Denn man kann das ja nicht einfach zurück ins Meer kippen, denn sonst würde man es ja gleich wieder einschnorcheln und wiederum teuer aufbereiten müssen...

    Überhaupt könnte man so eine Produktionsstätte ja gar nicht auf dem Festland errichten. Denn wenn man mal das Meerwasser im Umkreis von 50 km vom Gold befreit hat, wäre ja nix mehr da! Ergo müßte man solche Fabriken in der Größe einer europäischen Großstadt inclusive eines Fusionsreaktors im Kingsize-Format wohl schwimmend und mobil auf den Weltmeeren herumschippern lassen, damit immer genügend frisches Meerwasser vor dem 20-Meter-Durchmesser-Ansaugschnorchel schwappt... nee nee, Hasso: dieser Zeppelin wird niemals fliegen...

    Und dann ist da noch die wirtschaftliche Seite. Wenn unsere (meine) Annahme richtig ist, dass wir künftig zunächst monetäre Inflation vom Feinsten sehen werden und danach (oder parallel dazu) die klassische Teuerung (d.h. Preisanstieg) aller hard assets inclusive ÖL/Energie:
    dann werden auch die Herstellkosten (insbesondere Energiekosten) der Gold-aus-Meerwasser-Gewinnung ziemlich problemlos Schritt halten mit dem steigenden Goldpreis. Ergo wird diese Idee aus dem 19. Jahrhundert auch noch im 22. Jahrhundert aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten völlig illusorisch bleiben, da niemals rentabel. Egal bei welchem Goldpreis...

    Damit Bierdeckelrechnung aus meiner Sicht erschlagen,
    lieben Gruß und Danke für die Anregung,
    HuangJin

    ---
    故福之為禍,禍之為福,化不可極,深不可測也。 Thence, good fortune turns into bad fortune, and bad fortune turns into good fortune. These changes never reach an end, their complexity can never be fathomed.

    Hasso

    E-Mail

    05.09.2012, 08:43
    (editiert von Hasso, 05.09.2012, 08:55)

    @ HuangJin
     

    Alles klar... Danke für die gute Arbeit

    > Also, jetzt willst Du mich aber hoffentlich nur testen, oder, Hasso?
    > [[zwinker]]
    > Die Sache mit "Gold aus Meerwasser" ist auf so vielen Ebenen technischer
    > und wirtschaftlicher Quark, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
    > Die Sache mit Fritz Haber's Endlösung der WK-I-Reparationen kenne ich
    > natürlich, und die uralten Juxinvestmentideen aus dem 19. Jahrhundert
    > auch.

    Hallo HJ,
    nun ja... "testen" nicht so direkt... aber ich suchte in der Tat einen fleißigen Burschen, der das mal ordentlich nachrechnet.
    Hätte ich im Prinzip auch selber können... aber wozu selber arbeiten, wenn es gute Experten gibt.

    Dann können wir Goldbugs uns ja wieder zur Ruhe legen.
    Nix mit "Gold aus Meerwasser"...

    - Gold aus Kernfusion fällt auch flach
    - Der Meteor aus purem Gold wird uns auch kein Heil bringen...
    - Und wenn erst mal bekannt wird, dass in Fort Knox und den deutschen "Auslands-Lagerstellen" auch nur "Eisenbarren mit goldenem Tuninglack" liegen... dann könnte es was werden mit den 6000 USD/oz.

    Fazit: Gold in der Tat TINA... bis auf Silber, versteht sich!

    @ELLI: Natürlich sind die "Eisenbarren" VT. Geht aber nicht anders... denn sämtliche MSM, die Regierung und die BUBA weigern sich mit größter Sturheit, zu diesem Thema etwas Substanzielles zu liefern. Und in solchen Fällen bleibt nur VT zur Problembearbeitung.
    Grüße
    Hasso

    centenario

    05.09.2012, 09:55

    @ Hasso
     

    Gold aus Kernfusion...ein paar Zahlen

    Hallo Hasso,

    mit ein paar Zahlen zum Thema "Gold aus Kernfusion" wollte ich Deine Aussage

    > - Gold aus Kernfusion fällt auch flach

    untermauern.

    Schon in den 1920er Jahren hatte der japanische Prof. Nagaoka herausgefunden, dass man Gold mit nur genug Energie aus Quecksilber gewinnen konnte. Moderne Alchemie eben ;-)

    Heute wo wir der Kernenergie "mächtig" sind und diese auch kontrolliert einsetzen (ob können lass ich mal dahin gestellt) ist es tatsächlich möglich Gold aus Quecksilber herzustellen. Meister Matz in diesen Dingen ist z.B. Dr. A.J. Shacker von der Universität of California in Irvine.

    In Quecksilber enthalten ist ein Isotop was nur 0,15% des Elementes ausmacht, sog. Quecksilber-196. Dieses Isotop ist in der Lage ein Neutron aufzunehmen und sich innerhalb von 23 Stunden in Gold zu "verwandeln".

    Dabei muss der Reaktor auf voller Leistung fahren, die Menge an benötigter Energie ist tatsächlich enorm. Die Kosten die aktuell entstehen sind im Gegensatz zum Output exorbitant.

    Man ist heute in der Lage binnen 24h die Menge an Gold im aktuellen Gegenwert von 0,3 Cent zu erzeugen, also ca. 0,000066g - als Kosten stehen dem ca. 4.600 Dollar (Betriebsstunde des Forschungsreaktors mit 200 Dollar die Stunde gerechnet) gegenüber.

    Die moderne Alchemie ist eben völlig ineffizient oder besser gesagt, Gold ist aktuell viel zu billig ;-)

    > Grüße
    > Hasso

    Beste Grüße zurück
    Centenario

    Zarathustra

    05.09.2012, 09:14

    @ HuangJin
     

    Goldsynthese

    Hierzu eine Diskussion aus einem Finanzforum. Viel Vergnügen:


    -----------------

    Daffi : Nach Wikipedia... 05.10.09 15:47

    Nach Wikipedia (Stichwort:"Gold") ist die Synthese synthaft teuer.

    Zitat: "Allerdings ist die für eine industrielle Herstellung aufzuwendende Energie um einige Potenzen teurer als das bergmännisch gewonnene Edelmetall selbst."

    Hoffe das hilft beim Erkenntnisgewinn.

    -----------------

    goldiger44 : Förderkosten 06.10.09 10:44

    >einige Potenzen teurer als das bergmännisch gewonnene Edelmetall

    Wenn die Förderkosten bei ca. 300$ liegen und die Synthese 3 Potenzen beträgt, wäre der faire Preis 900$. Also kann Gold doch nicht sich ca. verzehfachen, oder?

    ----------------

    AlterSchwede_rel20. : goldiger 06.10.09 10:50

    du hast kein plan was eine potenz ist?

    ----------------


    http://forum.finanzen.net/forum/sorry-t390148

    Norbert

    05.09.2012, 10:34

    @ HuangJin
     

    Die Heilung für hohe Preise sind hohe Preise?

    Hehe, schöner Überschlag!

    Da drin steckt die allgemeine Frage: Ab wann ist Rohstoffabbau wirtschaftlich nicht mehr lohnend?
    Bei den Peak-Oil-Diskussionen dürfen wir in letzter Zeit ja immer mal lesen, "die Heilung für hohe Preise sind hohe Preise", mit dem Gedanken: Wenn die Preise für den Rohstoff nur hoch genug sind, lohnen sich Fördermethoden, die vorher nicht lohnend waren. Dieses Argument regt durchaus ein wenig auf, denn es betrachtet nur die Förderung, nicht aber die Nebenwirkungen. Am Beispiel des Goldes hast du schön dargelegt, dass es "Kostensprünge" gibt, die einzelne Methoden niemals real werden lassen.

    Dennoch stellt sich die Frage nach einem Limit für den Preis eines Rohstoffs: Aber eher von der Nachfrageseite her. Wo liegt der Preis für Edelmetalle, bei dem nicht mehr genug potentielle Käufer übrigbleiben? Deine "Gleichsetzungen" von Metall zu anderen Assets zeigen ja regelmäßig, dass das "Denken in Geld" seine Grenzen hat, nämlich spätestens dann, wenn die Gelddimensionen aus dem Ruder laufen

    (Grüße an Roberto mit dem Witz:
    Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie.
    Die Gute: Ab morgen sind Sie Millionär!
    Die Schlechte: Alle anderen auch.
    )

    Andersrum gefragt: Wer kauft bei 8000 Dollar pro Unze noch Gold? Wer kann das dann noch kaufen?
    Sowie: Wozu eigentlich? Wenn 8000 Dollar die Spitze in einem Chart sein sollten, kaufen ja nur die Dummen beim Spitzenpreis und sehen ihre Anlage dann zu Boden segeln.

    Die "natürliche Preisgrenze" beim Gold liegt für mich klar auf der Nachfrageseite. Am Spruch mit der Preis-Heilung ist dann zwar wirklich etwas dran, aber nur, wenn man Nebenwirkungen umbeachtet läßt. Nebenwirkungen bei hohen Goldpreisen sehe ich darin, dass sie inflationär wirken dürften (wenn sich plötzlich alle Goldbugs Häuser bauen können, weil sie ein paar Jahre zuvor ein paar Groschen investiert haben, dürfte dies nicht ohne Wirkungen auf Land- und Baupreise bleiben), die Nebenwirkungen bei hohen Ölpreisen sind aber um ein Vielfaches krasser, weil man Öl wirklich BRAUCHT. Gold nicht.

    Norbert

    Don_Q

    E-Mail

    05.09.2012, 12:18

    @ Norbert
     

    Kurze Frage, kurze Antwort...

    Moin, Norbert!

    > Andersrum gefragt: Wer kauft bei 8000 Dollar pro Unze noch Gold?
    Die Gierigen.

    > Wer kann das dann noch kaufen?
    Naja, es wird nicht daran scheitern, daß zu wenig Geld im Umlauf wäre...

    Muß jetzt weg zu meiner Agentur, die für mich Tulpenzwiebeln ersteigert.

    In Eile

    Don_Q

    p.s.: Tolle Grafiken, HuangJin, wie immer sehr informativ. Besonders boshaft war die mit den Immopreisen vs AU. Da weiß man, was man hat.

Wandere aus, solange es noch geht.


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